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Veröffentlicht am 16.04.2020

Dresden 1945 - Der Tag der Finsternis

Die Nacht, als das Feuer kam
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"Die Nacht, als das Feuer kam" ist ein Sachbuch von Sinclair McKay zum Bombenangriff auf Dresden 1945 wenige Monate vor Ende des 2. Weltkrieges. Das Buch ist dabei im wesentlichen in drei große Abschnitte ...

"Die Nacht, als das Feuer kam" ist ein Sachbuch von Sinclair McKay zum Bombenangriff auf Dresden 1945 wenige Monate vor Ende des 2. Weltkrieges. Das Buch ist dabei im wesentlichen in drei große Abschnitte gegliedert: Die Zeit vor der Bombardierung, die eigentliche Bombennacht und zuletzt die Zeit danach. Im ersten Abschnitt erfährt der Leser dabei wie das Leben in der einst prächtigen Elbflorenz unter dem Nationalsozialismus und den Tagen vor der Schicksalsnacht waren. Es zeigt das Leben der Bürger, aber auch der in der Stadt verbliebenen Juden und Kriegsgefangenen. Anhand dieser Zeitzeugen bekommt der Leser Einblick in das damalige Dresden. Besonders interessant ist dabei aber auch der Einblick in das Leben der britischen und amerikanischen Besatzungen anhand der Berichte von Soldaten, die bei den Kriegseinsätzen an Bord der Bomberflugzeuge waren. Der zweite Abschnitt zeigt dann die grausamen Stunden während der drei Wellen der eigentlichen Bombardierung. Das Erleben der Menschen dieses Kriegsereignis aus der Luft und am Boden. Im letzten Abschnitt geht es um das Dresden danach, den Werdegang der Stadt und ihrer Bewohner nach dieser Nacht und in den Jahren nach dem Krieg. Während der ersten beiden Abschnitte musste ich immer wieder innehalten, denn vieles wird einem detailliert näher gebracht, auch zusätzliches Wissen vermittelt. Es sind die grausamen Erlebnisse der Dresdner Bevölkerung, aber auch die immensen psychischen Belastungen der Soldaten an Bord dieser Maschinen. Mit dreißig Feindflügen war man praktisch ein Glückspilz immer noch am Leben zu sein. Anhand der Schilderungen von Zeitzeugen bringt einem der Autor näher, das der Krieg zwar Sieger und Besiegte kannte, aber keinerlei Gewinner sondern nur Opfer auf beiden Seiten. Im letzten Abschnitt geht der Autor bis in die Gegenwart. Hier hätte ich mir aber ein wenig mehr von den Tagen und Wochen nach der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 thematisch gewünscht. 75 Jahre nach dieser Bombennacht und der Beendigung des zweiten Weltkrieges hinterlässt diese Lektüre zwei große Eindrücke. Zum einen was all dieser Wahnsinn damals für ein riesengroßes Leid über die Menschen brachte und zum anderen wie dankbar wir sein dürfen heute in einer funktionierenden Demokratie und in Frieden leben zu dürfen. Beim Lesen des Buches schnürte es mir immer wieder die Kehle zu, schockierend emotional und sehr bewegend. Ich kann die Lektüre nur jedem empfehlen, der sich mit diesem Abschnitt der Zeitgeschichte auseinandersetzen möchte.

Veröffentlicht am 12.04.2020

Was geschieht hinter den Toren der Fleischfabrik?

Blutige Gnade
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"Blutige Gnade" ist der vierte Band aus der Mara-Billinsky-Reihe von Leo Born (einem Pseudonym des Autors Oliver Becker). Mehrere Mordfälle passieren in Frankfurt, die auf den ersten Blick überhaupt nichts ...

