Profilbild von Jazz

Jazz

Lesejury Star
offline

Jazz ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jazz über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.11.2023

Durchwachsen

Natural Flow
0

Dr. Miriam Stark ist keine Gynäkologin, sondern hat in Wirtschaftspsychologie promoviert und sich dann auf persönliche Therapien spezialisiert. Das bemerkt man auch recht schnell. Sie beginnt damit, dass ...

Dr. Miriam Stark ist keine Gynäkologin, sondern hat in Wirtschaftspsychologie promoviert und sich dann auf persönliche Therapien spezialisiert. Das bemerkt man auch recht schnell. Sie beginnt damit, dass sie während ihrer Zeit, in der sie an ihrem Doktor gefeilt hat, nur unter Drogen- und Alkoholeinfluss stand. Das war das erste Anzeichen, womit sie bei mir nicht imponieren konnte, da ich solche Prahlereien immer skeptisch sehe. Zu diesem Buch werden eher emotional reife Frauen greifen, keine Teenager, die es cool finden, wenn man raucht.

Stilistisch geht es mit sehr vielen englischen Wörtern und "Puh"s weiter, die den Lesefluss extrem stören, nicht allzu sachlich und kompetent wirken. Sie schreibt vielmehr wie, wenn deine beste Freundin dir das alles gerade bei einem Feierabendbier in der Hand neben dir sitzend erklärt. Wenn man sich darauf einlässt, wirkt das aber sehr auflockernd und ist gutverständlich.

Leider ist sie auch der woken, linken Genderideologie verfallen und redet von "Personen mit Uterus". Da musste ich die Augen verdrehen, wenn Frauen beginnen, sich selbst zu degradieren... Außerdem wird hier ebenfalls gegendert, was sowohl grammatikalisch falsch war ("Gynäkologinnen") als auch völlig abstrus "Coachinnen". So etwas sticht einem ins Auge, stört den Lesefluss und stiftet nur Verwirrung.

Sie gibt jedoch viel Input und Ideen, wie man Probleme in den vier Phasen des monatlichen Kreislaufs einer Frau behandeln kann. Das ist sehr aufschlussreich. Man muss selbst herausfinden, ob es für sich persönlich funktioniert, denn ich konnte das persönlich nicht testen. Wenn man aufgrund von Krankheiten, wie zum Beispiel Endometriose, auf die Pille angewiesen ist, kann man seinen Zyklus nicht psychologisch für sich nutzen, da der Körper in einer Scheinschwangerschaft feststeckt. Daher hat mich auch der kurze Exkurs zum Thema Endometriose verwirrt, da sie hierzu keinerlei Hilfestellung nennt und das Thema nur im Groben ankratzt.

Daher ist das Buch empfehlenswert für Frauen, die selbstständig, in Teilzeit oder im Homeoffice arbeiten. Verkäuferinnen, Ärztinnen, Friseurinnen oder auch Frauen in der Bildungsbranche werden hier zwar auch Interessantes lernen können, jedoch empfiehlt sie, sich jeden Monat an den zwei stärksten Tagen der Periode freizunehmen und sich generell in der 4. Phase mehr um sich selbst zu kümmern. Das ist jedoch schwer zu bewerkstelligen, wenn man beispielsweise Patienten, Kunden oder Schüler vor sich hat. Schade, dass sie nicht über klassische Frauenberufe nachgedacht hat, sondern sich in ihrer Therapie nur in elitären Kreisen bewegt.

Dennoch ist das eine interessante Lektüre über den hormonellen Haushalt der Frau. Ich habe viel Neues erfahren können. Ihre Ideen sind gut, nur an der Umsetzung wird es scheitern, wenn sie Krankenkassen und die Regierung nur jeweils kurz in Fußnoten als kleine Anmerkung kritisiert. Hier hätte sie viel mehr erreicht, wenn sie beispielsweise selbst aktiv geworden wäre. Sie hätte in ihrer Position die Macht verfügt eine Petition zu starten und dies mit einem QR-Link zu versehen und ins Buch zu integrieren, damit Frauen unterschreiben und zwei Tage im Monat freigestellt werden, wie es in Spanien zum Beispiel schon der Fall ist. Aber irritierenderweise hat sie das Beispiel von Spanien gar nicht hervorgebracht.

