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Veröffentlicht am 04.04.2021

Eine große Liebe

Fritz und Emma
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Die Journalistin Marie zieht 2018 mit ihrem Mann Jakob nach Oberkirchbach, einem kleinen verschlafenen Dorf in der Pfalz, weit weg von jeder größeren Stadt, weil dieser dort seine erste Pfarrstelle antritt. ...

Die Journalistin Marie zieht 2018 mit ihrem Mann Jakob nach Oberkirchbach, einem kleinen verschlafenen Dorf in der Pfalz, weit weg von jeder größeren Stadt, weil dieser dort seine erste Pfarrstelle antritt. Jakob freut sich auf seine Arbeit und ist bereit, sich auf das Leben als Dorfpfarrer voll einzulassen, aber Marie fällt es schwer, sich in Oberkirchbach einzuleben, zumal es dort keine Arbeit in ihrem Beruf für sie gibt. Nachdem das Pfarrerehepaar aber in die Vorbereitungen des Dorfjubiläums mit einbezogen wird, ist Maries Ehrgeiz geweckt, zumindest wieder für mehr Leben im Ort zu sorgen und auch die Bewohner des Neubaugebietes am Ortsrand einzubeziehen. Außerdem lernt sie die beiden 92-jährigen Fritz und Emma kennen, die sich anscheinend bis auf's Blut hassen, obwohl sie am gleichen Tag geboren wurden und von Anfang an eng befreundet und bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg sogar ein Paar waren. Maries Ehrgeiz ist geweckt, mehr darüber herauszufinden, was damals passiert ist und die beiden wieder zu versöhnen.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Ich mag es, dass er auf verschiedenen Zeitebenen zwischen der Vergangenheit von Fritz und Emma und der aktuellen Zeit wechselt. Sowohl die beiden alten Protagonist:innen als auch Marie und Jakob sind mir sehr ans Herz gewachsen. Marie ist nicht die klassische Pfarrersfrau, wie Luther sie sich wohl gewünscht hätte, sondern sie will beruflich ihren eigenen Weg gehen und nicht darauf reduziert werden, die Ehefrau des Dorfpfarrers zu sein. Aber, sie liebt Jakob sehr und bewundert ihn für seine Leidenschaft, mit der er alles tut. Dennoch verzweifelt sie an den Rahmenbedingungen, die dessen Tätigkeit mit sich bringt und dem Leben in einem kleinen Dorf, aus dem das Leben immer mehr verschwindet, weil die Jungen für die Arbeit wegziehen und die Menschen in den Neubaugebieten am Ortsrand nicht wirklich dazu gehören. Somit ist der Roman auch in gewisser Weise ein Gesellschaftsportrait. Aber Marie gibt nicht so schnell auf. Auf jeden Fall bietet der Roman eine gute Portion Tiefgang, ist zugleich aber auch sehr gut lesbar. Die Autorin schreibt sehr anschaulich und lebendig und man kann sich sehr gut in die Hauptfiguren hineinversetzen.

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Veröffentlicht am 04.04.2021

Herr Ping, Jole und Carla Chamäleon auf geheimer Mission

Carla Chamäleon: Zoff im Zoo
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Carla Chamäleon - Zoff im Zoo ist der zweite Band einer Reihe um die elfjährige Superheldin wider Willen Carla Niemann, die mit der Umgebung verschmilzt, wenn sie nervös ist oder in eine peinliche Situation ...

Carla Chamäleon - Zoff im Zoo ist der zweite Band einer Reihe um die elfjährige Superheldin wider Willen Carla Niemann, die mit der Umgebung verschmilzt, wenn sie nervös ist oder in eine peinliche Situation gerät, das nennt sich dann laut ihrem Psychologen Chamäliose. Eigentlich würde sie lieber "normal" sein, aber ihre Freunde Jole und der Pinguin Herr Ping finden Carlas ungewöhnliche Fähigkeit sehr cool und hilfreich, vor allem für den Geheimbund "Die Kavaliere", der unerkannt Gutes tut und jemanden wie Carla gut gebrauchen kann. Von den "Kavalieren" hat Carla nun auch ihren ersten großen Auftrag erhalten und zugleich passieren immer mehr gefährliche und mysteriöse Dinge im Zoo und der Gegner scheint die gleiche Gabe zu besitzen, wie Carla.

