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Veröffentlicht am 15.09.2023

✎ Susanna Leonard - Annie Londonderry, Die Radfahrerin

Die Radfahrerin
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Nachdem ich aus der Reihe bereits Dian Fossey und Ada Lovelace kennenlernen durfte, war ich sehr auf Annie Londonderry gespannt.

Anfangs war es noch sehr interessant zu verfolgen, wer die Frau ist und ...

Nachdem ich aus der Reihe bereits Dian Fossey und Ada Lovelace kennenlernen durfte, war ich sehr auf Annie Londonderry gespannt.

Anfangs war es noch sehr interessant zu verfolgen, wer die Frau ist und aus welchem Leben sie ausbrechen möchte. Doch je weiter die Fahrt voranschreitet, desto weniger bekommt man erzählt.

Ich hatte das Gefühl, immer mal wieder zu springen. Es fehlen mir Beschreibungen der einzelnen Stationen. Irgendwie konnte man ihren Weg nicht wirklich mitverfolgen, weil ganze Teile einfach fehlen.

Zudem machten mir die Lügen, die Annie erzählt, sie mir mehr und mehr unsympathischer. Immer öfter hatte ich das Bedürfnis, abbrechen zu wollen, weil ich dachte, dass Frau Leonard zu sehr über die Stränge schlug. Doch nach kurzer Recherche wusste ich, dass Annie es mit der Wahrheit tatsächlich nicht so genau nahm.

Wir haben hier keine Biografie vorliegen, sondern einen Roman. Susanna Leonard hat zugunsten der Dramaturgie Dinge hinzugedichtet - kein Problem. Doch warum wird man dann so abrupt aus der Geschichte gerissen? Warum gibt es keine Informationen darüber, wie das Leben der Protagonistin weiterging? Was wurde aus ihren Kindern? Wie haben sie das Abenteuer erlebt?

Die Autorin hat Erzähltalent und hätte es hier ruhig noch ein wenig intensiver nutzen können.
Mich haben die zwei anderen Romanbiografien mehr abgeholt und auch im Nachgang nachhaltiger beschäftigt.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 14.09.2023

✎ Petra Hülsmann - Hamburg-Reihe 3 Glück ist, wenn man trotzdem liebt

Glück ist, wenn man trotzdem liebt
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Dieses Buch kommt mal wieder aus dem Fundus meiner Aktion 'vergessene Schätze'. Damals stellten es Kathi & Zwerghuhn von Lesendes Federvieh vor.

Mir haben die Cover der Reihe (ich dachte, es wären alles ...

Dieses Buch kommt mal wieder aus dem Fundus meiner Aktion 'vergessene Schätze'. Damals stellten es Kathi & Zwerghuhn von Lesendes Federvieh vor.

Mir haben die Cover der Reihe (ich dachte, es wären alles Einzelteile) damals sehr gefallen. Doch irgendwie habe ich mich nicht so recht ran getraut, weil ich mit Chick-Lit gerechnet habe. Dieses Genre trifft meist nicht meinen Nerv.

Bei Petra Hülsmanns Roman handelt es sich jedoch um einen amüsanten Frauenroman, der mir ein paar schöne Lesestunden bescherte.

Isabelle ist eine eher nervige Protagonistin. Ich habe sie jedoch im Laufe der Geschichte kennen- und ein wenig mögen gelernt. Anhand ihrer Person sieht man sehr gut, was Worte mit einen machen können. Es war schön, sie wachsen und aufblühen zu sehen.

Die anderen Charaktere sind von Anfang an liebenswert. Alle werden sehr authentisch dargestellt. Ihnen wird Leben eingehaucht und sie bekommen Ecken und Kanten. Immer, wenn sie auf der Bildfläche auftauchten, konnte man Isabelle ein wenig in den Hintergrund schieben und sich an ihnen erfreuen.

So ein Liebesroman ist oft sehr vorhersehbar. Doch das störte mich in diesem Fall gar nicht. (damit hatte ich auch gerechnet) Ich hatte einen Wohlfühlroman in der Hand, der mir ein paar vergnügliche Lesemomente bereitete - mehr erwarte ich (manchmal) gar nicht von einem Buch.

Mal schauen, vielleicht genehmige ich mir einen anderen Teil der Reihe als Hörbuch, denn Hülsmanns locker-leichter, humorvoller Schreibstil sagt mir sehr zu.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.09.2023

✎ Elliot Page - Pageboy

Pageboy
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Ich mag den Film "Inception". Wenn ich die Gesichter im TV sehe, erkenne ich sie sofort, denn ich habe ihn bereits mehrmals angeschaut. Und doch habe ich nie den Rummel um Elliot Page und sein Coming-out ...

Ich mag den Film "Inception". Wenn ich die Gesichter im TV sehe, erkenne ich sie sofort, denn ich habe ihn bereits mehrmals angeschaut. Und doch habe ich nie den Rummel um Elliot Page und sein Coming-out als trans Mann mitbekommen - bis zum Erscheinen seines Buches.

Elliot Page erzählt sehr sprunghaft über seine Kindheit, seine Jugend, seinen Weg allgemein. Das geschieht so unstrukturiert, dass ich mich oft erst kurz sammeln musste, um dem Sprecher wieder folgen zu können. Ich benötige keine chronologische Abfolge eines Lebens, doch ein roter Faden sollte schon erkennbar sein. Das ist hier leider nicht der Fall.

