Profilbild von Jecke

Jecke

Lesejury Star
offline

Jecke ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jecke über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2022

✎ Elisabeth Pfeffer - Timi Travel 1 Timi Travel und das Portal nach Newelia

Timi Travel und das Portal nach Newelia
0

Als ich das Cover das erste Mal sah, fühlte ich mich ein wenig erschlagen. Es ist wirklich sehr bunt und sehr voll. Mein Kind hingegen mochte es direkt, denn es fällt im Regal auf.
Während des Lesens der ...

Als ich das Cover das erste Mal sah, fühlte ich mich ein wenig erschlagen. Es ist wirklich sehr bunt und sehr voll. Mein Kind hingegen mochte es direkt, denn es fällt im Regal auf.
Während des Lesens der Geschichte jedoch verliebte ich mich - in die Bilder. Die Illustrationen sind toll! Richtig toll! Lisa Stachnick ist direkt zu einer meiner liebsten Illustratorinnen aufgestiegen. Ihre Zeichnungen sind ausdrucksstark, detailreich, farbenfroh, kindgerecht. Ich kann mich gar nicht daran sattsehen.
Und sie sind wirklich auf jeder Seite vorhanden - da macht das (Vor)Lesen gleich doppelt so viel Spaß. Doch sie erschlagen mich nicht, weil sie gut gewählt und platziert sind.

Wenn man das Buch aufschlägt, werden auf der Umschlagseite Timi und Romi(na) vorgestellt. Ich hätte mich gefreut, wenn der Verlag auf wertende Beschreibungen verzichtet hätte. Zudem finde ich es schade, dass die Reihe nur Timmi gewidmet ist, obwohl beide Kinder Hauptfiguren sind.

Die Geschichte an sich ist spannend und kurzweilig. Es werden hauptsächlich die Charaktere vorgestellt und die Neugier geschürt. Fragen werden nicht beantwortet.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge, sodass es für Selbstlesende nicht zu viel wird und beim Vorlesen immer wieder eine Pause eingebaut werden kann, wenn nötig.
Auf einen komplizierten Satzbau und Schachtelsätze wird verzichtet.

Es ist immer schwierig, solch ein Buch in die Schulbibliothek zu stellen, denn die Kinder fragen direkt nach der Fortsetzung. Unter Umständen ist die Geschichte des vorhergehenden Bandes bereits vergessen, wenn der nächste erscheint. Daher bin ich bei Kinderbüchern immer für abgeschlossene Bände - auch wenn es eine Reihe ist. Mir ist auch noch nicht klar, ob es nur eine begrenzte Anzahl (2 oder 3) Teile geben soll / wird oder ob die Abenteuer ohne Begrenzung fortgeführt werden. (beides ist für mich vorstellbar)

Von uns bekommt "Timi Travel und das Portal nach Newelia" eine (Vor)Leseempfehlung für all diejenigen, die Reihen lieben und kein Problem damit haben, wenn diese mit einem Cliffhanger enden.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 20.09.2022

✎ Mira Galle - Mia Marmelade 2 Zola und der verlorene Piratenschatz

Mia Marmelade
0

Im Januar durfte ich den ersten Teil rund um Mia Marmelade kennenlernen. Bereits "Leon und der grüne Flaschengeist" konnte mich abholen und bekam einen festen Platz in unserem sehr kleinen Regal. Auch ...

Im Januar durfte ich den ersten Teil rund um Mia Marmelade kennenlernen. Bereits "Leon und der grüne Flaschengeist" konnte mich abholen und bekam einen festen Platz in unserem sehr kleinen Regal. Auch "Zola und der verlorene Piratenschatz" wird es nicht mehr verlassen - außer zum Lesen.

Die Geschichte wird aus der Sicht der Katze erzählt. Jedoch wird diese nicht personifiziert. Sie kann also nicht mit den Menschen reden. Dennoch werden wir teilweise in eine magische Welt mit hineingezogen.

Wie die Themen Migration, Flucht, Mobbing, Alltagsrassismus, Verlust und Freundschaft aufbereitet werden, kann man nur als warmherzig beschreiben. Kindgerecht und alltagstauglich findet Mira Galle genau die richtigen Worte, um Menschen ab 8 Jahren dort abzuholen, wo sie sich gerade befinden und es brauchen.

