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Veröffentlicht am 25.09.2020

Smart Home – Cozy Home ?

Die App – Sie kennen dich. Sie wissen, wo du wohnst.
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Seit knapp 1 Jahr wohnen Lisa und Hendrik zusammen, in wenigen Tagen wird ihre Hochzeit stattfinden.

Das Haus in dem sie wohnen, lässt keine Wünsche offen. Versehen mit einem Smart Home-System dessen ...

Seit knapp 1 Jahr wohnen Lisa und Hendrik zusammen, in wenigen Tagen wird ihre Hochzeit stattfinden.

Das Haus in dem sie wohnen, lässt keine Wünsche offen. Versehen mit einem Smart Home-System dessen Name „Adam“ ist, können sie ihre komplette Haustechnik über eine App auf dem Smartphone steuern. „Adam“ schaltet das Licht ein, sobald jemand ein Zimmer betritt – und schaltet es ebenfalls wieder aus, sobald dieser Jemand das Zimmer verlässt. Für die Haustüre benötigt man keinen Schlüssel, der Fingerabdruck und/oder ein Iris-Scan reichen aus. In jedem Raum wird zur eigenen Sicherheit eine Überwachungskamera gestartet, sobald jemand das Zimmer betritt. Die Heizung, der Kühlschrank, der Fernseher, die Rollos, die Treppenbeleuchtung, alles wird zuverlässig digital gesteuert oder … ups, hat da gerade während des Abendessens das Licht geflackert?

Hendrik ist Chirurg und Spezialist für Gelenks- und Knochenoperationen und muss nochmal zu einer Not-OP ins Krankenhaus, Linda bleibt alleine zu Hause, es ist spät am Abend, sie möchte gleich schlafen gehen. Als Hendrik nach der OP müde nach Hause kommt, ist das Bett leer und Linda verschwunden. Wenn es ein Einbrecher war, warum hat „Adam“ keinen Alarm ausgelöst?

Obwohl Hendrik sich sicher ist, dass Linda das Haus nicht freiwillig verlassen hat, geht die Polizei davon aus, dass sie die Chance genutzt hat, ihren zukünftigen Mann zu verlassen. Es gibt einige Indizien, die darauf hinweisen.

Innerhalb der letzten Tage sind in Hamburg jedoch mehrere Menschen spurlos aus ihrem Zuhause verschwunden. In allen Häusern ist das Smart Home-System „Adam“ installiert……..

„Die App“ ist der neue Psycho-Thriller des Autors Arno Strobel und auch in diesem Buch hat er erneut ein brandaktuelles Thema aufbereitet, denn viele Dinge des täglichen Lebens steuern wir heute überwiegend über unsere Smartphones. Fitness-Tracker, Ernährungs-Apps, Musik-Streaming über internetbasierte persönliche Assistenten, warum nicht auch die Haushaltsgeräte über eine App steuern? Das Leben kann so einfach sein. Was aber, wenn ein solches System anfängt (s)ein Eigenleben zu führen?

Mit Linda und Hendrik hat Arno Strobel zwei sehr sympathische Charaktere erschaffen. Die Beiden sitzen gemeinsam bei Abendessen und reden über ihre bevorstehende Hochzeit und ihre Hochzeitsreise und beide erwecken den Anschein, als ob sie sich auf ihre gemeinsame Zukunft freuen. Dann verschwindet Linda und für Hendrik bricht eine Welt zusammen, als die Polizei – anhand der Indizien – davon ausgeht, dass Linda ihn verlassen haben soll. Für Hendrik ist dieser Gedanke unerträglich.

Die beiden Kommissare Sprang und Kantstein, die in diesem Fall ermitteln, sind sich anfangs einig, dass Linda Henrik verlassen hat. Nachdem Hendrik jedoch einige überzeugende Gegenargumente vorgelegt hat, lässt sich zumindest einer der beiden Polizisten davon überzeugen, dass ihre Theorie genau so gut auch falsch sein könnte.

