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Veröffentlicht am 30.08.2022

✎ Angelika Hesse - Stella 1 Stella rollt an

Stella rollt an
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Rollschuhfahrende Kinder sind nicht sooo bekannt aus Kinderbüchern. (auf Anhieb fällt mir tatsächlich kein weiteres ein) Geliebt werden in unserer Schulbibliothek vor allem Pferde- und Fußballbücher. Doch ...

Rollschuhfahrende Kinder sind nicht sooo bekannt aus Kinderbüchern. (auf Anhieb fällt mir tatsächlich kein weiteres ein) Geliebt werden in unserer Schulbibliothek vor allem Pferde- und Fußballbücher. Doch bei "Stella rollt an" könnte es eine neue Fangemeinde (für diesen Sport) geben.

Mit Stella, Nelly, Lou, Mo, Ronni und Eric hat Angelika Hesse sehr unterschiedliche Charaktere geschaffen. Im Vordergrund steht Stella - und wahrscheinlich möchten viele nach dem Lesen so sein wie sie. Doch auch die anderen Kinder bekommen ein Gesicht. (nicht nur durch die Zeichnungen von Edda Skibbe) Die Erzählung repräsentiert Kinder in diesem Alter wirklich toll.

Generell finde ich die Geschichte sehr inspirierend für die Zielgruppe. Es werden einige Themen kindgerecht angesprochen, verpackt und aufgelöst: Bürgerrechte, Politik, Streit mit / zwischen den Eltern, Zusammenhalt zwischen Freunden / Freundinnen, Petitionen, originelle Ideen, Rückschläge und einiges mehr.
Das klingt im ersten Moment viel, ist auf den 300 Seiten jedoch so verteilt und eingeflochten, dass das alles nebenbei geschieht und trotzdem genug Raum bekommt, um von den Lesenden aufgenommen zu werden. Einige reale Probleme wurden zudem geschickt in die Geschichte eingewebt, ohne sie groß werden zu lassen, damit das Hauptaugenmerk nicht untergraben wird.

Außerdem ist die Handlung im Grundtenor sehr positiv. Auch wenn es mal einen bedrückten Moment gibt, findet sich irgendwie eine Lösung. Und das nicht immer nur von 1 Person, sondern jede*r trägt seinen / ihren Teil dazu bei. So, wie man es sich in diesem Alter eben wünscht.

Die Autorin zeigt mit ihrem Werk, dass bereits so junge Menschen eine Stimme haben. Sie gibt Denkanstöße und vermittelt Wissen, ohne mit erhobenem Zeigefinger zu belehren.

Die Erzählung liest sich sehr flott. Der Schreibstil ist wunderbar leicht. Der Slang ist angepasst und überhaupt nicht übertrieben.

Mir als Erwachsene sind leider 2 Stellen negativ aufgefallen. Es sind Themen, die immer wieder unreflektiert verwendet werden.
Einmal geht es um Bodyshaming. Manche Kinder haben damit schwer zu kämpfen - auch wenn Freunde ihnen "Mut" zusprechen. Es hätte ebenso gut weggelassen werden können, denn es hat nichts zur Geschichte beigetragen.
An einem anderen Punkt wird von Indigenen gesprochen - doch leider mit der Fremdbezeichnung.

Mein Exemplar wird dennoch in unsere Schulbibliothek wandern, um hoffentlich einigen Lesenden ein paar nette Stunden zu bereiten. Reihen sind dort besonders beliebt, da die Kinder ihre Helden und Heldinnen eine Weile lang begleiten können. Und zumindest auf (mindestens) 2 weitere Bände mit den Rolling Angels und Skating Devils dürfen wir uns freuen.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 24.08.2022

✎ Felicity Brooks - Das-sind-wir-Reihe 4 Alle anders - Das sind wir!

Alle anders - Das sind wir!
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Mein Kind wächst in einer sehr privilegierten Umgebung auf: weiße Menschen, keine Krankheiten oder Behinderungen im Umkreis, Wohnung mit großem Garten, immer Essen im Haus, ... Das einzige, was sie von ...

