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Veröffentlicht am 27.06.2021

Spannender Krimi vor schöner Kulisse

Tod auf Madeira (Ein Madeira-Krimi 1)
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Bei "Tod auf Madeira" handelt es sich um den ersten Band einer neuen Krimi-Reihe, die auf der zu Portugal gehörenden "Blumeninsel" Madeira spielt. Das Cover gibt dann auch gleich einen Vorgeschmack auf ...

Bei "Tod auf Madeira" handelt es sich um den ersten Band einer neuen Krimi-Reihe, die auf der zu Portugal gehörenden "Blumeninsel" Madeira spielt. Das Cover gibt dann auch gleich einen Vorgeschmack auf die vielfältige Landschaft dort und stimmt einen auf den Schauplatz ein, bzw. sorgt dafür, dass man am liebsten nicht nur beim Lesen in Gedanken dort hin reisen möchte, sondern besser in der Realität.

Die Krimi-Autorin Laura Flemming, die gerade in einer privaten und beruflichen Krise steckt, reist mit ihrer Freundin Britta, mehreren mit Britta befreundeten Paaren und einem Fitnesstrainer als Wanderguide auf die Insel im Atlantik. Alle außer ihr reisen bereits seit Jahren in dieser Konstellation zusammen nach Madeira, obwohl sie eigentlich recht wenig gemeinsam zu haben scheinen. Diesmal läuft aber alles anders als geplant und gleich bei der ersten Wanderung stirbt ein Mitglied der Gruppe an einem allergischen Schock. Krimi-Autorin Laura zweifelt bald daran, dass dies ein Zufall war und lernt so den Kommissar Mauricio Torres kennen, der ihr anfangs wenig sympathisch ist und zudem private Probleme zu haben scheint. Andererseits ist er auch sehr attraktiv.

Ich habe den Krimi sehr gerne gelesen, da ich selbst schon auf Madeira war und viele der Beschriebenen Orte, Gerichte, Getränke und Wanderungen wiedererkannt habe. Es ist also eine ordentliche Portion Lokalkolorit vorhanden, die richtig Lust auf eine erneute Reise nach Madeira macht. Die Spannung blieb lange erhalten, da bis fast zum Schluss wenig offensichtlich ist, was das Mordmotiv war. Auch der Schreibstil ist gut lesbar und besonders, was die Beschreibungen der lokalen Besonderheiten angeht, sehr anschaulich. Die Charaktere der Protagonist:innen sind ebenfalls recht überzeugend ausgestaltet, auch wenn es mir persönlich noch etwas schwer fällt, sie komplett ins Herz zu schließen.

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Veröffentlicht am 20.06.2021

Was passierte damals wirklich?

Nordwestzorn
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Wie man schon anhand des sehr passend gestalteten Covers erkennen kann, spielt auch "Nordwestzorn", der zweite Band der Reihe um die aus München in den Norden gezogene Kommissarin Anna Wagner und Dienststellenleiter ...

Wie man schon anhand des sehr passend gestalteten Covers erkennen kann, spielt auch "Nordwestzorn", der zweite Band der Reihe um die aus München in den Norden gezogene Kommissarin Anna Wagner und Dienststellenleiter Hendrik Norberg, der nach einem Schicksalsschlag zurück in seinen Heimatort gekommen ist, in St. Peter Ording.

Anna Wagner leitet dort nun die neu gegründete Vermisstenstelle und bekommt es so auch bald mit einem Fall aus dem Jahr 2004 zu tun. Während einer Klassenfahrt ist damals ein neunjähriger, herzkranker Junge spurlos verschwunden. Nachdem die Suche nach ihm erfolglos blieb, wurde der Fall irgendwann zu den Akten gelegt. Nun ist aber einer der damals Verdächtigen nach langer Zeit im Ausland zurück in St. Peter Ording und wird kurz nach seiner Ankunft dort ebenfalls vermisst gemeldet. Die Ermittler stoßen schnell auf den alten Fall und finden Schwachstellen bei der damaligen Ermittlungsarbeit. Auf viel Kooperationsbereitschaft der vor mehr als 15 Jahren eingesetzten Kollegen können sie nicht hoffen, diese reagieren abweisend bis feindselig auf die Wiederaufnahme der Ermittlungen.

