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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2022

Schuld

Bullauge
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Der Polizist Kay Oleander wurde im Rahmen eines Einsatzes bei einer Demo von "Querdenkern" von einer Bierflasche im Gesicht getroffen und verlor ein Auge, nun ist er vom Dienst freigestellt, stellt aber ...

Der Polizist Kay Oleander wurde im Rahmen eines Einsatzes bei einer Demo von "Querdenkern" von einer Bierflasche im Gesicht getroffen und verlor ein Auge, nun ist er vom Dienst freigestellt, stellt aber selbst weiter Ermittlungen bezüglich der bisher nicht gefundenen Schuldigen an. Dabei stößt er auf Silvia Glaser, die seit einem Fahrradunfall, ihrer Meinung nach ausgelöst durch ein Polizeifahrzeug, auf einen Gehstock angewiesen ist. Einerseits hat er sie weiter im Verdacht, dass sie die Flasche geworfen hat, andererseits nähert er sich ihr immer mehr an und erhält so auch Einblicke in das rechtspopulistische Querdenkermilieu, in das sie nach ihrem Unfall geraten ist. Schnell bekommt er den Eindruck, dass die Anführer einen Anschlag planen. Er weiß aber zugleich lange nicht, ob er Silvia voll vertrauen kann.

Mir hat dieser Krimi, der zugleich auch Gesellschaftsporträt ist, sehr gut gefallen. Er beschäftigt sich mit einem (leider) sehr aktuellen Thema und zeigt auf, wie leicht auch Menschen aus der Mitte der Gesellschaft anfällig für Verschwörungstheorien werden können. Die Charaktere der beiden Protagonist:innen und ihre Gespräche wurden von Friedrich Ani überzeugend ausgestaltet. Der Schreibstil war sehr anschaulich und gut lesbar. Auch der Kriminalfall oder besser die Kriminalfälle und die Suche nach den Verantwortlichen blieb recht lange spannend.

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Veröffentlicht am 18.09.2022

Verletzte Seelen

Die Kriegerin
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Dieses Buch überzeugt, wie für Blumenbar typisch, zunächst durch seine sehr hochwertige, leicht retro anmutende Einbandgestaltung.

Inhaltlich stehen Lisbeth und "Die Kriegerin" im Mittelpunkt der Geschichte. ...

Dieses Buch überzeugt, wie für Blumenbar typisch, zunächst durch seine sehr hochwertige, leicht retro anmutende Einbandgestaltung.

Inhaltlich stehen Lisbeth und "Die Kriegerin" im Mittelpunkt der Geschichte. Beide lernen sich bei der Grundausbildung der Bundeswehr kennen. "Die Kriegerin" verpflichtet sich, unterstützt oder vielleicht auch gedrängt durch ihre vom Zweiten Weltkrieg traumatisierte Großmutter für zwölf Jahre, in der Hoffnung, dass sie der Dienst an der Waffe stark und unangreifbar macht. Lisbeth, bei der sich kleinste psychische Belastungen bereits als Kind in schlimmer Neurodermitis geäußert haben, quittiert den Wehrdienst direkt nach der Grundausbildung, nach einem schlimmen Vorfall mit einem Vorgesetzten.

In den folgenden Jahren verlaufen ihre Leben ganz unterschiedlich, Lisbeth arbeitet als Floristin, wird schwanger, schafft es aber nicht, ihr Kind zu lieben und flüchtet sich vor Mann und Baby auf ein Kreuzfahrtschiff, während "Die Kriegerin" diverse Auslandseinsätze für die Bundeswehr absolviert, was mehr Spuren bei ihr hinterlässt, als sie (vor sich selbst) zugegeben will. Mehr oder weniger durch einen Zufall treffen die Frauen sich einige Jahre nach der Grundausbildung wieder und dann in losen Abständen regelmäßig und öffnen sich einander langsam mehr. Immer wieder kommt es dabei auch zu Rückblicken, durch die man als Leser:in langsam bessser versteht, was in den Protagonist:innen vorgeht. Dazu tragen auch die Briefe bei, die "Die Kriegerin" Lisbeth schickt und in denen sie sich mehr öffnet, als es ihr im direkten Gespräch möglich ist.

Helene Bukowski nimmt sich in ihrem Roman sehr feinfühlig Themen an, über die noch nicht besonders viel geschrieben wurde. Alles wirkt sehr gut recherchiert und sie schreibt sehr eindrucksvoll, obwohl sie wenig ins Detail geht und kaum Adjektive verwendete. Dennoch oder gerade deswegen lässt es einen als Leser:in nicht kalt und lange nicht los. Es ist keine leichte Kost, aber ein sehr lesenswerter Roman einer Autorin, von der ich in Zukunft gerne noch mehr lesen möchte.

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Veröffentlicht am 18.09.2022

Vegan für Einsteiger

Omi, ich bin jetzt vegan!
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Angelique Vochezer lebt seit etwa sechs Jahren aus gesundheitlichen und ethischen Gründen vegan. Zugleich hat sie aber ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Oma Ingeborg Teßmann und Angelique liebt die Gerichte ...

Angelique Vochezer lebt seit etwa sechs Jahren aus gesundheitlichen und ethischen Gründen vegan. Zugleich hat sie aber ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Oma Ingeborg Teßmann und Angelique liebt die Gerichte und Backwaren, die ihre Oma seit ihrer Kindheit für sie zubereitet hat und möchte sie eigentlich nicht missen.

