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Jenny_Colditz

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.05.2024

Toller Reihenauftakt

Sonnenflügel und Geschwisterbande
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Die Autorin entführt uns mit ihrer neusten Reihe in ein Steampunk Setting. In eine Zeit welche trotz unterschiedlicher Erfindungen und Maschinen nicht rückschrittlicher sein könnte. Viele Bewohner von ...

Die Autorin entführt uns mit ihrer neusten Reihe in ein Steampunk Setting. In eine Zeit welche trotz unterschiedlicher Erfindungen und Maschinen nicht rückschrittlicher sein könnte. Viele Bewohner von Warlsen kämpfen um das tägliche Überleben. So auch die Geschwister Thena und Ykar. Sie leben in einem Holzverschlag und gehen niederen Arbeiten nach. Gerade Ykar ist hierbei völlig unterfordert. Und ich mochte ihn. Endlich ein männlicher Protagonist, welcher nicht durch blendendes Äußere und Muskelkraft besticht, sondern durch Intelligenz und soziale Inkompetent. Auch dessen Schwester Thena überzeugt. Ich würde sie nicht als liebenswert bezeichnen, dafür erinnert sie mit ihrer großen Klappe eher an einen kläffenden Straßenköter, aber ihre Beweggründe gehen ans Herz. Denn sie kämpft wie eine Löwin für ihre kleine Familie. Und das macht die Geschichte noch sympatischer. Denn im Mittelpunkt stehen diese beiden Geschwister und deren Liebe zueinander.

Die Story selber lässt kaum Zeit zum Luft holen, da sich viele Ereignisse überschlagen. Aber auch das wir wechselnde Perspektiven haben, und somit immer da sind wo es gerade spannend ist. Gerade die Perspektive von Prinzessin Cythia lässt mich gespalten zurück. Sie ist teilweise eine verwöhnte Prinzessin, voller Egoismus. Aber hierbei so gebrochen, das man sie nur in den Arm nehmen möchte. Durch die Entführung ihrer Mutter muss sie unvorbereitet die Regierung übernehmen. Ihre Eltern haben ihr zuvor erlaubt sich hier nicht weiterbilden zu müssen. So dass sie die meisten der Staatsmänner und Frauen nicht kennt, deren Funktion nicht weiß und ständig falsche Entscheidungen trifft. Man kann ihr zusehen wie sie in dem Strudel der Verantwortung immer mehr ertrinkt. Sie entwickelt unterschiedlichste Störungen. Und das fand ich großartig, denn nichts davon wurde romantisiert oder beschönigt. Einziger Kritikpunkt: sie suchte regelmäßig ihre innere Andromeda (Name der Mutter), das wurde mir persönlich zu häufig erwähnt. Vor allem da ich mir bei dem Namen ein Raumschiff vorgestellt habe 🤷‍♀️😅

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Veröffentlicht am 07.05.2024

tolles Debüt

Ikara
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Das Buch gleicht einem Bardengesang. Die Hauptfigur, Ikara, war in seinem früheren Leben Kämpfer, Hüter, Meister und Barde. Bis er ermordet wurde. Und nun viele Duzentmonde später wieder erwacht. Er erkennt ...

Das Buch gleicht einem Bardengesang. Die Hauptfigur, Ikara, war in seinem früheren Leben Kämpfer, Hüter, Meister und Barde. Bis er ermordet wurde. Und nun viele Duzentmonde später wieder erwacht. Er erkennt die alte Welt nicht wieder, vieles hat sich verändert. Vor allem die Lieder, welche über ihn und seinen Adoptivsohn gesungen werden. Dies möchte er richtigstellen und eckt überall an.
Ikara ist ein liebenswerter Charakter, welcher sich selbst und seinen Überzeugungen treu bleibt. Er lässt Schwächen zu. Und das mochte ich besonders, denn liest man weinende Männer in Fantasy doch eher selten. Nur seine Sprachweise ist gewöhnungsbedürftig. Das er nach so vielen Jahren „Schlaf“ nicht die übliche Sprechweise hat ist verständlich. Ich hätte mir nur gewünscht, dass sich diese mit der Zeit anpasst. Denn es war oftmals schwer ihm zu folgen und zu verstehen, was er ausdrücken wollte, was meinen Lesefluss störte.
Die Geschichte selbst war eine Mischung aus Action und Kampf, sowie Geschichte- und Charakterkunde. Die einzelnen Kapitel sind zwischendurch abgegrenzt durch Geschichtsbucheinträge, welche durch den Adoptivsohn nach dem Tode Ikaras verfasst wurden und so die Vergangenheit näher beleuchten.
Ist die Geschichte gerade zu Beginn geprägt durch viele Gespräche und dem Kennenlernen der Figuren, nimmt sie zum Ende hin gut Fahrt auf. Spannende Kämpfe, mitfiebern und trauern. Ich will nicht Spoilern, aber mir brach das Herz.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich bin den Figuren gerne in ihre Abenteuer gefolgt. Nur an die Sprache welche Ikara nutzt konnte ich mich nicht ganz gewöhnen. Viele welche altertümliche Bardenlieder aber gern mögen, werden hier ihre Freude haben.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

unerwartet großartig

Geistkrieger: Feuertaufe
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Im letzten Jahr versuchte ich meinen SuB zu reduzieren, indem die Hörbücher zu den Prints zu hören welche bis dato unbeobachtet in meinem Regal schlummerten.
Und bei einem Hörbuch welches durch @robert.frank.info ...