So gestaltet sich die Arbeit eher schwierig und auch privat gibt es so manche Baustelle, was die beiden Protagonist:innen aber sehr nahbar und sympathisch macht. Die Ermittlungsarbeit steht dennoch im Mittelpunkt der Handlung und wird gut nachvollziehbar beschrieben. Der Fall bleibt lange spannend, wird aber nicht zu blutig oder gruselig und auch für ausreichend Nordsee-Lokalkolorit ist gesorgt. Der Schreibstil der Autorin ist anschaulich und gut lesbar.

Obwohl es sich um den zweiten Band einer neuen Reihe handelt, ließe sich dieser Teil auch ohne Kenntinis des Vorgängers lesen, es schadet aber nichts, ihn zu kennen, da dieser ebenfalls sehr lesenswert ist und man so besser mit allen Beteiligten vertraut wird und sich auf ein "Wiedersehen" im zweiten Teil freut.

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Veröffentlicht am 20.06.2021

Warum brodelt es unter der Erde?

Wieso? Weshalb? Warum? Erstleser, Band 2 - Vulkane
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Der Band über die Vulkane stammt aus der Erstleser Sachbuchreihe "Wieso, Weshalb, Warum?", die im Ravensburger Verlag erscheint. Sie richtet sich an junge Leser:innen aber der 2. Jahrgangsstufen, das Buch ...

Der Band über die Vulkane stammt aus der Erstleser Sachbuchreihe "Wieso, Weshalb, Warum?", die im Ravensburger Verlag erscheint. Sie richtet sich an junge Leser:innen aber der 2. Jahrgangsstufen, das Buch eignet sich aber zum Vorlesen und Bilder betrachten auch schon für interessierte Vorschüler, da die Texte auf einem kindgerechten Niveau verfasst sind. Durch die kurzen Kapitel und die gut lesbare Schrift, fällt es Erstlesern jedoch nicht schwer, erste Leseerfahrungen zu sammeln und zugleich mehr über das spannende Thema Vulkane herauszufinden. Zudem erleichtern Bilder und Illustrationen zusätzlich das Textverständnis.
Das Cover zeigt (natürlich) die Illustration eines Vulkans, der gerade Feuer spuckt, aber zwei weitere Fotos von einem Geysir und einem Maar lassen gleich erahnen, dass Vulkanismus auch dort vorkommt, wo man ihn nicht sofort vermutet.
Im Buch selbst erfährt man dann alles (für diese Altergruppe bereits verständliche) Wissenswerte über Vulkane. Was ist daran gefährlich? Wie sind sie aufgebaut? Wie entstehen sie? Welche Arten gibt es? Was ist ein schlafender Vulkan? Wie kann der Mensch von Vulkanen profitieren und vieles mehr. All das wird immer mit passen Bildern ergänzt. So eignet sich das Buch auch perfekt für die Vorbereitung erster Referate. Als kleinen Bonus gibt es zusätzlich noch Rätsel, ein kleines Wissenspiel mit Kärtchen zum Ausschneiden und Sticker, die auf einer bestimmten Seite den Beschreibungen zugeordnet werden können. So ist das Buch sehr vielfältig und bietet den Kindern neben dem Lesen auch noch weitere Beschäftigungsmöglichkeiten, die zudem dazu führen, dass mehr Wissen "hängen bleibt".
Daher empfehle ich das Buch gerne allen kleinen "Vulkanforschern", die von dieser Naturgewalt fasziniert sind. Aber auch deren Eltern können sicher noch das ein oder andere Neue über Vulkane erfahren.

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Veröffentlicht am 13.06.2021

Auf der Suche nach einer besonderen Rose

Wie Träume im Sommerwind
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"Wie Träume im Sommerwind" ist nicht mein erster Roman von Katharina Herzog, aber auch bei diesem neuesten Buch aus ihrer Feder, hat mich zunächst die Covergestaltung sehr angesprochen. Die Aquarelle von ...

"Wie Träume im Sommerwind" ist nicht mein erster Roman von Katharina Herzog, aber auch bei diesem neuesten Buch aus ihrer Feder, hat mich zunächst die Covergestaltung sehr angesprochen. Die Aquarelle von Rosen und Muscheln passen sehr gut zu dieser Geschichte und auch die Haptik wirkt durch die rauhe Oberfläche recht edel für ein Softcover.

