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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.09.2021

Trauer hat viele Gesichter

Was bleibt, wenn wir sterben
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Die Autorin Louise Brown hat innerhalb von drei Monaten beide Eltern nach Krankheit verloren. Sie fühlte sich wie durch eine Falltür im Boden in die Tiefe gerissen.
Sie gibt tiefe Einblick in ihre Gefühle ...

Die Autorin Louise Brown hat innerhalb von drei Monaten beide Eltern nach Krankheit verloren. Sie fühlte sich wie durch eine Falltür im Boden in die Tiefe gerissen.
Sie gibt tiefe Einblick in ihre Gefühle bezüglich ihres eigenen Erleben mit dem Tod der Eltern und allein der Satz, dass es keine festen, zeitlich begrenzten Trauerphasen gibt, beruhigt mich. Wie wichtigt der Abschied bzw. die Gestaltung der Trauerfeier ist, erzählt sie einmal am Beispiel von der ihrer Mutter, wo sie ihrer Mutter nicht in der Trauerrede wiedergefunden hat und sie erklärt, woran das lag. Es kommt darauf an, was im Gespräch zwischen Hinterbliebenen und dem Trauerredner erwähnt bzw. erzählt wird.
Ihre Berufung hat Louise Brown selber nun als Trauerrednerin gefunden und ihre Reden bzw. die Trauerfeiern versucht sie so zu gestalten, dass sie den Verstorbenen gerecht werden und Bilder von ihm wachgerufen werden.
Sie beschreibt mit dem Einverständnis der Hinterbliebenen spezielle Details von Trauerfeiern, die sie mitgestaltet hat bzw. erzählt von den Verstorben, wie sie im Leben waren.
Sie erzählt auch, wie es ist das Heim der Eltern auszuräumen und wie emotional das sie mitgenommen hat.


Mich hat das Buch sehr berührt und sehr nachdenklich gemacht, denn die Autorin liegt richtig, wenn sie sagt wie wir andere Ereignisse planen, aber auf den Tod uns nicht vorbereiten.

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Veröffentlicht am 12.09.2021

Wunderschön illustriertes Bilderbuch

Spielst du mit, kleines Schaf?
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Das Bilderbuch ist mir aufgrund des Covers mit den wunderschön gezeichneten Tieren, die nicht nur über Kleidung sondern auch über ausdrucksstarke Gesichter mit Mimik verfügen, in seiner kräftigen, ...

Das Bilderbuch ist mir aufgrund des Covers mit den wunderschön gezeichneten Tieren, die nicht nur über Kleidung sondern auch über ausdrucksstarke Gesichter mit Mimik verfügen, in seiner kräftigen, klaren Farbgebung sofort positiv ins Auge gefallen. Die Geschichte dreht sich darum, dass die Tiere sich auf einer Wiese zum Spielen treffen und dann die Idee haben Zirkus zu spielen. Jeder von ihnen findet für sich selbst ein Rolle mit etwas, was es nach eigener Einschätzung gut kann. Doch als sich herausstellt, dass das Schaf nichts gut kann, bzw. nichts vorführen kann, wird es vom Spiel ausgeschlossen. Aber dann gehören zum Zirkus nun mal auch Zuschauer und das Schaf, was die ganze Zeit vorher da war und zugeschaut hat, ist nicht nicht mehr da.
Ich fand die Geschichte überaus anschaulich auf den Doppelseiten illustriert und die Texte sprachlich und im Umfang sehr gut auf das Lesealter ab vier Jahren abgestimmt. Das Thema der Ausgrenzung und das Gefühl etwas nicht zu können, das ist Kinder in dem Alter schon vertraut. Hier bekommen sie die Möglichkeit sich mit den unterschiedlichen Tieren zu identifizieren und in verschiedene Rollen zu schlüpfen, was zu einer besseren Verständigung untereinander im Alltag der Kinder beitragen kann.
Fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 11.09.2021

Großartiger Familienroman über die Zeit von 1919-1945

Schwestern fürs Leben
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Der Roman "Schwestern fürs Leben" von Sybille Schrödter erzählt die Geschichte der Familie Danneberg, die Eigentümer eines alten, mächtigen Rumhauses ist. Eigentlich sollte der älteste Sohn das Rumhaus ...

