Profilbild von Jackolino

Jackolino

Lesejury Star
offline

Jackolino ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jackolino über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.03.2026

Nackte Tatsachen

Strandgut
0

In Bordeaux wird gerade das Urteil gegen den Mörder des Schäfers aus dem letzten Fall von Luc Verlain und seiner Partnerin Anouk verkündet. Mitten hinein in die Urteilsverkündigung platzt der Anruf eines ...

In Bordeaux wird gerade das Urteil gegen den Mörder des Schäfers aus dem letzten Fall von Luc Verlain und seiner Partnerin Anouk verkündet. Mitten hinein in die Urteilsverkündigung platzt der Anruf eines lokalen Polizeibeamten, der von einem neuen Mordfall auf dem Campingplatz Euronat berichtet. Die Anwesenheit von Luc ist dringend erforderlich. Wie gut, dass er Minuten vorher seiner Partnerin aus dem letzten Fall – Rose Schillinger - noch eine Stelle in Bordeaux angeboten hatte, sie kann direkt mit ihrer Arbeit beginnen.
Ich empfand es als schönes Stilmittel, dass ein Fall direkt an den nächsten anschließt, der letzte Oetker-Krimi „WOLFSTAL“ endete mit den gleichen Worten, wie sie auch in diesem Krimi wieder verwendet werden. Er schließt sich nahtlos an.
Die Bürgermeisterin der Gemeinde Grayan hat den Vertrag mit Euronat gekündigt. Euronat ist einer größten Nacktbadestrände Frankreichs und schon in der Nachkriegszeit entstanden. Unter dem Vorwand, der Strand sei ursprünglich für wesentlich weniger Gäste zugelassen gewesen und die Gemeinde leide unter den 15.000 Besuchern im Sommer hat Madame Dujardin mit großem Bahnhof unter Beisein des Staatssekretärs des Verteidigungsministeriums diese Maßnahme verkündet. Sie will alle Hausbesitzer entschädigungslos enteignen.
Zwei Tage später ist der Staatssekretär Guy Martinez tot, ermordet auf dem Gelände von Euronat, liegt er nackt auf einem alten Bunker der Deutschen Wehrmacht. Wie kann es sein, dass jemand, der sich gerade noch für die Schließung des Geländes stark gemacht hat, zwei Tage später genau dort tot aufgefunden wird.
Natürlich sind zunächst einmal die alteingesessenen Pächter des FKK-Dorfes verdächtig, bald ergeben sich aber vollkommen neue Konstellationen.
Wir sind es gewohnt, dass die Ermittlungsmethoden von Luc Verlain und seinen Mitarbeitern schon einmal unorthodox sind, dieses Mal übertrifft er sich allerdings noch selbst. Allein die Vorstellung konnte einem schon mal ein Schmunzeln aufs Gesicht zaubern.
Luc ist zwar nur auf Dienstreise in Paris unterwegs, seine Schilderung der neuen verkehrsfreien Innenstadt an der Seine macht aber richtig Lust auf einen neuerlichen Besuch. Manchmal wahren Krimis, die eher Reiseführer sind, nicht das richtige Maß, hier fand ich die Beschreibungen aber passend und einladend.
Das Cover mit seinem breiten Sandstrand könnte nicht schöner sein, das blaue Meer im Hintergrund übt eine magische Anziehungskraft aus.
Wieder ein Luc Verlain-Krimi, den ich gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Spannende Unterhaltung vor faszinierendem Hintergrund

Trügerisches La Rochelle
0

Bei Arbeiten an einem Windpark auf hoher See ist ein Mann tödlich verunglückt. Sein Tod entpuppt sich schon bald als kaltblütiger Mord, aber an Bord herrscht Schweigen. Der Tote war alles andere als beliebt ...

Bei Arbeiten an einem Windpark auf hoher See ist ein Mann tödlich verunglückt. Sein Tod entpuppt sich schon bald als kaltblütiger Mord, aber an Bord herrscht Schweigen. Der Tote war alles andere als beliebt gewesen. Bis es zu einem weiteren tragischen Todesfall kommt.
Die Arbeiten werden sehr anschaulich beschrieben, trotzdem habe ich mir auf Youtube mal einige Videos solcher Aufbauarbeiten an Windparks auf hoher See angesehen. Man kann sich sonst kaum vorstellen, wie ein Schiff auf Stelzen gestellt wird, um an dem Turm eines Windrades arbeiten zu können und Rotorblätter anzubringen. Allein schon der Schauplatz dieses Mordes ist faszinierend, allerdings wahrscheinlich nicht für die Männer und Frauen, die tagaus, tagein hier ihre Arbeit verrichten müssen und das auch oft bei schlechterem Wetter, als es Chevalier bei seinen Ermittlungen hat.
Alan Poyet war Kontrolleur von Sicherheitsmaßnahmen bei der Arbeit an Windparks. Er war pingelig, nachtragend und in den Augen der Techniker und Monteure kein angenehmer Mensch. Er hatte außerdem genug Einfluss, dafür zu sorgen, dass Arbeiter ihren Job verloren, wenn er sie auf dem Kieker hatte. Ob im Affekt oder geplant, bei seinem Sturz wurde jedenfalls nachgeholfen und Chevalier und seinen Mitarbeitern obliegt nun die Suche nach dem Schuldigen. Der erste Verdächtige kommt kurz danach auf der Flucht vor Chevalier bei einem Sturz ums Leben.
Und dabei bleibt es nicht. Die Ermittler versuchen von der Motivseite die Zahl der Verdächtigen einzugrenzen. Sie sind sich sicher, dass der Schlüssel für die Morde an Bord in einem früheren Unfall zu suchen ist und konzentrieren sich daher auf die Vergangenheit. Da taucht auch so einiges an Ungereimtheiten auf, da gab es schwere Unfälle, Arbeiter kamen zu Tode oder wurden arbeitsunfähig. Und immer wieder versucht die Betreibergesellschaft, die Schuld von sich abzuwälzen, damit sie die lebenslangen Kosten nicht tragen muss.
Wir lernen die harte Seite dieser Arbeit kennen, die Menschen, die die Windräder montieren sind ohne Pause wochenlang an Bord, die Arbeit ist eng getaktet und die Regeln ausgesprochen streng gefasst.
Nachdem auch ein weiterer dringend Tatverdächtiger eines Morgens tot in seiner Kabine gefunden wird und eine nähere Begutachtung des Toten ergibt, dass auch er umgebracht wurde, müssen die Ermittlungen von vorne beginnen.
Es ist schon frustrierend, wenn die Motivsuche zwar immer wieder neue Ansatzpunkte ergibt, sich daraus aber im Endeffekt doch keine Anklage erheben lässt, weil z. B. Alibis hieb- und stichfest sind.
Natürlich werden die Morde schlussendlich geklärt, aber wir erleben den Frust der Beamten hautnah, die hohen Erwartungen der Vorgesetzten, die sich so gerne als erfolgreiche Behörde präsentieren wollen und Druck auf ihre Leute ausüben und wir erleben natürlich auch, dass Ermittler ein Privatleben haben und dass auch die Familie Ansprüche stellt, dass kleinere Unfälle das Privatleben durcheinanderbringen, allerdings auch, dass eine funktionierende und verständnisvolle Beziehung sehr viel Rückhalt geben kann.
Die Suche Chevaliers nach seiner Mutter ist ein Thema, das sich schon durch mehrere seiner Krimis zieht und möglicherweise wird es auch noch einige Bücher brauchen, um Licht ins Dunkel zu bringen. Gespannter bin ich auf die Verbindungen von Chevaliers Vorgesetzten Vignaud in obskure Kreise, da erhoffe ich mir im nächsten Band mehr Aufklärung. Vielleicht wird man ihn dann endlich los.
Für mich war es der dritte Band um Commissaire Chevalier und ich empfand ihn als spannende Unterhaltung vor einem faszinierenden Hintergrund. Ein Windpark-Errichterschiff als Schauplatz von Morden auszuwählen, das hatte etwas Besonderes und brachte dem Leser einen Arbeitsplatz näher, den man sonst nicht kennenlernt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Morde vor hohen Wellen

Die Tote von Nazaré
0

Mit »Die Tote von Nazaré« startet Miguel Silva eine neue Krimireihe – angesiedelt in Nazaré, wo der Atlantik nicht nur spektakulär, sondern auch unberechenbar ist.
Nazaré liegt ca. 100 km nördlich von ...

