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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.11.2025

Humorvoll, rasant und absolut süchtig machend

Drei Magier und eine Margarita
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Schon nach wenigen Minuten war klar: Dieses Hörbuch macht unglaublich viel Spaß. Die Sprecherin verleiht Tori genau die richtige Mischung aus Temperament, Sarkasmus und verletzlicher Stärke. Ihre Dialoge ...

Schon nach wenigen Minuten war klar: Dieses Hörbuch macht unglaublich viel Spaß. Die Sprecherin verleiht Tori genau die richtige Mischung aus Temperament, Sarkasmus und verletzlicher Stärke. Ihre Dialoge sitzen, die einzelnen Figuren bekommen klar erkennbare Stimmen und man hat nie das Gefühl, den Überblick zu verlieren. Besonders Toris impulsive Reaktionen und die Wortgefechte mit Aaron, Kai und Ezra wirken im Hörbuch noch lebendiger als in der Printversion.

Die Story selbst ist ein herrlich chaotischer Mix aus Urban Fantasy, Humor, Action und einer Prise Romantik, leicht, unterhaltsam und trotzdem spannend. Tori ist eine Protagonistin, die mit ihrer großen Klappe genauso oft Probleme löst wie verursacht. Genau das macht sie aber so liebenswert.

Die drei Magier sind allesamt überzeugend vertont: Aaron frech und energiegeladen, Ezra ruhig und geheimnisvoll, Kai klug und kontrolliert.

Zusammen ergänzen sie Tori perfekt und erzeugen eine Dynamik, die man einfach genießen muss. Die Magie wirkt gut erklärt, aber nie überladen, und die Geschichte hat eine angenehme Geschwindigkeit, die im Hörbuch besonders gut trägt.

Das Finale liefert ordentlich Spannung und man merkt gar nicht, wie schnell die Stunden verfliegen.

Eine grandiose Hörbuch-Umsetzung, die das volle Potenzial der humorvollen Urban-Fantasy-Geschichte ausschöpft. Die Sprecherin bringt Tori und die gesamte Gilde so lebendig rüber, dass man direkt selbst im „Crow and Hammer“ hinter der Bar stehen möchte.
Perfekt für Fans von lockerer Fantasy, schlagfertigen Heldinnen und leichten, mitreißenden Storys.

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Veröffentlicht am 21.11.2025

Cozy, katzig, magisch, ein perfektes Herbst-Hörbuch mit kleinen Schwächen

Werecat Café
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Mit Werecat Cafe hat man mir ein wunderbar herbstliches Hörbuch gegönnt, das genau das liefert, was ich mir von einer cozy Romantasy erhofft habe: Hexen, Magie, ein Katzencafe und eine zarte Lovestory, ...

Mit Werecat Cafe hat man mir ein wunderbar herbstliches Hörbuch gegönnt, das genau das liefert, was ich mir von einer cozy Romantasy erhofft habe: Hexen, Magie, ein Katzencafe und eine zarte Lovestory, in die man sich einkuscheln kann. Besonders schön fand ich, dass es zwei Sprecher*innen gibt, Martha Kindermann und Richard Lingscheidt, die Dorothy und Elliott jeweils eine eigene Stimme verleihen. Dadurch wirken die Perspektivwechsel sehr lebendig, und ich bin wirklich gern in diese Welt abgetaucht.

Die Grundidee mit dem Werkatzenfluch hat mir richtig gut gefallen, denn über Werkatzen hatte ich bisher noch nichts gelesen/gehört. Die Mischung aus magischer Tierärztin, chaotischem Katzencafe und verbotenem Fluch ist originell und sehr cozy umgesetzt. Dorothy mochte ich von Anfang an, vor allem ihre Entwicklung hat mich überzeugt. Sie löst sich nach und nach aus dem Schatten ihrer Drillingsschwestern und findet mehr zu sich selbst, was der Geschichte eine schöne emotionale Tiefe gibt. Elliott war mir grundsätzlich sympathisch, auch wenn ich seine Entscheidungen und Reaktionen nicht immer komplett nachvollziehen konnte.

Das Setting ist für mich einer der größten Pluspunkte: Snickerford und Canterbury strahlen absolutes Herbst- und Wohlfühlflair aus. Man spürt die Liebe zu den Katzen, die besondere Atmosphäre im Café und den leichten, humorvollen Ton der Geschichte. Als Hörbuch funktioniert das alles noch besser, weil die Stimmen die Stimmung gut tragen und man die Szenen sehr plastisch vor Augen hat.

