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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.09.2018

Ein Traum

Cinder & Ella
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In Cinder & Ella von Kelly Oram geht es um Ella, die durch einen schweren Schicksalsschlag plötzlich einem komplett neuen Leben gegenüber steht. Auf einmal wohnt sie bei ihrem leiblichen Vater, der eher ...

In Cinder & Ella von Kelly Oram geht es um Ella, die durch einen schweren Schicksalsschlag plötzlich einem komplett neuen Leben gegenüber steht. Auf einmal wohnt sie bei ihrem leiblichen Vater, der eher ein Fremder für sie ist. Sie muss lernen mit ihrer neuen Familie klar zu kommen und vor allem muss sie sich selbst wieder kennenlernen. Zum Glück steht ihr dabei ein ganzes Team zur Seite, doch der einzige, der ihr Halt in dieser schweren Zeit gibt, ist Cinder. Cinder & Ella haben sich noch nie getroffen, dennoch kennen sie einander besser als sonst jemand. Sie sind beste Freunde. Vielleicht sogar Liebende? Wie kann man sich in jemanden verlieben, den man noch nie gesehen hat?



Ich durfte Cinder & Ella dank der „Lesejury“ vorab lesen und bedanke mich nochmal an dieser Stelle.



Kelly Oram schafft es mit diesem Buch die Zeit still stehen zu lassen. Von der ersten Seite an möchte man mit Ella befreundet sein. Sie ist eine überaus sympathische Protagonistin, die ihre kleinen schwächen und Fehler hat. Doch genau das macht sie geradezu menschlich. Ella erlebt ziemlich viel und muss mit einigen ziemlich üblen Dingen klar kommen. Zeitweise möchte man die Charaktere in diesem Buch einfach nur schütteln, weil es einem schwer fällt zu glauben, dass so etwas einem anderen Menschen wirklich passieren kann. Doch das Buch schafft es auch, einem zum Nachdenken anzuregen und schnell begreift man, dass genauso die Welt aussieht. In dieser Geschichte wird nichts beschönigt, aber eben auch nichts überdramatisiert. Die Autorin befindet sich die ganze Zeit über in einer perfekten Gradwanderung. Sie schreibt direkt auf den Punkt und trifft genau den richtigen Ton, den man braucht um mal über seine eigenen Vorurteile nachzudenken.

Cinder hat seine ganz eigene Geschichte, seine eigenen Gründe, warum er Ella gegenüber nicht verrät, wer er eigentlich ist. Es war ziemlich überraschend, dass man als Leser so früh herausfindet, wer Cinder wirklich ist. Doch nach diesem Schock erkennt man, dass diese Entwicklung unglaublich wichtig für die ganze Story ist. Cinder ist genau der, der an Ellas Seite gehört. Ihre Umgangsform miteinander ist so ausgearbeitet und auf der zwischenmenschlichen Ebene so emotional und echt, dass es fast schon unglaublich erscheint, dass sie sich noch nie wirklich getroffen haben.

Die Nebencharaktere tragen gut zur Handlung bei und bringen ihre eigene Geschichte mit, die sich nahtlos in die Hauptstory einfügt. Man lernt hier eine kleine Gruppe von Menschen kennen, die lernen sich aufeinander einzulassen und dies in manchen Momenten besser schlecht als recht zustande bringen. Doch genau das, die unperfektheit der Charaktere macht sie – und vor allem die Geschichte – einfach nur authentisch. Wir haben hier kein übergroßes Drama oder keine erzwungene Romantik. Nichts wirkt gestellt. Kein Charakter ist ungreifbar. Man kann zu jeder Zeit die Handlungen eines jeden Protagonisten nachvollziehen. Dadurch fühlt man sich den Charakteren besonders nah.

Der Schreibstil von Kelly Oram ist angenehm, romantisch, witzig aber auch ernst, wenn er ernst sein soll. Sie kreiert in diesem Buch ein ganz tolles Leseerlebnis mit tollen Emotionen.



Alles in allem kann ich diese Geschichte nur weiterempfehlen. Für alle, die auf eine witzige, romantische aber eben auch ernste Geschichte stehen, die es an den richtigen Stellen schafft, ein wenig kitschig zu sein, der ist hier genau richtig. Cinder & Ella werden euch ans Herz wachsen, ihr Umgang miteinander und die Gefühle, die sie auf jeder einzelnen Seite transportieren, werden euch das Herz öffnen.

Eine klare Leseempfehlung und ich bin unglaublich dankbar und glücklich, dass ich in diese Geschichte eintauchen durfte.

Veröffentlicht am 30.07.2018

Gute Autorin

This is War - Travis & Viola
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Vielen Dank an Lesejury und den LYX-Verlag, dass ich dieses Buch vorab mit lesen durfte.

Dies hier war das erste Buch der Autorin Kennedy Fox und ich muss sagen, dass sie mich mit ihrem Schreibstil ...

Vielen Dank an Lesejury und den LYX-Verlag, dass ich dieses Buch vorab mit lesen durfte.

Dies hier war das erste Buch der Autorin Kennedy Fox und ich muss sagen, dass sie mich mit ihrem Schreibstil voll in ihren Bann gezogen hat. Sie schreibt locker, leicht, romantisch und teilweise außerordentlich sexy.
Die Geschichte rund um Travis und Viola hat mich schon seit dem Klappentext interessiert, nachdem ich es jetzt gelesen habe, muss ich sagen, dass sie durchaus ihre Höhen und Tiefen hatte.

Wir starten relativ unspektakulär. Viola möchte ihre Ferien bei ihrem Bruder Drew verbringen, doch in letzter Sekunde erfährt sie, dass er selbst gar nicht zuhause sein wird. Stattdessen ist sie nun gezwungen zwei Wochen mit Drews Mitbewohner und bestem Freund Travis zu verbringen. Viola und Travis kennen sich schon seit vielen Jahren, doch mittlerweile halten sie es nicht mehr gemeinsam in einem Raum aus, ohne sich gegenseitig umzubringen. Ein tiefer Hass ist zwischen ihnen entbrannt und herauszufinden, wo dieser seinen Ursprung hat, das ist es, worum es letztendlich geht.
Der Grundgedanke zu dieser Story ist echt gut, doch an der Umsetzung hat es ein wenig gehapert. Viola nimmt absolut kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, Travis ihre Meinung zu sagen und ihm zu zeigen, wie wenig sie von ihm hält. Anfangs fand ich Violas Art sich nicht unterkriegen zu lassen wirklich super und habe sie gedanklich immer angefeuert, doch irgendwann ging sie mir einfach nur noch auf die Nerven. Die Art, wie sie dargestellt wurde und wie sie sich am Ende verhalten hat, haben für mich einfach nicht zusammengepasst.
Travis hingegen wird uns gleich als Aufreißer und Arschloch vorgestellt und ich muss sagen, dass das hundertprozentig zutrifft. Er schafft es bei keiner einzigen Frau, sich zurück zu halten. Außer bei Viola. Sein Verhalten war mir irgendwann einfach zu viel, es fiel mir wirklich schwer zu glauben, dass alle Frauen, die ihm über den Weg laufen, gleich ein nasses Höschen bekamen. Das war mir dann doch ein wenig zu drüber.
Die Art und Weise, wie Travis und Viola miteinander umgegangen sind, hat bei mir gemischte Gefühle hervorgerufen. Wir begleiten die Beiden in ihrer ersten gemeinsamen Woche in ihrer neuen Wohnsituation. Anfangs spielen sie sich Streiche und haben mich damit immer wieder zum Lachen gebracht. Doch manche Provokationen gingen mir einfach zu sehr unter die Gürtellinie. Für mich hat etwas mit dem zeitlichen Ablauf nicht gepasst. Denn in dieser kurzen Zeit, die hier behandelt wird, machen die Charaktere keine nennenswerte Entwicklung durch. Sie sind einerseits genauso, wie sie uns zu Beginn vorgestellt wurden, andererseits sind sie zum Ende hin, doch ganz anders. Und mich stört es, das die Geschichte sich teilweise zieht wie Kaugummi und teilweise einfach zu schnell voran geht. Es gibt ja immerhin noch einen zweiten Band!

Es gab so gut wie keine ruhigen Momente, in denen mir die Charaktere gezeigt haben, was unter ihrer Oberfläche steckt und sie haben mir auch keinen Grund gegeben, mit zu fiebern und zu beten, dass sie endlich zusammenkommen. In meinen Augen, wäre das zwischen den Beiden nämlich eine ziemlich toxische Verbindung. Die Geschichte hat mir gezeigt, dass die Beiden sich überhaupt nicht kennen und sich anscheinend auch niemand Gedanken über sein jeweiliges Verhalten macht. In jeder Aussage, in jeder Bitte und jeder Geste wird provoziert was das Zeug hält. Als die verbalen Attacken nicht mehr reichen, geht es ziemlich heiß her zwischen den Beiden.
Die Sexszenen waren mir zu viel und viel zu unrealistisch. Ich war teilweise echt geschockt, dieses Buch wird als Liebesroman beworben, doch während des Lesens, hatte ich immer wieder das Gefühl in einem Erotikroman gelandet zu sein. Was an sich nicht schlimm wäre. Doch der Sex in diesem Buch, ist wie die restliche Geschichte auch: brutal, wenig einfühlsam und einfach nur viel zu dominant. Sei es was die Geschichte betrifft, als auch die Charaktere.
Travis macht seiner Charakterbeschreibung alle Ehre und Viola habe ich irgendwann einfach nicht mehr verstanden.

Fazit:
Bis jetzt reizt mich der zweite Band überhaupt nicht. Dies hier hätte eine schöne locker leicht, romantisch-heiße Story werden können. Stattdessen wurde es eher peinlich, brutal und zum Fremdschämen. Dramen wurden künstlich hervorgerufen und viel zu sehr ausgeweitet, als dass man es interessiert verfolgen würde. Stattdessen ist man eher am Hoffen, dass sie sich bald mal zusammenreißen und sich wie erwachsene benehmen. Doch weit gefehlt. Der erste Band endet mit einem Cliffhanger, was zu erwarten war. Dennoch befinden wir uns am Ende an einem Punkt, an dem das Ende keinen Sinn zu machen scheint. Es gab keinerlei Hinweise darauf und so wird alles ins zweite Buch gelegt. Was an sich nicht schlimm ist. Ich denke eher, dass unsere Charaktere all ihre Probleme mitnehmen und genau da anfangen, wo wir zu Beginn ihrer Reise bereits waren. Niemand der Beiden scheint gewillt zu sein, mal den ersten Schritt zu tun. So denke ich, dass wir im Grunde dieselbe Story und vor allem denselben Ansatz erwarten können.
Vielleicht greife ich irgendwann mal zum Nachfolger, allerdings fiebere ich jetzt nicht dem September entgegen, um Travis und Viola weiterhin begleiten zu können.

Dennoch gilt, jeder der Liebesromane mit starken Charakteren mag, der ist hier genau richtig. Man sollte vieles nicht zu ernst nehmen und über manches einfach hinwegsehen, dann macht vor allem die Erzählweise von Kennedy Fox richtig spaß.