Meine Worte zum ersten Band kann ich auch hier genau so wieder verwenden:
Man merkt, dass die Autorin im sozialen Bereich arbeitet. Sie schreibt nicht einfach nur aus einer dritten, unpersönlichen Perspektive. Sie schreibt das Leben. Der Text ist feinfühlig und ohne Bewertungen. Er nimmt einen an die Hand und in den Arm.

Die Verfasserin gibt Kindern eine Stimme. Sie zeigt Momente auf, in denen wir besonders aufmerksam sein und (eventuell) eingreifen sollten. Sie rüttelt wach, stößt Gedanken an. Doch vor allem gibt sie den Impuls zum Reden.

"Mia Marmelade" ist keine Kinderbuchreihe, die ich einfach so ins Kinderzimmer stellen würde. Es ist eine Reihe, die besprochen werden will und muss. Es sind Erzählungen, die unserer Aufmerksamkeit bedurfen. Leon und Zola sind Kinder, die unter uns leben. Sie brauchen unsere Hilfe!

Von mir gibt es daher an dieser Stelle eine absolute (Vor)Leseempfehlung! Ich bin gespannt, von welchen Familien uns die Katze noch erzählen wird.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 19.09.2022

✎ Rachel Morrisroe - Wie pflanze ich ein Einhorn?

SAMi – dein Lesebär - Wie pflanze ich ein Einhorn?
0

Als ich dieses Buch sah, wusste ich: Das muss bei uns einziehen! Mein Kind liebt Einhörner! Am liebsten hätte sie selbst eins. Daher wollten wir unbedingt heraus bekommen, wie man diese Tierchen pflanzen ...

Als ich dieses Buch sah, wusste ich: Das muss bei uns einziehen! Mein Kind liebt Einhörner! Am liebsten hätte sie selbst eins. Daher wollten wir unbedingt heraus bekommen, wie man diese Tierchen pflanzen kann.

Als Erstes springen einem die Illustrationen ins Auge. Sie sind sooo schön! Detailreich, bunt, kindgerecht. Jedes Mal entdecken wir neue Kleinigkeiten, wenn wir durchblättern. Man kann sich an den Bildern gar nicht sattsehen.

Doch auch die Geschichte ist zauberhaft. Fantasievoll und kurzweilig spricht sie meine 4-Jährige genau an. Sie hat gestaunt, gewartet, gelacht und auch mit Sally mitgelitten. Die magischen Pflanzen haben es ihr besonders angetan.

Bei der nächsten Vorlesemöglichkeit im Kindergarten werde ich dieses Buch mitnehmen und bin davon überzeugt, dass die Kinder es lieben werden.

Einziges Manko aus Erwachsenensicht: Ich hätte mir gewünscht, dass der Charakter der Sally entweder ein Junge oder sogar geschlechtsneutral ist, um einfach mal aus der Stereotype auszubrechen. So werden wieder nur viele Mädchenmamas zum Buch greifen, obwohl die Geschichte für alle Kinder geeignet ist.

Zudem finde ich die Altersempfehlung ab 5 hoch angesetzt. Ich denke, dass bereits 3-Jährige ihre Freude an dieser Lektüre haben werden - vor allem mit Sami zusammen.

"Wie pflanze ich ein Einhorn?" ist eins der neuen Lieblingsbücher meiner 4-Jährigen und daher auf alle Fälle eine Empfehlung wert. Wenn es ohne den Sami-Zusatz erscheint, werde ich es dann auch verschenken.
---
Als Sami bei uns ankam, wurde er von meiner 4-Jährigen sofort in Besitz genommen - ohne Buch. Er wurde ausgiebig betrachtet und ins Spiel integriert. Als ich dazu kam zu erklären, wofür er eigentlich gedacht ist, haben wir ihn gemeinsam eingerichtet. Das ging ziemlich flott, sodass er schnell zum Einsatz kam.

Wir probierten Sami aus und mussten feststellen, dass er zwar einwandfrei funktioniert - jedoch nur, wenn man die Seiten festhält. Sobald sich das Blatt bewegte, las Sami eine andere Seite vor. Das irritierte mein Kind sehr.

