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Veröffentlicht am 06.02.2023

Lasst die Schlachten beginnen …

Alexanders Erbe: Die Schlacht um den Thron
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"Die Schlacht um den Thron" ist der dritte Band der Reihe des Ende des Alexanderreichs von Robert Fabbri. Alexander der Große hat das riesige makedonische Reich ohne einen Nachfolger zu benennen hinterlassen. ...

"Die Schlacht um den Thron" ist der dritte Band der Reihe des Ende des Alexanderreichs von Robert Fabbri. Alexander der Große hat das riesige makedonische Reich ohne einen Nachfolger zu benennen hinterlassen. Nach Alexanders Tod erwies sich die Loyalität zu seiner Familie, die keinen herrschaftsfähigen Nachfolger stellen konnte, als sehr begrenzt. Alexanders ehemalige Feldherren übernahmen die Regentschaft und das Weltenreich wurde in etliche Kriege verwickelt. Die Schlacht um den Thron hat mittlerweile zwei große Brennpunkte erreicht. Im Westen belagert Kassandros, Sohn des Antipatros, die Stadt Pydna mit dem Ziel die grausame Mutter Alexanders Olympias zur Strecke zu bringen. Gleichzeitig messen sich im Osten des Reiches Eumenes, der listige Grieche, mit Antigonos, dem Einäugigen. Zwei riesige Heere treffen letztendlich zur finalen Schlacht bei Gabiene aufeinander. Robert Fabbri führt mit diesem dritten Band die Geschichte vom Ende des Alexanderreiches spannend fort. List und Intrigen, Bündnisse und Verrat, sowie blutige Schlachten um die Vorherrschaft im makedonischen Reich prägen diesen Band. Die Schlacht um den Thron erreicht in den zweiten Diadochenkriegen einen weiteren Höhepunkt und die Reihen der Anwärter auf den Thron lichten sich. Dem Autor gelingt dabei wie auch schon in seiner Reihe um den römischen Kaiser Vespasian mich als Leser immer mehr in den Bann dieser Story zu ziehen. Natürlich ist einem Alexander der Große geschichtlich bekannt, aber die Entwicklung nach seinem Tod im makedonischen Reich wird einem mit dieser Romanserie sehr interessant näher gebracht. Um die Zusammenhänge zu verstehen, ist es zwingend notwendig die Bände in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Lässt man sich auf die Vielzahl an agierenden Personen und Schauplätze ein, erhält man aber ein kurzweiliges und spannendes Lesevergnügen und erfährt nebenbei viel über die Entwicklungen im Alexanderreich nach dessen Tod.

Veröffentlicht am 29.01.2023

Die vergrabenen Toten im Elbsand

Mordsand
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"Mordsand" ist der vierte Band der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck. Ein junges Paar verbringt seinen Zeltausflug auf einer Elbinsel, als dieser ein jähes Ende findet. Sie finden den Schädel eines Menschen, ...

"Mordsand" ist der vierte Band der Elbmarsch-Reihe von Romy Fölck. Ein junges Paar verbringt seinen Zeltausflug auf einer Elbinsel, als dieser ein jähes Ende findet. Sie finden den Schädel eines Menschen, der durch das Elbwasser freigelegt wurde. Als die Einsatzkräfte den Fundort näher beschauen, entdecken sie ein gefesseltes Skelett, tief eingegraben und nun durch den Fluss teilweise freigelegt. Die Untersuchungen ergeben, dass es schon eine Liegezeit von ca. 30 Jahren haben muss. Die Kommissare Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn stehen vor einem Rätsel. Der einzige Hinweis auf die Identität des Toten führt durch ein Metall-Implantat in die ehemalige DDR. Als kurz darauf die Leiche eines Hamburger Bauunternehmers ähnlich drapiert aufgefunden wird, sucht man nach Zusammenhänge. Und diese führen die Ermittler in die Kindheit der Opfer zurück. Die Spur führt zu den damaligen Jugendwerkhöfen. Dies waren Disziplinareinrichtungen im System der Spezialheime der Jugendhilfe in der DDR. Romy Fölck erzählt diesen Krimi in zwei Zeitebenen. Zum einen in der Gegenwart und den Geschehnissen in der Elbmarsch, zum anderen Ende der 80er Jahre, als Jugendliche schlimmste Misshandlungen in diesen Heimen erleiden mussten. Das GJWH Torgau war geschlossener Jugendwerkhof der DDR, es ist heute eine Gedenkstätte und weist auf die Geschichte der damaligen repressiven Heimerziehung hin. Lange tappt man als Leser mit den Kommissaren im Dunkeln, man erkennt das Motiv, aber es fehlt die entscheidende Spur. Erst spät offenbart sich die wahre Identität des Täters. Zudem ist in diesem vierten Fall auch einiges an Privatleben der Ermittler mit beschrieben. Dies ist vielleicht manchmal ein klein wenig zu viel, aber letztendlich rundet es das Gesamtbild doch wieder ab. Denn auch die Geschichte der Frieda Paulsen und des Bjarne Haverkorn wird in diesem Band fortgeschrieben. Dieser Fall erinnert an dunkle Kapitel in der Geschichte Deutschlands vor der Wiedervereinigung, für mich war dies teils neu und daher sehr interessant sich mit der Thematik näher zu befassen. "Mordsand" ist ein gelungener Band aus der Elbmarsch-Reihe und auch der nächste Band wartet in meinem Regal schon darauf gelesen zu werden.

