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Veröffentlicht am 23.10.2016

✎ Christian Kahl - Das Verschwinden der Luft

Das Verschwinden der Luft
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Schon nach ein paar Tagen weiß ich keine genauen Details der Geschichte mehr - und das will was heißen..

Christian Kahl hat einen angenehmen Schreibstil, sodass man dem Geschehen leicht folgen konnte. ...

Schon nach ein paar Tagen weiß ich keine genauen Details der Geschichte mehr - und das will was heißen..

Christian Kahl hat einen angenehmen Schreibstil, sodass man dem Geschehen leicht folgen konnte. Auch die Thematik, die er aufzugreifen versucht, ist mitunter interessant und vor allem (noch immer) aktuell: Brandrodung in Regenwäldern und deren Folgen. Leider wurde mir dann doch zu wenig auf genau dieses eingegangen.

Auch die Liebesgeschichte, die hier angedeutet wird, ist mir eher unverständlich - derer hätte es einfach nicht gebraucht. Es gibt so viele Mittel und Wege, Schicksale zu verbinden, aber leider ist der Autor hier auf einen bereits fahrenden Zug aufgesprungen und wähnte sich vielleicht in Sicherheit.. Ich hätte es mutiger und besser gefunden, wenn er aus dem Mainstream ausbricht.

Dass man den Namen des Urwaldvolkes mal übersetzt, ist absolut verständlich. Dass im Laufe der Geschichte aber immer das deutsche Wort verwendet wurde, gestaltete sich für mich eher als Stolperfalle. Ich hätte gerne öfter das ausländische, richtige Wort dafür gelesen, auch wenn es vielleicht unaussprechlich ist - ich kann es leider nicht mehr sagen, ob es überhaupt erwähnt wurde -, aber so hätte sich vielleicht ein anderer Bezug zu ihnen aufgebaut. Für mich waren sie einfach nicht präsent genug.

Teilweise verliert der Autor sich auch in Wiederholungen, deren es nicht bedarf. Wenn es Dinge sind, die wichtig für die Geschichte erscheinen, ok. Aber auch dies darf nicht zu häufig geschehen, denn das Buch ist nicht sonderlich kompliziert oder verwinkelt.

Der Titel wird als 'Thriller' deklariert. Den Thrill habe ich oft einfach vermisst, denn es gab keine wirklichen Überraschungen, nur hier und da ein wenig Spannung, die mich dann auch an der Geschichte gehalten hat. Wer dem Geschehen aufmerksam folgt, durchschaut einige Dinge, bevor sie tatsächlich beim Namen genannt werden.

Im Endeffekt kann ich also nicht wirklich sagen, ob ich das Buch empfehlen kann.. Wer es mag, ein wenig in die Thematik hineinzulesen und nichts Tiefgründiges in diese Richtung erwartet, sollte hier gerne zugreifen.

©2016

Veröffentlicht am 22.10.2016

✎ Meg Haston - Alles so leicht

Alles so leicht
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Was ich erwartet habe? Gefühl. Gefühl. Gefühl.
Was ich bekam? Hm..

Ich hatte das Buch eine Weile auf meiner Wunschliste, weil ich immer wieder über positive Meinungen gestolpert bin. Als ich es nun von ...

Was ich erwartet habe? Gefühl. Gefühl. Gefühl.
Was ich bekam? Hm..

Ich hatte das Buch eine Weile auf meiner Wunschliste, weil ich immer wieder über positive Meinungen gestolpert bin. Als ich es nun von dort befreit und gelesen habe, frage ich mich, ob ich mich nicht - mal wieder - zu sehr habe blenden lassen.

Auf dem Klappentext steht: "Ehrlich bis zur Schmerzgrenze, mitfühlend und hoffnungsvoll erzählt." Die Ehrlichkeit ist sicherlich vorhanden - es ist immerhin eine (fast) fiktive Geschichte. Mitgefühlt habe ich mit niemanden, denn zu keinem hatte ich einen wirklichen Draht. Und hoffnungsvoll? Na ja..