Das größte Manko an diesem Spielzeug ist die Größe. Mit Sami muss man entweder am Tisch oder auf dem Boden sitzen. Das Buch mit dem angeklemmten Bären kann von meiner 4-Jährigen nicht in die Hand genommen werden, weil der Eisbär wirklich groß und schwer ist. Ich als Erwachsene könnte es zusammen halten, aber das ist ja nicht der Sinn dahinter. Dann kann ich die Geschichte gleich selbst vorlesen und brauche Sami nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt, den in Deutschland wohnende Haushalte weniger betrifft: Wir wohnen im Ausland und haben somit keine Möglichkeit, Bücher für den Lesebär aus der Bibliothek auszuleihen. Uns bleiben also lediglich Momente, in denen es Geschenke gibt. Denn mit 15-20€ ist ein Buch für Sami auch kein Schnäppchen. Da will es gut überlegt sein, welchen Titel man sich anschafft.

Noch bleibt Sami bei uns, doch ich bin gespannt, wie lange er für meine Tochter interessant sein wird. Er konnte uns nicht direkt vom Hocker hauen. Ich rate eher dazu, den Lesebär und entsprechende Bücher auszuleihen, damit er nicht seinen Reiz verliert.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 17.09.2022

✎ Andrea Schütze - Der größte Schatz der Welt

SAMi – dein Lesebär - Der größte Schatz der Welt
0

Als Sami bei uns ankam, wurde er von meiner 4-Jährigen sofort in Besitz genommen - ohne Buch. Er wurde ausgiebig betrachtet und ins Spiel integriert. Als ich dazu kam zu erklären, wofür er eigentlich gedacht ...

Als Sami bei uns ankam, wurde er von meiner 4-Jährigen sofort in Besitz genommen - ohne Buch. Er wurde ausgiebig betrachtet und ins Spiel integriert. Als ich dazu kam zu erklären, wofür er eigentlich gedacht ist, haben wir ihn gemeinsam eingerichtet. Das ging ziemlich flott, sodass er schnell zum Einsatz kam.

Wir probierten Sami aus und mussten feststellen, dass er zwar einwandfrei funktioniert - jedoch nur, wenn man die Seiten festhält. Sobald sich das Blatt bewegte, las Sami eine andere Seite vor. Das irritierte mein Kind sehr.

Das größte Manko an diesem Spielzeug ist die Größe. Mit Sami muss man entweder am Tisch oder auf dem Boden sitzen. Das Buch mit dem angeklemmten Bären kann von meiner 4-Jährigen nicht in die Hand genommen werden, weil der Eisbär wirklich groß und schwer ist. Ich als Erwachsene könnte es zusammen halten, aber das ist ja nicht der Sinn dahinter. Dann kann ich die Geschichte gleich selbst vorlesen und brauche Sami nicht.

Ein weiterer Kritikpunkt, den in Deutschland wohnende Haushalte weniger betrifft: Wir wohnen im Ausland und haben somit keine Möglichkeit, Bücher für den Lesebär aus der Bibliothek auszuleihen. Uns bleiben also lediglich Momente, in denen es Geschenke gibt. Denn mit 15-20€ ist ein Buch für Sami auch kein Schnäppchen. Da will es gut überlegt sein, welchen Titel man sich anschafft.

Noch bleibt Sami bei uns, doch ich bin gespannt, wie lange er für meine Tochter interessant sein wird. Er konnte uns nicht direkt vom Hocker hauen. Ich rate eher dazu, den Lesebär und entsprechende Bücher auszuleihen, damit er nicht seinen Reiz verliert.
---
Ich liebe die Illustrationen von Joëlle Tourlonias. Ich könnte stundenlang die Bücher, in denen ihre Zeichnungen vorkommen, betrachten. Allein deshalb nehme ich das Werk ständig in die Hand.

Leider gibt es eine Seite, die relativ dunkel ist und auf der schwarze Schrift verwendet wurde. Das ist ohne direktes Licht schwierig zu lesen. (vor allem am Abend, wenn das Licht bei uns gedämmt wird) Da sollte das Layout vielleicht nochmal drüber schauen und über eine Änderung nachdenken.

Die Erzählung finden mein Kind und ich berührend. Wenn ich sie selbst vorlese, kuscheln wir auf der Couch oder im Bett und ich fühle die Botschaft mit jeder Faser meines Körpers.

Lediglich an einer Stelle stolpere ich und lese sie daher nicht mehr vor. Sie kommt so herzlos herüber und passt überhaupt zum Rest. Mittlerweile weiß ich, dass das irgendeine Anspielung sein soll. Doch weder ich und schon gar nicht meine Kleine kennen diese Anspielung und sind einfach nur schockiert.