Im letzten Jahr versuchte ich meinen SuB zu reduzieren, indem die Hörbücher zu den Prints zu hören welche bis dato unbeobachtet in meinem Regal schlummerten.
Und bei einem Hörbuch welches durch @robert.frank.info eingesprochen wurde, kann man eh nichts verkehrt machen. 🤷‍♀️

So auch hier. Ein Buch welches durch ein "Magie" System besticht, welches ich so noch nie gelesen hatte.
Was wäre wenn die Europäer bei der Besiedlung von Amerika kein Erfolg gehabt hätten? Was wäre wenn die Natives ihr Land verteidigen konnten und somit weiterhin nah mit der Natur lebten? Dieses spannende Setting serviert uns die Autorin. Gespickt mit Kräften welche in der Natur und Schamanismus liegen. Mit starken Charakteren und einer Gemeinschaft welche sich durch äußere Einflüsse schützt. Damit ist vor allem alles europäische gemeint. So dass das neue Mitglied, ein junger Mann aus Schottland, Finnley, eher einen sehr schwierigen Stand hat. Auch seine Beziehung zur Tochter eines der großen Stammesmänner macht es nicht einfacher. Und gerade hier liegt einer der Punkte weswegen ich die Geschichte mochte. Keine unnötige Lovestory. Denn die Beziehung besteht bereits. So kann sich die Gruppe der "Geistkrieger", eine Spezialeinheit mit unterschiedlichen Kräften, ganz in den Fall stürzen. Welcher spannend und actionreich ist. Wo zumindest ich den wahren Täter nicht einfach zu ermitteln wusste.

Fazit: Ein actionreicher schamanistischer Thriller. Erwachsene Charaktere mit spannender Weiterentwicklung. Eine alternative und sehr interessante Zukunft Amerikas. Volle Empfehlung hierfür.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Falsche und toxische Vermarktung. KEINE Plus Size Heldin, eher das Gegenteil

Ein Schloss aus Silber und Scherben
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Diese Rezi fällt mir besonders schwer und ich habe sie mehrfach schon getippt und wieder verworfen.
Ich wurde auf das Buch aufgrund von einer speziellen Werbung aufmerksam.
Diese versprach mir „endlich ...

Diese Rezi fällt mir besonders schwer und ich habe sie mehrfach schon getippt und wieder verworfen.
Ich wurde auf das Buch aufgrund von einer speziellen Werbung aufmerksam.
Diese versprach mir „endlich eine Plus Size Heldin“. Hierauf freute ich mich. Denn bei Prinzessinnen denke ich zuerst immer an das Bild, welches mir Disney malt. Dies bedeute wunderschöne, anmutig, aber vor allem sehr schlanke junge Frauen. Hier ist eine Änderung dringend erforderlich. Alle Menschen sollten gesehen werden. Und bisher gibt es das nicht. So freute ich mich auf Maren und ihre Geschichte.

