Mercy - Ohne Gnade
Mercy - Ohne GnadeDer Schreibstil der Autorin hat mich schon auf den ersten Seiten von sich überzeugen können. Und das obwohl sie aus der Ich-Perspektive schreibt, welche ich selten wirklich gut leiden kann. Aber Debra ...
Der Schreibstil der Autorin hat mich schon auf den ersten Seiten von sich überzeugen können. Und das obwohl sie aus der Ich-Perspektive schreibt, welche ich selten wirklich gut leiden kann. Aber Debra Anastasia kann diese schreiben. Ebenso hatte die Darstellung der Charaktere etwas an sich, was ich selten in Büchern finde. Mercy/Nix und Becca sind unsere Hauptprotagonisten, die jeweils abwechselnd die Geschichte erzählen, und auf mich sehr authentisch wirkten. Aber vor allem Nix hat mich herausgefordert und auch jetzt stehe ich ihm gegenüber etwas zwiegespalten dar.
Die Autorin hat es durch ihren Erzählstil und die Charakterdarstellung geschafft, dass ich von Nix begeistert war und ihm gewünscht habe, dass er endlich sein Glück findet. Allerdings ist er ein Stalker und er stalkt nicht nur Becca, sondern auch seine kleine Schwester und ein weiteres junges Mädchen. Alles wird damit begründet, dass er sie beschützen muss. Ich hatte das Gefühl, dass das Stalking schön geredet wird. So nach dem Motto "Er tut es ja, um sie zu beschützen" und "Er liebt sie". Aber Stalking ist nicht schön. Und betroffene Frauen/Männer aus unserer realen Welt sind da sicherlich nicht begeistert drüber. Und das ist so mein Problem mit dem Buch. Stalking wird hier nicht verurteilt, sondern toleriert. Selbst Nix bester Freund Animal redet ihm da nicht ins Gewissen und allgemein hatte ich das Gefühl, dass alle Personen, die davon erfuhren, nicht so reagieren wie sie meiner Meinung nach reagieren müssten. Bis auf Beccas Mutter.
Und trotzdem mochte ich Nix am Ende des Buches, was mich ein bisschen selbst erschreckt. Wahrscheinlich weil er sehr vielschichtig gezeigt wird. Mal ist er der Auftragskiller, der ohne groß nachzudenken seinen Job erledigt, dann der fürsorgliche Typ, der kleine Mädchen tröstet und kurz darauf zeigt er seine verletzliche und kaputte Seite.
Die Handlung selbst ist zum größtenteil auf die Charakterentwicklung und die Beziehungsentwicklung von Nix und Becca fokussiert, welche ich - abseits des Stalkings - schön fand. Die Mafiageschichte und die Jagd nach Nix Vater rückt da etwas in den Hintergrund, aber es wurde nicht langweilig. Bis auf das Ende, was mir ein bisschen zu merkwürdig und auch zu schnell ging, fand ich die Handlung gut.
Fazit
Mercy - Ohne Gnade beinhaltet eine interessante Liebesgeschichte und eine wahnsinnig tolle Charakterdarstellung. Einzig das Thema Stalking fand ich hier nicht gut umgesetzt.