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Veröffentlicht am 23.10.2024

kein Lesehighlight

Kein Land in Sicht
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Das Buch „Kein Land in Sicht“ lässt mich etwas ratlos zurück und konnte mich auch nicht richtig überzeugen.

Stefanie Mayrhofer findet sich auf einem Kreuzfahrtschiff wieder und weiß weder wer sie ist, ...

Das Buch „Kein Land in Sicht“ lässt mich etwas ratlos zurück und konnte mich auch nicht richtig überzeugen.

Stefanie Mayrhofer findet sich auf einem Kreuzfahrtschiff wieder und weiß weder wer sie ist, noch was sie hier soll.
Nach und nach erfährt sie, dass sie hier das Animationsteam des Schiffes unterstützt. Sie selbst ahnt auch, dass sie etwas Schreckliches erlebt hat, was nach und nach an die Oberfläche drängt.

Parallel wird die Geschichte von Michael erzählt, der zusammen mit einem Jungen aus Erithrea in einem Käfig gefangen gehalten wird.

Ich muss sagen, dass mir der Einstieg in das Buch alles andere als einfach gefallen ist. Viele Nebensächlichkeiten, kein überzeugender Schreibstil und viele lose Enden bei der Aufklärung,was z.B. geschieht mit den Kindern,hat es mir nicht leichter gemacht und die „ rasende Spannung“ mit der auf dem Buchdeckel geworben wird, habe ich bis zum Schluss vergeblich gesucht.

Was ich gut fand, dass ein wenig über die Arbeitsbedingungen auf einem Kreuzfahrtschiff geschrieben wurde, sei es die Crew, die meist aus Filipinos besteht, die hoffnungslos unterbezahlt werden , oder das Animationsteam, dass manchmal einen 16 Stundenjob hat, was mir neben dem Umweltaspekt wieder bestätigt, dass es richtig ist keine Kreuzfahrten zu machen.

Alles in allem in mittelmäßiger Krimi, der, wenn ich ihn mit Fitzeks „Passagier 23“ vergleiche, leider schlechter anschneidet.

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Veröffentlicht am 22.10.2024

sehr düsterer Roman

Cascadia
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„Cascadia“ ist ein Roman, den man mögen muss. Kein Buch für Jedermann und kein Buch das man nebenbei liest, da es einen schon sehr berührt und teilweise runterzieht. Ich brauchte meine Pausen zwischendurch.

Es ...

„Cascadia“ ist ein Roman, den man mögen muss. Kein Buch für Jedermann und kein Buch das man nebenbei liest, da es einen schon sehr berührt und teilweise runterzieht. Ich brauchte meine Pausen zwischendurch.

Es ist ein Buch mit einem düsteren Grundtenor, ein Buch über ein verpasstes Leben, Armut und Chancenlosigkeit.Über Pflichtbewusstsein einer kranken Mutter gegenüber, die es eigentlich nicht verdient hat, dass man sein eigenes Leben und seine Wünsche und Träume aus den Augen verliert. Und in Ausweglosigkeit erstarrt.
Dass dann auch noch Bezüge zu Grimms Märchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ gezogen werden, macht das Lesen nicht einfacher.
Der Bär, der hier eine zentrale Rolle spielt und die Geschwister auseinander ringt, ist meiner Meinung nach als Metapher zu verstehen.

Der Schreibstil war flüssig und angenehm, die Figuren nicht immer sympathisch, aber gut dargestellt.
Alles in allem ein Buch das nicht uninteressant war, mir aber etwas zu deprimierend war.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

Vergangenheitsbewältigung

Tage mit Milena
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In ihrem neuen Buch „Tage mit Milena“ befasst sich Kathrin Burseg mit verschiedenen Protestbewegungen und kombiniert sie mit dem Thema „Vergangenheitsbewältigung“.

Annika lebt in Lübeck und betreibt dort ...

In ihrem neuen Buch „Tage mit Milena“ befasst sich Kathrin Burseg mit verschiedenen Protestbewegungen und kombiniert sie mit dem Thema „Vergangenheitsbewältigung“.

Annika lebt in Lübeck und betreibt dort einen kleinen Schreibwarenladen. Als eines Tages eine junge Frau in den Laden kommt und nach Sekundenkleber fragt, händigt Annika ihr diesen aus und realisiert erst, nachdem Luzie, die junge Frau den Laden verlassen hat, was diese damit vorhat.sie macht sich auf die Suche nach Luzie und platzt in eine Klimakleberaktion.

Seltsamerweise fühlt Annika sich für Luzie verantwortlich, erinnert diese junge Frau sie doch an ihre Freundin Milena, mit der sie damals in der Hausbesetzerszene Hamburgs beteiligt war .Milena starb damals auf tragische Art und Weise und Annika fühlt sich noch bis heute schuldig an ihrem Tod.

Ich lese die Bücher von Kathrin Burseg sehr gerne, greift sie doch auch immer wieder aktuelle Themen in ihren Büchern auf und verarbeitet sie dann häufig mit der Vergangenheit , auch gerne mit politischen Themen. Dies hat mir auch bei diesem Buch wieder gut gefallen.
Sie versucht um Verständnis für junge Menschen zu werben, die sich um die Zukunft unseres Planeten sorgen, sicherlich auch zu Recht. Ob allerdings die Aktionen der Klimakleber für mehr Akzeptanz in der Bevölkerung führen, wage ich zu bezweifeln.
In ihrem Rückblick in die achtziger Jahre und die Hausbesetzerszene in Hamburg wird aber auch deutlich, dass nach Ablehnung die Akzeptanz folgte und dadurch die Häuser in der Hafenstraße blieben.
Ich selbst kann mich gut an diese Zeit erinnern, da sie in den Medien lange Zeit präsent war. Ich fand den Rückblick in diese Zeit sehr gut und gelungen.

Was ich allerdings nicht ganz so gelungen fand war die Verbindung , die sie damit zu Milena hergestellt hat. Diese fand ich teilweise nicht ganz nachvollziehbar und ein bisschen konstruiert.
Trotzdem habe ich dieses Buch sehr gern gelesen und werde auch sicherlich das nächste Mal zu einer Neuerscheinung der Autorin greifen.

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Veröffentlicht am 19.10.2024

ein großartiges Buch

Kleine Monster
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In „Kleine Monster“ wird die Geschichte von Pia und Luca erzählt.Luca ist Pia‘s siebenjähriger Sohn, der bezichtigt wird, etwas mit einer Mitschülerin „angestellt“zu haben, „ übergriffig“ geworden zu sein, ...

In „Kleine Monster“ wird die Geschichte von Pia und Luca erzählt.Luca ist Pia‘s siebenjähriger Sohn, der bezichtigt wird, etwas mit einer Mitschülerin „angestellt“zu haben, „ übergriffig“ geworden zu sein, was , wir nicht genau definiert wird.
Pia kann nicht verstehen, warum sich Luca ihr nicht anvertraut und kann sich auch nicht vorstellen, dass er etwas Unrechtes getan hat, er ist schließlich noch ein Kind.
Die Geschichte macht in der Elternschaft die Runde und Pia wird aus der WhatsApp Gruppe ausgeschlossen und um ihren Sohn vor Ausgrenzung und Bestrafung zu schützen, nimmt sie ihn aus der Schule und fährt zu ihren Eltern und von da an erfährt der Leser etwas über Pia‘s Kindheit, die es in sich hat, über ihre Eltern und ihre Schwester Romy,die die Eltern adoptiert haben, weil sie die Hoffnung auf eigene Kinder aufgegeben hatten.

Jessica Lind legt mit „Kleine Monster“nach „Mutter“ ihren zweiten Roman vor und fordert den Leser genauso wie mit ihrem ersten Buch auch.
Sie lässt viel Raum für Intepretationen, konfrontiert den Leser mit viel Unsagbarem und schont weder ihre Nerven noch ihre Gefühle.

Ein Buch, dem ich atemlos gefolgt bin, dass mich geschockt und berührt hat und dem ich eine große Leseempfehlung ausspreche.

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Veröffentlicht am 15.10.2024

dieses Buch hat mich wütend gemacht

Die schönste Version
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Das Buch " Die schönste Version" erzählt die Geschichte von Jella , ihr Aufwachsen in der Lausitz, ihre Teenyzeit, die ersten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, ihre Selbstfindung als Frau und zuletzt, ...

Das Buch " Die schönste Version" erzählt die Geschichte von Jella , ihr Aufwachsen in der Lausitz, ihre Teenyzeit, die ersten Begegnungen mit dem anderen Geschlecht, ihre Selbstfindung als Frau und zuletzt, bzw parallel dazu erzählt es die Beziehung zu Yannik, die ich als toxische Beziehung bezeichnen würde und die in einer Katastrophe endet.

Ich habe in meiner Überschrift geschrieben, dass mich dieses Buch wütend gemacht hat und so war es auch.
Beginnen tut die Geschichte damit , dass Jella sich von Yannik trennt, weil er sie gewürgt hat und sie in dem Moment um ihr Leben gefürchtet hat. Sie ist bei ihrem Vater untergekommen, der allein lebt, da Jellas Mutter sich schon vor langer Zeit von ihm getrennt hat. Sie hat also nicht unbedingt ein Vorbild in ihren Eltern, wie eine Beziehung positiv ausgehen kann.
In Rückblicken erfahren wir von Jellas Jugend, ihren Kontakten zum anderen Geschlecht, das immer davon geprägt war " Was erwarten die Jungs von mir? Bin ich genug? Bringe ich das, was von mit erwartet wird? Nie standen ihre eigenen Bedürfnisse im Vordergrund. Sie machte Sachen und ließ Sachen mit sich machen, hinter denen sie nicht stand, nur um zu gefallen und als es zu einem sexuellen Übergriff kommt, gibt sie sich selbst eine Teilschuld.
Ist es da verwunderlich, dass sie sich in einer Beziehung wiederfindet, die ihr nicht gut tut, wo sie sich nach etwas Verständnis und Entgegenkommen vom Partner im siebten Himmel wähnt, aber gar nicht mitbekommt, wie narzistisch ihr Partner ist und sie nur verlieren kann ?

Dieses Buch hat mir wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist den Kindern Selbstbewusstsein mitzugeben, ihnen das Gefühl zu geben " Du bist in Ordnung , so wie du bist und deine Bedürfnisse sind wichtig und es ist ok nein zu sagen."
Auch das gesellschaftliche Frauenbild, dass immer noch vorgibt, dass die Frau dafür da ist, den Mann zufrieden zu stellen und das die politische Bewegung, die immer mehr nach rechts schwenkt und dieses wieder propagiert und unterstreicht, in eine falsche Richtung geht.

Ruth Maria Thomas hat mich gecatcht mit ihrem Buch, hat die Gefühle in mir zum Klingen gebracht, von denen ich dachte, sie wären überwunden nach Frauenbewegung und Emanzipation. Aber ich merke, diese Themen sind noch lange nicht aufgearbeitet.

Die Autorin hat es wirklich verstanden mit ihrer empathischen und flüssigen Erzählweise den Leser sehr nah an dieses Thema heranzuführen und ich glaube, es bleibt keiner unberührt nach dem Lesen des Buches und ich hoffe, dass ganz viele junge Frauen dieses Buch lesen und für sich den Schluss ziehen " Nicht mit mir".

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