Faszinierend und verstörend
Die Dinner PartyDie Dinner Party
Franca hat schon früh Verluste erlebt und trifft auf Andrew an einem Zeitpunkt in ihrem Leben, an dem sie sich nur zugern unter die Arme greifen lässt. Aber ist das wirklich Liebe oder ...
Die Dinner Party
Franca hat schon früh Verluste erlebt und trifft auf Andrew an einem Zeitpunkt in ihrem Leben, an dem sie sich nur zugern unter die Arme greifen lässt. Aber ist das wirklich Liebe oder gefällt Andrew die Position nicht doch zu gut, die Franca in ihrer Beziehung spielt?
Geschrieben wurde das Buch von Viola de Sandt, einer in den Niederlanden lebenden Journalistin. Dies ist ihr Debütroman.
Erschienen ist das Buch im pola-Verlag. Es umfasst 333 Seiten und ist eingeteilt in sehr lange, nicht nummerierte mit Überschriften versehene Kapitel, womit ich mich am Anfang schwer tat. Zudem wird innerhalb der Kapitel noch in der Zeit und in der Perspektive gewechselt. Am Anfang war das für mich schon eine Challenge und hat meine volle Konzentration gefordert. Im Laufe der Geschichte habe ich mich damit dann aber gut arrangiert. Ausgeglichen wird der Anspruch durch eine sehr gefällige, relativ einfache Erzählweise, mit der ich von der ersten Zeile an ganz wunderbar zurecht kam.
Die Autorin schafft es ganz wunderbar, mit Franca einen echten Charakter zu schaffen, der so weit weg von perfekt ist und mit dem man gerade deshalb so mitfühlen kann. Viele Tatsachen werden in eigentlich ganz banalen Szenen wie unter einem Brennglas deutlich. Viele Situationen waren verstörend und mancher Twist für mich nicht vorher sehbar. Insgesamt lässt mich das Buch fasziniert, irritiert und auch ein Stück unzufrieden zurück und ich glaube, genau das wollte die Autorin. Es wirkt in mir nach, ich denke drüber nach und kann es deshalb empfehlen. Aber ein Buch für den Strand ist es nicht. Man braucht schon Raum und muss die Schwere aushalten können und auch wollen. In jede Situation passt es ganz sicher nicht.