Auch geht der Autor für mich zu sehr auf seine sexuellen Erlebnisse ein. Stattdessen hätte ich mir noch tiefere Einblicke in sein Seelenleben gewünscht. Zwar erfahren wir scheinbar eine Menge, doch vieles bleibt in der Luft hängen, weil es nicht zu Ende erzählt wird.

Trotz meiner Kritikpunkte empfehle ich dieses Werk gerne weiter, denn es ist ein wichtiger Beitrag für die LGBTQIAP+ Community. Doch ich bin immer noch der Meinung, dass man nicht nur im "Pride Month" auf die Szene aufmerksam machen sollte, sondern dass sie es das ganze Jahr über verdient hat.

Elliot Page hat (s)ein Zeichen gesetzt, jedem Menschen Toleranz und Akzeptanz entgegen zu bringen. Sein Weg war lang und steinig. Vielleicht kommen wir als Gesellschaft irgendwann zu dem Punkt, unsere Kinder ohne Konventionen und Zwänge und mit einer uneingeschränkten Persönlichkeitsentfaltung aufwachsen zu lassen.

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 13.09.2023

✎ Judith Merchant - Holly Holunder und der magische Garten

Holly Holunder und der magische Garten
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Als ich das Cover sah, wurde ich direkt an den Kinderroman "Bork, Der Bäumling" erinnert, welcher uns gut gefiel. Ich war also gespannt, welche Geschichte uns hier erwarten würde.

Anfangs fand ich sie ...

Als ich das Cover sah, wurde ich direkt an den Kinderroman "Bork, Der Bäumling" erinnert, welcher uns gut gefiel. Ich war also gespannt, welche Geschichte uns hier erwarten würde.

Anfangs fand ich sie noch ganz süß. Die Fantasie der Kinder wird angeregt, es gibt ein paar magische Elemente und wir dürfen ganz nebenbei auch noch etwas lernen. Kindern wird vor allem beigebracht, wie man gut mit der Umwelt umgehen kann und was eher weniger erstrebenswert erscheint.
Freundschaft wird in diesem Kinderroman ganz groß geschrieben.

Leider gefiel mir die Erzählung zum Ende hin immer weniger.
Ich als Erwachsene hatte bereits bei der ersten Begegnung heraus, wer die Diebe sind und ebenso, was geschehen sein musste. Für mich war also lediglich interessant, in was der magische Plan der beiden Protagonisten bestand, um den Garten zu retten.

Es gibt vor allem eine Begebenheit, die an der Realität völlig vorbei ist und die ich so in einem Kinderbuch auch nicht stehen haben möchte: Die Polizei bittet nicht die Kinder, die Diebe in Schach zu halten, bis sie vor Ort ist. Sie wird sie eher bitten, sich ihnen nicht zu nähern.
Ich differenziere hier ganz klar zwischen Kinderdetektiven, bei denen es auch schon mal unrealistischer zugehen kann und die Kleinen sich wegträumen können, und Geschichten, bei denen dieses Element für mich einfach nicht stimmig ist.

Was ich hingegen toll fand, war die Tatsache, wie Arwid gewachsen ist.
Ebenso die Vielfältigkeit der Charaktere. (die bedauerlicherweise nicht ohne Klischees auskommen)

Das Buch wird in unsere Schulbücherei einziehen und ich werde schauen, wie es bei der Zielgruppe ankommt.
Starker Anfang, schwacher hinterer Mittelteil, gutes Ende - es kommt einer Achterbahnfahrt gleich ...

©2023 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 11.09.2023

✎ Lucie Göpfert - Die Rätsel-Knacker 3 Das Geheimnis der magischen Schule

Die Rätsel-Knacker – Das Geheimnis der magischen Schule (Buch mit abwischbarem Stift)
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Als meine 5-Jährige das Heft entdeckt hat und ich ihr erklärt habe, was es beinhaltet, wollte sie sofort loslegen.

Der Stift ist in einer praktischen Box drin, damit er nicht verloren gehen kann. Leider ...

Als meine 5-Jährige das Heft entdeckt hat und ich ihr erklärt habe, was es beinhaltet, wollte sie sofort loslegen.

Der Stift ist in einer praktischen Box drin, damit er nicht verloren gehen kann. Leider lässt sie sich etwas schwer öffnen und ist auch nicht (so leicht) ablösbar. Das finden wir unpraktisch. Zum einen passt nicht jeder Stift dort rein. Zum anderen kann man die linke Seite nicht flach auf den Tisch legen.

Die Rätsel hingegen haben meiner Tochter sehr gut gefallen. Sie sind verständlich und vielfältig. Man muss zum Beispiel Unterschiede und passende Schatten finden, zählen, Worte finden und noch einiges mehr.

Die meisten Rätsel waren selbsterklärend. Was sie nicht kannte, habe ich ihr vorgelesen und schon legte sie los. Sie hat alles super gelöst und benötigte die letzten Seiten, auf denen die Antworten stehen, nicht.

Mein Kind fand das Heft super. Ob sie es erneut lösen würde, bezweifle ich. Sie hat es derzeit zumindest bereits abgeschrieben. ("Ich habe schon alles gemacht!")
Ich als Erwachsene finde das Konzept toll für den Kindergarten, weil es mehrere Kinder immer wieder nutzen können. Oder eben, wenn es Geschwisterkinder oder dergleichen gibt.

©2023 Mademoiselle Cake