Zu Beginn, stellen wir uns einmal vor eine Jugendliche um die 14 Jahre.
Sie wird von ihren Mitschülern gemobbt, aufgrund ihres Mehrgewichts. Sie liest in der Werbung, dass sie endlich (zumindest in einem Roman) stark sein kann, sie wird zur Titelheldin. Diese junge Dame stürzt sich nun voller Freude in das Buch. Sie liest ab Seite 1 bis zur Letzten, das sie aufgrund ihres Mehrgewichts nicht liebenswert ist. Sie wird durch jede einzelne verdammte Figur in diesem Buch nicht ernst genommen, bekommt nie ein nettes Wort gesagt, sondern wird dauerhaft und von jedem aufs schlimmste beleidigt. Die einzige Beschreibung, die sie erfährt, ist „dick, hässlich, klein und verkrüppelt“ und sie wird nur darauf reduziert.
Okay, könnte ich akzeptieren, wenn dies irgendwann innerhalb der Geschichte reflektiert, werden würden. Wenn der Erzähler aus dem Off sagt, dass dies ein ekliges Verhalten ist. Wenn andere Beteiligte dagegen vorgehen, wenn Maren selbst irgendwann Selbstbewusstsein erlangt und Rache fordert, Vergeltung. Oder den bösen Menschen zumindest sagt, dass sie viel mehr ist als nur ihre optische Erscheinung. Passiert nur leider nicht. Dieses schlechte Verhalten wird konsequent durchgezogen, sogar ihre eigenen Gedanken drehen sich fast ausschließlich darum. Oder um Will, ihren „Jugendfreund“. Dies in „“ da Will auch in seiner Jugend bereits das Rückgrat einer Gummischlange hat. Er mag Maren, aber reduziert sie trotzdem nur auf ihr Äußeres.
Hier hätte ich mir eine Charakterentwicklung gewünscht, so dass aus dem extrem toxischen Verhalten ein Lerneffekt entsteht. Das er eventuell einsieht, wie falsch er sich verhält und dies bewusst ändert. Er denkt das einmal kurz, äußert es aber nie laut und sein Verhalten wird danach nur noch schlimmer. So dass ich persönlich die Anziehung der beiden nicht nachvollziehen kann. Ich habe nicht verstanden, warum Maren immer noch so sehr an ihm hängt und ihm einfach alles verzeiht. Auch vermeintliche Freundinnen bestärken Maren nicht in ihrem selbst, sondern eher im Gegenteil. So dass eine Wendung eintritt, welche ich persönlich nicht gutheißen kann und die zuvor gut gemeinte Werbung für das Buch noch negativer dastehen lässt. Hier zeigt sich das mit den falschen Dingen für das Buch geworben wurde.
Hätte ich von Anfang an gewusst dass das Buch vor Bodyshaming nur so überquillt, oder das wir hier Mobbing romantisieren und es eine Bully Romance ist, hätte ich das Buch mit anderen Augen gesehen. Hätte es vielleicht deswegen gar nicht gelesen, oder zumindest mit anderen Erwartungen. So aber wurde ich leider enttäuscht. Denn der Stil als solches gefiel mir sehr. Die düstere Atmosphäre, welche geschaffen wurde, sowie die Monster und ihre Entstehung waren sehr gut und ich hätte gern detaillierter davon erfahren. Auf der einen Seite möchte ich die Reihe hier abbrechen, auf der anderen Seite würde ich ein Hörbuch zu Teil 2 hören. Einfach in der Hoffnung, dass das toxische Verhalten aus Band 1 reflektiert wird und Konsequenzen hat. Das aufgezeigt wird, das dies nicht normal ist.
Erinnern wir uns an das junge Mädchen vom Anfang. Was nimmt sie aus dieser Geschichte mit? Sie wollte endlich eine Heldin sein und was musste sie hier erfahren? Ist dies das Bild was „Plus Size Heldinnen“ uns geben sollen? Wenn du nicht in die „Norm“ passt, bist du hässlich und nicht liebenswert?

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Veröffentlicht am 07.05.2024

ein wahrer Gourmetschmaus

Schnitzel Surprise
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Das Buch als solches war schon ein wahrhaftiger Genuss, als Hörbuch gesprochen von Thomas Nicolai wurde es ein Gourmetschmaus. Man braucht wahrlich kein Hörspiel, wenn man einen Sprecher hat, welche so ...

Das Buch als solches war schon ein wahrhaftiger Genuss, als Hörbuch gesprochen von Thomas Nicolai wurde es ein Gourmetschmaus. Man braucht wahrlich kein Hörspiel, wenn man einen Sprecher hat, welche so viele unterschiedliche Stimmen kann. So dass jeder Charakter seine unverwechselbare Art erhielt.

Die Geschichte selbst handelt von Thomas „Thom“ Mann, dem Inhaber des „Schnitzelecks“. Kurz vorm Schließen seiner Kneipe, erhält er ein Angebot von SAT7VOXTL, einem TV-Sender welcher neue Koch Formate austesten will. Und Thom soll als Versuchskaninchen herhalten. Und so kochen wir uns durch unterschiedliche TV-Produktionen. Und in all ihrem Witz wird die Gesellschaftskritik nicht vergessen. Dies ist oftmals still eingebaut, aber wird auch laut herausgeschrien. Gisbert von Schnitzelburg und ich waren erfreut über die erste Erwähnung des Kuschelschnitzels. Es wurden aber auch andere bekannte Show und Köche erwähnt, was mich häufig zum Schmunzeln brachte. Zwischen den Kapiteln kamen immer wieder historische Anmerkungen zum Kochen selbst, oder zur Entwicklung des Kochens im Fernsehen. Sehr interessant. Nur auf einige der Rezeptideen zum Ende hätte ich persönlich verzichten können. Da gab es eins welches meine Fellkinder und ich dem Autoren nicht verzeihen werden. Das erwähnte Musical ist in der Hörbuch Variante nicht vertreten und kann somit nicht beurteilt werden. Wobei mich dies durchaus interessiert hätte.

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