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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2017

✎ Hannah Kent - Das Seelenhaus

Das Seelenhaus
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Mir wurde das Buch schon länger immer wieder von mehreren Seiten empfohlen. Als ich es von einer Kollegin dann in die Hand gedrückt bekam, konnte ich mich ihm nicht mehr entziehen und habe mir kurzerhand ...

Mir wurde das Buch schon länger immer wieder von mehreren Seiten empfohlen. Als ich es von einer Kollegin dann in die Hand gedrückt bekam, konnte ich mich ihm nicht mehr entziehen und habe mir kurzerhand das Hörbuch genehmigt.

Ich kam super in die Geschichte rein, denn Vera Teltz & Tobias Kluckert sind eine tolle Besetzung. Sie machen den Perspektivwechsel von Anfang an deutlich, denn ein Teil wird aus der Sicht der Agnes Magnúsdóttir erzählt, der andere aus der einer dritten Person. So wird man automatisch in das Leben der Verurteilten hineingezogen und kann sich da auch nicht rauswinden.

Sowohl die Figuren- als auch die Umgebungszeichnung sind gut gelungen. Einzig die Namen haben mich teilweise ein wenig ins Schwanken gebracht, da gerade die Geschwister sehr ähnlich klangen und ich sie lange Zeit nicht auseinanderhalten konnte, obwohl dies wichtig ist.

Die Atmosphäre ist prima eingefangen. Die Stimmung ist düster, das Umfeld wirkt grob und ungerecht. Ich fühlte mich, als wäre ich teilweise selbst (gerne) vor Ort.

Besonders gefielen mir die Zeitungsausschnitte, die aus der Zeit stammen, in der Agnes lebte. Die wurden klasse in die Erzählung eingeflochten

Das Ende hat mich ein wenig geschockt zurückgelassen, obwohl ich wusste, worauf es hinauslaufen wird.. Noch heute - einige Tage nach Beenden der Geschichte - denke ich über das Schicksal der Hingerichteten nach. Es wird mich wohl nicht mehr so schnell loslassen..

Ein Schicksal, welches mich die meiste Zeit über in seinem Bann und fasziniert hat, weswegen ich es ganz klar weiterempfehlen mag.

©2017

Veröffentlicht am 22.04.2017

✎ Nicholas Sparks - Wie ein Licht in der Nacht

Wie ein Licht in der Nacht
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Ich muss ehrlich gestehen, dass dies mein erstes Buch von Nicholas Sparks war - es wird aber nicht das letzte gewesen sein. Meine Befürchtung war immer, dass er zu schnulzig schreibt, aber er weiß scheinbar ...

Ich muss ehrlich gestehen, dass dies mein erstes Buch von Nicholas Sparks war - es wird aber nicht das letzte gewesen sein. Meine Befürchtung war immer, dass er zu schnulzig schreibt, aber er weiß scheinbar genau, wie man (Frauen)Herzen trifft.

Aufgrund eines Tipps einer Freundin habe ich es zur Hand genommen und war erstaunt, wie schnell ich eigentlich durch die Seiten flog, obwohl es nicht gerade dünn ist. Das erste Mal seit Langem habe ich sogar die letzten Seiten bis tief in die Nacht gelesen, um zu erfahren, wie es ausgeht. Mich hat es also mehr als gefesselt.

Der Autor vermochte es mit jeder Seite mein Interesse mehr zu wecken. Katies Geheimnis kommt man sehr schnell auf die Schliche bzw. wird auch präsentiert. In diesem Fall hat das nicht die Spannung genommen, sondern mich mehr und mehr strapaziert. Manches Mal war ich sogar so aufgeregt, dass ich das Buch zur Seite legen und mich sammeln musste - meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt und ich litt mit der Protagonistin mit.

"Es war ein Kampf auf Leben und Tod. Das Adrenalin schoss durch ihren Körper." (S. 309)

Es ist eine typische Geschichte, in die man abtauchen und den eigenen Alltag vergessen kann, obwohl sie einen anderen - in einigen Familien präsenten - Alltag aufzeigt.
Was mich gewundert hat, ist, dass hier sogar ein paar Psychothrillerelemente auftauchen - damit hatte ich nämlich so überhaupt nicht gerechnet. Für mich hatte dies keinen negativen Einfluss auf die Geschichte.

Ich kann mich den begeisterten Stimmen jedenfalls nur anschließen und empfehle es all denjenigen, die auch mit einer einfachen Geschichte etwas anfangen können.

©2017

Veröffentlicht am 22.04.2017

✎ Simon Van Booy - Mit jedem Jahr

Mit jedem Jahr
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Nein. Nein. Nein. So hatte ich mir das ganz und gar nicht vorgestellt.

Als ich das Buch damals entdeckte, lockte mich der Klappentext sofort an. Ich mag Familiengeschichten - und diese müssen nicht immer ...

Nein. Nein. Nein. So hatte ich mir das ganz und gar nicht vorgestellt.

Als ich das Buch damals entdeckte, lockte mich der Klappentext sofort an. Ich mag Familiengeschichten - und diese müssen nicht immer ein Geheimnis verbergen. Hier hatte ich mich auf eine emotionale Achterbahn eingestellt, bekommen habe ich jedoch lediglich einen seichten Roman.

Dieses Mal kann ich leider auch nicht sagen, dass ich einem Hype zum Opfer gefallen bin, denn noch ist die Geschichte nirgends groß besprochen wurden.

Meine Vorstellungen von der Geschichte waren, dass ich ein Leben gezeigt bekomme, welches mit jedem Jahr schöner wird, dennoch seine Schattenseiten hat und aufzeigt, wie ein vermeintlich starker Kerl durch ein Kind zum "Softy" wird. Ja, genau dies waren meine Erwartungen beim Lesen des Klappentextes und beim Betrachten des Covers.

Nichts. Nicht eine Silbe ist so, wie ich es gerne gehabt hätte.
Nun könnte man sagen: "Dann hat der Autor dich überrascht!" Ja, aber im negativen Sinne.

Im Geschehen wird ständig hin und her gesprungen. Diese Zeitsprünge finden teilweise total willkürlich statt. Es gibt kaum gefühlvolle Momente, kein Augenblick hat mich ergriffen. Ich habe mich auf nichts wirklich einlassen können. Dadurch bleiben in meinen Augen die Charaktere schwach - sie waren einfach nicht greifbar.

Normalerweise bin ich nach Geschichten, wie ich sie hier erwartete, noch Tage danach mit dem Buch beschäftigt, habe mir Stellen markiert, die mein Herz berührten, möchte das Buch am liebsten direkt noch mal lesen, bin ergriffen und emotional mitgenommen. Hier trifft nichts zu.

Noch nicht mal die Wendung, auf die immer wieder hingewiesen wird, kam für mich überraschend. Ich fand sie eher unpassend.

Schade, ich hätte das Buch gerne bei meinen Lieblingen mit eingereiht..

©2017

Veröffentlicht am 16.04.2017

✎ Sanny Regen - Diverse Töne Rot;

Diverse Töne Rot;
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Als mich der Verlag fragte, ob ich das vorliegende Buch lesen und rezensieren mag, habe ich nicht lange gezögert. Das Genre "Biographien / Erfahrungen" ist das meistgelesene Genre in meinem Repertoire, ...

Als mich der Verlag fragte, ob ich das vorliegende Buch lesen und rezensieren mag, habe ich nicht lange gezögert. Das Genre "Biographien / Erfahrungen" ist das meistgelesene Genre in meinem Repertoire, weil ich mich sehr für (fremde) Schicksale interessiere.

In Sanny Regens Geschichte rein zu kommen, ist auch gar nicht so schwer, wie anfangs angenommen. Wir bekommen zwei Erzählweisen serviert: Die dritte Person und der Ich-Erzähler - und das, obwohl das Buch komplett von der Autorin stammt. Ich persönlich fand diese Vorgehensweise sehr gut. Die Teile, in denen die Verfasserin in der Ich-Erzählweise schreibt, sind streckenweise wirklich heftig. Durch die Wechsel mit der unpersönlichen Sicht hatte ich das Gefühl, zwischendurch auch mal Luft holen zu können.

