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Veröffentlicht am 26.10.2017

Das Europa des 16. Jahrhunderts unter dem Joch der Religionen

Das Fundament der Ewigkeit
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"Das Fundament der Ewigkeit" ist der dritte Band der Kingsbridge-Reihe von Ken Follett. Obwohl die beiden Vorgängerbände schon lange in meinem Buchregal schlummern, war dies mein erster gelesener Roman ...

"Das Fundament der Ewigkeit" ist der dritte Band der Kingsbridge-Reihe von Ken Follett. Obwohl die beiden Vorgängerbände schon lange in meinem Buchregal schlummern, war dies mein erster gelesener Roman aus dieser Reihe. Das stellt aber keinerlei Problem dar, denn er spielt auch in einer anderen Epoche als die Vorgänger. Die Kathedrale von Kingsbridge spielt ebenfalls eine untergeordnete Rolle, viel mehr geht es um die Glaubenskonflikte in Europa zwischen Katholiken und Protestanten im 16. Jahrhundert. Dabei startet Follett mit mehreren Handlungssträngen innerhalb Europas und führt diese nach und nach zusammen. Im Mittelpunkt dabei steht Ned Willard, mit dessen Erinnerung im Prolog auch die Geschichte startet. Schnell hatte mich diese dann auch eingefangen und ich tauchte ab in die fiktive Welt des Autors. Und dabei mischt er sehr geschickt echte Historie wie zum Beispiel die "Barthalomäusnacht" mit reiner Fiktion. Mir gefällt dieser Schreibstil sehr gut und nicht umsonst sind Autoren wie Ken Follett oder Rebecca Gablé hier Meister ihres Faches. Man muss als Leser kein großer Historiker sein, aber die lebendige Handlung nimmt einen mit auf die Zeitreise. Die Figuren sind alle gut beschrieben, so konnte ich mir diese alle sehr gut bildlich während des Lesens in meiner Phantasie vorstellen. Und auch die Spannung kommt nicht zu kurz, immer wieder fiebert man mit den Protagonisten mit. Dies ist zwar nicht wirklich notwendig, denn bei Follett gewinnen eigentlich immer letztendlich die Guten. Trotzdem ist es so, dass man nur so von Seite zu Seite weiterlesen möchte. Daher ist für mich dieses Buch eines der Lesehighlights von 2017. Die Geschichte nahm mich immer mit und es ist für mich unerheblich wieviel wahre Historie eingeflochten ist. Fakt ist, das Ken Follett einen spannenden Roman geschrieben hat, der mich auf seine Zeitreise eingeladen hat.

Noch ein paar kurze Worte zur Hardcover-Ausgabe: Der Druck des Umschlags gefällt mir sehr gut. Das Erfühlen des Emblems und der Buchstaben ist gelungen. Auch die Landkarte und die Zeichnungen im Buch finde ich sehr schön. Einzig die Preisgestaltung des Verlages empfinde ich ein wenig übertrieben. Natürlich lässt sich mit Autoren wie Ken Follett gutes Geld verdienen, aber 36 Euro ist schon mal ein Brocken. Daher kann ich auch viele Leser verstehen, die bewusst auf die Taschenbuchausgabe warten. Hier hätte ein wenig Augenmaß seitens des Lübbe-Verlags sicherlich gut getan und ich wäre mir sicher, dass dann einige Leser mehr zur Hardcover-Ausgabe greifen würden.

Veröffentlicht am 15.10.2017

Was geschah mit Jule? - Ein rätselhaftes Verschwinden einer jungen Frau

Engelsschmerz
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"Engelsschmerz" ist der Debüt-Thriller von Anna Martens, wobei dies ein Pseudonym der Autorin Anna Schneider ist. Dabei wird das Verschwinden einer jungen Frau in zwei Handlungssträngen dargestellt. Einmal ...

"Engelsschmerz" ist der Debüt-Thriller von Anna Martens, wobei dies ein Pseudonym der Autorin Anna Schneider ist. Dabei wird das Verschwinden einer jungen Frau in zwei Handlungssträngen dargestellt. Einmal aus der Sicht der Mutter und der Ermittler, die nach ihr suchen und zum anderen aus Sicht des Täters und Opfers. Dabei nähern sich diese beiden Stränge auch zeitlich immer mehr an, bis sie letztendlich zusammenführen. Als Leser wird man dabei immer mehr von der Handlung aufgesogen. Zum einen die Verzweiflung der Mutter, die sich sicher ist dass ihrer Tochter etwas zugestoßen sein musste - zum anderen die Ängste von Jule, was der Täter wohl mit ihr machen wird. Speziell der Strang um Jule gewinnt immer mehr an spannender Tiefe, die einen als Leser fesselt. Wird sie ihrem Peiniger entkommen, diese Frage stellt man sich dabei ständig. Einzig hätte ich gern noch mehr über den Täter und seine Beweggründe erfahren - Was veranlasste ihn zu diesem Handeln? "Engelsschmerz" ist aber ein gelungener Thriller mit Abgründen und spätestens nach dem Fall "Natascha Kampusch" auch realistische Vorstellung.

Veröffentlicht am 07.10.2017

Tödliche Spekulationen im Bayerischen Wald

Osserblut
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"Osserblut" ist der zweite Krimi von Manfred Faschingbauer und seinem Protagonisten Moritz Buchmann. Der Kriminaloberkommissar aus München verbringt derzeit seine Freizeit im Bayerischen Wald und wird ...