"Blutige Gnade" ist der vierte Band aus der Mara-Billinsky-Reihe von Leo Born (einem Pseudonym des Autors Oliver Becker). Mehrere Mordfälle passieren in Frankfurt, die auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander gemeinsam haben. Zusätzlich scheint es in einer Fleischfabrik nicht mit rechten Dingen zuzugehen, über allem eine Mauer des Schweigens. Und wer diese bricht, lebt sehr gefährlich. Mara Billinsky, eine unkonventionelle aber knallharte Kommissarin von der Frankfurter Mordkommission, und ihr Partner Jan Rosen müssen die richtigen Puzzleteile zusammenfügen um den aktuellen Fall zu lösen. Die verschiedenen Handlungsstränge greifen dabei nach und nach ineinander und der Leser erlebt die Geschichte immer wieder aus verschiedenen Perspektiven. Obwohl ich sehr früh einen korrekten Verdacht bzgl. der Hintermänner und Täter hatte, baut sich die Spannung kontinuierlich auf bis es zur Auflösung kommt. Mit jeder gelesenen Seite kam ich dann auch immer besser in die Story hinein, die dann bis zum Schluss turbulent bleibt. "Blutige Gnade" ist mein erstes gelesenes Buch aus der Reihe, es stellt aber kein großes Problem dar wenn man die Vorgängerbände nicht kennt. Letztendlich ein guter Krimi mit einer eigenwilligen Kommissarin, von der ich sicherlich noch mehr lesen will.

Veröffentlicht am 09.04.2020

Geheimnisvolle Taukreuze pflastern Wien

Der Tote im Fiaker
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"Der Tote im Fiaker" ist der zehnte Band aus der Sarah-Pauli-Reihe von Beate Maxian. Geheimnisvolle Taukreuze zieren seit kurzem als Graffitis das Stadtgebiet von Wien. Als das siebente Kreuz aber bei ...

"Der Tote im Fiaker" ist der zehnte Band aus der Sarah-Pauli-Reihe von Beate Maxian. Geheimnisvolle Taukreuze zieren seit kurzem als Graffitis das Stadtgebiet von Wien. Als das siebente Kreuz aber bei einer Leiche auftaucht, die während einer Fiakerfahrt erschossen wurde, ruft Chefermittler Stein die Journalistin Sarah Pauli auf's Parkett. Diese wurde gerade zur Chefredakteurin beim Wiener Boten befördert und gilt als Expertin für alles Mystische. Denn auch ein Kryptogramm lag bei der Leiche, das es zu entschlüsseln gilt. Sendet der Täter Hinweise oder Botschaften und was steckt dahinter? Im mittlerweile zehnten Fall schickt Beate Maxian ihre Protagonistin Sarah Pauli wieder auf Ermittlung. Geschickt vermischt sie dabei Themen wie Internetbetrug und Erberschleichung, kombiniert dies mit einer Jagd nach dem Täter quer durch Wien. Natürlich kommt auch der private Werdegang von Sarah Pauli nicht zu kurz, hierzu sei aber angemerkt das Leser die die Bände chronologisch lesen ein tieferes Verständnis davon haben. Für den Kriminalfall selbst ist dies aber ohne Belang. Der ist wieder spannend und abwechslungsreich gestaltet, liest sich flüssig und ist unterhaltsam. Die bewährte Kombination aus dem polizeilichem Ermittler Stein und der Journalistin Pauli im Roman gefällt mir auch diesmal. Ein weiterer Wien-Krimi der Autorin mit hohem Unterhaltungswert für entspannte Lesestunden.

Veröffentlicht am 05.04.2020

Sicher ist, dass nichts sicher ist ...

Karl Valentin ist tot
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"Karl Valentin ist tot" ist der dritte Band aus der Tom-Perlinger-Reihe von Sabine Vöhringer. Der Hauptkommissar wird zu einem Vorzeige-Gymnasium in der Münchner Innenstadt gerufen. Dort gab es einen Kellerbrand ...

