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Veröffentlicht am 11.08.2021

Wenn Dich die Vergangenheit einholt, ma Chérie

Der Flüsterer
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"Der Flüsterer" ist der zwanzigste Band aus der Julia-Durant-Reihe, die seit dem Tod von Andreas Franz im März 2011 Daniel Holbe als Autor weiterführt. Die Frankfurter Kommissarin wird dabei mit der Vergangenheit ...

"Der Flüsterer" ist der zwanzigste Band aus der Julia-Durant-Reihe, die seit dem Tod von Andreas Franz im März 2011 Daniel Holbe als Autor weiterführt. Die Frankfurter Kommissarin wird dabei mit der Vergangenheit konfrontiert. Ihr Ex-Mann aus München ist tot, sein letzter Wunsch: Sie soll zu seiner Beerdigung erscheinen. Gleichzeitig wird in Frankfurt eine Kollegin von der Sitte ermordet, eine frühere Kollegin von Julia Durant. Als weitere Morde im Umfeld von Julia geschehen, erhärtet sich der Verdacht, dass alles mit ihr in Zusammenhang steht. Und es kommt ein weiterer schlimmer Verdacht auf: Ist ihr Ex-Mann Stephan womöglich gar nicht tot und steckt hinter allem? Aber wer ist dann der Tote, der beerdigt wurde? Im mittlerweile zwanzigsten Band dieser Reihe wird es für die Frankfurter Kommissarin einmal mehr sehr persönlich. Sie gerät an einen Täter, der sie ganz bewusst strafen will. Strafen, indem er Menschen aus ihrem Umfeld tötet. Was anfangs nur eine ehemalige Kollegin ist, steigert sich bis zum Verlust der Freundin. Der Täter bleibt dabei lange für den Leser verborgen. Vielmehr kann man fast überhaupt nicht spekulieren, einzig das Motiv scheint klar. Dies macht es zum einen spannend, zum anderen erlebt man aber die Protagonistin teils in einer gefangenen Welt. So handelt in diesem Band die Protagonistin weniger, sondern ist mehr zum Reagieren verdammt. Der Spannungsbogen ist dabei lange gut. Leider wird der Täter am Ende sehr schnell präsentiert und die Story findet dann auch ein zügiges Ende. Hier hätte ich mir ein wenig mehr gewünscht. Generell mag ich diese Reihe sehr gern, aber langsam hat Julia Durant ihren Zenit überschritten. Es ist immer noch gute und solide Krimikost, aber reicht bei mir nicht mehr ganz für TopTen-Plazierungen.

Veröffentlicht am 07.08.2021

Friedrich Barbarossas Aufstieg zum römisch-deutschen Kaiser und die Zeit der Machtkämpfe im Reich

Schwert und Krone - Zeit des Verrats
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"Zeit des Verrats" ist der dritte Band der Schwert-und-Krone-Reihe von Sabine Ebert. Beginnend mit der Krönung von Friedrich von Staufen in Aachen im Jahr 1152 schildert sie die Geschehnisse der nächsten ...

"Zeit des Verrats" ist der dritte Band der Schwert-und-Krone-Reihe von Sabine Ebert. Beginnend mit der Krönung von Friedrich von Staufen in Aachen im Jahr 1152 schildert sie die Geschehnisse der nächsten fünf Jahre seiner jungen Regentschaft. Man erlebt Friedrich dabei wie er seinen Italienfeldzug vorbereitet und sein Ziel der Kaiserkrönung durch den Papst verfolgt. Als er dieses erreicht hat strukturiert er in seinem Reich so einiges um. Während die einen in der Gunst des Kaisers steigen und mit zusätzlichen Herzogtümern oder Privilegien ausgestattet werden, fällt so manch anderer in Ungnade und bekommt die Strenge des neuen Kaisers zu spüren. Sabine Ebert lässt die gesamte Bandbreite der damaligen Herzogtümer und Grafschaften dabei lebendig werden. Viel Augenmerk legt sie dabei auf deren Handlungen um sich im Ränkespiel der Macht zu positionieren. "Zeit des Verrats" trifft es dabei als Titel sehr gut. Während die einen Ehen arrangieren um Bündnisse zu schließen, versuchen andere konspirativ sich gegen den Kaiser zu positionieren. Doch sie werden verraten und verlieren teils sehr viel dabei. Generell legt Sabine Ebert in diesem Band ein großes Augenmerk auf die jeweiligen Häuser im deutschen Kaiserreich, Friedrich Barbarossa steht etwas weniger im Mittelpunkt als in den Bänden zuvor. Dies stellt aber keinerlei Problem dar, denn all die Geschehnisse rund um Friedrich fügen ein gutes Bild zusammen, wie damals sich die Geschehnisse im Kaiserreich entwickelten. Gerade die Entwicklung einzelner Charaktere und Häuser ist interessant zu verfolgen, wie zum Beispiel die der Wettiner oder des dänischen Königs Sven, der sein Ende im "Blutfest von Roskilde" findet. Ehen waren für die Frauen damals selten mit großer Liebe verbunden, sie mussten einem Zweck dienen. Trotzdem waren so einige Damen in der Lage mit viel Geschick Einfluss auf ihre Gatten zu nehmen, was dann auch durchaus auf dem öffentlichen Parkett seine Auswirkungen hatte. Und so bietet dieser dritte Band wieder sehr viel was einen guten historischen Roman ausmacht, aber wie auch schon in den Vorgängerbänden erlebt man lebendigen Geschichtsunterricht. Für mich ist die Schwert-und Krone-Reihe mit diesem Band gelungen fortgesetzt und weiterhin eine klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 24.07.2021