Ich bin auch nicht - wie so oft - durch die Publikation geflogen, sondern habe sie manchmal zur Seite gelegt, um mich zu sammeln oder einfach nachzudenken. Der Wiedereinstieg fiel jedes Mal leicht, denn die Schriftstellerin hat einen Schreibstil, der einen mitreißt. Einzig allein die Überschriften finde ich nicht ganz gelungen. Sie klingen ein wenig lieblos. Ich fragte mich oft, was genau man damit ausdrücken mag. Sind es tatsächlich die "Stationen", die Frau Regen durchlebt? Gibt es kontinuierlich einen Bruch? Das Gefühl habe ich als Leser nicht gehabt - aber vielleicht täuscht mich meine Empfindung dahingehend auch, möchte nicht alles an mich rankommen lassen, was wir in und zwischen den Zeilen erfahren.

Die Urheberin zeigt auf, was es bei ihr heißt, Borderlinerin zu sein - und dass nicht alle gleich sind. Beim Lesen sollte man sich vor Augen halten, dass man ein Schicksal liest, keine fiktive Geschichte; dass dies gewiss bereits so oder so ähnlich publiziert wurde, Sanny Regen jedoch ihre Story mitteilen mag - und diese noch nicht zu Ende erzählt ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass es in ein paar Jahr(zehnt)en erneut etwas von ihr zu lesen gibt - und darauf wäre ich sehr gespannt.

Zum Schluss noch eine Warnung: Die Lektüre kann Betroffenen helfen, aber sie kann auch triggern. (und dies nicht zu knapp) Das sollte man bedenken, wenn man zu diesen Zeilen, die ich gerne weiterempfehle, greift.

©2017

Veröffentlicht am 08.04.2017

✎ Sabine Ebert - Hebammen-Saga 2 Die Spur der Hebamme

Die Spur der Hebamme
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So hin- und hergerissen war ich bei einem Buch lange nicht mehr..

Zum einen gefällt mir der leichte Stil, mit dem Sabine Ebert hier hantiert. Zum anderen kommen die Geschehnisse um Marthe und Christian ...

So hin- und hergerissen war ich bei einem Buch lange nicht mehr..

Zum einen gefällt mir der leichte Stil, mit dem Sabine Ebert hier hantiert. Zum anderen kommen die Geschehnisse um Marthe und Christian teilweise ein wenig langweilig daher.

Es ist kein Spoiler, wenn ich sage, dass den beiden Protagonisten immer wieder etwas zustößt und sie am Schluss dennoch auf beiden Beinen stehen - so viel kann man bereits erahnen, da man weiß, dass die Saga 5 Bände umfasst.

Der erste Teil hat mir auch wirklich gut gefallen. Aber hier hatte ich das Gefühl, alles so oder so ähnlich bereits gelesen zu haben. Außerdem ist er unsagbar vorhersehbar. Hier und dort tauchen Stellen auf, mit denen ich so nicht ganz gerechnet habe, dennoch kommt nicht wirklich Spannung und schon gar keine Überraschung auf.

Der geschichtliche Zusammenhang tritt absolut in den Hintergrund - was mich nicht weiter störte -, jedoch wird er an Stellen, an denen er Verwendung findet, doch sehr trocken wiedergegeben, sodass man diese Stellen nicht wirklich mit Begeisterung liest.

Ich hadere noch mit mir, ob ich die Reihe weiter verfolgen möchte, denn große Überraschungen erwarte ich ehrlich gesagt nicht. Jedoch habe ich mich bereits selbst ein wenig gespoilert und möchte eigentlich wissen, was genau noch in 3 weiteren Bänden passieren soll..

Gefallen haben mir am Ende die Zeittafel und das Glossar.

©2017


Zitate:

"»Nun löffelt die Suppe ein, die ihr euch eingebrockt habt«, zitierte sie die allbekannte Regel.
»Wer den letzten Löffel voll erwischt, der hat in der Ehe das Sagen.«" (S. 145)

"»Neid und Hass sind keine guten Ratgeber.«" (S. 584)