  • Einzelne Kategorien
  • Thema
  • Erzählstil
  • Cover
Veröffentlicht am 28.11.2023

Spannend und realistisch

Kant und das Leben nach dem Tod
0

Kant, der Protagonist und Hauptkommissar der Geschichte, wird der Fall vorgelegt, bei dem ein Mädchen im Wald einen Arm eines Menschen gefunden hat. Nun muss er herausfinden, wem er gehört und ob die Person ...

Kant, der Protagonist und Hauptkommissar der Geschichte, wird der Fall vorgelegt, bei dem ein Mädchen im Wald einen Arm eines Menschen gefunden hat. Nun muss er herausfinden, wem er gehört und ob die Person noch lebt, und falls es sich um ein Kapitalverbrechen handelt, den Täter finden. Natürlich ist es ein Kapitalverbrechen, aber bleibt es bei dem Fund oder tun sich abscheulich tiefe Abgründe auf? Daneben arbeitet er noch mit vielen weiteren Kollegen, die sicherlich ebenfalls schon in den vorigen Bänden vorkamen, sodass man auch nebenbei kleine Einblicke in ihre Privatleben erhaschen kann, was das ganze schön abrundet und gleichzeitig eine Portion Realismus verspricht.

Ich kenne die ersten beiden Bände (noch) nicht, konnte aber diesem Kriminalroman nichtsdestotrotz sehr gut ohne Probleme folgen. Alle Polizeibeamten werden sehr gut nebenbei in die Geschichte integrierend vorgestellt, sodass es ein sehr guter, flüssiger Stil ist, dem man leicht folgen kann und gern liest. Die Kapitel wechseln stets die Charaktere, die im Vordergrund die Geschichte aus der Sicht eines auktorialen Erzählers berichten, sodass man konzentriert lesen muss, aber gleichzeitig jeden im Überblick hat und der Geschichte gut folgen kann und alles hautnah miterlebt. Ich persönlich hatte in der Mitte etwa schon die Vermutung, was der Twist sein könnte, der es dann auch wurde. Nichtsdestotrotz ist das hier aber sehr gut geschrieben, sodass ich den Kriminalroman gern an alle Fans Häußlers, aber auch denjenigen, die ihn noch nicht kennen und gern kennenlernen möchten, empfehle.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2023

Ausbaufähig

Eine Blume ohne Wurzeln
0

Nachdem ich vom Haymon Verlag "All die Frauen, die das hier überleben" gelesen und geliebt habe, griff ich gern zur neuesten Veröffentlichung zu.

Ich habe bisher nichts von Nada Chekh gehört oder gelesen ...

Nachdem ich vom Haymon Verlag "All die Frauen, die das hier überleben" gelesen und geliebt habe, griff ich gern zur neuesten Veröffentlichung zu.

Ich habe bisher nichts von Nada Chekh gehört oder gelesen und bin daher aufgrund des Klappentexts mit großem Interesse und hohen Erwartungen herangegangen. Leider ist das Buch in meinen Augen noch ausbaufähig. Chekh hat das Buch nicht gut strukturiert, da sie leider oft in ihrer Erzählung springt und dabei auch noch Lücken hinterlässt. Wie kam es beispielsweise zur Akzeptanz ihres Auszugs? Dann kritisiert sie viel an der arabischen Community, deren Punkte ich oftmals gut nachvollziehen konnte und ich die meisten für wahr und wichtig erachte, wie zum Beispiel, dass Frauen einen großen Anteil an der Unterdrückung und den Repressalien der nächsten Generation an Frauen haben oder, dass der Begriff PoC rassistisch ist, da er erneut die Weißen in die elitäre Klasse emporhebt und alle anderen in einen Topf wirft. Gleichzeitig ist Chekh aber absolut nicht selbst reflektierend und nur ihre Meinung scheint allgemeingültig zu sein. Sie sieht nur schwarz oder wei0. Grautöne scheinen für sie nicht zu existieren.

