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Veröffentlicht am 22.10.2022

Bewegend

Wo die Wölfe sind
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Inti Flynn ist Biologin und Protagonistin sowie Ich-Erzählerin im Roman „Wo die Wölfe sind“, geschrieben von der Australierin Charlotte McConaghy. Sie leitet ein Projekt zur Wiederansiedlung von Wölfen ...

Inti Flynn ist Biologin und Protagonistin sowie Ich-Erzählerin im Roman „Wo die Wölfe sind“, geschrieben von der Australierin Charlotte McConaghy. Sie leitet ein Projekt zur Wiederansiedlung von Wölfen in Schottland, welches Teil einer Renaturierungsmaßnahme ist mit dem Ziel, den Klimawandel zu verlangsamen. Zu Beginn der Geschichte erzählt Inti beispielhaft eine Erinnerung, um den Lesenden zu verdeutlichen, dass sie unter Mirror-Touch-Synästesie leidet, einer neurologischen Störung bei der der eigene Körper das nachempfindet, was man bei anderen Lebewesen an Sinneswahrnehmung sieht.
Gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Aggie ist Inti auf zwei Kontinenten aufgewachsen, denn ihre Eltern leben seit langem getrennt. Der Vater ist Naturforscher und hat ihnen im kanadischen Vancouver die Liebe zur Natur nahegebracht. In Syndney in Australien arbeitet ihre Mutter als Ermittlerin bei der Polizei und beschäftigt sich in ihrem Kommissariat mit Missbrauchsfällen.
Nach einem furchterregenden Erlebnis an ihrer letzten Wirkungsstätte in Alaska freut Inti sich gemeinsam mit ihrer Schwester auf einen Neuanfang in Schottland. Während Aggie aufgrund der vergangenen Ereignisse zurückgezogen lebt, widmet sich Inti dem Wolfsprojekt. Dabei ist ihr klar, dass die wilden Tiere von den Anwohnern gefürchtet sind, die sich im Fall der Gefahr selbst verteidigen werden. Ein Zwischenfall gibt ihr Recht. Ihre eigene Liebe zu den Tieren treibt ungeahnte Auswüchse im Kampf um deren Leben, wobei sie von ihren eigenen Ängsten eingeholt wird.
Die Darstellung der Aussiedlung der Wölfe empfand ich als realistisch. Man spürt aus Intis Handlungen ihre Zuneigung zu den anpassungsfähigen Tieren. Gleichzeitig ist da aber auch ihr anhaltender Schmerz über das dramatische Geschehen in der Vergangenheit zu spüren, an dem sie sich eine Mitschuld gibt. Dabei geht es um den Missbrauch und Gewalt gegen Frauen. Durch die Tätigkeit ihrer Mutter hätte ich die beiden Schwestern sensibler für dieses Thema eingestellt gehalten, doch Inti wird sich über der Tragweite der physischen und psychischen Verletzungen erst bewusst als sie es über ihre Synästesie am eigenen Körper nachempfindet. In der kleinen Gemeinde in der Nähe des Wolfsreservats erspürt sie wieder einen Übergriff, der sie wütend, aber auch hilflos macht.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen menschliche Gefühle. Inti hat zu ihrer Schwester immer schon eine ganz besonders intensive Verbundenheit. Nicht immer war mir ihr Verhalten im Umgang mit Aggie verständlich. Beide leiden psychisch unter den vergangenen Geschehnissen. Zwar spricht die Autorin kurz an, dass professionelle Unterstützung hilfreich sein könnte, aber sie wird von den beiden nicht in Anspruch genommen.
Bei mir als Leserin warf die Erzählung die unterschiedlichsten Fragen auf, beispielsweise inwieweit wir als Menschen in die Natur eingreifen sollen. Welche Kriterien sollen wir dabei zugrunde legen? Sind es immer die „Richtigen“? Charlotte McConaghy betrachtet auch die Ansicht der ansässigen Landwirte, die ihre Schafe und Kühe frei weiden lassen.
Durch die Konstruktion der aktuellen Begebenheiten baut Charlotte McConaghy zunehmend Spannung auf, die sich zu einem furiosen Finale zuspitzt. Dabei halte ich den in der Fiktion geschilderten Umgang Intis mit ihrer eigenen Gesundheit und den Entschluss ihrer eigenen Schwester über ihr weiteres Leben für möglich, aber nicht wünschenswert.
Empathisch beschreibt Charlotte McConaghy in ihrem Roman „Wo die Wölfe sind“ die innere Zerrissenheit der Protagonistin Inti, die ein Projekt zur Auswilderung von Wölfen in Schottland leitet. Die dramatischen Erlebnisse in deren Vergangenheit werden immer mehr aufgedeckt und zeigen Inti als einen verstörten Charakter. Der Roman ist für feinfühlige Personen aufgrund bestimmter Darstellungen eher nicht geeignet und grundsätzlich ein emotionales bewegendes Leseerleben, das mich nachdenklich stimmte.

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Veröffentlicht am 22.10.2022

Bewegend

Die Stunde der Nebelkinder
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Die Autorin Stefanie Gregg hat mit dem Buch "Die Stunde der Nebelkinder" ein Stück der Vergangenheit in die Zukunft gebracht. Das Buch wurde sehr interessant, informativ und modern geschrieben damit die ...