Hendrik de-installiert die „Adam“-App auf seinem Smartphone – kurze Zeit später ist sie wieder installiert und aktiv. Hendrik fährt das Smart Home-System an der hauseigenen Steuerung herunter – kurze Zeit später leuchten wieder die grünen Lampen, dass das System arbeitet.
Unerwartet erhält Hendrik Unterstützung von einer jungen Psychologiestudentin namens Alexandra, die bis vor wenigen Tagen beim Hamburger LKA ein Praktikum gemacht hat und im Rahmen ihrer Arbeit auf die Vermisstenfälle aufmerksam geworden ist. Können Alexandras Kontakte ins Darknet helfen?

Gemeinsam decken Alexandra und Hendrik nach und nach die grausame Wahrheit auf.

Parallel zum Handlungsstrang von Hendrik, gibt es noch den Strang einer unbekannten Person. Die Vorkommnisse sind in kursiver Schrift gehalten, damit sich die Handlungsstränge voneinander abheben. Diese unbekannte Person befindet sich wahrscheinlich in einem alten Operationssaal, auf einem Metalltisch liegend und nicht fähig, außer den Augen, ein Körperteil zu bewegen. Um ihn/sie herum hantiert ein Mensch mit einer blutigen Schlachter-Schürze.

Beide Handlungsstränge werden aus der Sicht einer unbeteiligten dritten Person erzählt.

Der Schreibstil des Autors ist, wie auch in den beiden anderen Büchern, die ich von Arno Strobel kenne, fließend und schnell zu lesen. Die Spannung baut sich schon gleich zu Anfang der Geschichte auf und kann auch weitestgehend das ganze Buch über gehalten werden. Tatsächlich finde ich dieses Buch in großen Teilen besser als „Offline“ oder „Schlusstakt“ ….. wenn denn da dieser Schluss nicht wäre.

Der Moment, in dem sich offenbart, welche Personen wie und warum in die Geschichte verstrickt sind, lässt meine Begeisterung für dieses Buch wieder abflachen. Dieses Ende ist für meinen Geschmack zu sehr konstruiert und hat mich dann doch etwas enttäuscht zurück gelassen. Da wäre viel mehr möglich gewesen.

Veröffentlicht am 18.09.2020

Der 1. Fall für Personenschützer Stefan Trapp

Im Auge des Mörders
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In Köln treibt ein Serientäter sein Unwesen. Er tötet seine Opfer aber nicht gleich – nein, er vergewaltigt sie zuerst und kehrt erst einige Wochen später zu ihnen zurück, um sie dann zu töten. Kurioserweise ...

In Köln treibt ein Serientäter sein Unwesen. Er tötet seine Opfer aber nicht gleich – nein, er vergewaltigt sie zuerst und kehrt erst einige Wochen später zu ihnen zurück, um sie dann zu töten. Kurioserweise kommt er immer an seine Opfer ran; auch wenn sie unter Polizeischutz stehen oder sich sogar in einer von der Polizei angemieteten Schutzwohnung befinden. Auf sein Konto gehen bis jetzt 5 Vergewaltigungen und folglich ebenso 5 Morde. Auffallend ist, dass der Täter seinen Opfern die Zunge herausschneidet.

Eva Haller ist freiberuflichen Journalistin. Aus einem Experiment, welches sie an ihrem 30. Geburtstag in leicht alkoholisiertem Zustand ins Leben gerufen hatte, entstand der Eva-Haller-Blog auf welchem sie sich seit 5 Jahren hauptsächlich Themen widmet, die sich mit der Benachteiligung der Frau in der modernen Gesellschaft beschäftigen. In Zusammenhang mit den unaufgeklärten Morden veröffentlicht sie einen Blogeintrag, in welchem sie sich über die Unfähigkeit der Polizei auslässt, diese Frauen ausreichend zu schützen.

Scheinbar liest auch der Serienmörder den Eva Haller-Blog, denn er kommentiert genau diesen Beitrag und endet mit dem Satz: „Am besten legst Du Dich jetzt schlafen, damit Du für unser Rendezvous ausgeruht bist“.

Kurz darauf dringt ein Unbekannter in Evas Wohnung ein und bedroht sie. Glücklicherweise ist Eva eine hervorragende Bogenschützin und sie kann sich den vermeintlichen Serienmörder mit Hilfe von Pfeil und Bogen vom Leib halten. Wenig später findet Eva erneut einen Kommentar auf ihrem Blog, der mit den Worten endet „Wir sehen uns bald. Ziemlich bald.“

Da Eva kein Vertrauen in die Polizei hat, engagiert sie einen Bodyguard, den sie aufgrund einer erst kurz zurückliegenden Reportage über Personenschützer kennengelernt hat. Stefan Trapp ist ehemaliger Bundeswehroffizier und hat sich nach seiner Soldatenkarriere als freiberuflicher Leibwächter selbständig gemacht.

Kann Trapp Eva schützen? Oder versagt er, ebenso wie die Polizei?

„Im Auge des Mörders“ ist der 1. Teil einer Dilogie, die den Beinamen „Der Leibwächter“ trägt und in welcher der Personenschützer Stefan Trapp als Ermittler im Vordergrund steht. Für mich ist es das erste Buch überhaupt, welches ich von Marcus Hünnebeck gelesen habe.

Die Tatsache, dass eben Stefan Trapp als Ermittler/Leibwächter im Vordergrund stehen soll, habe ich als Leserin leider so nicht wahrgenommen. Für mich steht hier eindeutig Eva Haller im Vordergrund, denn es werden ausreichend Informationen über ihre Person, ihr Hobby (Bogenschießen) und ihren Blog aufgeführt, auf die Vita von Stefan Trapp wird eher nebensächlich eingegangen.

Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm und ich habe das Buch tatsächlich innerhalb weniger Stunden gelesen, die Spannung, die mich das Buch nicht aus der Hand legen lässt, ist vorhanden. Meiner Meinung nach handelt es sich hier aber eher um einen wirklich guten Krimi als um einen Thriller, denn das was passierte, ist mir für einen Thriller zu wenig.

Stefan Trapp ist gut in seinem Job, jedoch ist auch er nur ein Mensch und macht Fehler. Selbst mit Hilfe modernster Technik kann Trapp es nicht verhindern, dass Eva ein zweites Mal in die Hände dieses Mörders gerät.

An dieser Stelle bin ich mir dann nicht so ganz sicher, ob ein Vergewaltiger und Mörder sich ernsthaft darüber Gedanken macht, ob sein Opfer gerade eine frische Intimrasur hinter sich hat oder nicht. Da ich kein Serienmörder bin, kann ich diese Frage für mich nicht abschließend behandeln, es schien mir jedoch irgendwie surreal in einer Situation, in der der Mörder sein Opfer endlich in den Fängen hat. Vergewaltigern ist es doch üblicherweise egal, ob man frisch gewaschen oder rasiert ist, es geht doch um Machtausübung und Gewalt und nicht um hygienische Aspekte.

Im richtigen Leben mag ich weder Gewalt, noch kann ich Blut sehen. Für einen Thriller war es mir jedoch deutlich zu sanft, was der Täter mit Eva angestellt hat.

Alle Charaktere sind gut und bildhaft beschrieben und der Autor versteht es, verschiedene Personen so in den Fokus zu rücken, so dass man denkt der Täter ist entlarvt. Wenige Seiten weiter sieht das alles dann wieder ganz anders aus.

Auch wenn die Polizei eher im Hintergrund die Ermittlungen betreibt, weil Haller und Trapp mehr im Vordergrund agieren, gibt es auch hier diesen einen Polizisten, der sein seine ganz persönlichen Dämonen bekämpfen muss und vielleicht genau deswegen unfähig ist, diesen Fall zu lösen. Ist Polizeirat Ferdinand Grohl sogar der Serienmörder?

Der Unterschied zwischen einem Krimi und einem Thriller ist für mich, dass man bei einem Krimi den Täter nicht kennt, bei einem Thriller die Geschichte aber oftmals aus Sicht des Täters mitverfolgt. Hier wurde erst zum Schluss der Story der Mörder sowie sein Motiv enttarnt.

Das Buch hat mich einige Stunden gut unterhalten, es hat mich aber nicht – wie ich es bei einem Thriller erwarte – in die Handlung eingesogen.

Veröffentlicht am 06.09.2020

Es heißt Abschied nehmen von Asenza

Das Vermächtnis der Seidenvilla
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Es ist November. Die Seidenmanufaktur läuft gut, die Stimmung unter den WeberInnen ist ausgeglichen und friedlich, das Auftragsbuch ist gut gefüllt, Nathalie hat gerade ihren Sohn Peter (Pietrino genannt) ...

Es ist November. Die Seidenmanufaktur läuft gut, die Stimmung unter den WeberInnen ist ausgeglichen und friedlich, das Auftragsbuch ist gut gefüllt, Nathalie hat gerade ihren Sohn Peter (Pietrino genannt) zur Welt gebracht und Angela und Vittorio möchten sich nun endlich der Frage widmen, wann der beste Zeitpunkt für ihre Hochzeit sei. Das Leben läuft jedoch nach einem bestimmten Muster, und wenn es einem eine Zeit lang gut geht, kommt sicherlich etwas (oder jemand), um einem Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Amadeo, Vittorios Sohn aus der Ehe mit seiner verstorbenen Frau, taucht nach Jahren der Funkstille auf der Bildfläche auf und macht Vittorio das Leben schwer, ebenso seine Mutter Constanza, die mit der Verbindung ihres Sohnes zu Angela noch immer nicht einverstanden ist. Damit ist es aber noch nicht genug, denn Angela muss sich in einer Erbsache durchsetzen und ein Geheimnis offenbaren, welches sie eigentlich nicht offenbaren wollte …..

Schafft Angela es erneut sich durchzusetzen, oder verliert sie dieses Mal alles?

„Das Vermächtnis der Seidenvilla“ ist der 3. und letzte Teil der Seidenvilla-Trilogie der Autorin Tabea Bach, welcher am 28.07.2020 erschienen ist. Erfreulicherweise sind die 3 Bände in sehr kurzen Abständen erschienen, so dass ich auch dieses Mal wieder nach wenigen Sätzen mitten im Geschehen war.

Wie auch in den vorherigen Bänden macht es auch hier wieder sehr viel Spaß, Angela und ihren WeberInnen über die Schulter zu schauen. Die Autorin hat in allen 3 Bänden sehr viel Fachwissen zum Thema Seide und dem Handwerk der Weberei untergebracht und ich konnte es mir lebhaft vorstellen, wie es aussieht, wenn mal wieder eine neue Kette auf den Orsolino aufgezogen werden musste oder, wenn mit dem Webschiffchen der Schussfaden durch die Kettfäden gezogen wurde. Ein großes Lob an Tabea Bach, ich mag es, wenn man in Büchern so ganz nebenbei noch etwas Allgemeinwissen mitnehmen kann.

Die Charaktere kennen wir alle schon aus den vorherigen Bänden, bis auf Amadeo, Vittorios Sohn. Wenn man das Motiv Amadeos kennt, dann versteht man auch, warum er seinem Vater solch schwere Vorwürfe macht. In meinen Augen sind diese Vorwürfe absolut gerechtfertigt und hier zeigt es sich wieder einmal, dass Kommunikation so manches Missverständnis gar nicht erst hätte aufkommen lassen. Vittorio hat seinem Sohn nie erklärt, warum er so gehandelt hat, Amadeo hat es aber auch leider nie hinterfragt. Vater und Sohn brauchen einige Zeit um sich wieder anzunähern, aber letztendlich ist Blut dann doch dicker als Wasser.

Constanza findet irgendwann ihren Frieden mit Angela, dazu braucht es aber tatsächlich eine kleine Katastrophe.

Erinnert sich noch jemand an Lidia? Die Weberin, die im 1. Teil so großen Ärger in der „Tessitura die Asenza“ gemacht hat? Lidia hatte damals die Seidenweberei verlassen, weil ihr Angelas größter Konkurrent aus Venedig ein besseres Angebot gemacht hatte. Nun, in diesem Band hören und lesen wir wieder von Lidia.

Nathalie hat eine unangenehme Begegnung die mit einer Person in Zusammenhang steht, mit der sie nichts mehr zu tun haben möchte. Und in einer der Schneiderinnen findet sie eine gute Freundin.

Tessa wird in diesem Band mehr oder weniger nur am Rande erwähnt, sie hat keine herausragende Rolle mehr. Lorenzo Rivalecca wird dafür mehr Aufmerksamkeit zugedacht.
Alles in allem geht es auch im dritten Band auf und ab, so wie es im richtigen Leben eben passiert. Jeder einzelne der Protagonisten hat sein Päckchen zu tragen und mal tragen sie dieses Päckchen mit Leichtigkeit, mal glauben sie, von der Last erdrückt zu werden.

Das Ende der Geschichte lässt mich zufrieden zurück, denn alles ist für alle Personen geklärt, es sind keine Fragen mehr offen.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.08.2020

Der 6. Fall für Lena Lorenzen

Der Tote auf Amrum
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Nach dem Unfalltod ihrer Mutter und einem Streit mit ihrem Vater hat Kriminalhauptkommissarin Lena Lorenzen vor Jahren ihre Heimat-Insel Amrum verlassen. Seit dieser Zeit arbeitet sie in Kiel beim LKA. ...

Nach dem Unfalltod ihrer Mutter und einem Streit mit ihrem Vater hat Kriminalhauptkommissarin Lena Lorenzen vor Jahren ihre Heimat-Insel Amrum verlassen. Seit dieser Zeit arbeitet sie in Kiel beim LKA.

Als auf Amrum der 63jährige Marten Hilmer tot aufgefunden wird, benötigt Kriminaldirektor Warnke Ermittler mit Ortskenntnis und schickt deswegen Lena Lorenzen und ihren Kollegen Johann Grasmann auf die Insel. Der Tote, Marten Hilmer, war nicht nur Eigentümer unzähliger Ferienhäuser auf Amrum sondern mischte auch, wenn auch nur im Hintergrund, in der Inselpolitik mit.

Bei der Tatortbesichtigung findet Lena zwischen den persönlichen Dingen Hilmers ein Foto ihrer verstorbenen Mutter und nun muss sie neben der Todesursache auch noch herausfinden, woher Hilmer und ihre Mutter sich kannten und in welchem Verhältnis die Beiden zueinander standen.

Im Magen des Toten wurden bei der Obduktion 2 Substanzen entdeckt: Lidocain – ein Lokalanästhetikum (Betäubungsmittel) – und Alkohol in Form von Sherry. Basierend auf diesen Erkenntnissen, könnte der Tod von Hilmer sowohl Selbstmord, als auch Mord gewesen sein.

Ein Tatverdächtiger ist schnell gefasst, die Vorwürfen gegen ihn stehen jedoch auf wackligen Beinen, denn einige von Hilmers Bettgespielinnen hätten ein ebenso starkes Motiv.

Hat Hilmer beim Immobilienkauf jemanden über den Tisch gezogen oder hatte eine seiner zahlreichen Liebschaften den Sherry vergiftet?

Es wird sehr persönlich im 6. Fall der Inselkommissarin Lena Lorenzen.

„Der Tote auf Amrum“ ist – wie schon erwähnt - der 6. Fall in dem die KHKin Lena Lorenz ermittelt. Ich konnte dieser Geschichte jedoch sehr gut auch ohne Vorkenntnis der anderen Fälle folgen, denn für mich war es der 1. Fall der Kommissarin.

Wie es in Krimis und Thrillern heute üblich ist, kämpft auch hier die Hauptermittlerin gegen ihre eigenen Dämonen. In diesem Fall sind es sogar 2, denn Lena möchte sich nun doch gegen ihren ehemaligen Vorgesetzten Groll zur Wehr setzen und die Verbindung zwischen Hilmer und ihrer Mutter zerstört vieles von den Dingen, an die Lena bis jetzt geglaubt hat.

Obwohl mir Lena nicht unsympathisch ist, werde ich trotzdem mit ihrer Art nicht warm. Das ist schade, denn aus diesem Grund lese ich diesen Krimi als unbeteiligte Person. Ich lese von Lenas privaten Problemen, sie berühren mich aber leider nicht. Mir fehlt in ihren Ermittlungen der Biss und in ihrer privaten Beziehung die Emotionen. Alles fließt gleichbleibend langsam vor sich hin.

Die Autorin hat hier einen sehr ruhigen Krimi geschaffen, ohne großes Drama und ohne viel Action, was mich anfangs überhaupt nicht gestört hat, über die Mitte hinweg hat mir dann aber tatsächlich doch ein wenig die Spannung gefehlt. Es werden sehr viele Verhöre detailliert beschrieben und das hätte durchaus etwas weniger sein dürfen, zumal die gleichen Personen mehrmals befragt wurden.

Was ihren persönlichen Fall betrifft, die Anzeige gegen ihren ehemaligen Vorgesetzten Groll, so schreckt Lena nicht davor zurück zu unlauteren Mitteln zu greifen. Für mich als Leserin (und als Frau!!) ist dieses Vorgehen absolut nachvollziehbar. Schade nur, dass es vor Gericht nicht zugelassen werden würde.

Grundsätzlich sind alle handelnden Charaktere gut beschrieben, man kann sich jede einzelne Person vorstellen, dem ein oder anderen fehlt jedoch ein wenig Tiefe.

Der Plot hinter der Geschichte hat mir gut gefallen, die Umsetzung hätte für meinen Geschmack ein wenig spannender sein dürfen. Ich mag es gerne unblutig und es muss auch nicht so actionbehaftet sein, hier hätte es aber gerne etwas mehr sein dürfen.

Veröffentlicht am 24.08.2020

Alles fügt sich an seinen Platz

Zeiten des Sturms (Sheridan-Grant-Serie 3)
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Durch Zufall war Sheridan Grant in „Straße nach Nirgendwo“ in Rockbridge gelandet und hat dort Dr. Paul Sutton kennen- und lieben gelernt. Nun soll in Kürze die Hochzeit der Beiden stattfinden, bei der ...

Durch Zufall war Sheridan Grant in „Straße nach Nirgendwo“ in Rockbridge gelandet und hat dort Dr. Paul Sutton kennen- und lieben gelernt. Nun soll in Kürze die Hochzeit der Beiden stattfinden, bei der Anprobe des Hochzeitskleides gerät Sheridan jedoch in Panik:

Verzweiflung überrollte mich, als mir klar wurde, dass ich in einen Käfig geraten war, einen goldenen zwar, aber ein Käfig blieb ein Käfig.

Nach einer unschönen Begegnung mit Ethan Dubois, dem Zuhälter aus Band 2, und einem daraus resultierenden Krankenhausaufenthalt, fasst sie dann doch den Entschluss, Paul zu verlassen und zu ihrer Familie auf die Willow Creek Farm in Nebraska zurückzukehren.

Nachdem Sheridan im Kreise ihrer Familie nach ein paar Wochen wieder zu sich selbst gefunden hat, ergreift sie mit beiden Händen die Chance, die sich ihr nun endlich bietet und auf die sie so lange gewartet hat: Singer-Songwriterin zu werden.

Sheridan wird ein großer Stern am Musikhimmel – aber wenn man Leichen im Keller hat, muss man damit rechnen, dass irgendjemand sie irgendwann ausgraben und ans Tageslicht zerren wird.

Schafft Sheridan es endlich, mit ihrer Vergangenheit Frieden zu schließen und glücklich zu werden?

„Zeiten des Sturms“ ist der 3. Teil der Sheridan-Grant-Trilogie aus der Feder der Autorin Nele Neuhaus. Neben „Sommer der Wahrheit“ und „Straße nach Nirgendwo“ konnte mich auch der letzte Teil der Geschichte um Sheridan Grant wieder begeistern. Ich habe Band 1 und 2 erst vor kurzem gelesen, so dass ich nach ein paar Seiten wieder mitten im Geschehen angekommen war.

Der Schreibstil von Nele Neuhaus ist nach wie vor leicht und flüssig zu lesen und dadurch, dass permanent etwas passiert, wird es auch im 3. Teil – der knapp 500 Seiten umfasst - nicht langweilig

Die Charaktere sind identisch mit den Charakteren aus Band 1 und 2, auf ihrem Werdegang als neuer Stern am Musikhimmel kommen ein paar neue Personen aus der Musik-Szene hinzu. Diese wurden von der Autorin lebensecht ins Geschehen eingefügt. Menschen mit Ecken und Kanten, mit Vorlieben und Abneigungen, Menschen die es gut mit Sheridan meinen und Menschen, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind …. wie im richtigen Leben eben.

