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Veröffentlicht am 25.08.2025

✎ Judith Kerr - Rosa Kaninchen 3 Eine Art Familientreffen

Eine Art Familientreffen (Rosa Kaninchen-Trilogie, 3)
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Puh … ich weiß nicht so recht, was ich von Judith Kerrs Trilogie halten soll. Der Auftakt „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ hat mich damals noch überzeugt. Erzählt aus Annas kindlicher Sicht, bekommt ...

Puh … ich weiß nicht so recht, was ich von Judith Kerrs Trilogie halten soll. Der Auftakt „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ hat mich damals noch überzeugt. Erzählt aus Annas kindlicher Sicht, bekommt man einen unmittelbaren Einblick in die Fluchtgeschichte ihrer Familie. Diese Perspektive funktioniert gut, gerade weil Anna selbst noch ein Kind ist. Junge Lesende ab etwa zwölf Jahren können sich in ihre Gedankenwelt hineinfühlen, und auch für Erwachsene hat die Erzählweise ihren Reiz.

Mit dem zweiten Band allerdings veränderte sich für mich die Dynamik. Anna ist dort bereits 18 Jahre alt, und die Themen sind deutlich erwachsener. Für das ursprünglich angepeilte jugendliche Publikum wirken sie oft unnahbar, während mir als erwachsener Leserin die Sprache wiederum zu schlicht erschien. Ein seltsames Dazwischen, das schwer einzuordnen ist. Schon damals fehlte mir dadurch die Tiefe.

Im dritten Teil, „Eine Art Familientreffen“, bin ich endgültig ausgestiegen. Anna ist mittlerweile verheiratet, sie erlebt Krisen, begegnet Themen wie Fremdgehen und Selbstmord - Aspekte, die sicher Relevanz haben, aber meiner Meinung nach nicht in dieser Art für Zwölfjährige geeignet erscheinen. Gerade in diesem Band wirkt die Diskrepanz zwischen Zielgruppe und Inhalt besonders groß. Für mich wirken die Themen in diesem Rahmen einfach unpassend.

Unverständlich blieb mir zudem, warum Anna seit der Flucht kaum noch Deutsch spricht. Ihre Eltern waren Deutsche, und ihr Vater tat sich schwer mit der englischen Sprache - also ist anzunehmen, dass in der Familie weiterhin Deutsch gesprochen wurde. Diese Unstimmigkeit wirkte auf mich störend. Nachvollziehbar ist hingegen Annas innere Distanz zu Deutschland und den Deutschen, auch wenn sie selbst eine Vertriebene war.

Erschwerend hinzu kommen die vielen Wiederholungen innerhalb der Bände, die das Lesen zäh machen. Dabei ist die Lebensgeschichte, die Judith Kerr hier verarbeitet, zweifellos bedeutend und verdient Aufmerksamkeit. Doch für mich wäre sie in Form einer Erwachsenenbiografie besser aufgehoben gewesen. Mit einer angepassten Sprache und einem durchgängigen Band hätte die Geschichte ihre ganze Kraft entfalten können.

So bleibt für mich das Gefühl, dass die Trilogie im Ganzen nicht funktioniert. Ich verstehe, warum der erste Teil ein moderner Klassiker geworden ist und die beiden Fortsetzungen kaum Beachtung finden.

2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.08.2025

✎ Mac Barnett & Jon Klassen - Extra Garn

Extra Garn
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Leider ist „Extra Garn“ von Mac Barnett und Jon Klassen inzwischen nur noch gebraucht erhältlich, was wirklich schade ist, denn dieses Bilderbuch hat mich sofort gepackt. Es erzählt auf einfache, fast ...

Leider ist „Extra Garn“ von Mac Barnett und Jon Klassen inzwischen nur noch gebraucht erhältlich, was wirklich schade ist, denn dieses Bilderbuch hat mich sofort gepackt. Es erzählt auf einfache, fast schlichte Weise eine Geschichte, die voller Symbolkraft steckt.

Für mich steckt darin die klare Botschaft: Nicht alles im Leben lässt sich mit Geld kaufen, und manche Geheimnisse bleiben verborgen, egal wie sehr man versucht, sie an sich zu reißen. Gleichzeitig spürt man zwischen den Zeilen, dass es Menschen gibt, die einem nichts gönnen - und dass genau darin die Kraft des Weitergebens liegt.

Beim Lesen wurde mir bewusst, wie treffend das Buch zeigt, dass wir im Geben nicht ärmer, sondern reicher werden. Was Annabelle mit ihrem Garn tut, widerspricht der gängigen Logik: Je mehr sie verschenkt, desto mehr hat sie. Diese Idee hat mich schon lange begleitet, denn ich glaube fest daran, dass sich Zeit, Aufmerksamkeit und Liebe vervielfältigen, wenn man sie teilt. Die Garnkiste wird so zu einem Sinnbild für all das, was wir im Leben in Umlauf bringen können, ohne es je zu verlieren.

