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Veröffentlicht am 20.03.2022

Eine nicht alltägliche deutsch-italienische Familiengeschichte

Via Torino
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Die Handlung von Aja Leuthners Roman Via Torino spielt sich auf drei Zeitebenen in Deutschland (hauptsächlich in München) und in Italien ab. Im Mittelpunkt stehen drei Generationen einer deutsch-italienischen ...

Die Handlung von Aja Leuthners Roman Via Torino spielt sich auf drei Zeitebenen in Deutschland (hauptsächlich in München) und in Italien ab. Im Mittelpunkt stehen drei Generationen einer deutsch-italienischen Familie.

Eleonara stammt aus einer sehr konservativen deutschen Familie und schließt sich, wohl auch etwas als Aufbegehren gegen ihren strengen Vater, zusammen mit einem deutsch-italienischen Studienfreund den Studenten- und Arbeiterstreiks um das Fiat-Werk in Turin im Jahr 1969 an. In Italien erlebt sie viel Ungerechtigkeit und Gewalt, lernt aber auch einen jungen Sizilianer kennen, mit dem sie ihre Tochte Rosalia bekommt und in München großzieht. Diese bekommt später ihre uneheliche Tochter Milena, vor der sie ein großes Geheimnis aus deren Vater macht, das Milena im Jugendalter dann aber zu lüften versucht.

Die drei Frauen sind starke Protagonistinnen, alle mit einem eigenen Kopf, der Autorin ist es gelungen, dass ich mir sie sehr gut vorstellen und mich in sie hineinversetzen konnte. Ich fand es auch sehr interessant, mehr über die Aufstände in Italien Ende der 60er Jahre und die schlechten Bedingungen, die damals in der Autoindustrie dort herrschten, zu erfahren, da ich damals noch nicht geboren war und ansonsten auch noch wenig davon mitbekommen habe. Aja Leuthner hat die aufgeheizte Stimmung sehr gut eingefangen. Anfangs habe ich mir mit der Vielzahl der Personen etwas schwer getan, die Orientierung zu behalten, aber das hat sich mit der Zeit gegeben und vor Zeitsprüngen wurde immer die jeweilige Jahreszahl angegeben. Auf jeden Fall handelt es sich bei dem Roman um eine spannende Mischung aus Familiengeschichte und italienischer Zeitgeschichte.

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Veröffentlicht am 20.03.2022

Toll gestaltetes Sachbuch über beeindruckende Tiere

Der Blauwal
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Schon das Coverbild dieses Sachbuchs für Kinder ab acht Jahren ist gut gewählt, weil es verdeutlicht, wie groß diese beeindruckenden Tiere eigentlich sind. Die jungen Leser begeben sich im Verlauf der ...

Schon das Coverbild dieses Sachbuchs für Kinder ab acht Jahren ist gut gewählt, weil es verdeutlicht, wie groß diese beeindruckenden Tiere eigentlich sind. Die jungen Leser begeben sich im Verlauf der Lektüre gemeinsam mit einer Blauwalmutter und ihrem Nachwuchs auf eine Reise durch die Tiefen des Ozeans und erfahren so quasi nebenbei viel Wissenswertes über die Spezies Blauwal, aber auch andere Walarten und das alles so aufbereitet, dass es für die Altersgruppe gut nachvollziehbar ist. Auch die Gefährdung der Meeressäuger wird nicht außer Acht gelassen, um die Kinder dafür zu sensibilisieren.
Die Texte sind gut verständlich und für Kinder ansprechend geschrieben und die "Textportionen" sind auch nicht zu viel für die Altergruppe. Zusätzlich tragen wirklich schöne und gut ausgewählte Illustrationen zu mehr Anschaulichkeit bei, ohne, dass die Seiten überladen wirken. Somit eignet sich das Sachbuch sowohl zum Selbstlesen für schon etwas geübtere Leser, als auch zum gemeinsamen Anschauen und Vorlesen mit den Eltern. Dann vielleicht auch schon für etwas jüngere Kinder, die von den riesigen Meeressäugern ja oft auch schon fasziniert sind.

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Veröffentlicht am 18.03.2022

Endlich angekommen?

Das Herz im Wald, die Füße im Sand
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Das Schicksal hat es mit der 31-jährigen Protagonistin Ella bisher nicht allzu gut gemeint. Ihre Eltern sind gestorben, als sie noch ein Teenager war und vor sechs Jahren dann auch noch ihr Verlobter. ...

Das Schicksal hat es mit der 31-jährigen Protagonistin Ella bisher nicht allzu gut gemeint. Ihre Eltern sind gestorben, als sie noch ein Teenager war und vor sechs Jahren dann auch noch ihr Verlobter. Seitdem weigert sich etwas in ihr, irgendwo seßhaft zu werden, zugleich will sie aber auch das Erbe ihrer Eltern, einen Modeladen und das dazugehörige Wohnhaus, nicht verkaufen, obwohl sie selbst in ihrem Traumberuf als Försterin arbeitet. Sie nimmt immer nur Vertretungsstellen an, um sich an keinen Ort und keine Menschen mehr zu binden, während ihre Pflegemutter den Laden führt, was sie nun aber aus Altersgründen nicht mehr möchte. Die neueste Vertretungsstelle führt Ella und ihre Hündin Paula nun ganz in die Nähe ihres Heimatortes Aurich. Sie mietet sich ein Ferienhaus auf einem ehemaligen Gutshof, der nun als Location für Feierlichkeiten dient, und wird dort von der Besitzerfamilie freundlich aufgenommen. Einer der Bewohner des Gutshofs, der alleinerziehende Vater Clemens übt gleich eine besondere Anziehung auf Ella aus, auch wenn er sich ihr gegenüber zunächst sehr abweisend verhält.