Für mich wurde an vielen, nein, an allen Stellen viel zu sehr an der Oberfläche gekratzt. Klar treffen viele Charaktere aufeinander. Klar kann man nicht jeden bis ins Detail beschreiben und aufarbeiten. Aber wir haben hier doch eine Hauptperson! Sie ist doch da. Sie bringt alles mit, was man braucht. Man muss sie nur nehmen und durch das Buch begleiten - und zwar nicht nur ein wenig, sondern tief gehend. Vielleicht auch bis es wehtut, denn das bringt dieses Thema nun mal mit sich.

Im ganzen Buch, was immerhin 265 Seiten besitzt, hat mich nur eine Stelle wirklich berührt - da hatte ich auch, ehrlich gesagt, einen Kloß im Hals..

"Ich schaue auf. Schaue weg und dann wieder hin, obwohl ich schon beim ersten Mal richtig gesehen habe. [...] Er steht im Türrahmen." (S. 252)

Klar muss man das Buch lesen, um genau diese Textstelle zu verstehen. Aber es ist eine der wenigen, die ich für mich markiert habe. Generell habe ich hier diesmal erst sehr spät damit angefangen.

"Alles so leicht" ist für mich leider gar nicht leicht. Ich fand keinen Zugang zu Stevie - oder jemand anderem. Anna war für mich auch nichts Besonderes. Und generell habe ich das ganze Geschehen eher aus einer neutralen Perspektive gelesen, obwohl ich mich hier auf Taschentuchalarm eingestellt hatte.

Ich kann dieses Buch leider nicht weiterempfehlen. Dafür fehlte es mir an allen Ecken und Kanten und hatte auch einige Längen

©2016

Zitate:

"[...] Tod ist so schwer, dass er mich beinah erdrückt. Es tut so weh, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass der Schmerz jemals weggeht." (S. 205)

"Mist. Sie ist enttäuscht. Wut wäre so viel einfacher gewesen." (S. 245)

"»[...] Akzeptanz bedeutet nicht, dass du etwas gut findest oder dass du dich damit wohlfühlst. Aber es bedeutet, dass du es als das anerkennst, was es ist.«" (S. 252)

Veröffentlicht am 21.10.2016

✎ Nils Honne - Corporate Anarchy

Corporate Anarchy
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Krass..
Das war das erste, was mir durch den Kopf ging, nachdem ich die letzte Seite umgeschlagen hatte..

Ich hatte mit einem thrillerartigen Buch gerechnet, aber was man hier geboten bekommt, kann man ...

Krass..
Das war das erste, was mir durch den Kopf ging, nachdem ich die letzte Seite umgeschlagen hatte..

Ich hatte mit einem thrillerartigen Buch gerechnet, aber was man hier geboten bekommt, kann man wirklich schon als rasanten Thriller bezeichnen.

Anfangs noch verhalten, nimmt die Geschichte mehr und mehr Fahrt auf, je weiter man voranschreitet. Dabei sind es gar nicht so die Überraschungseffekte, die hier angewandt werden, sondern einfach das Verhalten der Protagonisten. Irgendwie rechnet man mit außergewöhnlichen Begebenheiten, aber man bekommt doch einiges mehr geboten, als erwartet.

Gerade als die Gleichgesinnten aufeinandertreffen, sind auf einmal sehr viele Namen im Spiel, die man sich ab und zu mal sortieren muss. Aber da es keine absolut exotischen Namen sind, kommt man da wirklich schnell rein.

Womit ich nicht gerechnet habe, ist die detaillierte Darstellung einiger Gewaltszenen. Für Zartbesaitete ist dies wirklich nichts. Auch ich habe teilweise geschluckt, weil der Schreibstil so lebendig ist..

Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig warum, aber so im letzten drittel hat das Buch für mich ein wenig geschwächelt. Das Ende aber hat das ganz schnell wieder vergessen lassen, denn hier war ein Überraschungsmoment gegeben, mit dem ich absolut gar nicht gerechnet hatte!

Ich möchte Nils Honnes Buch gerne weiterempfehlen. Es ist aussagekräftig, aufrüttelnd und bis auf eine kurze Strecke sehr temporeich.

©2016

Veröffentlicht am 02.10.2016

✎ Ursula Poznanski - Erebos

Erebos
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Letztes Jahr hatte ich schon 'Saeculum' von der Autorin gelesen.. und als ich neulich über dieses Hörbuch gestolpert bin, habe ich spontan beschlossen, dass es auch eine Chance bekommt.
Ein Anstoss, warum ...