Gleichzeitig ist mir beim Nachdenken noch eine zweite Botschaft aufgefallen: Wahre Schönheit und Inspiration wollen nicht eingefangen oder besessen werden. Sie entfalten ihre Wirkung erst, wenn wir sie teilen. Das Buch macht deutlich, dass der Versuch, Schönheit nur für sich selbst zu horten, sie letztlich zerstört. Annabelles offene Haltung hingegen zeigt, dass wir gewinnen, wenn wir das Leuchten weitergeben.

Manche mögen das Buch als zu schlicht empfinden, doch gerade diese Schlichtheit ist für mich die Stärke des Buches: Es fordert dazu heraus, zwischen den Zeilen zu lesen, eigene Schlüsse zu ziehen und die Botschaft ins eigene Leben mitzunehmen.

So bleibt „Extra Garn“ für mich ein kleines Meisterwerk, das zeigt, wie großzügiges Handeln und das Teilen von Schönem die Welt bunter machen können. Vielleicht ist genau das der eigentliche Zauber: dass der Vorrat tatsächlich nicht endet, solange wir bereit sind, ihn weiterzugeben.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.08.2025

✎ Sarah Opitz - Levken in den Wolken

Levken in den Wolken
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„Levken in den Wolken“ von Sarah Opitz hat meine 7-Jährige begeistert - ein Buch, das sich wunderbar für ihre kurzen, etwa zehnminütigen Leseeinheiten eignet. Obwohl die Schrift recht klein ist, hat sie ...

„Levken in den Wolken“ von Sarah Opitz hat meine 7-Jährige begeistert - ein Buch, das sich wunderbar für ihre kurzen, etwa zehnminütigen Leseeinheiten eignet. Obwohl die Schrift recht klein ist, hat sie sich davon nicht stören lassen. Etwas schwieriger waren die winzigen schwarzen Punkte im Graspapier, die manchmal mitten im Text auftauchen. Doch gerade dadurch sind wir ins Gespräch gekommen, haben Wörter genauer betrachtet und Lesemomente intensiver erlebt.

Die Geschichte selbst hat uns schnell in ihren Bann gezogen. Besonders erfrischend war für mich, dass hier nicht die Erwachsenen oder Fantasiewesen dem Kind Mut zusprechen, sondern Levken selbst den Traumwesen Zuversicht schenkt. Diese Umkehrung der üblichen Rollen verleiht der Erzählung eine besondere Wärme. In den Traumwelten begegnet sie Fantasiegestalten, sieht deren Stärken und findet immer einen positiven Blickwinkel. Dadurch entstehen herzerwärmende, manchmal auch richtig witzige Szenen, die uns beide zum Lachen gebracht haben.

Die Illustrationen wirken anders als in klassischen Kinderbüchern. Sie sind ungewöhnlich, regen aber genau deshalb zum Nachdenken und Austauschen an. Manche waren uns „nicht sofort gefällig“, doch gerade diese Eigenart eröffnete spannende Gespräche zwischen meinem Kind und mir.

Ein besonderer Aspekt, den ich persönlich sehr schätze, ist die Herstellung des Buches. Der Verlag Matabooks produziert vegane Bücher aus Graspapier. Das macht „Levken in den Wolken“ nicht nur zu einer schönen Geschichte, sondern auch zu einem nachhaltigen Produkt. Für uns war das ein Anlass, über Klimaschutz und umweltfreundliche Alternativen zu sprechen. Allein dadurch hat dieses Buch für uns einen festen Platz im Regal verdient.

©2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.08.2025

✎ Judith Kerr - Rosa Kaninchen 2 Warten bis der Frieden kommt

Rosa Kaninchen-Trilogie, Band 2 - Warten bis der Frieden kommt
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Als ich „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ las, war ich anfangs unsicher, ob mich die Erzählweise packen würde. Doch schon bald ließ ich mich auf Annas Fluchtgeschichte und den besonderen Blick der ...

Als ich „Als Hitler das rosa Kaninchen stahl“ las, war ich anfangs unsicher, ob mich die Erzählweise packen würde. Doch schon bald ließ ich mich auf Annas Fluchtgeschichte und den besonderen Blick der Autorin Judith Kerr ein, die ihre eigenen Kindheitserfahrungen in Romanform festhielt.

Während der erste Teil durch die Verfilmung und den großen Bekanntheitsgrad immer wieder ins Rampenlicht rückt, bleiben die beiden Folgebände fast unsichtbar. Umso neugieriger war ich, wie sich „Warten bis der Frieden kommt“ anfühlen würde.