Der Roman hat mir gut gefallen, Jule Böhm schildert die Atmosphäre auf dem Gutshof so, dass man dort auch gerne wäre. Ella und auch die anderen Protagonist:innen habe ich im Laufe der Zeit in mein Herz geschlossen und mit ihnen mitgefiebert, was den Ausgang der Geschichte angeht. Der Schreibstil lässt sich sehr gut lesen. Als kleinen Bonus hätte ich mir höchstens noch ein paar Rezepte zu den teilweise im Buch erwähnten friesischen Gebäcken gewünscht.

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Veröffentlicht am 17.03.2022

Ein Roman, der Lust auf's Gärtnern macht

Querbeet ins Glück
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Maddie ist eine von drei Anwärterinnen für eine Hauptrolle im Musical Tanz der Vampire. Dafür ist sie nach Berlin gezogen. Durch ihre Nachbarin landet sie bei einem Gartenprojekt, an dem sie mehr Gefallen ...

Maddie ist eine von drei Anwärterinnen für eine Hauptrolle im Musical Tanz der Vampire. Dafür ist sie nach Berlin gezogen. Durch ihre Nachbarin landet sie bei einem Gartenprojekt, an dem sie mehr Gefallen findet, als sie ursprünglich erwartet hat, was vor allem auch an den Mit-Gärtnern dort und besonders am recht frisch getrennten Mo und seinem Sohn liegt. Schon bald gelingt es ihr kaum noch, auch der Musicalkarriere ausreichend Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken.

Mir hat der Roman viel Vergnügen bereitet. Alle darin vorkommenden Personen sind auf irgendeine Weise liebenswert und besonders die Passagen rund um den Gemeinschaftsgarten haben mir sehr gut gefallen und ich habe sogar noch ein bisschen was gelernt beim Lesen. Lisa Kirsch beschreibt das Projekt sehr lebendig und anschaulich, sodass man am liebsten auch dabei wäre und sich gut in die Beteiligten hineinversetzen kann. Das Buch eignet sich auch sehr gut, um jetzt im Frühling langsam selbst wieder in Gartenstimmung zu kommen.

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Veröffentlicht am 14.03.2022

Sich selbst neu finden

Im Dorf der Schmetterlinge
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"Im Dorf der Schmetterlinge" reiht sich ein, in eine Serie Neuveröffentlichungen, bei denen es um Achtsamkeit und Neuorientierung im Leben geht. Es ist ein recht handliches Büchlein und nennt sich (wohl ...

"Im Dorf der Schmetterlinge" reiht sich ein, in eine Serie Neuveröffentlichungen, bei denen es um Achtsamkeit und Neuorientierung im Leben geht. Es ist ein recht handliches Büchlein und nennt sich (wohl auch daher) "Eine Erzählung". Das Cover ist in sehr angenehmen Farben mit schönen Illustrationen gestaltet und ich mag die raue Haptik des Einbandes, die das Büchlein trotz der Taschenbuchausgabe recht hochwertig wirken lässt.

Die Protagonistin Juliane Baumann steht mit Ende 40 vor einer Lebenskrise: die nun erwachsene Tochter Tilda studiert nun weit weg in Kanada und auch ihre Ehe scheint etwas zu kriseln, der Mann interessiert sich mehr für sein Fahrrad als für sie. Auch im Job bekommt sie Konkurrenz durch eine jüngere Kollegin, der alles viel leichter zu fallen scheint und die bei den Vorgesetzten gut damit ankommt. Das alles wirkt sich negativ auf ihr Schlafverhalten und ihre Beziehung aus und sie fühlt sich oft einfach nur gestresst.

Doch eines Nachts landet sie im Traum in einem Wald, wo sie sich auf den Weg zu sich selbst macht, um ihr bestes Leben zu finden. Begleitet wird sie dabei von einem kleinen Specht, namens Cupido, der sich im Laufe der Erzählung als ihre innere Stimme herausstellt und sie mit dem konfrontiert, was ihr fehlt und was sie vermisst.

Die Erzählung ließ sich angenehm leicht lesen und steckte voller sprachlicher Bilder und so manches kam mir bekannt vor, auch wenn Julianes und meine Situation nicht komplett identisch sind. Man wird beim Lesen zum Nachdenken angeregt und dazu ermuntert, Dinge zu ändern, die sich ändern lassen, aber auch nicht zu kritisch mit sich selbst zu sein und sich selbst zu lieben, wie man ist. Manchmal erscheint das aber auch in diesem Buch doch einfacher, als es in der Realität, in der einem oft noch ganz andere Hürden im Weg stehen, ist. Die Erzählung bietet also Inspiration und Anstöße, liefert aber sicher kein Allheilmittel für jede Leserin.

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