"Osserblut" ist der zweite Krimi von Manfred Faschingbauer und seinem Protagonisten Moritz Buchmann. Der Kriminaloberkommissar aus München verbringt derzeit seine Freizeit im Bayerischen Wald und wird in einen grausamen Mord verwickelt. Dabei wird er auch gleich mit den Ermittlungen betraut. Unterstützung erhält er von seiner Regensburger Kollegin Mel, einem jungen ihm anvertrauten Kollegen Sven und dem örtlichen Polizisten Karl. Schnell konzentrieren sich die Ermittlungen auf den geplanten Bau eines Pumpspeicherwerks am Osser und den möglichen Gegnern und Profiteure dieses Projekts. Das Opfer war am Ort nicht gerade beliebt und so findet man schnell Verdächtige, die in Betracht kommen. Aber so einfach macht es Manfred Faschingbauer dem Leser nicht. Immer wieder lässt er seine Ermittler in die falsche Richtung laufen, zweifeln und zusehen wie sich Spuren zerschlagen. Sogar der Hauptprotagonist ist davor nicht verschont und hadert mit sich und seinen Entscheidungen. Aber letztendlich offenbart sich ein Motiv und Täter den man anfangs nicht auf der Rechnung hat. "Osserblut" ist für mich ein gelungener Krimi, der von Seite zu Seite immer mehr Spannung aufbaut. Mit zunehmender Seitenzahl zog mich die Geschichte immer tiefer rein und bereitete mir Lesevergnügen. Die Kapitel sind dabei immer wieder aus den verschiedenen Perspektiven der jeweiligen Figuren geschrieben, was speziell in einigen Momenten sehr gut die dargestellte Situation und Gefühlslage widerspiegelt. In Summe für mich ein guter Regionalkrimi und ich bin gespannt auf mögliche weitere Bände.

Veröffentlicht am 02.10.2017

Ein Dorf gerät erneut aus den Fugen ...

Immerschuld
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"Immerschuld" ist der dritte Thriller von Roman Klementovic. Dieses Buch setzt auf "Immerstill" auf. Für mich war es der erste gelesene Thriller des Autors und es bereitete mir wenig Schwierigkeiten der ...

"Immerschuld" ist der dritte Thriller von Roman Klementovic. Dieses Buch setzt auf "Immerstill" auf. Für mich war es der erste gelesene Thriller des Autors und es bereitete mir wenig Schwierigkeiten der Geschichte zu folgen, obwohl ich den Vorgängerband noch nicht kannte. Der Hauptprotagonist Patrick, eine Ex-Polizist der seine Dienst quittierte, wird in den Vermisstenfall seiner Nichte Julia verwickelt. Zur gleichen Zeit verschwinden auch ein Arzt und die Ehefrau eines Ex-Häftling im Ort. Das kleine ländliche Grundendorf gerät erneut aus den Fugen, die Presse fällt darüber herein. Patrick selbst kämpft immer noch mit seinen Erlebnissen aus "Immerstill", doch die Sorge nach Julia treibt ihn verzweifelt an. Dann gerät er aber selbst in die Schusslinie und alles wird dadurch noch verzwickter. Anfangs benötigte ich ein klein wenig um in die Story reinzukommen, da ich den Vorgängerband noch nicht kannte. Aber Roman Klementovic packte immer wieder kleine Passagen rein, die es einem als Leser ermöglichen die Rahmenbedingungen nachzuvollziehen. Und mit jeder gelesenen Seite zog mich das Geschehen immer mehr in den Bann. So vollzieht die Story einige Wendungen, die die Spannung immer hoch halten, bis letztendlich die Fassade fällt und sich alles klärt. Für mich war dies ein spannender und packender Thriller und ich muss unbedingt auch noch die ersten zwei Bücher von Roman Klementovic lesen.

Veröffentlicht am 27.09.2017

Die alten Sagen und der Mord

Erzähl mir vom Tod (Ein Fall für Anne Kirsch 3)
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"Erzähl mir vom Tod" ist der dritte Fall aus der Anne Kirsch Reihe von Mareike Albracht. Diesmal verschlägt es die Ermittlerin nach Obermarsberg, wo derzeit sich alles um ein historisches Stadtfest dreht. ...

"Erzähl mir vom Tod" ist der dritte Fall aus der Anne Kirsch Reihe von Mareike Albracht. Diesmal verschlägt es die Ermittlerin nach Obermarsberg, wo derzeit sich alles um ein historisches Stadtfest dreht. Sie selbst muss dabei an einem Seminar teilnehmen um ihre Teamfähigkeit unter Beweis zu stellen. Diese hatte sie nämlich im Vorgängerband sträflich vernachlässigt. Somit ist auch gleich erklärt, dass sich dieser Band zwar ohne Probleme eigenständig lesen lässt. Wer aber ein wenig mehr von Anne Kirsch wissen möchte, dem würde ich die richtige Reihenfolge zum Lesen der Bände empfehlen. In diesem Band dauert es dann auch etwas, bis es die erste Leiche gibt, davor stehen so einige zwischenmenschliche Beziehungen im Vordergrund. Dies ist aber keineswegs langweilig, es ergänzt die Geschichte und die Person Anne Kirsch. Als aber dann die Kriminalermittlungen anstehen wird es rasant. Anne und ihr Kollege Heilmann (auch schon bekannt aus dem Vorgängerband) stürzen sich in die Ermittlungen, denn es gibt auch immer noch Vermisste. Letztendlich können die beiden sich als Team beweisen und den Fall lösen. Ich fand das dieser dritte Fall nicht ganz an die Vorgängerbände heranreicht, aber er ist trotzdem ein gelungenes Buch, dass sich gut in die Anne Kirsch Reihe einfügt. Daher bin ich gespannt, wie diese Reihe sich weiterentwickelt.