Der Verlag empfiehlt den Band ab zwölf Jahren, doch für mich passt diese Alterseinstufung nicht mehr wirklich. Anna ist inzwischen erst eine Jugendliche und zum Schluss eine junge Erwachsene, die mit existenziellen Themen konfrontiert wird: das Erwachsenwerden im Schatten des Krieges, das Bangen um Angehörige, die Suche nach einem Platz in einer von Unsicherheit geprägten Welt.
Außerdem werden Themen behandelt, mit denen 12-Jährige hoffentlich noch nicht so viel anfangen können.

Stark fand ich, wie eindringlich Judith Kerr den Luftkrieg über England beschreibt. Die Bombennächte, die bedrückende Atmosphäre, die ständige Angst vor Verlust - all das verleiht der Geschichte eine greifbare Dichte. Gleichzeitig spürt man erneut die Nähe zur Familie, die Kerr mit viel Einfühlungsvermögen zeichnet. Doch trotz dieser Momente des Mitfühlens geriet ich beim Lesen immer wieder ins Stocken. Manche Abschnitte ziehen sich, es passiert wenig, und ich ertappte mich dabei, dass ich kurz davor war, das Buch zur Seite zu legen. Während der erste Band regelrecht fesselt, wirkt dieser zweite Teil zu langatmig.

Vielleicht liegt gerade darin aber auch eine besondere Ehrlichkeit. Der Alltag im Krieg besteht eben nicht nur aus spektakulären Ereignissen, sondern aus Warten, Hoffen und Aushalten. Für mich persönlich war es dennoch eine Herausforderung, über die Längen hinweg motiviert zu bleiben. Der Mittelteil der Trilogie bietet wichtige Einblicke in Annas Weg ins Erwachsenenleben, doch er verlangt auch Geduld - eine Geduld, die nicht jedem gefallen wird.

2025 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.08.2025

✎ Katharina von der Lane - Haribo 1 So schmeckt das Glück

Haribo - So schmeckt das Glück
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Das Buch über Hans Riegel, den Gründer von Haribo, hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Besonders spannend fand ich, wie detailreich sein Leben geschildert wird. Man merkt, dass hier gründlich recherchiert ...

Das Buch über Hans Riegel, den Gründer von Haribo, hat mich von Anfang an neugierig gemacht. Besonders spannend fand ich, wie detailreich sein Leben geschildert wird. Man merkt, dass hier gründlich recherchiert wurde, und so bekommt man einen lebendigen Eindruck davon, wie alles begann. Die Figur Hans Riegel wirkt sehr authentisch und seine Entschlossenheit hat mich wirklich beeindruckt. Gerade diese Charakterstärke macht ihn zu einem Protagonisten, den man gern begleitet.

Was mir ebenfalls positiv aufgefallen ist: Jedes Kapitel startet mit einem klaren Hinweis zu Zeit und Ort, sodass man sich sofort orientieren kann. Auch die abschließende Erklärung der Autorinnen, welche Teile historisch belegt sind und welche fiktiv, schafft Transparenz und gibt Lesenden ein gutes Fundament, die Geschichte richtig einzuordnen.

Besonders interessant fand ich den Einblick in Hans Riegels Familie, auch wenn die eigentliche Bonbonproduktion nur am Rande thematisiert wird. Wer also tiefergehende Details zur Entstehung der berühmten Goldbären erwartet, könnte etwas enttäuscht sein. Dafür überzeugt die Schilderung des damaligen Alltags, die sehr atmosphärisch geraten ist.

Trotzdem gab es Punkte, die mich gestört haben. Manche Formulierungen wirkten unpassend für die damalige Zeit. So stolperte ich über das Wort „heuer“, das im Rheinland eigentlich nicht gebräuchlich ist - das hat meine eigene kleine Recherche bestätigt.
Einzelne Redundanzen empfand ich zudem als unnötig. Sie schmälerten gelegentlich den Hörgenuss.

Überrascht war ich schließlich vom Ende. Die Geschichte bricht mit dem Beginn des Zweiten Weltkriegs ab - was zunächst etwas unvollständig wirkt. Erst später erfuhr ich, dass es einen zweiten Band gibt, der die Handlung fortführt. Für mich wirkte der erste Teil dadurch nicht ganz rund, aber genau das steigert nun die Neugier auf die Fortsetzung.

Insgesamt hat mir „Haribo 1 So schmeckt das Glück“ trotz kleiner Schwächen gefallen. Es ist eine gelungene Mischung aus Roman und biografischer Erzählung, die Hans Riegel greifbar macht und Lust darauf weckt, mehr über seine Geschichte zu erfahren.

©2025 Mademoiselle Cake