Dieser schwarze Humor ist ganz mein Ding
Gärten, Gift und kalte RacheDie Autorin Klaudia Blasl entführt uns in ihrem dritten Krimi um Gärten und Gift in das fiktive Dorf Oberdistelbrunn in Österreich. Der neue Bürgermeister hat sich zum Ziel gesetzt, sein Dorf aufblühen ...
Die Autorin Klaudia Blasl entführt uns in ihrem dritten Krimi um Gärten und Gift in das fiktive Dorf Oberdistelbrunn in Österreich. Der neue Bürgermeister hat sich zum Ziel gesetzt, sein Dorf aufblühen zu lassen und dafür 20.000 Blumenzwiebeln unter die Erde eines brachliegenden Grundstückes zu bringen. Natürlich sind auch die fünf Damen wieder dabei, die schon im letzten Krimi zur Aufklärung des Giftmordes maßgeblich beigetragen haben und prompt graben Pauline und Berta das Skelett eines Hundes aus. Wenn sie geahnt hätten, was das für Folgen haben würde…. Aber noch ist alles friedlich. Ein junger Naturschutzexperte – Patrick Pflaume, sehr treffend beschrieben - soll die Bewohner beraten und gerät mit den Dörflern aneinander. Vor allem Emma lässt sich nichts von ihm vorschreiben, ihre Kirschlorbeerhecke ist ihr plötzlich heilig geworden, egal wie giftig sie ist.
Pauline freut sich auf die Rückkehr ihres Mannes Fred aus der Reha nach einem Herzinfarkt. Sie hat sich fest vorgenommen, ihn in Zukunft nur noch gesund zu ernähren und ihn zu sportlichen Unternehmungen zu animieren. Aber schon am Morgen nach seiner Rückkehr liegt ein toter Jäger im Vorgarten ihres Hauses, offenbar vergiftet. Ohne Aufregung geht es also nicht. Und kurze Zeit später wird ein Freund und Saufkumpan des Ermordeten ebenfalls tot über einen Baum hängend aufgefunden. Darüber hinaus scheint sich auch Fred verändert zu haben, er telefoniert noch spät am Abend und verlässt das Haus ohne Angabe von Zielen oder Gründen. Das hat es schon Jahre nicht mehr gegeben. Pauline ist verzweifelt und wähnt ihren Fred auf Freiersfüßen.
Natürlich wird bei einem Doppelmord und den sich noch anschließenden Todesfällen die Polizei eingeschaltet und so kommt der cholerische Hauptkommissar Hartmann erneut zum Einsatz in Oberdistelbrunn. Wie schon beim letzten Fall schießt er sich direkt auf Pauline und ihre Familie ein, damals konnte er sie nicht des Mordes überführen, da wird es doch dieses Mal endlich klappen. Und natürlich verfolgt er auch dieses Mal wieder vollkommen falsche Fährten und blamiert sich bis auf die Knochen.
Klaudia Blasl versteht zum einen sehr viel von Pflanzen und ihren heilsamen oder schädlichen Eigenschaften. Sie ist außerdem eine Meisterin der sehr prägnanten Beschreibung und Charakterisierung von Personen und Orten, schlagfertig und lustig und mit Wortwitz gesegnet. Ihre Gespräche mit Berta, Emma, Bobo und Elsbeth sind ein Schlagabtausch, der aber immer auch von gegenseitiger Wertschätzung und Freundschaft geprägt ist. Berta spielt in diesem Buch als Kummerkasten für Pauline eine wichtige Rolle. Ein weiterer wichtiger Gesprächspartner ist Vincent, der Neffe von Pauline und Sohn ihrer Tochter. Ganz anders als bei Fred liegt ihm nämlich das Herz auf der Zunge, Fred hält nicht viel von Gefühlsäußerungen.
Der Krimi hält die Spannung bis zum Schluss, als Leser zittert man sich durch die letzten Seiten, bis sich dann doch alles klärt und das Motiv für die Morde klar wird. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich empfehle es gerne weiter.