Ich empfehle die Autobiografie allen muslimischen, strengen Eltern. Hier wird ein radikales Beispiel gezeigt, was komplett aus dem Ruder gelaufen ist. Mit ein wenig mehr Feingefühl, Konversation und Entscheidungsfreiheit, wie das Kind zu den Werten der Eltern stehen könnte, wäre sicherlich schon viel gerettet, ohne dass es in solch einen Fall wie Chekhs eskaliert, die sich nicht nur selbst irreparable Schäden zugefügt hat, sondern auch komplett dem Islam den Rücken gekehrt hat. Mit ein bisschen mehr Ausführlichkeit und Klarheit und Struktur wären das 4 oder gar 5 Sterne geworden. Nichtsdestotrotz empfehle ich den Autobiografie allen Frauen, die sowohl in der Community stecken und die Community langsam hinterfragen, als auch allen Menschen, die die Community verstehen wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2023

Die Desserts sind gut

Österreich express
0

Nachdem ich von Seisers Kochbuch "Schnell mal vegan" ganz angetan war, war ich in ihrem Österreich Klassiker interessiert. Leider wurde ich negativ überrascht. Im Anfang beginnt sie mit dem Standartrepertoire, ...

Nachdem ich von Seisers Kochbuch "Schnell mal vegan" ganz angetan war, war ich in ihrem Österreich Klassiker interessiert. Leider wurde ich negativ überrascht. Im Anfang beginnt sie mit dem Standartrepertoire, den jeder in der Küche an Gerätschaften besitzen und an Nahrungsmittelkenntnissen wissen sollte. Anschließend geht es zu den Rezepten. Zum Frühstück gibt es zwei ganze Kapitel, kalt und warm. Kalt besteht dabei oftmals aus einer Scheibe Brot mit Butter bestreichen und diversem Gemüse als Topping anordnen. Dafür sollte man kein Buch benötigen. Manche Fotos wirkten zudem grau, trist und langweilig und weckten keinen Appetit in mir aus. Anschließend gibt es sehr viele Fleisch- und Fischgerichte und daran im Anschluss Suppen und Kartoffelklassiker. Die Desserts konnte aber noch immerhin 3 Sterne herausholen. Ich kann das Buch daher jeder Person empfehlen, die nicht kochen kann und es von den Basics auf lernen möchte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.11.2023

Unlesbar

Die Montgomerys Band 1
0

Ich bin bei Selfpublishern immer skeptisch, da sie meist Fehler, wie den linksbündigen Satz oder anderweitige Rechtschreibfehler etc., einbauen. Daher habe ich auch lange keinen Selfpublisher mehr gelesen, ...

Ich bin bei Selfpublishern immer skeptisch, da sie meist Fehler, wie den linksbündigen Satz oder anderweitige Rechtschreibfehler etc., einbauen. Daher habe ich auch lange keinen Selfpublisher mehr gelesen, aber dieser hier wirkte auf mich solide und klang interessant genug, um mich verleiten zu lassen.

Jedoch wurde ich sehr schnell wieder auf den Boden der Tatsachen gezogen. Das ganze Buch strotzt nur so voller Satzbaufehlern und Zeichenfehlern, sodass es für mich unlesbar wurde. Außerdem ist auch der Inhalt sehr konfus. Es ist die Rede von Kutschen und Fernsehern mit Fußballspielen, Rasenmähern und Supermärkten. Das alles glaubhaft in ein Jahrzehnt einzubauen, fällt mir schwer.

Aufgrund der gravierenden Mängel macht das Buch wirklich keinen Spaß beim Lesen.

Die Charaktere sind nicht fein gezeichnet und innerhalb der Kapitel ändert sich die Perspektive der Charaktere, ohne dass es durch gekennzeichnete Namen für den Leser ersichtlich wird. Alles in allem wirkt das zusätzlich verwirrend.

Die Idee ist gut, man muss aber alle 4 Teile lesen. Lind hätte mehr auf Qualität als Quantität setzen sollen. Schade um die erste Auflage, die in meinen Augen völlige Papierverschwendung ist, so unlesbar wie das in den Druck geschickt wurde. Dabei gibt es sowohl gute Programme, die Fehler automatisch korrigieren als auch in Buchcommunitys immer welche, die sich gern als Testleserinnen bereitstellen. Hier wäre sie sicherlich fündig geworden, damit es besser geworden wäre

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere