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Veröffentlicht am 25.06.2023

0815-Liebesroman

Northern Star (Rosenborg-Saga, Band 1)
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In Northern Star geht es darum, dass Emma es dem Hotelerben Nikolaj heimzahlen will, dass er vor einem Jahr ihre beste Freundin und zugleich Cousine gefeuert hat. Diese hat gleichzeitig aber brisante Informationen ...

In Northern Star geht es darum, dass Emma es dem Hotelerben Nikolaj heimzahlen will, dass er vor einem Jahr ihre beste Freundin und zugleich Cousine gefeuert hat. Diese hat gleichzeitig aber brisante Informationen über die Familie zu vermelden und dafür einiges an Material zusammengetragen, für das nur noch die cherry on top fehlt. Dafür wird nun zufällig Emma von ihrer Agentur erkoren, nach Kopenhagen zu reisen, um mit Niko einen PR-Plan zu erstellen, um ein Hotel in Hamburg zu eröffnen. Dies sieht nun Emma als Wink des Schicksals, um Rache zu nehmen.

Leider gibt sie sich dem Plan aber nicht sehr konsequent hin. Die Handlung wird nicht beharrlich verfolgt. Vielmehr werden interessante Themen angekratzt wie beispielsweise noch ein eventueller, mysteriöser Mord in der Familie, wobei Vieles allerdings nicht aufgelöst wird. Möglicherweise ist man hierfür gezwungen die nächsten Bände zu lesen.

Zudem fand ich manche Szenen etwas unlogisch. Warum sollte eine PR-Agentin Dänen Deutsch beibringen, wenn es dafür Sprachschulen mit ausgebildeten Dozenten gibt? Und wollen die Mitarbeiter in Kopenhagen denn alle wirklich für einen Hoteljob nach Deutschland auswandern? In 6 Wochen fließend Deutsch lernen ist auch utopisch.

Emma wird als die Eine beschrieben, weil sie nicht sofort, sondern am zweiten Tag mit ihm ins Bett springt, wohingegen alle anderen Frauenbekanntschaften von Niko es nie so lange ausgehalten haben... Äh...ja, ich sehe den gravierenden Unterschied.

Ich konnte die Liebe beider auch wenig nachempfinden, da sich beide von Anfang an einfach nur heiß fanden und selbst aber immerhin bemerkten, wie oberflächlich ihre Liebe war, da sie nichts voneinander wussten, weil sie nie über Privates geredet haben.

Auch das aufdringliche, fast schon übergriffige Verhalten Nikos hat mich insbesondere am Anfang gestört, das sich mit der Zeit aber gebessert hat. Da hat man eine Charakterwandlung ins Positive sehen können, wohingegen Emma mir auch am Ende als naives Blondchen daherkam.

Daher hat der Roman wirklich Interessantes am Anfang zu bieten, verfällt dann aber mit der Zeit doch in einen klassischen Liebesroman, den man schon x-mal gelesen hat und daher schnell wieder vergisst. Schade.

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Veröffentlicht am 23.06.2023

Rasanter Thriller

Seventeen
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Der Thriller hebt sich stilistisch von anderen dadurch ab, dass er kurze Kapitel beinhaltet. Vor allem aber zeichnet er sich von der breiten Masse an Thrillern ab, indem der Protagonist, 17, die vierte ...

Der Thriller hebt sich stilistisch von anderen dadurch ab, dass er kurze Kapitel beinhaltet. Vor allem aber zeichnet er sich von der breiten Masse an Thrillern ab, indem der Protagonist, 17, die vierte Wand durchbricht und während seiner Erzählungen immer wieder den Leser direkt anspricht, was den Spaß am Lesen um einiges erhöhte, da ich das bisher nie gelesen hatte. Absolut innovativ! Durch das direkte Ansprechen des Lesers zieht Brownlow ihn ins Geschehene mit hinein.

Er schreibt ungeschönt über Betrug, Missbrauch und Mord. Dabei geht er nicht chronologisch erzählend vor, sondern durchbricht die Handlung immer wieder durch Flashbacks seiner Kindheit und Jugend, um dem Leser verständlich zu machen, wie er zu diesem Punkt in seinem Leben kam. Dabei wird das in abwechselnden Kapiteln erzählt, um die Handlung spannend zu halten, wobei mich aber der Teil seiner schweren Kindheit nicht sehr packen konnte.

Für Leser mit starkem Charakter empfohlen.

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Veröffentlicht am 21.06.2023

Durchwachsen

Königsgemahlin Camilla
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Levin schreibt humorvoll, ehrlich und offen. Sie lernte Camilla selbst 2015 kennen und hat zudem auch mit vielen anderen aus ihren Kreisen gesprochen, um diese Biografie zu verfassen. Diese geht weit über ...

Levin schreibt humorvoll, ehrlich und offen. Sie lernte Camilla selbst 2015 kennen und hat zudem auch mit vielen anderen aus ihren Kreisen gesprochen, um diese Biografie zu verfassen. Diese geht weit über ihre eigene Geschichte hinaus. Schon ihre Urahnin war die Mätresse des einstigen Königs. Eventuell ist es daher also sogar möglich, das Camilla und Charles Cousins 9. Grades sind. Viele Fragen werden beantwortet wie, warum Charles Camilla nicht von Anfang an heiraten durfte, später aber schon. Diese und viele weitere Details haben mich überrascht.

Sie schreibt detailreich über das Privatleben, ihre Jugend und das Kennenlernen von Charles und ihre erste Ehe. Allerdings hätten mich auch mehr Insider, mehr neue Details, die sich hinter den Mauern abgespielt haben, interessiert, sowie in der Autobiografie von Harry. Das ist hier natürlich nur schwer möglich, aber viele Fakten kann man aus dem Buch auch einfach selbst recherchieren. Der Wow-Effekt blieb meist aus.

Außerdem wirkt es etwas abgehoben, wenn Levin erwähnt, wie sehr sie eigentlich mit der Normbevölkerung gleich hat. Denkart, Verhalten etc. Und ein paar Seiten später heißt es: "Zum Glück heuerte sie ihren eigenen Chauffeur an." Und ihre weiteren Angestellte heuerte sie als Alleinerziehende auch selbst an. Ja, ich bin mir sicher, der Durchschnittsbrite hat auch Angestellte und Chauffeure. Sie heißen tube-Fahrer.

Insgesamt ist es aber durchaus interessant geschrieben, hält sich an ungeschönte Fakten, ist durchweg chronologisch aufgebaut und gut recherchiert. Für Fans der Monarchie sehr zu empfehlen!

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Veröffentlicht am 15.06.2023

Autobiographie eines Kämpfers

Bis ich wieder atmen konnte
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Diese Autobiographie eines Kämpfers empfehle ich jeder Person, die sich für außergewöhnliche Biographien interessiert. Amurri ist in Deutschland eher unbekannt, aber sein Leben ist dennoch atemberaubend. ...

Diese Autobiographie eines Kämpfers empfehle ich jeder Person, die sich für außergewöhnliche Biographien interessiert. Amurri ist in Deutschland eher unbekannt, aber sein Leben ist dennoch atemberaubend. Lorenzo, der sich immer in Gefahren begeben hat, sich kaum einen Tag im Leben gelangweilt hat, hat in einem Wintertag einen katastrophalen und lebensverändernden Ski-Unfall, der ihn für immer an den Rollstuhl bindet, indem er nur noch ein wenig mit den Armen umgehen kann. So kommt es, dass er seine geliebten Reisen um die Welt, seine Sportbegeisterung und auch seine Musikkarriere anders ausleben muss als er es bisher gewohnt ist.

Inhaltlich stürzt er sich direkt in den Unfall und erzählt anschließend, wie es ihm die erste Zeit nach dem Unfall in Krankenhäusern und schließlich in seinem Haus ergangen ist. Interessant, authentisch, offen und ehrlich geschrieben. Ungeschönte Wahrheit ohne Tabus.

Man erlebt mit ihm die kleinen Erfolge und tiefe Abstürze und Rückfälle. Daher sollte man selbst am besten psychisch stabil für diese Biographie sein.

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Veröffentlicht am 13.06.2023

Solider Liebesroman

Sitz, Platz, Kuss
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Bei diesem Roman handelt es sich um einen klassischen, einfachen Liebesroman, der fast herzerwärmend wäre, wenn es nicht einen kleinen Kritikpunkt gäbe.

Stilistisch wechselt der Roman zwischen drei Personen ...

Bei diesem Roman handelt es sich um einen klassischen, einfachen Liebesroman, der fast herzerwärmend wäre, wenn es nicht einen kleinen Kritikpunkt gäbe.

Stilistisch wechselt der Roman zwischen drei Personen ab, wobei Mila in der Ich-Erzählerposition und die anderen beiden, Robin und Clara, in der Er- beziehungsweise Sie-Erzählerperspektive geschrieben wurden. Das hat mich etwas irritiert um ehrlich zu sein. Da hätte ich alle in einer Perspektive für angenehmer zu lesen empfunden. Ansonsten ist der Roman sehr leicht zu lesen.

Mila, die darüber hinwegkommen muss, dass ihr Ex-Freund mit ihr Schluss gemacht hat und sofort sich mit einer neuen Frau verlobt hat, ist frustriert und der arrogante Robin, der neuerdings seinen Hund ebenfalls zur Hundetagesstätte von Clara bringt und sie dabei um ein Haar überfährt und sich nicht entschuldigt, hebt ihre Stimmung nun auch nicht sehr.

Nun zur Kritik: Es folgt zwischen beiden Protagonisten ein ständiges Hin- und Her, was auf die Länge etwas teenagermäßig herüber kommt. Dabei ist Mila 34...

Ansonsten ist der Roman solide geschrieben. Flüssig geschrieben und ohne Tiefe. Ideal für Hundenarren und/oder einen Sommerurlaub, denn der Roman wird nicht lange nachhallen.

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