Mein Kind wächst in einer sehr privilegierten Umgebung auf: weiße Menschen, keine Krankheiten oder Behinderungen im Umkreis, Wohnung mit großem Garten, immer Essen im Haus, ... Das einzige, was sie von einigen ihrer Freundinnen & Freunde unterscheidet: Sie wächst zweisprachig auf.
Wenn wir immer in unserer Blase bleiben würden, würde sie kaum sehen und erleben, wie vielfältig unsere Welt ist. Und deshalb liebe ich solche Bücher wie "Alle anders - Das sind wir!"

Felicity Brooks zeigt mit ihrem Werk schon den Kleinsten, wie reich unsere Erde ist - reich an Vielfalt der Menschen.
Sie geht auf ganz viele Aspekte ein: Herkunft, Kleidung, Körper, Kommunikation, Familienformen, Zuhause, Essen, Feste & Feiern, ...

Viele Dinge werden aufgrund des geringen Umfangs nur angeschnitten. Ich hätte mir zum Beispiel gewünscht, dass bei den Festen & Feiern auch ein Datum angegeben wird. Oder dass noch ein bisschen mehr auf traditionelle Kleidung eingegangen bzw. gezeigt und erklärt wird.

Als es um das Thema 'Neurodiversität' geht, fühlte selbst ich mich einen Moment lang erschlagen. Die Zielgruppe kann mit Begriffen wie 'Dyspraphie', 'Dyskalkulie' und dergleichen nichts anfangen. Meiner 4-Jährigen fallen solche Merkmale auch gar nicht auf. Das Down-Syndrom hingegen, welches in diesem Werk leider keinen Platz findet, begegnet uns offen. Und dazu kommen die Fragen.

Diversität ist natürlich ein sehr großes Thema über das man mehrere Bücher schreiben / zeichnen kann. Die Illustratorin Mar Ferrero hat hier bereits einen super Job gemacht. Es gibt Menschen im Rollstuhl, mit Prothesen, mit amputierter Gliedmaße, mit Gehhilfe, mit der Vitiligo-Krankheit, mit Augenklappe, mit geistiger Behinderung, mit einem Atemgerät und eben groß, klein, jung, alt, ...

Was mir noch so ein bisschen fehlt, ist das Gendern. Es wird auf einer Doppelseite davon gesprochen, dass alle alles sein und machen dürfen. Als es dann jedoch darum geht, was Kinder werden / machen können, wenn sie erwachsen werden, wird wieder nur die männliche Berufsbezeichnung verwendet. Nicht bei allen. Manche Dinge werden neutral ausgeschrieben (Feuer löschen, Essen kochen, Flugzeug fliegen, ...) Das hätte man einfach bei allen Aufzählungen machen können.

Die letzten 2 Seiten richten sich gezielt an Erwachsene. Hier können wir nochmal bei uns schauen, wie sensibel unsere Sprache (wirklich) ist und ob wir vielleicht an der ein oder anderen Stelle ein wenig an uns arbeiten.

Ansonsten ist diese Lektüre ein Muss in jedem Kinderzimmer und Kindergarten und bekommt somit von uns eine absolute (Vor)Leseempfehlung. So viel Vielfalt auf einem Haufen bekommt man selten zu Gesicht. Durch dieses Buch sind bereits sehr tiefe Gespräche zwischen mir und meiner 4-Jährigen entstanden, die in unserem Alltag sonst keinen Platz gefunden hätten, weil wir einfach nicht in Berührung damit kommen. Ich möchte meinem Kind mit auf den Weg geben:

"Diversität drückt aus, dass jeder von uns anders ist. Und das ist wunderbar!" (S.5)

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 23.08.2022

✎ Jessica Greenwell - Mein Immer-wieder-Stickerbuch 28 Die Welt des Turnens

Mein Immer-wieder-Stickerbuch: Die Welt des Turnens
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Wir hatten vor Kurzem bereits das "Mein Immer-wieder-Stickerbuch Magische Regenbogenwelt", welches meiner 4-Jährigen sehr gefiel und welches sie auch heute noch immer mal wieder in die Hand nimmt.

Für ...

Wir hatten vor Kurzem bereits das "Mein Immer-wieder-Stickerbuch Magische Regenbogenwelt", welches meiner 4-Jährigen sehr gefiel und welches sie auch heute noch immer mal wieder in die Hand nimmt.

Für unseren Urlaub habe ich ihr aus dieser Reihe "Die Welt des Turnens" besorgt. Es ist eine Welt, in die sie täglich selbst zu Hause abtaucht. Sie sieht Übungen und möchte diese unbedingt nachmachen. Wir versuchen ihr, so viel wie möglich zu ermöglichen, doch auch unsere Ressourcen sind begrenzt. Und vieles lässt sich nur durch (jahrelange) Übung erreichen. Deshalb darf sie ab September auch in eine Gruppe gehen, in der sie rhythmische Gymnastik lernt - all das, was sie eben zu Hause gerne machen möchte, jedoch aufgrund fehlender Erfahrung nicht kann. Da freut sie sich bereits den ganzen Sommer drauf, denn wir haben vor den Ferien die Gruppe kurz besucht, um sie zu fragen, ob sie Lust hat, daran teilzunehmen.

Also dachte ich, dass dies das ideale Ferienbuch für sie / uns ist. Und ich hatte Recht.

Mein Kind kannte das Prinzip mit den Stickern bereits. Doch beim ersten Buch hat sie die Sticker direkt genommen und geklebt. Hier jedoch hat sie sich intensiv mit den verschiedenen Figuren vertraut gemacht. Natürlich wollte sie das ein oder andere direkt ausprobieren, doch wir haben im Buch geschaut, was man dafür eventuell benötigt. (Matte, Band, nichts, ...)

Sie ist absolut in diese Welt eingetaucht. Seitdem wird das Buch immer wieder hervorgeholt. Sie schaut sich die Personen an, klebt manche an andere Stellen, versucht ihre Haltung einzunehmen, überlegt, ob sie all die Sachen auch lernen wird, ...

Mir als Erwachsene gefällt die Vielfalt an Charakteren, die gezeigt werden. Selbst Kinder im Rollstuhl sind zu sehen.

Auch hier wieder der Hinweis: Ich habe den großen Rand, der am Schluss übrig bleiben würde, vom Stickerbogen entfernt, damit sich die Sticker von meiner 4-Jährigen besser ablösen lassen. Ansonsten sind sie ihr nämlich manchmal eingerissen, was leider zu Frust führte.

Bei uns werden noch mehr Werke dieser Reihe einziehen - die Liste ist lang. Zudem finde ich, dass es ein tolles Geschenk zum Geburtstag ist, welches geschlechtsunabhängig geschenkt werden kann.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 23.08.2022

✎ Casey McQuiston - I kissed Shara Wheeler

I Kissed Shara Wheeler
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Ich liebe queere Geschichten. Alle Menschen sollten als normal angesehen werden. Dies gilt es zu unterstützen.

"I kissed Shara Wheeler" ist leider ein Buch, welches nicht lange in meinem Gedächtnis bleiben ...

Ich liebe queere Geschichten. Alle Menschen sollten als normal angesehen werden. Dies gilt es zu unterstützen.

"I kissed Shara Wheeler" ist leider ein Buch, welches nicht lange in meinem Gedächtnis bleiben wird und ich somit auch nie weiterempfehlen werde.

In diesem Coming-of-age-Roman der Autorin Casey McQuiston begegnen wir ganz vielen queeren Personen. Am Anfang fand ich das wirklich viel, weil ich das eben auch nicht so kenne. Doch dann habe ich mir gedacht: Egal! Hier haben all diese Personen eine Plattform bekommen. Super!
Zuerst mag dieser Umstand einen erschlagen, doch dann fand ich das sogar gut. So habe ich mich noch intensiver mit dieser ganzen Materie beschäftigt. Musste nicht erst 3, 4, 5 Bücher lesen, um all die Menschen kennenzulernen, sondern bekam sie in einer Geschichte serviert. (wenn auch sehr oberflächlich)
Dass dies in einer konservativen Gemeinde niemals so sein wird, sei mal dahingestellt. Es ist halt sehr amerikanisch.

Doch die Geschichte an sich - allen voran die Schnitzeljagd - konnte mich so gar nicht abholen.
Die Charaktere sind voll von Klischees. Hinzu kommt, dass Chloe und Shara mir beide nicht sehr sympathisch waren. Es gibt noch 2 weitere Persönlichkeiten an Chloes Seite, die mir deutlich besser gefielen.
Die Erzählung hält keine Überraschungen bereit, denn Lösungen werden jedes Mal direkt serviert. So kam bei mir niemals Spannung auf und der Plot plätscherte vor sich hin.