Das Buch ist in einem sehr kreativen und abwechslungsreichen Sprachstil verfasst und die Autorin baut auf eine fantasievolle Weise immer wieder etwas kuriose und amüsante Vorfälle mit ein. So ist die Geschichte sehr unterhaltsam sowohl beim Vorlesen als auch für Erstleser. Ansprechende Schwarz-Weiß-Illustrationen sorgen zusätzlich für Anschaulichkeit und Auflockerung. Auch Spannung ist, auf einem kindgerechten Niveau vorhanden. Sehr hilfreich fand ich auch, dass es zu Beginn des Buches erst einmal eine kurze Info über Carla und ihre Begleiter gab, damit alle, bei denen die Lektüre des ersten Bandes schon etwas her ist und alle, die direkt mit dem zweiten Teil einsteigen, wissen, was Sache ist.

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Veröffentlicht am 04.04.2021

Rückzug auf die Roseninsel

Die Roseninsel
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Der Roman "Die Roseninsel" spielt auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und vor etwa 100 Jahren, der Zeit, in der Prinzregent Luitpold Bayern regierte, nachdem der Märchenkönig Ludwig gestorben war und ...

Der Roman "Die Roseninsel" spielt auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und vor etwa 100 Jahren, der Zeit, in der Prinzregent Luitpold Bayern regierte, nachdem der Märchenkönig Ludwig gestorben war und dessen Bruder und zugleich Luitpolds Neffe Otto als schizophren galt. Im Roman hat Otto aber eine Tochter mit einer Balletttänzerin gezeugt, Magdalena, die nach dem Tod der Mutter zunächst im Haushalt der Tante aufwächst, aber dann aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Otto von Luitpold auf die einsame Roseninsel im Starnberger See verbannt wird. Dort lebt sie unter der Aufsicht einer adeligen Witwe ohne Kontakt zur Außenwelt.

Auf dieser Roseninsel landet in der Gegenwart dann auch Liv, eine junge Berliner Ärztin, die nach einem schockierenden Erlebnis Ruhe und Einsamkeit sucht und sich daher als Vertretung für den verletzten Inselverwalter bewirbt. Johannes, der Sohn des Wirtes vom Gasthaus am Ufer gegenüber der Insel, lässt sich aber nicht so leicht von Liv abwimmeln. Und zudem stößt Liv in der alten Villa auf der Insel auch noch auf Spuren aus der Vergangenheit, die ihre Neugier wecken.

Ich fand die Idee hinter dem Roman gut, teilweise enthielt der historische Teil für meinen Geschmack aber etwas zu viele Beschreibungen von Magdalenas Alltag auf der einsamen Insel, bis dieser Teil der Geschichte dann Tempo aufnahm. Liv ist mir sympathisch, auch wenn sie oft sehr impulsiv handelt oder abweisend ist, aber sie kämpft ja eben auch noch mit der Bewältigung eines traumatischen Erlebnisses. Grundsätzlich ließ der Roman sich flüssig und angenehm lesen, etwas viel für meinen Geschmack waren die eingebundenen bayerischen Bräuche und Traditionen nebst Erklärungen für die "Preißin" Liv, das wirkte teilweise etwas erzwungen.
Der Roman "Die Roseninsel" spielt auf zwei Zeitebenen, in der Gegenwart und vor etwa 100 Jahren, der Zeit, in der Prinzregent Luitpold Bayern regierte, nachdem der Märchenkönig Ludwig gestorben war und dessen Bruder und zugleich Luitpolds Neffe Otto als schizophren galt. Im Roman hat Otto aber eine Tochter mit einer Balletttänzerin gezeugt, Magdalena, die nach dem Tod der Mutter zunächst im Haushalt der Tante aufwächst, aber dann aufgrund ihrer Ähnlichkeit zu Otto von Luitpold auf die einsame Roseninsel im Starnberger See verbannt wird. Dort lebt sie unter der Aufsicht einer adeligen Witwe ohne Kontakt zur Außenwelt.