Ganz rund war es für mich allerdings nicht. Gegen Ende wurde mir manches etwas „zu viel“, sowohl in der Plotentwicklung als auch in ein paar emotional sehr aufgeladenen Momenten. Die Spice-Szenen waren persönlich nicht ganz mein Fall; wer es lieber nur dezent oder gar nicht spicy mag, sollte das im Hinterkopf behalten, auch wenn der Fokus klar auf der Romantasy- und Cozy-Komponente liegt. Trotzdem hat mir die Geschichte insgesamt Freude gemacht, gerade als Herbsttitel zum Nebenbei-Hören.

Unterm Strich ist Werecat Café für mich eine wirklich schöne, warme Herbstgeschichte mit viel Katzenliebe, Magie und einer sympathischen Protagonistin, deren Entwicklung ich gern begleitet habe. Kleine Schwächen im letzten Drittel und beim Spice trüben den Gesamteindruck etwas, aber als cozy Hörbuch für verregnete Tage kann ich es definitiv empfehlen.

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Veröffentlicht am 17.11.2025

Mythologie trifft Emotion

The Witch's Heart - Das Verhängnis
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„The Witch's Heart“ war für mich eine überraschend vielschichtige und atmosphärische Lektüre, die mich auf eine Weise gefordert hat, wie es schon lange kein Buch mehr getan hat. Die Geschichte verbindet ...

„The Witch's Heart“ war für mich eine überraschend vielschichtige und atmosphärische Lektüre, die mich auf eine Weise gefordert hat, wie es schon lange kein Buch mehr getan hat. Die Geschichte verbindet nordische Mythologie mit persönlichem Schicksal und einem feministischen Unterton, der immer wieder zwischen den Zeilen mitschwingt. Angrboda als Protagonistin hat mich berührt: stark, still, unabhängig und gleichzeitig so verletzlich in ihrer Liebe zu ihren Kindern. Besonders das Ende hat mich emotional abgeholt, die Szenen mit ihren Kindern, ihre Opferbereitschaft und die Versöhnung mit Hel waren für mich die stärksten Momente des Buches.

Zugegeben, manche Abschnitte, vor allem die langen Reisepassagen, zogen sich für mich etwas, und ohne Vorkenntnisse zur Mythologie waren einige Ereignisse schwerer einzuordnen. Gleichzeitig hat genau das aber auch meinen Blick für die nordischen Sagen geöffnet und Lust gemacht, tiefer in die Originale einzutauchen. Die Autorin bleibt über weite Strecken erstaunlich nah an der Mythologie, erlaubt sich aber moderne Anpassungen, die der Geschichte emotionale Tiefe verleihen. Besonders gut gefallen hat mir die Figur Skadi, die für mich einer der größten Lichtblicke des Buches war.

Insgesamt bietet „The Witch's Heart“ eine ruhige, eindringliche und bildhafte Erzählung, die vielleicht nicht immer leicht zugänglich ist, aber dafür umso länger nachhallt. Für Leser*innen, die mythologische Geschichten mögen oder gerne etwas Ungewöhnliches entdecken wollen, ist dieses Buch definitiv einen Blick wert.

  • Einzelne Kategorien
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  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 04.11.2025

Zwischen Kaffee, Chaos und Kleinstadtklatsch

The Pumpkin Spice Latte Disaster
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Mit The Pumpkin Spice Latte Disaster startet Kyra Groh ihre neue Reihe rund um das charmante englische Dörfchen Lower Whilby und liefert eine gemütliche Kleinstadt-RomCom mit viel Banter, Humor und dem ...

Mit The Pumpkin Spice Latte Disaster startet Kyra Groh ihre neue Reihe rund um das charmante englische Dörfchen Lower Whilby und liefert eine gemütliche Kleinstadt-RomCom mit viel Banter, Humor und dem gewissen „Stars Hollow“-Feeling.

Jude kehrt zur Hochzeit ihrer Schwester in ihre Heimat zurück – ein Ort, dem sie eigentlich schon lange entfliehen wollte. Zwischen Kleinstadt-Gossip, Buchladen-Charme und einem Café namens Greasy Teaspoon trifft sie auf James, den grummeligen Barista und Sohn legendärer Britpop-Stars. Was mit gegenseitigem Genervtsein beginnt, entwickelt sich schnell zu einer zarten Romanze, bei der sich zwei Menschen begegnen, die beide auf ihre Art vor der Vergangenheit fliehen.