Letztes Jahr hatte ich schon 'Saeculum' von der Autorin gelesen.. und als ich neulich über dieses Hörbuch gestolpert bin, habe ich spontan beschlossen, dass es auch eine Chance bekommt.
Ein Anstoss, warum ich es auch lesen wollte, ist die Pokémon-Welle, die derzeit herrscht und bei der ich mir denke: "Habt ihr wirklich den Bezug zur Realität verloren?"

Ich war sehr gespannt, wie es auf mich wirken wird, denn ich bin absolut kein Rollenspielspieler. Natürlich kenne auch ich welche, aber eben nur vom Hörensagen.

Der Anteil des Spiels ist dann auch sehr hoch - damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Wirklich gestört hat es mich im Endeffekt nur wenig. (aber wahrscheinlich eben nur, weil ich mit diesem Zeitvertreib so gar nichts anfangen kann) Nur, dass manches sich ständig wiederholt hat, fand ich nicht so toll.

Richtig spannend wurde es dann für mich, als Nick, wie im Klappentext beschrieben, einen Menschen umbringen soll. Was danach alles geschieht, hat das Tempo der Geschichte richtig gut angezogen.

Der Schluss hat mich auch überrascht, denn ich hatte mit etwas ganz anderem gerechnet. Die Nachricht, die Ursula Poznanski uns hier mit auf den Weg geben möchte, sollten sich einige wirklich mal zu Herzen nehmen: Du denkst, das Internet ist dein Freund und du kannst ihm alles erzählen, aber es kann ganz schnell zu deinem Feind werden..

Ich denke, gerade für junge Jugendliche, aber auch für manche Erwachsene hält diese Lektüre einiges bereit. Frau Poznanski möchte mit Sicherheit auf die ein oder andere Weise belehren, aber sie tut dies ohne erhobenen Zeigefinger.
Als Hörbuch fand ich es ganz ok, aber durch die Wiederholungen und den Fokus auf das Computerspiel hätte ich es vielleicht nicht ganz so gut lesen können - ich schieb das einfach mal darauf, dass ich nicht ganz die Zielgruppe bin. Empfehlen möchte ich es dennoch.

©2016

Veröffentlicht am 30.09.2016

✎ Amelie Bachmayer - Mathe ist übertrieben hässlich, Frau Bachmayer

Mathe ist übertrieben hässlich, Frau Bachmayer
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Ich vermiss meine Schulzeit wirklich und daher versuche ich mich mit solchen Büchern immer ein bisschen dorthin zurückzuversetzen.. Aber entweder bin ich (oder die anderen) im falschen Viertel aufgewachsen ...

Ich vermiss meine Schulzeit wirklich und daher versuche ich mich mit solchen Büchern immer ein bisschen dorthin zurückzuversetzen.. Aber entweder bin ich (oder die anderen) im falschen Viertel aufgewachsen oder früher war einfach alles anders..

Ich mein, ich sollte es doch langsam wissen, dass in solchen Büchern entweder (maßlos) übertrieben oder einfach das Schlimmste vom Schlimmsten erzählt (und aufgebauscht) wird. Es kann doch nicht wirklich in Schulen so zugehen?!?

Amelie Bachmayer erzählt auf humorvolle Weise von ihrem Lehreralltag. Dabei zeigt sie aber nicht nur mit dem Finger auf die Schüler, sondern schildert auch, wie sich Lehrer und Eltern teilweise benehmen.
Anekdoten aus ihrem privaten Leben frischen das Ganze noch auf.

Manchmal habe ich amüsiert gelächelt, teilweise laut gelacht, aber meistens einfach nur mit dem Kopf geschüttelt.

Für Zwischendurch bestens geeignet, aber nichts, was sich von den anderen "Lehrerbüchern" abhebt. Der Trend ist die letzten Jahre einfach zu sehr aufgegriffen wurden, sodass man schnell das Gefühl hat, hier und dort selbe Geschichten zu lesen.

In einem Punkt aber gebe ich der Autorin absolut Recht:

"Ich bin erstaunt über die vielen Diagnosen. Hat plötzlich jedes Kind, das etwas schwächer beim Lesen, Schreiben oder Rechnen ist, eine Störung? Und jedes aufgeweckte Kind ADHS?" (S. 30)

©2016