Cover-Bild Das gute Leben
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: S. FISCHER
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 25.02.2026
  • ISBN: 9783103977134
Nadine Schneider

Das gute Leben

Roman

Nadine Schneiders Roman »Das gute Leben« ist eine große Mütter-Töchter-Geschichte über vier Generationen, ein Buch von Abschied, Neuanfang und der Arbeit des Lebens.

Es ist Spätsommer, und im Garten sind die Trauben reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete packt, die ins Wirtschaftswunderland verschickt werden. Die gegen Einsamkeit, Armut und Fremdsein kämpft, mit Zähigkeit, Kraft und Pflichtbewusstsein. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Oder hat sie beim Leben das Leben verpasst?
Zögernd verabschiedet sich Christina von Anni und ihrem Haus. In der stillen Wärme der letzten Sommertage versinkt sie immer tiefer in ihren Erinnerungen, stößt auf überraschende Fundstücke und fährt auch zu dem inzwischen verlassenen Gelände des Quelle-Versandzentrums. Ihren eigentlich geplanten Urlaub hat sie abgesagt, und von ihrer Arbeit dringen nur gelegentliche Mails zu ihr. Und allmählich erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist.

»Dieser Sprache gelingt etwas: atemlos und gleichzeitig voller Ruhe zu erzählen.«
Zsuzsa Bánk

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.02.2026

Einsames und schweres Leben einer Frau

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Nadine Schneider schreibt in ihrem Roman, Das gute Leben, den Abschied nach dem Tod der Großmutter.
Christine erbt von ihrer Großmutter deren Hau. Die Großmutter Anne kam aus Rumänien und hat ihre Tochter ...



Nadine Schneider schreibt in ihrem Roman, Das gute Leben, den Abschied nach dem Tod der Großmutter.
Christine erbt von ihrer Großmutter deren Hau. Die Großmutter Anne kam aus Rumänien und hat ihre Tochter und dann auch noch ihre Enkelin großgezogen.
Sie arbeitet als Packerin bei Quelle. Das war richtig nostalgisch, denn der Quellversand war führend.
Nach Annes Tod begreift Christine erst , was sie Anne alles verdankt.
Anne hatte es ziemlich schwer, als alleinerziehende Mutter, alles unter einen Hut zu bekommen.
So lange die Urgroßmutter in Rumänien noch lebte fuhren sie jedes Jahr zu ihr. Das ist so richtig schön plastisch beschrieben.
Die Autorin hat diese Geschichte realistisch mit wunderbarem Klang dargestellt.
Ich war von dem Roman total gefangen genommen und kann da nur eine gute Leseempfehlung geben.

Veröffentlicht am 12.02.2026

Annis Suche nach dem guten Leben

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"Das gute Leben" von Nadine Schneider ist ein wunderschönes Buch über die Entscheidungen im Leben, die Suche nach dem Glück und Selbstfindung.
In unglaublicher Leichtigkeit und doch in einer Intensität ...

"Das gute Leben" von Nadine Schneider ist ein wunderschönes Buch über die Entscheidungen im Leben, die Suche nach dem Glück und Selbstfindung.
In unglaublicher Leichtigkeit und doch in einer Intensität erzählt, die es einem schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.
Erzählt wird die Handlung aus Sicht von Anni, die aus Rumänien flieht und ihr Glück in Deutschland sucht.
Und aus Sicht von Christina, Annis Enkelin, die bei ihrer Großmutter aufwächst und nach deren Tod Annis Haus erbt.
Nadine Schneiders Charaktere sind sympathisch, mit all ihren Schwächen, ihren Hoffnungen und der Suche nach dem Glück.
Bei der Lektüre hatte ich manchmal das Gefühl, in Annis Garten zu stehen und den Duft der Blumen zu riechen.
"Das gute Leben" ist ein Buch, das sich zwar leicht liest, mit Sicherheit aber Eindruck hinterlässt und einem zum Nachdenken veranlasst.
Ein Hingucker ist zudem das wunderschöne Cover, das meiner Meinung nach hervorragend zum Buch passt.

Veröffentlicht am 10.02.2026

Lebenslinien

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Der Roman "Das Gute Leben" von Nadine Schneider hat mir nicht nur sehr gut gefallen sondern mich auch teilweise tief berührt und nachdenklich gemacht.Der ruhige und präzise Schreibstil ist tiefgründig ...

Der Roman "Das Gute Leben" von Nadine Schneider hat mir nicht nur sehr gut gefallen sondern mich auch teilweise tief berührt und nachdenklich gemacht.Der ruhige und präzise Schreibstil ist tiefgründig und sehr lebendig.Der Roman verknüpft eine Mütter -Tochter Geschichte über vier Generationen.Die Geschichte erzählt von Christina die bei ihrer aus Rumänien stammenden Großmutter Änni in Nürnberg aufwuchs weil ihre Mutter Helene sich ohne sie auf den Weg in die USA gemacht hat.Ihre Großmutter Änni arbeitet bei dem Versandunternehmen Quelle und verdient dort den Lebensunterhalt für sich und Christina.Als die Großmutter Änni stirbt kümmert sich Christina um das Haus und den Nachlass den sie von ihrer verstorbenen Großmutter Änni geerbt hat.Dort erkennt Christina auch was sie ihrer Großmutter alles zu verdanken hat.

