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Veröffentlicht am 13.08.2023

Thriller, der unter die Haut geht

Die letzte Nacht
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Sara Linton arbeitet mittlerweile als Ärztin und ist mit einem Polizisten verlobt, vor 20 Jahren wurde sie jedoch nach einer Feier brutal vergewaltigt, was ihr Leben ziemlich aus der Bahn geworfen hat. ...

Sara Linton arbeitet mittlerweile als Ärztin und ist mit einem Polizisten verlobt, vor 20 Jahren wurde sie jedoch nach einer Feier brutal vergewaltigt, was ihr Leben ziemlich aus der Bahn geworfen hat. Nun landet aber während einer Nachtschicht eine junge Medizinstudentin bei ihr in der Notaufnahme, die ebenfalls vergewaltigt wurde und bei der es so einige Parallelen zum Gewaltverbrechen an Sara zu geben scheint. Also beginnen sie, ihre beste Freundin, die eine Kollegin ihres Verlobten ist, und ihr Verlobter, sich mit beiden Fällen auseinanderzusetzen und stoßen dabei noch auf weitere, ähnlich geartete Taten.

Der Thriller ist definitiv keine leichte Kost, immer wieder tun sich Abgründe auf, indem beschrieben wird, wozu der oder die Täter fähig sind. Die Handlung bleibt lange spannend, indem es zu unerwarteten Wendungen kommt und der Autorin ist es sehr gut gelungen, das, was in den Protagonist:innen vorgeht, in passende Worte zu fassen, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Der Schreibstil war ebenfalls gut lesbar.

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Harte Zeiten

Perlenbach
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Bei "Perlenbach" handelt es sich um den zweiten Teil von Anna-Maria Casparis Trilogie um das Eifel-Örtchen Wollseifen. Allerdings ist die Handlung dieses zweiten Teils zeitlich vor dem der des ersten Bandes ...

Bei "Perlenbach" handelt es sich um den zweiten Teil von Anna-Maria Casparis Trilogie um das Eifel-Örtchen Wollseifen. Allerdings ist die Handlung dieses zweiten Teils zeitlich vor dem der des ersten Bandes "Ginsterhöhe" angesiedelt, was für mich etwas gewöhnungsbedürftig war.

Die Geschichte beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts, Wilhelm, Sohn eines armen Bauern aus Wollseifen bekommt die Gelegenheit, die Winter in der Familie eines wohlhabenden Stoff-Fabrikanten in Monschau zu verbringen und dessen Sohn Jacob Gesellschaft zu leisten. So lernt er auch die Arzttochter Luise kennen, die mit ihnen gemeinsam von einem Hauslehrer unterrichtet wird und die Drei freunden sich an. Wilhelm muss aber regelmäßig zurück in die ärmlichen Verhältnisse auf dem kleinen Hof seiner Familie und zu seinem aggressiven Vater. Aber auch Jacob hadert mit seinem "Schicksal" als Nachfolger seines Vaters in der Fabrikleitung und Luise kämpft dafür, Medizin studieren zu dürfen, obwohl dies Frauen damals nicht erlaubt war.

Mich hat der historische Roman sehr gefesselt, die Geschichten der drei Protagonist:innen haben mich nicht los gelassen und der Autorin ist es sehr gut gelungen, zu zeigen, mit welchen Problemen sie in der damaligen Zeit zu kämpfen hatten. Die Themen, die dabei eine Rolle spielten, fand ich alle sehr spannend und auch zeitgeschichtliche Ereignisse flossen immer wieder in die Handlung ein. Der Schreibstil war dabei gut lesbar und Jahres- und Ortsangaben über den Kapiteln erleichterten die Orientierung.

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Veröffentlicht am 13.08.2023

Sprachgewaltige und ungewöhnliche Dystopie

Der Vorweiner
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Die Handlung von Bov Bergs neuestem Werk spielt in "Resteuropa" Ende unseres Jahrhunderts. Der steigende Meeresspiegel hat dazu geführt, dass der verbliebene Teil des Kontinents mit einer Schicht Beton ...

Die Handlung von Bov Bergs neuestem Werk spielt in "Resteuropa" Ende unseres Jahrhunderts. Der steigende Meeresspiegel hat dazu geführt, dass der verbliebene Teil des Kontinents mit einer Schicht Beton angehoben wurde, viele Menschen, egal ob aus Afrika oder aus Holland oder Dänemark mussten in Auffanglager flüchten. Sie arbeiten nun als "Vorweiner" für die reiche Oberschicht, damit an deren Ende wer überzeugend um sie trauert.

Auch "A. wie Anna" holt sich einen solchen Vorweiner, Jan aus Holland. "B. wie Berta" ist ihre Tochter, sie ist die Erzählerin der Geschichte. Die Erzählung legt es aber (bewusst) nicht darauf an, dass man als Leser eine Bindung zu den beiden aufbaut und sich in sie hineinversetzen kann. Alles wird sehr distanziert und in einem neutralen Stil erzählt. Nach Vorbild Brechts wird zu Beginn der Kapitel in den Überschriften vorweggenommen, was passieren wird und es gibt, nicht ganz ernst gemeinte "Triggerwarnungen". Auch gibt es immer wieder so etwas wie Regieanweisungen für einen Film oder ein Theaterstück, die sehr genau veranschaulichen, wie man sich alles vorzustellen hat. Der Schreibstil ist also, genau wie die Wortwahl mit vielen Anspielungen und sprachlichen Bildern, sehr kreativ. Gut gefallen hat mir auch, wie die Thematiken Klimawandel, Flucht und das (ignorante) Verhalten der Oberschicht überspitzt dargestellt wurden. Allerdings erschloss sich mir der genaue Sinn einzelner Szenen für den Gesamtzusammenhang nicht ganz und diese erschienen mir so dann ziemlich abstrus.