Veröffentlicht am 25.01.2023

Heute ist ein guter Tag zu leben!

Hinter dem Lächeln
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"Hinter dem Lächeln" ist die Autobiografie der Münchner Schauspielerin Michaela May. In ihren Rollen begleitet sie mich schon seit meiner Kinderzeit, sehe sie immer wieder sehr gerne im TV. Kurz vor ihrem ...

"Hinter dem Lächeln" ist die Autobiografie der Münchner Schauspielerin Michaela May. In ihren Rollen begleitet sie mich schon seit meiner Kinderzeit, sehe sie immer wieder sehr gerne im TV. Kurz vor ihrem 70. Geburtstag erschien ihre Biografie und Ende November durfte ich in ihrer Lesung im Münchner Hofspielhaus ihren privaten Einblicken lauschen. Es sind sehr bewegende Einblicke in das Leben einer Frau, hinter ihr Lächeln. Als ich jetzt ihre Biografie zusätzlich gelesen habe, haben mich ihre Zeilen ein weiteres Mal sehr berührt. Einblicke in ihre unbeschwerte Kindheit im Garten am Ammersee, ihre schauspielerische Entwicklung, aber auch die dunklen Momente in denen Sie ihre drei Geschwister allesamt durch Suizide verlor. Michaela May erzählt aus ihrem Leben mit einer Offenheit und Authentizität, die einen auf ihre Reise durch ihr bisheriges Leben mitnimmt und das Buch nicht aus der Hand legen lässt. Man erfährt vieles von bedeutenden Momenten in ihrem beruflichen Wirken, aber auch große Einblicke in ihr Aufwachsen als Kind, Jugendliche und ihren familiären Werdegang. Als Schauspielerin hat sie mich immer durch ihre Bodenständigkeit und der Ausstrahlung von Lebensfreude überzeugt, als Mensch durch ihr soziales Engagement. Angesprochen wie sie sich ihr Lächeln bewahrt, sagte sie am Ende der Lesung: "Es nützt nichts immer in der Vergangenheit zu leben, aber auch nicht ständig zu versuchen die Zukunft zu planen. Sie genießt das Heute um glücklich zu sein." Eine Aussage, die mich seit der Heimfahrt von der Lesung bis zur letzten Zeile ihres Buches nicht loslässt. Ihre Autobiografie, die Erzählung einer Frau die "Ja" zum Leben sagt. Und wahrscheinlich hat sie genau deswegen dieses wunderbar strahlende Lächeln.

Veröffentlicht am 23.01.2023

Ein letztes Prosit auf den schwarzen Sheriff

Herrschaftszeiten no amoi!
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"Herrschaftszeiten no amoi!" ist der zweite Band der Gundi-Starck-Reihe von Katharina Lukas. Es ist Ausnamezustand in München, das erste Oktoberfest nach Coronaauszeit soll stattfinden. Alles steht in ...

"Herrschaftszeiten no amoi!" ist der zweite Band der Gundi-Starck-Reihe von Katharina Lukas. Es ist Ausnamezustand in München, das erste Oktoberfest nach Coronaauszeit soll stattfinden. Alles steht in den Startlöchern wenn das weltberühmte Volksfest mit dem traditionellen "Ozapft is!" beginnen soll. Doch kurz vor dem Anstich wird der "Wurstkönig von der Wiesn" tot im Schottenhamel-Festzelt auf der Bühne aufgefunden. Ermordet mit einem Bolzenschußgerät, gekennzeichnet als "Sau". Eine Gruppierung namens "Widerstand 1516" bekennt sich zum Mord. Aber wer steckt dahinter? Die Journalistin Gundi Starck recherchiert derweil in einem alten Mordfall von 1985. Der damalige strenge Sittenwächter der Stadt München wurde ebenfalls im Umfeld des Oktoberfestes ermordet. Dieser legte sich mit den großen Bierbaronen an. War das sein Verhängnis? Doch dann entdeckt Gundi Starck gemeinsam mit dem pensionierten Kommissar Pettenkofer Parallelen zum aktuellen Mord. Es scheint noch viel mehr hinter den beiden Morden zu stecken. Katharina Lukas lässt ihre Journalistin in ihrem zweiten Fall nun mitten in der Großstadt agieren, ihre niederbayerische Heimat ist nun Geschichte. Als Münchner waren mir natürlich einzelne Geschehnisse und Personen sofort bekannt. Diese könnte ich sofort mit Echtnamen benennen, da die Ereignisse der Vergangenheit einem als Einheimischer noch alle in Erinnerung sind. Doch die Autorin hat natürlich dies sehr gut in einen gelungenen München-Krimi verpackt. Gundi Starck hat für mich in diesem Fall eine Weiterentwicklung gemacht. Zwiegespalten zwischen Enthüllungsjournalismus und Freundschaft kommt sie immer wieder an eigene Grenzen, lässt sich aber letztendlich trotz eigener Höhen und Tiefen nicht beirren. Der Krimi fängt so etliche Geschehnisse der 70er und 80er Jahre gut ein, der Sheriff aus dem Kreisverwaltungsreferat mit seiner Doppelmoral ist sehr gut dargestellt, ebenso wie der "Wirte-Napoleon". Das Oktoberfest ist ein Millionengeschäft, das die Autorin geschickt als Umfeld für diesen Krimi nutzt. Und rund um das Bierfest, ist auch die Gundi eine fleißige Weißbierkonsumentin. Vielleicht an dieser Stelle etwas weniger und dafür eine Brise mehr Spannung. "Herrschaftszeiten no amoi!" ist aber ein gelungener München-Krimi mit einer Protagonistin die im zweiten Band zulegte. Auf alle Fälle ein schöner Regionalkrimi rund um das Oktoberfest, der so manchem Münchner Sumpf auf der Spur ist.

Veröffentlicht am 18.01.2023

Das Familiendrama im Münchner Süden

Nun ruhet sanft
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"Nun ruhet sanft" ist der siebte Band der Kommissar-Dühnfort-Reihe von Inge Löhnig. Als der Kommissar zu einer Brandruine gerufen wird, in der drei Leichen sich befinden wird schnell das schreckliche Ausmaß ...

"Nun ruhet sanft" ist der siebte Band der Kommissar-Dühnfort-Reihe von Inge Löhnig. Als der Kommissar zu einer Brandruine gerufen wird, in der drei Leichen sich befinden wird schnell das schreckliche Ausmaß klar. Eine Mutter und ihre beiden Kinder werden tot aufgefunden. Aber die Todesursache ist nicht der eigentliche Brand, die Familie wurde zuvor kaltblütig erschossen. Sogar der Hund und das Pony im Garten sind hingerichtet worden. Schnell steht der Vater im Visier der Ermittler. Ein notorischer Fremdgeher und angeblich stand die Ehe vor der Scheidung. Während viele Indizien auf den Vater hindeuten, werden andererseits auch langsam Zweifel laut an dessen Täterschaft. Kommissar Dühnfort muss in diesem Familiendrama ermitteln und die richtigen Schlüsse ziehen. In diesem siebten Fall des Kommissars beweist die Autorin einmal mehr, wie gut sie Spannung aufbauen kann. Als Leser ist man schnell in der Story gefangen, immer wieder öffnen sich neue verschlungene Pfade. Gemeinsam mit dem Kommissar tappt man im Dunkeln und erst als die Autorin den Täter gegen Ende offenbart, kommt man auch als Leser dahinter. Wie beim Puzzle benötigt man alle Teile um das Gesamtbild zu sehen. "Nun ruhet sanft" ist ein weiterer hervorragender Band aus der Reihe um den Münchner Kommissar Dühnfort. Spannende und gut durchdachte Krimiunterhaltung, die einen bis zum Schluss fesselt.