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Veröffentlicht am 22.03.2026

Falsche Perlen

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Der Traum vom guten Leben führt Anni Hoffmann aus der deutschsprachigen Minderheit Rumäniens Mitte der 1960er-Jahre vom Banat nach Deutschland. Von ihrer Flucht und ihrem Ankommen im Wirtschaftswunderland, ...

Der Traum vom guten Leben führt Anni Hoffmann aus der deutschsprachigen Minderheit Rumäniens Mitte der 1960er-Jahre vom Banat nach Deutschland. Von ihrer Flucht und ihrem Ankommen im Wirtschaftswunderland, ihrer Rastlosigkeit, dauerhaften Verlorenheit, Einsamkeit, Erschöpfung und Sprachlosigkeit, ihren Enttäuschungen und den schwierigen Beziehungen zwischen vier Frauengenerationen ihrer Familie erzählt die 1990 in Nürnberg geborene Autorin Nadine Schneider, selbst Tochter rumäniendeutscher Eltern, in ihrem dritten Roman "Das gute Leben".

Zu spät
Viel weiß die Enkelin Christina nicht über Anni, als die Großmutter unerwartet mit 75 Jahren stirbt. Christina war bei ihr aufgewachsen, als ihre Mutter Helene in die USA ging, eine Flucht vor Anni nach einer lieblosen Kindheit. Christina, die in Berlin lebt und nach dem Studium im Marketing einer Firma begonnen hat, ist mit dem Erbe von Annis altem Häuschen nahe Nürnberg emotional überfordert. Sie macht sich Vorwürfe, weil sie so wenig über Anni weiß:

"Annis Tod war noch keine Möglichkeit für mich gewesen. […] Wir hatten noch Zeit, da war ich mir sicher, wir hatten Zeit, und ich würde sie fragen können […]" (S. 176)

Zeitlich und perspektivisch springend folgt der Roman in 62 kurzen Kapiteln mal Christina, die in der Ich-Form über einige Spätsommertage in Annis Haus und Garten kurz nach deren Tod und von ihren spärlichen Erinnerungen erzählt, mal dem Rückblick auf Annis Leben in personaler Erzählform.

Ein desillusionierender Start
Mit 22 Jahren, schwanger und ohne den Kindsvater floh Anni nach Nürnberg, dem älteren Bruder, Tante und Onkel nach, um ihrem Kind ein „Leben im Dreck“ (S. 30) zu ersparen. Annis Mutter, die über den Entbehrungen als verlassene, alleinerziehende Frau, deren Mann nach dem Krieg ein neues Leben in Österreich begonnen hatte, verbittert und hart geworden war, weigerte sich zeitlebens, ihr zu folgen. Sie gestattete Anni nur Besuche, nicht die Rückkehr.

Annis Start in Deutschland war mehrfach enttäuschend. Sie fand wenig Unterstützung bei der Familie, war vom Alltag als alleinerziehende Mutter in prekären Verhältnissen überfordert und fühlte sich dauerhaft fremd. Um zu überleben, legte sie sich einen Panzer zu, der nie wieder zerbrach. Die Energie der couragierten, nie um Worte verlegene junge Frau schien mit der Flucht aufgebraucht:

"Anni wird still in Deutschland." (S. 128)

Zur Ersatzheimat wurde ihr das Versandhaus Quelle, wo sie 35 Jahre hingebungsvoll schuftete, bis man ihren Arbeitsplatz kurz vor ihrem Renteneintritt abbaute. Längst hatte sie das Häuschen ihres Onkels geerbt und zog ihre Enkelin groß, die sie im Gegensatz zum eigenen Kind auf ihre schroffe Art liebte, trotzdem verwand sie diese Kränkung nie.

Unerfüllte Sehnsucht
Obwohl Annis Perlen im Gegensatz zu denen der von ihr verehrten Quelle-Chefin Grete Schickedanz unecht waren, erreichte sie viel. Ihre Sehnsucht nach dem guten Leben blieb trotzdem unerfüllt:

"Sie war mit dem Erreichen so beschäftigt, dass sie von dem, was sie erreicht hat, schon gar nichts mehr mitgekriegt hat." (S. 291)

Melancholie und Hoffnung
Anni ist eine sehr stimmige, jedoch mit ihrem verschlossenen, abweisenden Charakter und ihrem verletzenden Verhalten keine sympathische Romanfigur. Allerdings wuchs während der Lektüre mein Verständnis für sie genauso wie für die drei anderen Frauen, die in tragischer Weise Verhaltens- und Kommunikationsmuster wiederholen. Jede leidet unter dem Trauma des Verlassenwerdens, Annis Mutter vom Ehemann, Anni, Helene und Christina von ihren Müttern.