Der Roman "Schwestern fürs Leben" von Sybille Schrödter erzählt die Geschichte der Familie Danneberg, die Eigentümer eines alten, mächtigen Rumhauses ist. Eigentlich sollte der älteste Sohn das Rumhaus erben und die Leitung übernehmen, doch er ist im ersten Weltkrieg gefallen. Mittlerweile ist 1919 und die vier verbliebenen Schwestern sowie ihre Cousine Freya, die auch bei ihnen aufwächst, haben ganz unterschiedliche Vorstellungen und Träume vom Leben. Eine der Schwestern, Helene, genannt Lene würde zu gerne das Rumhaus übernehmen, doch ihr Vater Ole F. Danneberg kann sich keine Frau an der Spitze vorstellen. Für die Verwirklung ihrer Träume bzw. Vorstellungen von ihrem weiteren Leben liegt vor allen eine steinige Strecke . Es kommnt nun auf Willensstärke, Diplomatie, Glück an und die weiteren äußeren Umstände wirken sich entscheidend auf die nächsten Jahre aus.

Der Roman schildert das Leben dieser Großfamilie samt Verwandten, die glücklicherweise in einem Personenregister am Anfang des Buches vermerkt sind, bis zum Ende des zweiten Weltkrieges.

Die Autorin hat es geschafft ein Stück historischer Geschichte, was sich vermehrt in Flensburg mit seiner Nähe zu Dänemark und der besonderen politschen Situation abspielt, einmal auf die neue Staatsgrenze zwischen Deutschland und Dänemark sowie den aufkommenden Nationalsozialismus bezoge, in einem unterhaltsamen Schreibstil zu erzählen. Sie geht auf die Rolle der Frau in der Familie und in der Gesellschaft ein und gibt dafür ganz viele Beispiele wie Frauen liebten, lebten und welche Rechte sie hatten bzw. welche nicht. Ich spüre das Lebensgefühl der damaligen Zeit, modische Entwicklungen gepaart mit wirtschaftlichen sowie den politischen. Auch die Männer des Romans machen unterschiedliche Entwicklungen durch und manche entsetzen mich zu tiefst und anderen zolle ich großen Respekt.

Mir persönlich waren die Zeitsprünge im Roman manchmal zu heftig, aber hätte die Autorin dort noch mehr erzählt, was ich toll gefunden hätte, hätte ich das Buch aufgrund der Seitenanzahl wohl sehr viel schwerer halten können.

Insgesamt hat mich der Roman total begeistert zuückgelassen und ich bin nun sehr gespannt darauf, wie die Geschichte der Schwestern weitergeht und was das Leben noch für sie bereithält.

Verdiente fünf Sterne!

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Veröffentlicht am 07.09.2021

Vier Freundinnen und ihr Leben Anfang der 70ziger Jahre

Die Wunderfrauen
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Dies ist der dritte Teil "Der Wunderfrauen" mit dem Untertitel "Freiheit im Angebot" von Stephanie Schuster und ich bin sofort wieder mtten drin in dem Leben der Frauen. Alle Frauen stehen vor neuen Phasen ...

Dies ist der dritte Teil "Der Wunderfrauen" mit dem Untertitel "Freiheit im Angebot" von Stephanie Schuster und ich bin sofort wieder mtten drin in dem Leben der Frauen. Alle Frauen stehen vor neuen Phasen in ihrem Leben. Luise hat nicht nur Schwierigkeiten mit ihrem Mann sondern auch ihrem Tante-Emma-Laden, der nicht mehr besonders gut läuft und auch die Erziehung der Kinder in ihren sehr unterschiedlichen Entwicklungsphasen kostet sie viel Kraft. Währenddessen beginnt Annabel mit dem Tod ihres Schwiegervaters noch mehr die Vergangenheit der Familie zu erkunden und stößt auf einige schreckliche Geheimnisse. Auch ihre Ehe hat einiges zu verkraften und auch das Leben der Tochter fordert sie als Mutter. Marie leistet auf ihrem Reiterhof fast unmeinschliches und um ihr seelisches Wohl steht es nicht so gut. Die Erfolgsfrau Helga, ihres Zeichens Gynäkologin, sie bekommt es mit Geheimnissen aus der Vergangenheit ihrer Familie zu tun und zudem geht es um ihre Gesundheit.