Die Autorin Stefanie Gregg hat mit dem Buch "Die Stunde der Nebelkinder" ein Stück der Vergangenheit in die Zukunft gebracht. Das Buch wurde sehr interessant, informativ und modern geschrieben damit die jetzige Generation (wo ich ebenfalls hingehören) auch den Spaß an diesem Buch nicht verliert. Mich hat das Buch definitiv abgeholt und gefesselt. Es war ein kurzer Trip mit Helene, Käthe und Ana in die Vergangenheit und das Buch zeigt klar und deutlich das wir uns glücklich schätzen können in der jetzigen Zeit geboren worden zu sein und dankbar zu sein für das was diese Frauen in der Vergangenheit und hoffentlich noch in der Zukunft für uns geschafft haben bzw. vielleicht noch schaffen werden. Ich bedanke mich bei der Autorin für diese tolle Reise und hoffe das dieses Buch uns gegen das Vergessen hilft.

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Veröffentlicht am 22.10.2022

Spannend

Dark Clouds
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Es regnet. Es schüttet. Menschen verlieren ihr Hab & Gut. Überall in Europa häufen sich Wetterphänomene. Alles deutet auf eine mögliche Katastrophe. Leider gibt es nur wenige Menschen, die sich die Geschehen ...

Es regnet. Es schüttet. Menschen verlieren ihr Hab & Gut. Überall in Europa häufen sich Wetterphänomene. Alles deutet auf eine mögliche Katastrophe. Leider gibt es nur wenige Menschen, die sich die Geschehen genauer ansehen oder versucht andere und sich selbst, zu schützen. 3 zufällige Bekanntschaften ergeben eine Koalition in derer sie sich um eine Lösung bemühen. Nicht ahnend welche Gefahren außer dem, die Europäer tyrannisierendem Wetter, auf sie lauern. Das Cover passt super zur Geschichte und vermittelt schon eine Gewisse Info was im Buch passiert. Auch die Handlung und die Protagonisten sind sehr realitätsnah beschrieben. Der Schreibstil ist flüssig und man lernt ganz nebenbei noch das ein oder andere dazu. Trotz verschiedener Figuren und Handlungsstränge habe ich nie den Überblick verloren.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen und deshalb empfehle ich es gerne weiter.

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Veröffentlicht am 22.10.2022

Sehr informativ

Der Horror der frühen Chirurgie
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Wie der Titel schon suggeriert, geht es um die Chirurgie. Genauer gesagt um die Anfänge der plastischen Chirurgie und den Mann, der hier eine Pionierarbeit geleistet hat: Harold Delf Gillies.
„Er hatte ...

Wie der Titel schon suggeriert, geht es um die Chirurgie. Genauer gesagt um die Anfänge der plastischen Chirurgie und den Mann, der hier eine Pionierarbeit geleistet hat: Harold Delf Gillies.
„Er hatte schon Hunderte Gesichter operiert, aber er wusste, dass Selbstgefälligkeit der größte Feind des Chirurgen war. Die plastische Chirurgie gehorchte vielleicht bestimmten Grundprinzipien, aber sie war vor allem eines: eine eigene, hochspezialisierte Kunstgattung. “ Beim Lesen stellt man fest, dass diese eine wahnsinnige Entwicklung hinter sich hat. Ich fand besonders gut, daß die aufgeführte Entwicklung sehr gut recherchiert wurde, und man alles nachvollziehen kann. Das Buch fesselt einen regelrecht beim Lesen und nicht nur einmal bescherten mir die Detail getreuen Beschreibungen Albträume. Es ist auf jeden Fall festzuhalten, das das Buch nur für Leser mit guten Nerven geeignet ist. Man muß sich auf jeden Fall vor dem Lesen auf einiges einstellen. So lesen wir zum Beispiel von dem Professor und Maler Henry Tonks, der sich mit 52 Jahren Gillies‘ Klinik als Porträtzeichner zur Verfügung stellte, um die Veränderung der Gesichtszüge vor und nach der Operation zu dokumentieren. Oder von dem schwer verwundeten Soldaten Stanley Girling, dem sein Bruder Leonard durch die damals noch nicht ausgereifte Technik der Blutransfusion das Leben rettete – er selbst verstarb einem Tag später an einem Kreislaufzusammenbruch. Jeden, der sich für die Geschichte der Medizin interessiert, zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 25.09.2022

Solider Thriller

Mutterliebe
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Der Schreibstil der Autorin ist ungemein fesselnd und bildhaft.
Die Atmosphäre ist sehr schwer und beklemmend.
Nora ist eine Person, der man nicht unbedingt Sympathie entgegenbringt. Sie reißt dich in ...

Der Schreibstil der Autorin ist ungemein fesselnd und bildhaft.
Die Atmosphäre ist sehr schwer und beklemmend.
Nora ist eine Person, der man nicht unbedingt Sympathie entgegenbringt. Sie reißt dich in einen Strudel aus Empfindungen und du weißt einfach nicht, wer diese Person überhaupt ist.
Sie ist gebeutelt von ihren inneren Qualen und der mentalen Zerrissenheit und das trägt sie auch nach außen, ein Herankommen ist dadurch nur schwer möglich.
Irgendwie mochte ich sie, aber sie war mir auch ein permanentes Rätsel, wodurch ich sie nie ganz verstehen konnte. Rebecca Russ hat einen ihr eigenen Schreibstil, der extrem fesselnd und sehr bildhaft ist. Sei baut eine beklemmende Atmosphäre auf, die mich nicht mehr loslässt und ich verschwinde mit dem Buch auf dem Sofa. Gelesen habe ich das Buch an zwei Tagen, ich wollte einfach wissen, wie es weitergeht und konnte es nur schlecht aus der Hand legen. Insgesamt ein Krimi, den ich gerne gelesen habe. Daher gebe ich 4 Sterne.

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