Auch in diesem Buch frage ich mich des öfteren, wie Sheridan all das ertragen kann ohne daran zu zerbrechen oder einfach „nur“ zu verzweifeln. Denn es passiert einiges, was in jedem Menschen tiefe Narben zurücklassen würde. Bei Sheridan kann man manchmal den Eindruck bekommen, dass sie alles einfach von sich abschüttelt, nichts geht ihr wirklich nahe. Dem ist sicherlich nicht so - letztendlich aber handelt es sich um eine fiktive Geschichte in der alles möglich ist.

Obwohl Sheridan zwischenzeitlich 21 Jahre alt ist, ist sie teilweise noch genau so naiv wie in den Anfängen ihrer Lebensgeschichte. Sie verliebt sich in einen jungen Mann, den sie auf einer Tankstelle kennenlernt und der ihr mit seinem Ersatzrad aushilft. Es reicht eine kurze Begegnung, ein kurzer Small-Talk und Sheridan brennt hoffnungslos für diesen Typen. Dieses Verhalten zieht sich durch alle 3 Bände und hat sie schon mehr als einmal in Schwierigkeiten gebracht.

Ebenso naiv wie dumm ist sie, als sie eine frühere Bekannte als ihre Managerin einstellt. Sie vertraut ihre Finanzen einen Menschen an, den sie in einem unschönen Teil ihres Lebens kennengelernt hatte, tatsächlich aber nichts über diese Person weiß. Nur, dass sie ihr einmal das Leben gerettet hat.

Manchmal hätte ich Sheridan einfach nur schütteln wollen.

Parallel zu Sheridans Geschichte erfahren wir in diesem Band von Marcus Goldstein. Marcus ist gerade 60 Jahre alt geworden und arbeitet manchmal als Unternehmensberater für Firmen aus der Musik- oder Filmbranche. Gerade wurde er um Hilfe gebeten, die marode Firma CEMC (California Entertainment and Music Corporation) zu retten. Im Zusammenhang mit dieser Rettungsaktion wird er auf Sheridan und ihr Talent aufmerksam und macht ihr ein Angebot, welches sie nicht ausschlagen kann, wenn sie ihren Traum verwirklichen möchte.

Sheridans Ausflug in die Musikbranche wurde sehr glaubhaft dargestellt. Vermutlich spielt es sich genau so ab in diesem Metier. Niemand nimmt auf den Anderen Rücksicht, jeder benutzt ausschließlich seine Ellenbogen und schaut, dass er das größte Stück vom Kuchen bekommt, ohne Rücksicht auf Verluste. Hier hätte das Script durchaus ein wenig gekürzt werden können, denn die Ausführungen waren doch manchmal schon sehr detailliert.

Das Verhältnis zu ihrem Bruder Jordan ist ziemlich frostig in diesem Buch und dafür gibt es auch einen guten Grund.

Im letzten Band kommt nun aber etwas hinzu, worin ich absolut keine Notwendigkeit sehe: Sheridan wird auf einmal als Synästhesistin hingestellt. Jemand, der unter dem neurobiologischen Phänomen der Synästhesie leidet, kann gleichzeitig Farben und Muster sehen, wenn er/sie Stimmen, Geräusche oder Musik hört/hören. Für mich hat das ein klein wenig das Bild von Sheridan zerstört, das ich mir von ihr gemacht hatte. Es erscheint es mir unglaubwürdig, da in den Jahren, in denen ich Sheridan als Leserin auf ihrem Weg begleitet habe, darüber nie auch nur ein Wort gefallen ist. Für den Abschluss der Geschichte hätte es diese Fähigkeit nicht gebraucht.

Alles in allem ist „Zeiten des Sturms“ ein würdiger Abschluss für diese Trilogie. Alle offenen Fragen sind beantwortet und das Ende ist rund. Ein 4. Teil wäre zu viel des Guten, man kann es tatsächlich dabei belassen wie es ist.

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