Das Buch stellt nun die Rezepte vor, die sie gemeinsam veganisiert haben. Zunächst geht es aber darum, warum Angelique sich dazu entschieden hat, vegan zu leben und wie ihre Oma darauf reagiert hat. Und es gibt erstmal Basic-Wissen zur veganen Ernährung, unter anderem, welches Gemüse wann Saison hat, auf die Zufuhr welcher Nährstoffe man besonders achten muss und wie man bestimmte tierische Lebensmittel gut ersetzen kann. Davon war mir, die ich mich schon länger mit vegetarischer und veganer Ernährung beschäftige, schon vieles bekannt, für Einsteiger ist aber sicher einiges Hilfreiche dabei.

Bei den Rezepten selbst handelt es sich weitgehend um "Hausmannskost", eher einfache und deftige Speisen, wie man viele aus seiner Kindheit kennt. Das ist aber ja auch das Motto, unter dem das Buch steht. Frikadellen, Kaiserschmarrn, verschiedene Suppen oder Salate, aber auch Bratenalternativen für Weihnachten. Manches (z. B. die Salate oder das Spargelrezept) war dabei für meinen Geschmack etwas zu einfach, sodass ich nicht extra ein Kochbuch dafür bräuchte, man bekommt aber auch einige neue Ideen, wie man eine bestimmte Speise ohne tierische Zutaten zubereiten könnte. Zusätzlich gibt es auch noch einige Backrezepte, auch wieder Klassiker, wie Mohnstreuselkuchen oder Apfelstrudel. Davon werde ich sicher mal etwas ausprobieren.

Die Zutaten sind alle recht leicht zu bekommen, man muss also nicht extra in einen Biomarkt oder einen sehr gut sortierten großen Supermarkt.

Gut gefällt mir auch die Aufmachung des Buches mit vielen Bildern, aber einer rauhen Haptik und nachhaltig hergestellt und nicht in Hochglanz oder in Folie verschweißt, was zur Thematik passt.

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Veröffentlicht am 04.09.2022

Herausfordernde Zeiten

Das Goldblütenhaus - Im Licht der Hoffnung
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In diesem zweiten Teil der Goldblütenhaus-Trilogie steht nun Ella Glanz, die Zwillingsschwester von Leonie im Mittelpunkt. Sie ist mit Timo, der mit seinem Bruder ein Restaurant in Kopenhagen eröffnen ...

In diesem zweiten Teil der Goldblütenhaus-Trilogie steht nun Ella Glanz, die Zwillingsschwester von Leonie im Mittelpunkt. Sie ist mit Timo, der mit seinem Bruder ein Restaurant in Kopenhagen eröffnen will, glücklich. Jedoch läuft es in der Firma nicht ideal, einige Chargen Creme scheinen verunreinigt zu sein und Schadensersatzforderungen drohen. Und auch die Großmutter der Zwillinge offenbart ihrer Familie ein lange gehütetes Geheimnis, das alle etwas aus der Bahn wirft.

Ich habe mich sehr über das Wiedersehen mit Ella, Leonie und ihrer Familie gefreut und war wieder sehr gefesselt von der Handlung. Durch die Perspektiv- und Zeitebenenwechsel ist der Roman immer wieder sehr spannend und manche Dinge werden sich wohl auch erst im dritten und letzten Teil aufklären, auf den ich schon wieder sehr gespannt bin. Ella und Leonie sind trotz ihrer Privilegien als Erbinnen eines Kosmetikkonzerns recht sympathisch, sodass man, je nach Situation, mit ihnen leidet oder sich mit ihnen freut. Die Autorin schreibt sehr anschaulich und zugleich gut lesbar, sodass sich auch dieser Teil der Reihe sehr angenehm lesen ließ. Das Cover passt ebenfalls wieder sehr gut zur Geschichte, es hat mich zudem optisch sehr angesprochen.


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Veröffentlicht am 04.09.2022

Zurück in New Hope

New Hope - Das Funkeln der Sehnsucht
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Jackson kam als Jugendlicher zu seiner Tante nach New Hope, nachdem seine Eltern verstorben waren. Allerdings verbindet er keine allzu guten Erinnerungen mit dem kleinen Ort, weil die coole Clique und ...

Jackson kam als Jugendlicher zu seiner Tante nach New Hope, nachdem seine Eltern verstorben waren. Allerdings verbindet er keine allzu guten Erinnerungen mit dem kleinen Ort, weil die coole Clique und ihr Anführer ihn nicht mochten. Aber Cassie, die Tochter des Schuldirektors tritt ihm dennoch unvoreingenommen gegenüber und die beiden kommen sich näher. Aber, die Jugendliebe endet mit Verletzungen auf beiden Seiten und Jackson verschwindet Hals über Kopf, um weit weg von New Hope Medizin zu studieren.

Viele Jahre später vermacht ihm seine Tante ihre Pension in New Hope, um selbst auf Weltreise zu gehen. Jackson kommt zurück, um die Pension zu renovieren und zu verkaufen und stellt fest, dass ausgerechnet Cassie die einzige Maklerin im weiten Umkreis ist. So müssen sie gezwungenermaßen wieder Zeit miteinander verbringen und ihre Vergangenheit aufarbeiten.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, der Schulzeit von Cassie und Jackson und der Gegenwart. Das steigert die Spannung, weil man erst nach und nach erfährt, was damals wirklich zwischen den beiden vorgefallen ist und wie es nun mit ihnen weitergeht. Die beiden Hauptpersonen sind sympathisch und ihre Handlungen meist nachvollziehbar, auch wenn sie es sich, wie bei solchen Geschichten oft üblich, teilweise unnötig schwer machen. Der Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen, die Autorin schreibt sehr lebendig und anschaulich.

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