Obwohl über dem ganzen Roman Melancholie hängt, schimmert am Ende Hoffnung durch: für Helene und Christina, die endlich wieder miteinander reden können, und für Christina, die einen Trieb von Annis rumänischem Weinstock für ihren Berliner Balkon mitnimmt.

Ein sehr gut geschriebener, ruhiger, klug durchdachter und nahezu männerfreier Roman, der Leerstellen nicht scheut, und den ich mit viel Freude gelesen habe.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Lebenslange Suche nach einem guten Leben

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Nadine Schneiders Roman erzählt von vier Frauen, deren Leben sich über Länder und Jahrzehnte hinweg ineinander verschränken und beginnt mit einer Rückkehr. Christina erbt nach dem Tod ihrer Großmutter ...

Nadine Schneiders Roman erzählt von vier Frauen, deren Leben sich über Länder und Jahrzehnte hinweg ineinander verschränken und beginnt mit einer Rückkehr. Christina erbt nach dem Tod ihrer Großmutter Anni ein kleines Haus in einem Dorf bei Nürnberg. Eigentlich möchte sie nur aufräumen, verkaufen, abschließen. Doch je länger sie bleibt, desto stärker drängen sich Erinnerungen auf an eine Kindheit zwischen Gemüsegarten und Quelle-Katalogen, an eine Großmutter, die zugleich streng und verlässlich war, und an eine Mutter, die früh fortging.
Im Zentrum der Geschichte steht Anni, die in den 1960er-Jahren schwanger aus dem rumänischen Banat nach Deutschland kommt. Die Enge des Dorfes, die Willkür des Regimes, das Gefühl, als Deutsche in Rumänien nicht mehr erwünscht zu sein, treibt sie fort. In Nürnberg schlägt sie sich durch, arbeitet jahrzehntelang beim Versandhaus Quelle und identifiziert sich mit einer Firma, die ihr Struktur und Würde verleiht. Diese Passagen haben mir besonders gefallen, insbesondere durch die Beschreibung der Arbeitswelt, des Stolzes auf Ordnung, der Verlässlichkeit und des Aufstieg in den Wirtschaftswunderjahren. Man spürt, was es für Anni bedeutete, Teil von etwas Größerem zu sein.
Der Roman springt zwischen Zeiten und Perspektiven. Christina erzählt in der Ich-Form, tastet sich durch ihre Erinnerungen, während Annis Lebensgeschichte in einer eher distanzierten dritten Person entfaltet wird. Oft musste ich mich beim Lesen neu orientieren, wer spricht gerade, in welchem Jahr befinde ich mich? Diese Zeitsprünge haben meinen Lesefluss stellenweise gebremst. Gleichzeitig entsteht durch dieses Mosaik nach und nach ein Gesamtbild, das sich erst spät wirklich zusammenschließt. So steht diese Erzählstruktur stellvertretend für das Fragmentarische von Erinnerungen.
Berührt hat mich vor allem die transportierte Tragik der Mutter-Tochter-Beziehungen. Anni lässt ihre eigene Mutter zurück, um in Deutschland neu anzufangen. Ihre Tochter Helene verlässt wiederum Deutschland Richtung Amerika und überlässt Christina der Großmutter. Es zieht sich wie ein unsichtbarer Faden durch die Generationen. Frauen, die gehen müssen oder gehen wollen und Kinder, die zurückbleiben. Männer spielen dabei eine erstaunlich kleine Rolle. Sie sind Randfiguren, Abwesende, Auslöser, aber selten Halt.
Der Ton des Romans ist ruhig, beinahe nüchtern. Große dramatische Zuspitzungen sucht man vergeblich. Vieles bleibt unausgesprochen. Konflikte werden eher umkreist als offen ausgetragen. Gerade dieses Um-die-Dinge-Herumreden hat für mich Authentizität erzeugt, weil es familiäre Sprachlosigkeit glaubhaft macht. Zugleich hätte ich mir an manchen Stellen mehr emotionale Verdichtung gewünscht. Manche Szenen bleiben auf Distanz, obwohl sie das Potenzial hätten, tief zu erschüttern.
Sehr eindrücklich ist die Zerrissenheit zwischen alter und neuer Heimat. Der Garten in Deutschland wird zum Versuch, das Banat festzuhalten, mit Sommerküche, eingelegtem Gemüse, Erinnerungen an Trauben, die hier anders schmecken. Heimat erscheint nicht als Ort, sondern als etwas, das man mit sich trägt und doch nie ganz bewahren kann. Diese leise Wehmut hat mich beim Lesen begleitet.
Insgesamt ist „Das gute Leben“ ein stiller, atmosphärischer Familienroman, der deutsche Nachkriegsgeschichte, Migration und weibliche Lebensentwürfe miteinander verbindet. Er verlangt Geduld und Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einem vielschichtigen Bild davon, wie Vergangenheit in der Gegenwart fortwirkt.

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