✎ Julie Caplin - Romantic Escapes 12 Das kleine Zuhause in Prag
Das kleine Zuhause in Prag„Das kleine Zuhause in Prag“ ist durch eine Buchaktion bei mir eingezogen. Obwohl ich bislang keinen Band der Romantic-Escapes-Reihe gelesen hatte, sind mir die Romane von Julie Caplin schon länger aufgefallen. ...
„Das kleine Zuhause in Prag“ ist durch eine Buchaktion bei mir eingezogen. Obwohl ich bislang keinen Band der Romantic-Escapes-Reihe gelesen hatte, sind mir die Romane von Julie Caplin schon länger aufgefallen. Vor allem die farbenfrohen Cover und die Sehnsuchtsorte in den Titeln haben dafür gesorgt, dass die Reihe auf meiner Merkliste gelandet ist. Als ich entdeckt habe, dass auch ein Band in Italien spielt, war mein Interesse endgültig geweckt.
Ich hatte Lust auf einen Wohlfühlroman, der mich für ein paar Stunden aus dem Alltag entführt. Genau das hat das Buch geschafft. Schon nach wenigen Seiten war ich gedanklich in Prag und ließ mich durch die stimmungsvoll beschriebenen Gassen und Kneipen treiben. Julie Caplin versteht es, einen Ort so lebendig werden zu lassen, dass beim Lesen sofort Fernweh aufkommt.
Der Roman liest sich leicht und unkompliziert und eignet sich perfekt für entspannte Sommerabende oder als Urlaubslektüre. Wer eine unterhaltsame Geschichte zum Abschalten sucht, wird hier fündig.
Besonders gefallen hat mir das Lokalkolorit. Prag wird nicht nur als Kulisse genutzt, sondern ist das eigentliche Herzstück des Romans. Die Stadt wirkt fast wie eine eigene Figur. Die Beschreibungen machen Lust darauf, sofort die nächste Reise dorthin zu buchen.
Die Grundidee fand ich vielversprechend: ein Wettbewerb rund ums Bierbrauen, eine zweite Chance für die Liebe und eine Stadt voller Charme. Gerade deshalb war ich etwas enttäuscht, dass das Thema Bierherstellung nur eine Nebenrolle spielt.
In der Handlung gab es einige Entwicklungen, die für mich früh vorhersehbar waren. Das hat mich nicht grundsätzlich gestört, denn bei einem Liebesroman gehört ein gewisser Grad an Berechenbarkeit oft dazu. Dennoch fehlten mir die Momente, die mich wirklich überraschen oder emotional stärker berühren konnten; Momente, die eine Geschichte besonders machen.
Nicht ganz überzeugt haben mich manche Details rund um den Wettbewerb. Einige Abläufe und Entscheidungen wirkten auf mich wenig nachvollziehbar, sodass einzelne Situationen konstruiert erschienen.
Mein größter Kritikpunkt ist jedoch, dass zu viele Themen gleichzeitig behandelt werden. Familienkonflikte, berufliche Träume, alte Verletzungen, eine zweite Liebeschance und zahlreiche Nebenfiguren konkurrieren um Aufmerksamkeit. Dadurch bleibt vieles an der Oberfläche. Ich hätte mir gewünscht, dass einige Charaktere mehr Tiefe bekommen.
Die Charaktere mochte ich insgesamt dennoch gern. Leo ist ein echter Sympathieträger: warmherzig, geduldig und einfach ein Mensch, den man sofort ins Herz schließt. Mit Anna hatte ich dagegen meine Schwierigkeiten. Ihre Art wirkte auf mich stellenweise etwas überzogen, und nicht jede ihrer Reaktionen konnte ich nachvollziehen.
Am Ende bleibt für mich ein atmosphärischer Wohlfühlroman, der sich angenehm lesen lässt und mich gut unterhalten hat. Besonders Prag als Schauplatz und Leo als Figur haben dazu beigetragen, dass ich gern Zeit mit dieser Geschichte verbracht habe.
„Das kleine Zuhause in Prag“ ist eine schöne Lektüre für zwischendurch, die mich nicht restlos begeistert, mir aber eine kurzweilige Auszeit vom Alltag beschert hat. Ich bin gespannt, ob mich andere Bände der Romantic-Escapes-Reihe noch stärker packen können.
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