"Karl Valentin ist tot" ist der dritte Band aus der Tom-Perlinger-Reihe von Sabine Vöhringer. Der Hauptkommissar wird zu einem Vorzeige-Gymnasium in der Münchner Innenstadt gerufen. Dort gab es einen Kellerbrand und die allseits unbeliebte Konrektorin fiel diesem zum Opfer. Am Karl Valentin Gymnasium scheint einiges im Argen zu liegen, denn eine weitere Lehrerin wird vermisst und die Schulleitung mauert. Je mehr Tom Perlinger und seine Kollegin Jessica Starke herausfinden, umso mysteriöser wird der Fall. Es scheint, dass viel mehr dahinter steckt und Tom weiter seine Vergangenheit als BKA-Beamter einholt. Wie in den Vorgängerbänden bringt die Autorin dem Leser die Krimi-Kulisse der Münchner Altstadt näher, ohne es dabei an Spannung missen zu lassen. Geschickt baut sie dabei auch das Münchner Original "Karl Valentin" in die Szenerie mit ein. Vielschichtige Motive gibt es für mögliche Täter, aber auch etliche Spuren, denen es zu folgen gilt. Wie immer kommt dabei auch das Privatleben der Protagonisten nicht zu kurz und man lernt diese immer mehr kennen. Ein kleines Manko ist vielleicht, dass Neueinsteiger in die Reihe hier ein wenig Wissensdefizit haben. Für den Kriminalfall an sich eher unerheblich, aber für das Gesamtverständnis der Reihe empfehle ich die Bände in chronologischer Reihenfolge zu lesen. Sabine Vöhringer aber überzeugt erneut mit diesem Krimi, der raffiniert und spannend ist. Tom Perlinger als Ermittler in der Münchner Altstadt hat sich für mich klar etabliert und schon jetzt bin ich neugierig auf seinen nächsten Fall.

Veröffentlicht am 01.04.2020

Mittsommer-Alptraum im schwedischen Ferienhaus

Kalte Nacht
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"Kalte Nacht" ist der zweite Band der Tom-Skagen-Reihe von Anne Nørdby. Bei einem Verkehrsunfall im schwedischen Hultsjö können Vater und Tochter nur noch tot geborgen werden. Doch schnell stellt sich ...

"Kalte Nacht" ist der zweite Band der Tom-Skagen-Reihe von Anne Nørdby. Bei einem Verkehrsunfall im schwedischen Hultsjö können Vater und Tochter nur noch tot geborgen werden. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Tochter bereits vor dem Unfall tot war. Ebenso ist die Mutter der deutschen Familie verschwunden. Tom Skagen von der Sondereinheit Skanpol, zuständig für grenzüberschreitende Verbrechensbekämpfung zwischen Skandinavien und Deutschland, kommt ins Spiel. Und als die Anfrage der örtlichen Polizei einläuft lässt ihn der Fall nicht mehr los, denn es passierte in seiner ursprünglichen Heimat. Seine Jugendfreundin Maja ist mittlerweile im ansässigen Ermittlerteam tätig. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der verschwundenen Tina Nowak, aber bei den einheimischen Bewohnern treffen sie nur auf eine Mauer des Schweigens. Nach dem ersten Band dieser Reihe war ich sehr gespannt wie es mit dem Sonderermittler Tom Skagen als Ermittler und Privatmensch weitergeht. "Kalte Nacht" gibt weitere Einblicke in dessen Vergangenheitsbewältigung, lässt aber nie den eigentlich Kriminalfall außer acht. Obwohl ich sehr früh einen Verdacht bzgl. des Täters hatte, macht es die Autorin einem nicht leicht. Im Gegenteil, die Story ist vielschichtig aufgebaut und es ergeben sich viele kleine weitere Details, die in Summe alles viel komplexer werden lassen. "Parent Battering", ein Thema das ich so vorher nie auf dem Schirm hatte, um nur eines zu nennen. Die Charaktere sind alle gut dargestellt, man kann sich das Leben in diesem kleinen schwedischen Ort mitsamt seiner Dorfbewohner bildlich vorstellen. Ein spannender und unterhaltsamer Krimi und ein gelungener zweiter Band dieser Reihe. Ich freue mich schon wenn es mehr von Tom Skagen und Skanpol zu lesen gibt.