Kyra Grohs Schreibstil ist gewohnt locker, witzig und spritzig. Die Dialoge zwischen Jude und James haben mir besonders gut gefallen, ebenso das cozy Setting der Kleinstadt mit all ihren liebenswerten Eigenheiten. Auch ernstere Themen wie Selbstfindung, Familie und die Suche nach Beständigkeit finden hier Platz, ohne die Leichtigkeit der Geschichte zu nehmen.

Etwas schade fand ich, dass das versprochene Herbstgefühl, trotz des Titels, erst spät wirklich aufkam. Die Liebesgeschichte zwischen Jude und James blieb stellenweise eher körperlich als emotional, wodurch für mich etwas Tiefe verloren ging. Auch das Ende wirkte ein wenig abrupt, obwohl es insgesamt stimmig abgeschlossen wurde.

Trotz kleiner Schwächen ist The Pumpkin Spice Latte Disaster eine charmante, humorvolle und unterhaltsame Geschichte mit sympathischem Kleinstadtflair, liebenswerten Nebenfiguren und einigen wirklich schönen Momenten. Perfekt für alle, die leichte RomComs mit Wohlfühlatmosphäre lieben.

Fazit:
Eine süße, cozy Liebesgeschichte mit viel Humor, einer Prise Spice und britischem Kleinstadt-Charme – nicht mein stärkstes Herbstgefühl, aber ein gelungener Auftakt für die Lower-Whilby-Reihe.

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Veröffentlicht am 27.10.2025

Ein mitreißender Abschluss der fantastischen Buchreisenden-Dilogie

Die Buchreisenden - Eine Tür aus Silber und Lügen
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Mit Eine Tür aus Silber und Lügen findet die Geschichte um Adam und Elisa einen grandiosen Abschluss. Schon der erste Band hat mich begeistert, aber dieser zweite Teil hat alles übertroffen.

Der Einstieg ...

Mit Eine Tür aus Silber und Lügen findet die Geschichte um Adam und Elisa einen grandiosen Abschluss. Schon der erste Band hat mich begeistert, aber dieser zweite Teil hat alles übertroffen.

Der Einstieg gelingt sofort, denn Akram El-Bahay knüpft nahtlos an die Ereignisse des Vorgängers an. Die Handlung ist von Anfang an spannend, atmosphärisch dicht und voller überraschender Wendungen. Besonders beeindruckend fand ich, wie kunstvoll der Autor die verschiedenen Buchwelten miteinander verwebt, von Shakespeares Sommernachtstraum bis zur Artussage in Camelot. Jede Reise ist detailreich beschrieben und steckt voller Ideen, Magie und Symbolik.
Die Figuren bleiben dabei ebenso vielschichtig wie liebenswert. Adam ist ein Held wider Willen, Elisa eine starke, kluge Begleiterin, und auch Nebenfiguren wie Luthin oder Jane wachsen einem ans Herz. Gerade Adams Herkunft und das Zusammenspiel zwischen ihm, Jane und Abraham verleihen der Geschichte Tiefe und moralische Fragen, die noch lange nachhallen.
Zugegeben: Manche Passagen sind komplex, und nicht jedes Detail erschließt sich auf Anhieb, doch genau das macht den Reiz dieser Welt aus. Akram El-Bahay verlangt von seinen Leserinnen und Lesern Aufmerksamkeit, belohnt sie dafür aber mit einer durchdachten, poetischen und bildgewaltigen Geschichte. Besonders schön: Trotz aller düsteren Momente verzichtet der Autor auf übermäßige Brutalität und überlässt die Intensität der eigenen Vorstellungskraft.
Das Ende ist berührend, klug und vollkommen stimmig. Die Idee, dass nun jeder durch Begeisterung in Bücher reisen kann, ist ein wunderschönes Schlussbild für diese magische Dilogie.

Ein außergewöhnlich kreatives, vielschichtiges und atmosphärisches Fantasy-Abenteuer, das Buchliebhaber:innen direkt ins Herz trifft. Ein Abschluss voller Emotion, Tiefe und Magie, anspruchsvoll, berührend und absolut lesenswert.

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  • Fantasy