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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2024

der unbedingte Wille zu leben

Und später für immer
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„Und später für immer „ist die bewegende Geschichte des Soldaten Johann Meinert, des Großvaters des Autors, die er anhand von Tagebucheintragungen zu einem Roman zusammengefügt hat, sich Abertausenden ...

„Und später für immer „ist die bewegende Geschichte des Soldaten Johann Meinert, des Großvaters des Autors, die er anhand von Tagebucheintragungen zu einem Roman zusammengefügt hat, sich Abertausenden der künstlerischen Freiheit eines Autors bedient hat.
Johann Meinert desertiert im Frühjahr 1945, kurz vor Kriegsende. Mit dem unbedingten Willen zu überleben um zu seiner Frau und seinem Kind zu gelangen und dort für immer zu bleiben, versteckt er sich in der Scheune seiner Tante , immer in der Angst entdeckt zu werden. Diese Angst wird konkret, als ihn das sechzehnjährige Nachbarmädchen Frieda entdeckt, deren Brüder auch im Krieg ihr Leben aufs Spiel setzen.

Immer wieder wechselt die Erzählung von hier an zwischen Szenen des Krieges, Einblicke in die Kindheit und Jugend des Protagonisten und Szenen in der Scheune. Es war für mich etwas schwierig durch diese Erzählart, aber auch durch die sehr knappen und sachlich erzählten Kapitel, die schon fast Berichtsstil hatten, einen Zugang zum Protagonisten zu finden. Vielleicht war diese pragmatische Erzählart aber auch ein gewisser Selbstschutz, um die Realität nicht zu sehr an sich heranzulassen, um überleben zu können.

Trotzdem war dieses Buch für mich aber ein guter Einblick in die Geschehnisse der damaligen Zeit und das Gefühlsleben der daran beteiligten Soldaten, die Gott sei Dank nicht alle willige Werkzeuge des Führers waren, sondern durch den Willen zur Selbstbestimmung überlebt haben,trotz der drohenden Konsequenzen.

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Veröffentlicht am 25.11.2024

ein unterhaltsames Leseerlebnis

Munk
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Jan Weiler hat nach „Der Markisenmann“ seinen neuen Roman „Munk“vorgelegt.

Munk ist Anfang fünfzig und erleidet in einem Baumarkt auf der Rolltreppe einen Herzinfarkt. In der Klinik, in der er zur Behandlung ...

Jan Weiler hat nach „Der Markisenmann“ seinen neuen Roman „Munk“vorgelegt.

Munk ist Anfang fünfzig und erleidet in einem Baumarkt auf der Rolltreppe einen Herzinfarkt. In der Klinik, in der er zur Behandlung und zur Reha ist wird ihm bewusst, dass er niemanden hat, den er benachrichtigen müsste. Ein ernüchterndes Resümee nach solch einem Ereignis. Von einem Arzt angestoßen,lässt Munk sein Leben, insbesondere seine Beziehungen noch einmal an sich vorbeiziehen. 13 Beziehungen, die scheiterten, ihn prägten, 13 Frauen, die sein Leben mitgestalteten.
was ist schief gelaufen, was gut, warum ist er heute allein?

Jan Weiler lässt den Leser auf sehr unterhaltsame, aber auch einfühlsame Weise an seinem Liebes,- und Lebensweg teilhaben. Dabei fühlt sich der Leser abgeholt, weil er dem Protagonisten und seiner Gefühlswelt sehr nahe kommt, was für das Verständnis sehr wichtig ist.

Ein sehr unterhaltsamer und erhellender Roman, den ich gerne weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 21.11.2024

eine Ausnahmeautorin

Mein drittes Leben
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Ich habe schon einige Bücher von Daniela Krien gelesen und jedes Mal überrascht sie mich wieder mit ihrer präzisen und empthatischen Schreibweise und Beobachtungsgabe, die es dem Leser ermöglicht, sich ...

Ich habe schon einige Bücher von Daniela Krien gelesen und jedes Mal überrascht sie mich wieder mit ihrer präzisen und empthatischen Schreibweise und Beobachtungsgabe, die es dem Leser ermöglicht, sich den Figuren ganz nahe zu fühlen.
In Mein drittes Leben“ erleben Richard und Linda das schlimmste was Eltern passieren kann.Sie erliefen ihre Tochter bei einem Verkehrsunfall.Beide verfallen in Trauer, doch Richard schafft es sich wieder ins Leben zu kämpfen, Linda versinkt in ihrer Trauer. Sie verlässt die gemeinsame Wohnung und zieht auf einen abgelegenen Bauernhof, um ihre Trauer fernab jeder Ablenkung leben zu können.
Richard besucht sie alle 2 Wochen, in der Hoffnung, dass sie es zusammen schaffen werden.
Als Linda Natascha und ihre behinderte Tochter kennen lernt, scheint ein kleiner Schritt in die Richtung einer Hoffnung getan.

Dieses Buch berührt.Die Autorin schafft es dem Leser das Seelenleben der Trauernden Linda, aber auch das von Richard so zu beschreiben, dass man versteht, sich den Figuren nahe fühlt und beginnt zu verstehen. Zu verstehen, dass jeder eine eigene Art hat zu trauern, die man ohne Wertung stehen lassen sollte.Jeder hat sein eigenes Tempo, seine eigene Art, sich wieder ins Leben zu kämpfen und die Trauer anzunehmen, als eine Art Heilungsprozess.

Ein Buch das lange in meinem Kopf und in meinem Herzen bleibt. Danke dafür!

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Veröffentlicht am 13.11.2024

wenn die Wahrheit an die Oberfläche drängt

Gezeitenkinder
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Das Buch „Sind sie meine Tochter „ war für mich ein Buch, das mich in die Zeit der Pflege meiner Mutter zurück katapultiert hat und viele Emotionen wieder wachgerufen hat.

Die Autorin schildert in diesem ...

Das Buch „Sind sie meine Tochter „ war für mich ein Buch, das mich in die Zeit der Pflege meiner Mutter zurück katapultiert hat und viele Emotionen wieder wachgerufen hat.

Die Autorin schildert in diesem Buch ihre eigene Pflegegeschichte. Ihre Mutter, an Alzheimer erkrankt, den Krankheitsverlauf, die Herausforderungen, die damit auf eine Familie zukommen, auch, wenn die Pflege in einem Heim stattfindet.

Frau Zander -Schneider entscheidet sich aber zuerst ihre Mutter zuhause zu pflegen. Dadurch , dass sie eine kleine Wohnung im Haus haben, glaubt sie, dass dies die beste Lösung ist. Die Mutter in ein Pflegeheim zu geben, ist für sie nichtvorstellbar.

Dieses Buch zeigt auf, wie sehr man sich verschätzt bei der Pflege, die einen manchmal an den Rand des Erträglichen und Belastbaren bringt. Aber auch die mentale Belastung, das ständige schlechte Gewissen das die Pflegenden begleitet, weil sie dem Kranken gerecht werden wollen, was allerdings schwer ist und nur bedingt klappt, wenn man sich umfassend mit der Erkrankung auseinandersetzt, um adäquat reagieren zu können, was einem aber wiederum zeigt, dass man auch da an Grenzen gerät, da man nicht in dem Bereich ausgebildet ist.

Auch die Auseinandersetzung mit der Persönlichkeitsveränderung der erkrankten Person und was das mit den Angehörigen macht, wurde sehr realistisch gezeigt . Auch hier zeigt sich wieder, dass ein professioneller Abstand von Vorteil ist.

Einen geliebten Menschen in ein Pflegeheim abgeben zu müssen, ist der schwerste Schritt, der von Angehörigen verlangt wird, aber häufig zwingend notwendig.

Ich habe mich in diesem Buch sehr oft wiedergefunden mit meinen Gedanken und Gefühlen und kann es aus diesem Grunde aus vollem Herzen empfehlen, wenn man ein wenig Ein Kick bekommen will in diesen Bereich.

Ein sehr wichtiges Buch !!

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Veröffentlicht am 13.11.2024

ein sehr wichtiges Buch

Sind Sie meine Tochter?
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Das Buch „Sind sie meine Tochter „ war für mich ein Buch, das mich in die Zeit der Pflege meiner Mutter zurück katapultiert hat und viele Emotionen wieder wachgerufen hat.

Die Autorin schildert in diesem ...

Das Buch „Sind sie meine Tochter „ war für mich ein Buch, das mich in die Zeit der Pflege meiner Mutter zurück katapultiert hat und viele Emotionen wieder wachgerufen hat.

Die Autorin schildert in diesem Buch ihre eigene Pflegegeschichte. Ihre Mutter, an Alzheimer erkrankt, den Krankheitsverlauf, die Herausforderungen, die damit auf eine Familie zukommen, auch, wenn die Pflege in einem Heim stattfindet.

Frau Zander -Schneider entscheidet sich aber zuerst ihre Mutter zuhause zu pflegen. Dadurch , dass sie eine kleine Wohnung im Haus haben, glaubt sie, dass dies die beste Lösung ist. Die Mutter in ein Pflegeheim zu geben, ist für sie nichtvorstellbar.

Dieses Buch zeigt auf, wie sehr man sich verschätzt bei der Pflege, die einen manchmal an den Rand des Erträglichen und Belastbaren bringt. Aber auch die mentale Belastung, das ständige schlechte Gewissen das die Pflegenden begleitet, weil sie dem Kranken gerecht werden wollen, was allerdings schwer ist und nur bedingt klappt, wenn man sich umfassend mit der Erkrankung auseinandersetzt, um adäquat reagieren zu können, was einem aber wiederum zeigt, dass man auch da an Grenzen gerät, da man nicht in dem Bereich ausgebildet ist.

Auch die Auseinandersetzung mit der Persönlichkeitsveränderung der erkrankten Person und was das mit den Angehörigen macht, wurde sehr realistisch gezeigt . Auch hier zeigt sich wieder, dass ein professioneller Abstand von Vorteil ist.

Einen geliebten Menschen in ein Pflegeheim abgeben zu müssen, ist der schwerste Schritt, der von Angehörigen verlangt wird, aber häufig zwingend notwendig.

Ich habe mich in diesem Buch sehr oft wiedergefunden mit meinen Gedanken und Gefühlen und kann es aus diesem Grunde aus vollem Herzen empfehlen, wenn man ein wenig Ein Kick bekommen will in diesen Bereich.

Ein sehr wichtiges Buch !!

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