Zuerst wollte ich das Buch lesen, bin dann jedoch auf die Audiodatei umgeschwungen, weil ich es nicht komplett abbrechen wollte. Der Schreibstil war locker-leicht, aber nicht einnehmend, weswegen ich das Print wahrscheinlich abgebrochen hätte, wenn es nicht eingesprochen worden wäre. Corinna Dorenkamp macht einen guten Job und hat mich zumindest das Hörbuch zu Ende hören lassen.

Casey McQuiston hat mit dieser Geschichte meinen Geschmack leider nicht getroffen. Ich werde mal in ihre anderen Werke hineinlesen / hineinhören und bin gespannt, welche queeren Erzählungen da auf uns warten.

©2022 Mademoiselle Cake

Veröffentlicht am 22.08.2022

✎ Ellie Mattes - Milan - Das Geheimnis der Wildpferde

Milan - Das Geheimnis der Wildpferde
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Pferdebücher sind bei unseren Kindern immer angesagt. Egal, ob die Kinder selbst reiten oder nicht - die Geschichten werden in unserer Schulbibliothek immer wieder ausgeliehen.

Als ich "Milan - Das Geheimnis ...

Pferdebücher sind bei unseren Kindern immer angesagt. Egal, ob die Kinder selbst reiten oder nicht - die Geschichten werden in unserer Schulbibliothek immer wieder ausgeliehen.

Als ich "Milan - Das Geheimnis der Wildpferde" entdeckte, war für mich daher klar, dass ich die Geschichte kennenlernen möchte, um sie ebenso bei uns einziehen lassen zu können.

Ganz zu Anfang wird etwas über "Die Pferde der schwarzen Berge" erzählt. Das fand ich zuerst ganz interessant. Leider wird genau das aber auch in der Geschichte selbst wiederholt. Zweimal habe ich das wirklich nicht gebraucht.

Die Charaktere, die Ellie Mattes gezeichnet hat, sind richtige Individuen. An jedem Charakter gibt es Ecken und Kanten, mit denen sich Lesende identifizieren können. Zudem machen so ziemlich alle eine tolle Entwicklung durch. Das bestärkt Kinder.

Für Erwachsene ist es vielleicht ein bisschen zu viel Klischee. Kinder hingegen erleben hier entweder eine neue Seite von Menschen. Oder sie erkennen die ein oder andere Situation wieder und merken, sie sind nicht allein mit diesem Problem.

Im Klappentext wird Milans Perspektive groß beworben. Das war etwas, was mich besonders neugierig gemacht hatte, da man dies eher selten bekommt. Leider hat mich genau dies jedoch nicht erreichen können. Sie war nichts Halbes und nichts Ganzes. Oft hatte sie in meinen Augen zudem keinen wirklichen Nutzen. Wenn man sie weggelassen hätte, hätte mir nichts gefehlt.

Der Schreibstil der Autorin ist klar und flüssig. Geübte Leser*innen werden keine Schwierigkeiten, dem Erzählten zu folgen. Die Zielgruppe ist mit 10 Jahren gut gewählt, doch ich denke, dass bereits 8-/9-Jährigen Spaß an der Geschichte haben könnten, wenn man sie dabei begleitet.

Am Ende des Buches gibt es eine Sammlung der huzulischen Wörter. Wenn man sie vor dem Lesen entdeckt, kann man dort immer mal wieder nachschauen.

Als kleines Extra hätte ich mir ein richtiges Rezept für Kalach gewünscht. Ich merke nämlich immer wieder, wie mein Kind etwas nachmachen möchte, was in der Erzählung vorkommt. (schminken, kochen, basteln, ...) Da finde ich es nett, wenn man nicht erst noch im Internet danach forschen muss, sondern direkt loslegen kann.

"Milan - Das Geheimnis der Wildpferde" wird definitiv einen Platz im Bücherregal unserer Schulbibliothek bekommen. Mich als Erwachsene konnte die Geschichte nicht ganz überzeugen, doch ich bin auch nicht die Zielgruppe. 10-Jährige werden sie gerne lesen und weiter empfehlen.

©2022 Mademoiselle Cake