Katharina Herzog erzählt die Geschichte der zwei Schwestern Clara und Emilia. Emilia lebt in Paris, weil sie nichts auf Usedom gehalten hat, während Clara der Heimat und der Rosenzucht, die die Familie seit Generationen betreibt, treu geblieben ist und zwei Kinder (von zwei verschiedenen Männern, wobei sie aus einem ein Geheimnis macht) bekommen hat. Als Emilia von ihrer Mutter den Anruf erhält, dass ihre große Schwester einen Autounfall hatte, kommt sie trotz allem sofort nach Hause auf die Insel und kümmert sich, während ihre Schwester im Koma liegt,um ihre Nichte und ihren Neffen und den Rosenhof. Dabei stößt sie in den Sachen ihrer Schwester auf ein altes Foto, das eine sehr spezielle Rose zeigt und versucht mehr darüber herauszufinden, weshalb sie schließlich mit ihrer Nichte und dem besten Freund ihrer Schwester in England landet.

Mir hat der Roman gut gefallen, Katharina Herzog schreibt gewohnt lebendig und anschaulich und man kann sich so gut in die Orte und Situationen hineinversetzen. Ich mag es zudem, dass es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit gibt, die nach und nach zur Aufklärung der Geschichte hinter der Rose beitragen. Die beteiligten Personen sind mir alle auf ihre Art sympathisch und ich fand es auch interessant, noch etwas mehr über Rosen zu erfahren. Der Roman eignet sich auf jeden Fall gut, um im Sommer zumindest beim Lesen in Gedanken etwas auf Reisen zu gehen und in eine andere Welt abtauchen zu können!

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Veröffentlicht am 13.06.2021

Das Palais Heiligendamm in stürmischen Zeiten

Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten
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Bei "Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten" handelt es sich um den zweiten Teil einer Trilogie um ein mondänes Hotel, das sich in Bad Doberan befindet, aber bewusst nach dem einige Kilometer entfernten ...

Bei "Palais Heiligendamm - Stürmische Zeiten" handelt es sich um den zweiten Teil einer Trilogie um ein mondänes Hotel, das sich in Bad Doberan befindet, aber bewusst nach dem einige Kilometer entfernten mondänen Badeort Heiligendamm benannt wurde. Das Cover zeigt dann auch Heiligendamm mit seinen weißen Gebäuden von der berühmten Seebrücke aus, auf der eine elegante Frau in der damaligen Mode gekleidet steht.

Der Roman spielt in der Zeit zwischen dem 1. Weltkrieg und der Machtergreifung der Nationalsozialisten, also keiner leichten Zeit für ein Luxushotel, da einerseits noch die Kriegsfolgen zu spüren waren, es andererseits auch zu neuen Wirtschaftskrisen kam und auch die immer stärker werdenden Nationalsozialisten, Einfluss auf das Hotelgeschäft zu nehmen versuchten.

Elisabeth, die zusammen mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter das Hotel von ihrem zu früh verstorbenen Vater geerbt hat und es als Geschäftsführerin leitet, hat zudem noch mit privaten Problemen zu kämpfen, da sie und Julius, Teilhaber des Hotels und Vater ihrer Tochter, immer noch nicht wieder zueinander gefunden haben. Und auch ihr Bruder Paul ist nicht glücklich mit seiner Ehe, die er nur eingegangen ist, weil er angenommen hatte, dass sein Geliebter Robert im Krieg gefallen war. Ihre Schwester Luise versucht, zumindest als Schauspielerin Fuß zu fassen, wenn sie schon auf Grund ihrer Scheidung von der Doberaner Gesellschaft geschnitten wird. Und Johanna, die letzte der Schwestern, bekommt auf Grund ihrer Heirat mit einem Juden immer mehr Schwierigkeiten.

Ich fand es auf jeden Fall sehr schön, die Hoteliersfamilie "wiederzutreffen" und zu erfahren, wie alles weitergeht. Die Zeit, in der der zweite Teil spielt, ist eine sehr ereignisreiche und es war interessant, mitzuerleben, wie sich die wirtschaftlichen und politischen Umbrüche auf das Leben der einzelnen Protagonisten auswirkte. Die Charaktere sind überzeugend ausgestaltet und der Schreibstil der Autorin anschaulich und gut nachvollziehbar. Die historischen Bezüge wirken gut recherchiert. Man kann diesen zweiten Teil auch ohne Kenntinis des ersten Bandes lesen, gerade am Anfang kommt es zu einem kurzen Rückblick, aber ich würde dennoch empfehlen, mit dem ersten Teil zu beginnen, um alle Zusammenhänge voll zu verstehen und da auch dieser sehr lesenswert ist. Ich persönlich freue mich bereits auf den dritten und letzten Band und bin gespannt, wie das Palais und die Familie durch den Zweiten Weltkrieg kommen.

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