Ein Mord erschüttert die Wiener Kaffeehausszene

Die Tote im Kaffeehaus
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"Die Tote im Kaffeehaus" ist der elfte Band der Sarah-Pauli-Reihe von Beate Maxian. Als die Journalistin eine Grande Dame der Wiener Kaffeehäuser interviewt, bricht diese während des Gespräches zusammen. ...

"Die Tote im Kaffeehaus" ist der elfte Band der Sarah-Pauli-Reihe von Beate Maxian. Als die Journalistin eine Grande Dame der Wiener Kaffeehäuser interviewt, bricht diese während des Gespräches zusammen. Jegliche Hilfe kommt zu spät, die Frau stirbt. Doch vorher erzählte sie Sarah Pauli noch von rätselhaften Symbolen. Als dann auch noch die Autopsie ergibt, dass die Dame an einer Kaliumvergiftung starb, ist der detektivische Spürsinn von Sarah restlos geweckt. Schnell stellt sich heraus, dass hinter der Kaffeehausfassade nicht alles glänzt. Beate Maxian schickt ihre Chefreporterin des Wiener Boten mittlerweile zum elften Mal auf mörderische Spurensuche. Manches ist einem als langjähriger Leser dieser Reihe sehr vertraut, das private Umfeld von Sarah rückt aber diesmal ein wenig mehr in den Hintergrund als in vorigen Bänden. Dafür recherchiert die eifrige Journalistin mehr im Kriminalfall und gerät dabei selbst in die Schusslinie. Interessant ist dabei, dass man als Leser sehr lange keinerlei Anhaltspunkt bzgl. des Täters hat. Es kommen einfach zu viele im Umfeld des Opfers in Frage und Motive gibt es auch genug. Das macht es zum einen spannend, zum anderen aber auch kurzweilig beim Lesen. Auch dieser Band ist durchaus ein Krimi der ruhigeren Art, aber doch halt atmosphärisch geschrieben. Fast taucht man in die Welt der Wiener Kaffeehäuser ein. Lediglich die Auflösung des Falles ging mir dann ein wenig zu schnell, der Täter wurde fast im Schnelldurchgang entlarvt. Zusammenfassend aber trotzdem ein weiterer guter Krimiband aus der Reihe, die mir auch nach dem elften Band noch immer gefällt.

Veröffentlicht am 20.07.2021

Auf der stürmischen Jagd nach den Klicks im Netz

Sturmgepeitscht
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"Sturmgepeitscht" ist der dritte Band der Serie mit dem Hamburger Journalistenpaar Jan Fischer und Charlotte Sander von Markus Kleinknecht. Zugleich ist es aber sein erster Thriller dieser Reihe, der im ...

"Sturmgepeitscht" ist der dritte Band der Serie mit dem Hamburger Journalistenpaar Jan Fischer und Charlotte Sander von Markus Kleinknecht. Zugleich ist es aber sein erster Thriller dieser Reihe, der im Gmeiner-Verlag erschienen ist. Eine junge Frau ist spärlich bekleidet am roten Kliff auf Sylt tot aufgefunden worden. Anscheinend ist sie abgestürzt. Aber es steckt mehr dahinter. Der Journalist Jan Fischer ist bei seinen Recherchen auf Snuff-Videos mit der Frau gestoßen, es scheint dass gezielt Jagd auf sie gemacht wurde. Als er vor Ort mehr erfahren möchte, gerät er in das Visier der "Hansemen", die hinter den Videos stecken. Er wird zum Gejagten und es bleibt nur die Flucht. Doch über Sylt peitscht ein Orkan, es geht um's nackte Überleben, denn die Bewohner der Insel scheinen mehr zu verbergen als es anfangs scheint. Markus Kleinknecht baut mit diesem Thriller ein Szenario auf, das anfangs noch ein wenig wie eine Ermittlung im Todesfall der jungen Frau wirkt. Aber schon schnell kommt der Journalist Jan Fischer selbst in eine Opferrolle und seine Freundin, die Fotografin Charlotte Sander begibt sich auf die Suche nach ihm. Die Täter sind von Beginn an bekannt und doch entwickelt sich eine Spannung, die sich immer mehr aufbaut. Fast ein wenig "Surviving the Game", aber es kommen weitere Aspekte ins Spiel. Mit zunehmendem Fortschritt im Buch wird der Leser mit Wendungen konfrontiert, die zu Beginn nicht zu erahnen sind. Was anfangs noch ein wenig gemächlich beginnt, gewinnt dann immer mehr an Fahrt. Die Entwicklung und der damit verbundene Spannungsaufbau hat mir gut gefallen. Je weiter man im Buch beim Lesen voranschreitet, umso mehr nimmt einen die Story ein. Für mich ein gelungener Thriller mit einem etwas anderen Ansatz als die breite Masse am Buchmarkt.

Veröffentlicht am 13.07.2021

Nicht jeder verträgt den Föhn in München

Mord am Viktualienmarkt
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"Mord am Viktualienmarkt" ist der zwölfte Band aus der Max-Raintaler-Reihe von Michael Gerwien. Der Ex-Kommissar und sein Freund, der Leiter der Münchner Mordkommission, Franz Wurmdobler feiern im Biergarten ...

"Mord am Viktualienmarkt" ist der zwölfte Band aus der Max-Raintaler-Reihe von Michael Gerwien. Der Ex-Kommissar und sein Freund, der Leiter der Münchner Mordkommission, Franz Wurmdobler feiern im Biergarten am Viktualienmarkt ihren letzten gemeinsamen Ermittlungserfolg zusammen mit zwei adretten Urlauberinnen aus Dortmund, die bei Ihnen am Tisch sitzen. Es hat Föhnlage in München. Doch der Abend verläuft anders als gedacht. Erst ist die eine Dame verschwunden und zuletzt wird Max Raintaler von hinten niedergeschlagen. Als am nächsten Tag aber die zweite der beiden Frauen auch noch tot aufgefunden wird, ist das Chaos perfekt. Denn ihre Freundin ist wieder da, nur jetzt gibt es ein Mordopfer. Max Raintaler und Franz Wurmdobler haben einen neuen Fall, den sie persönlich nehmen. Michal Gerwien lässt seine Ermittler mit einer gehörigen Portion Münchner Charme auf die Leser los. Dabei beschreibt er auch gut die Wetterlage der warmen Fallwinde aus den Alpen, besser als Föhn bekannt. Denn dieser hat bekanntlich auf den Münchner an sich so seine Auswirkungen. Während die einen immer aggressiver oder wetterfühlicher werden, genießen andere die selige Bierlaune im Biergarten. Dieses Aufeinandertreffen der einzelnen Personen führt immer wieder zu lustigen Passagen im Buch, bei denen der Leser bestens unterhalten wird. Raintaler und Wurmdobler sind zwei echte Originale, das bekommt sogar der Polizeipräsident zu spüren. Dieser Biergartenkrimi ist keine harte Krimikost, aber er überzeugt durch die Protagonisten und ihr Umfeld. Immer wieder muss man über einzelne Szenen lachen. Das Buch liest sich flüssig und ist kurzweilig geschrieben. So steht am Ende ein Ermittlungsergebnis, mit dem zu rechnen war, aber man wurde gut unterhalten. Für mich ein Band aus dieser Reihe, der mir gut gefällt. Max Raintaler, Franz Wurmdobler, weiter so.