Mir gefällt der Erzählstil der Autorin hervorragend, da sie abwechselnd den Schwerpunkt kapitelweise immer bei einer anderen Frau setzt. Es geht jedoch nicht nur um die Geschichte der einzelnen Frauen, sondern gleichzeitig gibt sie stets das Lebensgefühl, die Atmosphäre und Ereignisse der damaligen Zeit wieder; egal ob es um politische Einstellungen oder die Rolle der Frau geht oder auch um Entwicklungen in der Medizin. Neben Musik und Kleidung oder Ernährung, die typisch für diese Zeit sind, spiellt auch die Vergangenheitsbwältigung des Nationalsozialismus, die DDR und auch die Ereignisse während der Olympischen Spiele 1972 eine große Rolle.

Die Frauen sind sich nach jahrlelanger Freundschaft sehr nahe und alle stehen gewissermaßen im Umbruch ihres bisherigen Lebens.

Ein großartiger Roman, der in mir viele Facetten von Gefühhlen wachrief und ich hoffe sehr, dass dieser dritte Teil nicht wirklich der Abschluss ist. Sehr gerne möchte ich noch erfahren, wie es den Wunderfrauen und deren Familien z.B. zur Zeit des Mauerfalls geht.

Fünf Sterne, dabei würde ich gerne mehr vergeben....!

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Genialer Krimi

Der Himmel über Nordfriesland
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In dem Küstenkrimi "Der Himmel über Nordfriesland" von Gerd Kramer bekommen es die Kommissare Flottmann und Hilgersen dieses Mal mit merkwürdigen Ereignissen wie einem plötzlich leeren Löschteich, einem ...

In dem Küstenkrimi "Der Himmel über Nordfriesland" von Gerd Kramer bekommen es die Kommissare Flottmann und Hilgersen dieses Mal mit merkwürdigen Ereignissen wie einem plötzlich leeren Löschteich, einem besonderen Kornkreis, Glockenläuten,... und zudem ist das Leben von Menschen in Gefahr, die der Astrologie zugetan sind.

Eigentlich dachte ich, die schon einige Krimis aus der Reihe gelesen hat, das der Autor sich nicht mehr steigern könnte, doch genau dies ist für mich mit diesem Fall geschehen.

Während Kommissar Hilgersen anders als sein Kollege Flottmann schon einen leichten Hang zu Übersinnlichem verspürt, auch wenn er es verleugnet, ist sein Kollege Flottmann der wissenschaflich basierte Typ, der Astrologie etc. eher humorvoll mit zynischem Unterton beleuchtet. Beide gehen auf Spurensuche umd besuchen im Rahmen von Zeugenbefragung nicht nur Astrologinnen sondern auch eine Esoterikmesse, neben vielen anderen Zeugenbefragungen und Ermittlungen.

Die Dialoge brachten mich oft zum Schmunzeln, zwischendurch schüttelte ich gedanklich fassungsos den Kopf über die astrologischen Erkenntnisse und wie bedingungslos Menschen ihnen vertrauen..Gleichzeitig hatte ich ständig Angst, wen der Täter als nächstes ins Visier und ein Grab im Watt schaufeln würde.

Toll fand ich auch, dass alte Bekannte wie der Musiker Leon Gerber mit seinem hochsensibelen Gehör sowie der Physiker Fred Weber auftauchten und ihren Anteil zu den Ermittlungen beitrugen.

Es war bis zum Ende sehr spannend....

Fünf Sterne für diesen unterhaltsamen, spannenden und lehrreichen Krimi!

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