Das Werk hat eine Vorleseempfehlung ab 3 Jahren. Der Text ist in meinen Augen jedoch zu komplex für dieses Alter. Ab 5 Jahren ist die Textlänge ok.

Ich, als Erwachsene, bin verliebt in die Botschaft und in die Illustrationen.
Meiner 4-Jährigen ist Geschichte zu langatmig, doch sie findet die verschiedenen Dialekte der Tiere lustig.
Von uns gibt es daher eine Vorleseempfehlung für Vorschulkinder.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 16.09.2022

✎ Anna Eschenhagen - Jonathan von Nobelnobel 1 Geister fahren Straßenbahn

Geister fahren Straßenbahn
0

Ich muss gestehen, dass mich an diesem Buch zuerst der Titel abgeholt hat. Der Klappentext hat mich dann noch ein bisschen neugieriger gemacht. Hätte ich nur das Cover gesehen, wäre ich daran vorbei geschlittert, ...

Ich muss gestehen, dass mich an diesem Buch zuerst der Titel abgeholt hat. Der Klappentext hat mich dann noch ein bisschen neugieriger gemacht. Hätte ich nur das Cover gesehen, wäre ich daran vorbei geschlittert, denn Schulgeschichten sind eher nicht so beliebt ...

Meine Erwartungen waren ganz klar: Leichte Unterhaltung für Kinder, die einem zum Lachen bringt. Gut, schmunzeln, wie es hinten drauf heißt, ist nicht lachen, doch irgendwie suchte ich etwas, um grauen Tagen zu entfliehen.

Nachdem ich die erste Geschichten gelesen hatte, entstanden ganz viele Fragezeichen in meinem Kopf. Man wird in eine Gruppe von Kindern und in eine Situation hineingeworfen, die man nicht so richtig versteht. Es gibt keine Erklärungen zu Zusammenhängen. Es wird immer nur etwas von früher angedeutet.

Als ich dann einen Blick in die Inhaltsangabe warf, las ich, dass die letzte Erzählung "Wie alles begann [...]" heißt.

Ich war mehrmals drauf und dran, den Schluss vorzuziehen, weil ich meine Neugierde nur schwer bremsen konnte. Getan habe ich es nicht. Doch auch jetzt, nach Beendigung der Lektüre, bin ich der Meinung, dass die letzte Geschichte an den Anfang gehört - oder zumindest an die zweite Stelle. (um den Spannungsbogen zu Beginn zu schaffen)

Revidieren musste ich jedoch meine Meinung bezüglich der Altersempfehlung.
Die Autorin sagt ganz klar: ab ca. 9 Jahren.
Die ersten Kriminalfälle hindurch habe ich mich gefragt, warum das Werk nicht mit einer besseren Struktur (größere Schrift, mehr Illustrationen) ausgestattet wurde, um es bereits für Erstleser*innen ansprechend zu machen.
Kurze, knappe Sätze und ansprechende Kapitellänge sind bereits vorhanden. Der Text an sich ist einfach strukturiert. Es kommen keine mega komplizierten Worte vor. Keine Schachtelsätze. Das Niveau der Handlungen ist angemessen. Es wird ganz viel nebenbei erklärt. Und es werden geschickt wichtige Werte eingeflochten. (man hat jedoch nie das Gefühl, dass da jemand mit erhobenem Zeigefinger steht)
Und doch habe ich nach Beendigung gesagt: Das Buch wird in unserer Schulbibliothek den Kindern ab 9 Jahren vorgestellt, weil manche Themen - gerade zum Schluss hin - zu komplex sind. Es sind Begebenheiten, die mitunter besprochen werden müssen - und die teilweise schwer wiegen.

Ansonsten sind die Geschichten schön kurzweilig. Mal eben was für Zwischendurch. Auch Kinder, die sonst nicht gerne lesen, könnten ihren Spaß daran haben, denn die Geschichten sind nochmals in einzelne Kapitel unterteilt.

Ich warte jetzt, wann der nächste Teil erscheint, denn Figuren und Geister bieten noch eine Menge Gesprächsstoff. Solange darf Jonathan schon mal in unserer Schulbibliothek spuken gehen.

©2022 Mademoiselle Cake