Auf dieser Roseninsel landet in der Gegenwart dann auch Liv, eine junge Berliner Ärztin, die nach einem schockierenden Erlebnis Ruhe und Einsamkeit sucht und sich daher als Vertretung für den verletzten Inselverwalter bewirbt. Johannes, der Sohn des Wirtes vom Gasthaus am Ufer gegenüber der Insel, lässt sich aber nicht so leicht von Liv abwimmeln. Und zudem stößt Liv in der alten Villa auf der Insel auch noch auf Spuren aus der Vergangenheit, die ihre Neugier wecken.

Ich fand die Idee hinter dem Roman gut, teilweise enthielt der historische Teil für meinen Geschmack aber etwas zu viele Beschreibungen von Magdalenas Alltag auf der einsamen Insel, bis dieser Teil der Geschichte dann Tempo aufnahm. Liv ist mir sympathisch, auch wenn sie oft sehr impulsiv handelt oder abweisend ist, aber sie kämpft ja eben auch noch mit der Bewältigung eines traumatischen Erlebnisses. Grundsätzlich ließ der Roman sich flüssig und angenehm lesen, etwas viel für meinen Geschmack waren die eingebundenen bayerischen Bräuche und Traditionen nebst Erklärungen für die "Preißin" Liv, das wirkte teilweise etwas erzwungen.

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Veröffentlicht am 27.03.2021

Eine große Liebe abseits der Konventionen

Die Frau von Montparnasse
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Im Mittelpunkt der Geschichte steht Simone de Beauvoir, die Partnerin von Jean Paul Satre, die schon als junges Mädchen dafür kämpfte, studieren und ein freies Leben führen zu dürfen, anstatt ein Dasein ...

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Simone de Beauvoir, die Partnerin von Jean Paul Satre, die schon als junges Mädchen dafür kämpfte, studieren und ein freies Leben führen zu dürfen, anstatt ein Dasein als Ehefrau und Mutter zu führen, wie es damals von Frauen erwartet wurde. Mit Jean Paul Satre verbindet sie quasi ihr Leben lang eine sehr intensive, wenngleich unkonventionelle und offene Beziehung, bei der die Freiheit und der intellektuelle Austausch an erster Stelle stehen.

Ich fand es sehr spannend, mehr über diese Frau zu erfahren, die sich viel getraut hat, indem sie einen ganz anderen Weg eingeschlagen hat als den, den ihre Familie und die Gesellschaft von ihr erwarteten. Für mich persönlich wäre dieses Leben nichts gewesen, aber ich respektiere und bewundere sie dafür, dass sie sich selbst treu geblieben ist. Die Autorin zeichnet ein sehr anschauliches Bild von Simone de Beauvoir und ihrer Beziehung, wobei auch immer wieder deutlich wird, dass auch sie manchmal mit dem Lebensmodell haderte, für das sie sich bewusst entschieden hat.

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Veröffentlicht am 27.03.2021

Angriff des Killer-Heilbutts?

Der weiße Heilbutt
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Der weiße Heilbutt ist der neunte Band der humorvollen Krimireihe um den Dorfpolizisten Thies Detlefsen und seine Fredenbüller Freunde. Diesmal befinden sie sich auf Amrum, wo sie eigentlich Urlaub machen ...

Der weiße Heilbutt ist der neunte Band der humorvollen Krimireihe um den Dorfpolizisten Thies Detlefsen und seine Fredenbüller Freunde. Diesmal befinden sie sich auf Amrum, wo sie eigentlich Urlaub machen wollen, aber ein riesiger weißer Fisch in Strandnähe und ein abgetrennter Fuß am Strand lassen sie nicht so recht zur Ruhe kommen und Thies und Nicole beginnen ganz offiziell mit den Ermittlungen.

Der Krimi ist humorvoll geschrieben und nimmt so manchen aktuellen Trend auf die Schippe. Zugleich fehlt aber auch eine Dosis Ernsthaftigkeit nicht, in dem beispielsweise Investoren angesprochen werden, die ohne Rücksicht auf die Natur und die Bewohner Luxushotels auf den Nordseeinseln errichten wollen. Die Spannung bleibt fast bis zum Schluss erhalten und die Protagonisten sind gewohnt liebenswert. Auch der Lokalkolorit kommt nicht zu kurz und am liebsten möchte man mit nach Amrum reisen und Tage am Strand verbringen und abends leckere Fischgerichte essen.

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