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Veröffentlicht am 12.08.2023

Aktueller und erschreckender Wissenschaftsthriller um bestimmte Folgen des Klimawandels

Toxin
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Der aktuelle Wissenschaftsthriller des Autorinnenduos spielt in Berlin und in Alaska. In Berlin befindet sich das Forschungsinstitut des Wissenschaftlers Gereon Kirchner. Ihm ist es gelungen, mit Hilfe ...

Der aktuelle Wissenschaftsthriller des Autorinnenduos spielt in Berlin und in Alaska. In Berlin befindet sich das Forschungsinstitut des Wissenschaftlers Gereon Kirchner. Ihm ist es gelungen, mit Hilfe von Milzbranderregern aus Kadvern im Permafrostboden Alaskas ein Krebsmedikament herzustellen. Aktuell befindet er sich wieder in Alaska, da er weitere Proben des Erregers benötigt. Dabei gerät er in eine lebensgefährliche Situation. Seine Lebensgefährtin, die Wissenschaftsjournalistin Nina Falkenberg sorgt sich währenddessen von Berlin aus um ihn und bittet schließlich ihren Freund Tom Morell, nach Gereon zu suchen. In Berlin sorgt gleichzeitig der Tod von zwei Obdachlosen für Aufruhr, die an Milzbrand verstorben sind.

Ich fand den Wissenschaftsthriller sehr spannend und die Thematiken, in die ich durch ihn einige Einblicke erhielt, interessant und erschreckend zugleich. Es wird sehr gut deutlich, wie der gleiche Erreger sowohl Fluch als auch Segen für die Menschheit sein kann, je nachdem, in welche Hände er gerät und welche Gefahren mit dem Auftauen des Permafrost-Bodens verbunden sind. Alles wirkte sehr gut recherchiert und überzeugend und zugleich auch für mich als Laien verständlich dargestellt und mir haben vor allem auch die Bezüge zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, wie Corona, Populismus, pseudo-wissentschaftlichen "Fachmagazinen", Überschwemmungen bedingt durch den Klimawandel, etc. gefallen. Die Protagonist:innen waren mir weitgehend sympathisch, wiesen aber auch ihre Ecken und Kanten auf und wirkten so authentisch. Der Schreibstil war sowohl anschaulich als auch gut lesbar und es kam immer wieder zu unerwarteten Wendungen, sodass auch Spannung vorhanden war.

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Veröffentlicht am 05.08.2023

Der Schein trügt

Schönwald
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Bei diesem, sehr dicken, Roman handelt es sich quasi um ein Porträt der Familie Schönwald, dazu gibt es aber auch immer wieder Einblicke in die deutsche und amerikanische Gesellschaft.

Harry und Ruth ...

Bei diesem, sehr dicken, Roman handelt es sich quasi um ein Porträt der Familie Schönwald, dazu gibt es aber auch immer wieder Einblicke in die deutsche und amerikanische Gesellschaft.

Harry und Ruth Schönwald sind seit Jahrzehnten verheiratet und haben drei, mittlerweile erwachsene, Söhne, womit insbesondere Ruth, die ihre Karriere als Literaturwissenschaftlerin für die Familie aufgegeben hat, immer wieder gehadert hat, ohne, dass das ihre Söhne und ihre Tochter jedoch groß mitbekommen haben. Als Tochter Karolin in Berlin einen queeren Buchladen eröffnet, kommt die Familie seit langem mal wieder vollständig zusammen. Nesthäkchen Benni, dessen Frau wenig mit seiner Familie anfangen kann, Karolin und Chris, der seiner Familie verheimlicht, dass er seine Professur in den USA verloren hat und nun für Trump und seine Anhänger Reden hält und Podcasts produziert. So brechen bei der Zusammenkunft immer mehr alte und neue Konflikte auf und Geheimnisse kommen ans Tageslicht.

Ich fand den Roman sehr interessant, insbesondere Chris Wandel vom liberalen Literaturprofessor zum Unterstützer Trumps. Aber auch alle anderen Charaktere werden vom Autor sehr genau gezeichnet und man versteht nach und nach immer besser, was sie dabei beeinflusst hat, so zu werden, wie sie sind. Das alles erfordert aber natürlich sehr viel Raum im Buch, mir persönlich hätte es genügt, hätte der Autor sich auf weniger Charaktere beschränkt, was die ausführliche Vorgeschichte angeht. Ansonsten ist der Schreibstil gut lesbar und man merkt, dass der Verfasser sich sehr gut auskennt, sowohl was die amerikanische Gesellschaft als auch, was die aktuellen Verhältnisse in Deutschland angeht.

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