Mit »Die Tote von Nazaré« startet Miguel Silva eine neue Krimireihe – angesiedelt in Nazaré, wo der Atlantik nicht nur spektakulär, sondern auch unberechenbar ist.
Nazaré liegt ca. 100 km nördlich von Lissabon direkt am Meer und hat sich seit ca. 15 Jahren als Ort der Surfer etabliert. Hier gibt es die weltweit höchsten Wellen und dementsprechend treffen sich hier die Wellenreiter und ihre Fans.
Maren, Polizistin aus Köln, wurde während eines Banküberfalls schwer verletzt. Sie lag lange im Koma und kämpfte sich erst langsam wieder ins Leben zurück. Sie verglich diesen Kampf mit dem Auftauchen aus einer Riesenwelle und wahrscheinlich fiel auch deshalb ihre Entscheidung für Nazaré, den Ort, der sie endlich wieder gesund machen sollte.
Dummerweise findet sie bereits während ihres ersten Spaziergangs eine Leiche, die, nachdem sie die Polizei informiert hat, auch schon wieder verschwunden ist. Maren hat seit dem Überfall Probleme mit ihrer Erinnerung und traut sich noch nicht wieder zu, sich auf sich selbst zu verlassen. Sie hat Glück, dass der ermittelnde Inspetor João Ferreira der portugiesischen Polizei erstens fließend Deutsch spricht und ihr zweitens glaubt, zumal schon bald eine zweite Leiche auftaucht.
Nazaré ist eigentlich ein Ort, an dem man nachts die Haustüren nicht verschließen muss, die Morde erschüttern den Ort und rufen die portugiesischen Polizeikollegen auf den Plan.
Es stellt sich schließlich heraus, dass die Morde ihren Ursprung in Ereignissen in Köln hatten und dass diese Ereignisse noch weitere Morde nach sich ziehen. An Erholung ist jedenfalls für Maren erstmal nicht zu denken.
Was gefiel mir gut an diesem neuen Krimi aus Portugal?
Schon das Cover des Buches macht mit seinen blauen Kacheln klar, in welchem Land die Handlung spielt und Nazaré scheint mit seinen haushohen Wellen ein faszinierender Ort zu sein
Vor allem die portugiesischen Kommissare machten einen sehr kompetenten Eindruck und übertrafen damit ihre arroganten deutschen Counterparts um Längen, auch wenn die ihre vermeintliche Überlegenheit ständig zeigen mussten
Maren ist eine Frau mit Ecken und Kanten, nicht immer ganz einfach zu nehmen und auch gerne zu Alleingängen bereit, die sie auch in Gefahr bringen können. Da war es gut, dass Ferreira sehr besonnen war und sich bereits im Umgang mit Deutschen auskannte.
Der Krimi hatte reichlich Spannung, cozy konnte man ihn nicht wirklich nennen. Die Elemente, die noch etwas portugiesisches Lebensgefühl transportieren sollten, wie der Fado und Saudade wirkten künstlich und passten meiner Meinung nach nicht so ganz in die Handlung.
Dennoch fand ich, es war ein gut lesbarer und spannender Krimi, auf dessen Fortsetzung im nächsten Jahr ich mich schon freue.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.02.2026

Wenn Menschen das Schicksal kontrollieren wollen

Real Americans
0

„Real Americans“ ist der zweite Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Rachel Khong.
Eine Auster ziert das Cover in einem zarten Türkis, für mich ein Symbol für Verschlossenheit, andererseits aber ...

„Real Americans“ ist der zweite Roman der US-amerikanischen Schriftstellerin Rachel Khong.
Eine Auster ziert das Cover in einem zarten Türkis, für mich ein Symbol für Verschlossenheit, andererseits aber auch ein Symbol für Luxus, für eine teure Delikatesse, die gut zu Champagner passt. Beide Konnotationen passen gut zum Inhalt des Buches.
Auch der Titel des Buches wirft Fragen auf: Wer ist ein echter Amerikaner? Wir wissen, es ist ein Land von Einwanderern aus allen Ländern dieser Welt, einige früher, andere erst im 20. Jahrhundert. Und doch fühlen sich offenbar viele auch nach Generationen noch nicht richtig heimisch geworden.
Das Buch ist in drei Abschnitte eingeteilt und jeder Abschnitt ist aus Sicht einer anderen Person geschrieben.
• Abschnitt 1 aus Sicht von Lily, der Tochter chinesischer Einwanderer nach den USA zwischen 1999 - 2003
• Abschnitt 2 aus Sicht von Nick, Sohn von Lily ab 2021
• Abschnitt 3 aus Sicht von May, Mutter von Lily und Großmutter von Nick im Jahr 2030

Lily, eine junge Frau chinesischer Abstammung, aber schon in den USA geboren und aufgewachsen, arbeitet unentgeltlich als Praktikantin in einer Werbeagentur.
Bei der Weihnachtsfeier lernt sie den Neffen ihres Chefs kennen. Matthew ist der Erbe eines Pharma-Imperiums und steinreich, aber auch er hadert mit der Familie, den Erwartungen, dem vielen Geld, das ihm zur Verfügung steht. Die beiden verbringen ein Jahr zusammen, dann trennen sie sich, um sich zwei Jahre später wiederzutreffen und erneut der Anziehungskraft des jeweils anderen zu erliegen.
Die beiden heiraten und in China während einer Geschäftsreise wird ihr erstes Kind geboren. Aber Lily hat irgendwie immer noch das Gefühl in einem Traum gefangen zu sein, sie kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass ihr das tatsächlich passiert. Sie passt nicht in die neue Umgebung. In China spürt sie zum ersten Mal der Vergangenheit ihrer Mutter nach, die vor der Kulturrevolution eine vielversprechende Biologin und Wissenschaftlerin war. Ihre Eltern haben ihr nie von der Vergangenheit erzählt.

Im Jahr 2021 ist Nick bereits ein Teenager. Dieser Teil des Buches ist aus seiner Sicht geschrieben.
Lily hatte sich früh von Matthew getrennt, die Gründe erfahren wir erst nach und nach. Lily zog mit ihrem kleinen Sohn an die Westküste auf eine Insel vor Seattle. Nick wuchs in einfachen Verhältnissen auf, Lily wollte ihrem Sohn eine ganz normale Kindheit ermöglichen, fernab von Luxus und zu viel Berieselung durch die Medien.
Nun ist er an der Schwelle zum Erwachsenwerden und seine Mutter hat ihm immer noch nicht gesagt, wer sein Vater ist. Nach einem Gentest meldet sich einige Zeit später Matthew bei ihm, die beiden treffen sich, wann immer Matthew an der Westküste zu tun hat und Zeit erübrigen kann.
Er ist von seiner Mutter darauf getrimmt, Dinge aus eigener Kraft zu schaffen, jetzt erlebt er zum ersten Mal, wie wichtig ein großer Name im Hintergrund sein kann. Er entscheidet sich für ein Studium an der Yale University, nimmt es aber letztendlich seinem Vater übel, dass der Name Maier ihm die Zusage verschafft hat.
Auch mit seiner Mutter überwirft er sich, er wirft ihr vor, ihn belogen zu haben und bricht den Kontakt ab.

Der dritte Abschnitt führt uns in die Zukunft und ist aus Sicht von May, Lilys Mutter und Nicks Großmutter geschrieben. Aus der brillanten Wissenschaftlerin ist eine verarmte alte Frau geworden, ihr Mann ist lange vor ihr gestorben und sie lebt in der Nähe ihrer Tochter in San Francisco, ohne sie je zu sehen. Auch hier ist der Kontakt abgebrochen, auch wenn May ihn sich sehnlichst wünscht. Nick, ihr unbekannter Enkel lebt ebenfalls in San Francisco und trifft eines Tages zufällig auf seine Großmutter. Im Gespräch zwischen Großmutter und Enkel füllen sich nun alle Leerstellen.
Im Verlauf des Buches gibt es viel Unausgesprochenes, vieles bleibt offen. Manchmal fügt es sich im nächsten Abschnitt zusammen. Nick, der sich auch nie wirklich in sich selbst ruhend fühlte, findet wichtige Antworten für sich in den Gesprächen, sowohl mit seinem Vater, seinem Großvater väterlicherseits und seiner Großmutter.

Jede Generation hatte Entscheidungen für die jeweils nächste Generation getroffen, durchaus in bester Absicht, aber nicht in Übereinstimmung mit ihren Wünschen. Diese Entscheidungen und die fehlende Flexibilität, auch davon abzulassen, trug viel dazu bei, dass die Generationen sich entfremdeten. Erst Großmutter und Enkel, die sich gar nicht kennen, können unvoreingenommen aufeinander zugehen. Und sie tun das, was zwischen May und Lily oder zwischen Lily und Nick nie möglich war, sie reden endlich ehrlich miteinander.
Generationenkonflikte, die Frage nach Identität und kulturelle Assimilation sind aber nur einige Themen, die im Buch angesprochen werden. Genmanipulation, Geschwisterkonkurrenz, Erziehungsmethoden, das sind ganz unterschiedliche Komplexe, die eine größere oder mindere Rolle im Buch spielen.
Für mich war es ein sehr lesenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2026

Der Hund kommt immer zuerst

Das letzte Kind hat Fell
0

Angelika und Hans haben sich einen Lebenstraum erfüllt und verbringen ihren Ruhestand in der Nähe von Faro. Sie haben dort ein Häuschen gekauft und renoviert und leben sich gerade ein. Angelika steht kurz ...

Angelika und Hans haben sich einen Lebenstraum erfüllt und verbringen ihren Ruhestand in der Nähe von Faro. Sie haben dort ein Häuschen gekauft und renoviert und leben sich gerade ein. Angelika steht kurz vor ihrem 70. Geburtstag und dazu haben sich ihre Tochter Sandra und ihr Enkel Finn angesagt. Sandra ist LKW-Fahrerin und in ganz Europa unterwegs. Finn ruht sich nach einem BWL-Studium auf Bürgergeld aus, sein Lebensweg ist noch sehr offen, Finn will Fun und eine Dating-App vermittelt ihm wechselnde männliche Bekanntschaften.
Angelika ist die Seele der Familie, während ihrer Berufsjahre war sie Erzieherin und auch jetzt versucht sie noch, die Tochter und den Enkel in die richtigen Bahnen zu lenken. Ihr gefällt weder das Nomadenleben ihrer Tochter noch die Lethargie ihres Enkels. Die Homosexualität ist allerdings kein Thema, damit haben sich beide Großeltern arrangiert.
Ehemann Hans ist ein Bücherwurm, am liebsten verkriecht er sich den ganzen Tag hinter seinen Büchern. Jedoch war es Angelika gelungen, ihn zu einem Ausflug in die Umgebung zu überreden und auf diesem Ausflug läuft ihnen eine Mischung aus Labrador und Schäferhund zu. Sie lässt sich nicht abwimmeln, sitzt ganz bald bei ihnen im Auto und da niemand für den Hund in dieser Einöde zuständig zu sein scheint, darf er mitfahren.
Fellina bleibt also zunächst einmal bei ihnen und lebt sich sehr schnell ein, zumal sie von Angelika wie ein Nesthäkchen behandelt wird, das letzte Kind hat Fell.
Fellina bringt sehr bald deutlich mehr Abwechslung in ihr Leben, vor allem erweist sie sich als Kontaktanbahner mit der Nachbarschaft in gutem wie im schlechten Sinne.
Wir erleben im Buch den Aufenthalt der gesamten Familie während Angelikas Geburtstag, tauchen in die Familiengeschichte ein und erleben neue Weichenstellungen. Ich würde das Buch als Wohlfühlbuch bezeichnen, ohne großartige Höhen und Tiefen, auch wenn die Autorin versucht hat, noch einige Spannung in der Handlung unterzubringen.
Für mich ein lockeres Lesevergnügen zwischen vielen Krimis.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere