Cover-Bild Das gute Leben
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER E-Books
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 25.02.2026
  • ISBN: 9783104922638
Nadine Schneider

Das gute Leben

Roman
Nadine Schneiders Roman »Das gute Leben« ist eine große Mütter-Töchter-Geschichte über vier Generationen, ein Buch von Abschied, Neuanfang und der Arbeit des Lebens.
Es ist Spätsommer, und im Garten sind die Trauben reif, als Christina das Haus ihrer Großmutter Anni erbt. Hier, in einem kleinen Dorf bei Nürnberg, ist sie bei Anni aufgewachsen: Anni, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien nach Deutschland flieht. Anni, die ganz allein ihr Kind und ihr Enkelkind aufzieht und beim Quelle-Versand Pakete packt, die ins Wirtschaftswunderland verschickt werden. Die gegen Einsamkeit, Armut und Fremdsein kämpft, mit Zähigkeit, Kraft und Pflichtbewusstsein. War das das Leben, von dem sie geträumt hat? Oder hat sie beim Leben das Leben verpasst?
Zögernd verabschiedet sich Christina von Anni und ihrem Haus. In der stillen Wärme der letzten Sommertage versinkt sie immer tiefer in ihren Erinnerungen, stößt auf überraschende Fundstücke und fährt auch zu dem inzwischen verlassenen Gelände des Quelle-Versandzentrums. Ihren eigentlich geplanten Urlaub hat sie abgesagt, und von ihrer Arbeit dringen nur gelegentliche Mails zu ihr. Und allmählich erkennt sie, was sie ihrer Großmutter wirklich verdankt: die Freiheit, loszulassen und selbst den Ort zu finden, wo das gute Leben zu Hause ist.
»Dieser Sprache gelingt etwas: atemlos und gleichzeitig voller Ruhe zu erzählen.«
Zsuzsa Bánk

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Veröffentlicht am 25.02.2026

„Die stillen Tage sind in der Überzahl“

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Einen unbekannten Autor zu entdecken ist wie in ein fremdes Land reisen. Man hofft, dass die Erzählungen anderer stimmen, dass es dort schön, aufregend und interessant ist. Erst wenn man wieder zu Hause ...

Einen unbekannten Autor zu entdecken ist wie in ein fremdes Land reisen. Man hofft, dass die Erzählungen anderer stimmen, dass es dort schön, aufregend und interessant ist. Erst wenn man wieder zu Hause ist, wird man selbst urteilen. Über Nadine Schneider wusste ich vor der Lektüre von „Ein gutes Leben“ nur das, was ich als Werbetext und kurze Biografie gelesen hatte. Wochenlang lag das Buch in meinem Reader, zweimal begonnen, und war ich nicht über die ersten 20 Seiten hinausgekommen. Als wäre ich in einem fremden Land, aber kurz hinter der Grenze gestrandet. Der dritte Anlauf ist mir dann gelungen und plötzlich war ich mittendrin, konnte nicht mehr zurück und nicht mehr aufhören zu lesen.
Es gibt bereits zwei Romane von Nadine Schneider, 2021 erschien „Wohin ich immer gehe“ und erst 2025 „Drei Kilometer“. Beide habe ich noch nicht gelesen, aus den Klappentexten weiß ich aber, auch diese spielen wie der neueste Roman in Rumänien, handeln von Rumäniendeutschen, von Flucht, Auswanderung nach Deutschland, Überlebenskämpfen. Ich erinnerte mich z. B. an die Romane „ë“ von Jehona Kicaj oder an „Onigiri“ von Yuko Kuhn, oft geht es in heutigen Romanen um die Probleme von nach Deutschland eingewanderter Frauen, die mit unterschiedlichsten Schwierigkeiten konfrontiert und auch in unterschiedlichsten Milieus zu Hause sind. Das lässt mich auch zurückdenken an meine Mutter und Großmutter, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostdeutschland einen Neuanfang nach der Flucht wagen mussten.
Dieser Roman bildet ein ganzes Familienleben ab, beginnend mit Christinas Urgroßmutter, dann mit Anni, die Großmutter, die beinahe eine Mutter für Christina war, und mit Helene, Christinas Mutter, die nach Florida auswanderte, ja, eher flüchtete vor der Enge eines geregelten Mutter-Kind-Daseins. Obwohl es Christina ist, die diese Familiengeschichte erzählt, sie zusammensetzt aus Rückblicken, aus selbst Erlebtem, aus Erdachtem und Erträumten, ist Anni der Mittelpunkt dieses Romans.
Anni stirbt nach einer Herz-OP viel zu früh, jedenfalls für Christina ist es zu früh, denn sie erbt das Häuschen von Anni, in dem sie aufgewachsen ist. Das folgende Zitat steht für mich für den ganzen Roman, es zeugt von Liebe und Herzensbildung: „Wir hatten noch Zeit, da war ich mir sicher, wir hatten Zeit, und ich würde sie fragen können, ich würde einmal an irgendeinem guten Tag meinen Mut zusammennehmen und sie alles fragen, und ich würde mich diesmal nicht abwimmeln, mich nicht mit Floskeln abspeisen lassen und mit der wegwerfenden Handbewegung, dem Ausstoßen der Luft, ich würde diesmal nicht zulassen, dass Anni ihre Vergangenheit mit nur einer Geste aus unserem Sprechen verbannte, dass sie mich mit nur einer Geste um etwas betrog, um das Wissen, wer sie war und wer sie ist.“ Christina setzt ihr mit dem im Roman Erzählten einen Gedenkstein, der nicht schöner und größer sein könnt.
Die Kontaktaufnahme zu Helene, ihrer nicht nur räumlich sehr fernen Mutter, gestaltet sich schwierig. So geht man mit Christina zurück in der Zeit, zu ersten kindlichen Erinnerungen an die rumänische Urgroßmutter, das alte Haus, die sengend heißen Sommertage. Dann wieder erlebt man Anni, die Rumänien verlassen will für ein freies selbstbestimmtes Leben in Deutschland, die ihre Heimat noch heimlich verlassen muss und schwanger ist, die bei ihrem Bruder Unterschlupf und später bei „der Quelle“ eine Arbeit findet. „Die Quelle“ und Frau Schickedanz, das sind Annis lebhafteste Erinnerungen, die sie der Enkelin und wie auch der Tochter immer wieder ins Gedächtnis bringt. Man könnte darüber lachen, aber Anni war das sehr ernst, eigentlich zu Hause fühlte sie sich bei der Arbeit, erst in ihrem eigenen Häuschen, das sie erbte, wird sie doch etwas heimisch.
Das gute Leben, danach hat sich Anni immer gesehnt, nach ihrem Tod bleibt bei Christina und Helene die Erkenntnis „Sie war mit dem Erreichen so beschäftigt, dass sie von dem, was sie erreicht hat, schon gar nichts mehr mitgekriegt hat.“
Jede Generation in diesem Roman hat eigene Erfahrungen, zieht eigene Schlussfolgerungen, so wie das im Leben normal ist. Nachträglich ändert man ein Leben nicht mehr. Aber man kann, wie Christina, an jedem beliebigen Ort der Erde Neues beginnen, das Alte muss man deshalb nicht vergessen.
Fazit: Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen, geschrieben mit leichter Feder, die so viel Schweres bewältigen kann. Das Zitat „Die stillen Tage sind in der Überzahl.“ drückt für mich Annis Lebensgeschichte und Christinas Nacherleben aus. Das wunderschöne Cover wird dieses Buch zusätzlich auf dem Ladentisch glänzen lassen.

Diese Rezension gibt meine eigene Meinung wieder und wurde nicht mit Hilfe von KI erstellt.

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Veröffentlicht am 20.02.2026

Generationen

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Anni ist tot und Christina, ihre Enkelin, steht vor dem Erbe, einem Haus in der Nähe von Nürnberg. Aber anstatt dass sie rasch alles ausräumt und Ordnung schafft für den Verkauf, schweifen ihre Gedanken ...

Anni ist tot und Christina, ihre Enkelin, steht vor dem Erbe, einem Haus in der Nähe von Nürnberg. Aber anstatt dass sie rasch alles ausräumt und Ordnung schafft für den Verkauf, schweifen ihre Gedanken zur Oma, bei der sie aufgewachsen ist und lässt deren Leben Revue passieren – Annis Neuanfang in Deutschland, nachdem sie Rumänien verlassen hat, ein fordernder Job bei der Quelle und ein kleines Kind, das sie alleine aufziehen hat müssen.

Voller Poesie und doch so nah an der harten Realität schreibt Nadine Schneider, bildhaft und gefühlvoll fließen die Szenen aus ihrer Feder und verschwimmen fern jeglicher Chronologie zu diesem wunderbaren Roman. Vier Generationen haben teil am Geschehen, manche nur am Rande, Anni deutlicher und Christina als Ich-Figur muss schlussendlich die Scherben aufsammeln und aus der Geschichte ihrer Vorfahren ihr eigenes Leben zurechtzimmern. Aus den unterschiedlichen Blickwinkeln von Anni und Christina wird das Leben von vier Frauengenerationen betrachtet und besonders der Einfluss der Altvorderen auf ihre Nachkommen dargestellt. Was erwarten die Älteren, wie fühlen die Jüngeren, hat jemand Schuld am Lebensfluss der anderen in der Familie? Wer darf Vorhaltungen aussprechen und wer hält sich für zu minder? Warum flieht man aus der aktuellen Konstellation und was gibt man an seine Kinder und Enkel weiter? Ein schier unendliches Kaleidoskop aus unterschiedlichsten Gefühlen dreht sich im Kreis und reißt den Leser mit, lässt in der Rückschau erkennen, dass alle ihre berechtigten Perspektiven und Vorstellungen vom Leben haben und dass es so viel mehr gibt als Schwarz und Weiß.

Ein großartiger Roman mit viel Realitätssinn und Blick auf die Wahrheit, die für jeden eine andere ist – absolut lesenswert!

Veröffentlicht am 14.03.2026

Was ist der Preis für das vermeintlich gute Leben?

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Die 22-jährige Anni lebt in den 1960er Jahren bei ihrer Mutter im Westen Rumäniens. Die Familie gehört der deutschsprachigen Minderheit an, der Vater hat sich im Krieg freiwillig der Wehrmacht angeschlossen ...

Die 22-jährige Anni lebt in den 1960er Jahren bei ihrer Mutter im Westen Rumäniens. Die Familie gehört der deutschsprachigen Minderheit an, der Vater hat sich im Krieg freiwillig der Wehrmacht angeschlossen und ist danach in Deutschland geblieben, der Bruder ebenfalls schon dorthin geflüchtet. Nun ist Anni auch noch schwanger und in Rumänien möchte sie nicht bleiben - "Ich will hier nicht sein!", denkt sie immer wieder - hier will sie ihr Kind nicht aufziehen, und so nützt sie das, was sie als letzte Gelegenheit ansieht, um ebenfalls nach Deutschland zu flüchten. Doch auch dort wird ihr Leben ein hartes sein: der Bruder hat selbst nicht viel und nimmt sie nur unwillig auf und sie muss sich als alleinerziehende Mutter durchschlagen, findet Arbeit am Fließband beim Quelle-Konzern und zieht daneben ihre Tochter Helene groß und später auch noch ihre Enkelin Christina, nachdem Helene sich in die USA davongemacht hat. In manchen Bereichen hat Anni auch Glück, so erbt sie vom Onkel ein Haus, doch insgesamt ist ihr Leben ein schwieriges.

Nicht unwesentlich trägt dazu neben den herausfordernden Umständen wohl auch ihre schwierige, verschlossene, harte, unerbittliche Persönlichkeit bei - ein Wesenszug, den sie vermutlich mit Tochter Helene teilt und der die Mutter-Tochter-Beziehung zusätzlich erschwert. Anni kümmert sich um das physische Wohlergehen ihrer Tochter, doch schafft sie es nicht, ihr ihre Liebe sonst so zu zeigen, dass es bei der Tochter ankommt. Die Tochter wächst also einsam bei ihrer viel arbeitenden, überforderten und kühlen Mutter in einer eher lieblosen Umgebung mit physischer Gewalt auf, wird später auf einen anderen Kontinent flüchten und ihrer Mutter Vorwürfe machen, sie hätte keine schöne Kindheit gehabt.

Auch Helene wird jung schwanger und schafft es vor diesem Hintergrund auch nicht gut, ihre Mutterrolle zu erfüllen, lässt wiederum ihre halbwüchsige Tochter Christina bei Oma Anni zurück. Zumindest zwischen der gereiften Anni und ihrer Enkelin entsteht eine liebevollere Beziehung und die beiden besuchen auch öfters miteinander die noch recht lange lebende Urgroßmutter Christinas, Annis Mutter, in Rumänien. So ist Christina schwer getroffen, als Oma Anni unerwartet mit 75 nach einer als unproblematisch angesehenen Operation verstirbt. Christina hätte gedacht, noch so viel Zeit mit ihr zu haben...

Es geht in diesem Buch also um vier Frauen einer Familie mit rumäniendeutschen Wurzeln. Männer spielen in diesem Buch nur sehr am Rande eine Rolle, es stehen klar die schwierigen Mutter-Tochter-Beziehungen vor dem Hintergrund der Suche nach einem besseren Leben im Vordergrund. Christina hat das Haus der Oma geerbt und nimmt sich Zeit für den Trauerprozess und um die Verlassenschaft zu ordnen, schaut Unterlagen durch, spricht mit dem noch lebenden Bruder der Oma und blickt auf ihre Zeit mit Anni zurück.

Mit Abstand am meisten erfahren wir über Anni und ihr Leben, wobei mir nicht vollständig klar wurde, wie sich Christina aus den wenigen Unterlagen und der doch recht verschlossenen Oma ein so umfangreiches Bild über deren Leben machen konnte. Jedenfalls war es aber eine interessante Geschichte.

Gerne hätte ich auch mehr über Helene erfahren, die nur sehr am Rande vorkommt: als Kind, für das Anni nicht viel sichtbare Liebe übrig hat, und später als bald in den USA lebende Mutter von Christina, mit der Christina gelegentlich in Kontakt ist, die sich aber sonst sehr der Verantwortung erzieht. Insgesamt ist Helene für mich als Persönlichkeit nicht sehr greifbar geworden. Auch Christina selbst erleben wir hauptsächlich in der Trauersituation und auf das Leben ihrer Oma zurückblickend, doch als Person ist sie mir nicht so wirklich nahe gekommen. Von der Urgroßmutter wiederum kann ich mich nicht einmal daran erinnern, dass überhaupt ihr Name erwähnt wurde, auch wenn sie im Kontakt mit Anni immer wieder vorkommt und dabei deutlich wird, von wem Anni diese Härte gelernt hat.

Im Zentrum steht also insgesamt klar das Psychogramm der als junge Frau ausgewanderten Anni, bei der es sich - wie schon angedeutet - um keine sehr sympathische Persönlichkeit handelt. Das zeigt sich nicht nur im Umgang mit ihrer Tochter, sondern auch darin, wie sie dem Vater des Kindes (obwohl dieser durchaus bemüht wirkt), nicht einmal die Chance gibt, gemeinsam eine Familie zu sein und regelmäßig Kontakt zu seiner Tochter zu haben, in Gewaltszenen gegenüber der Tochter und auch in reiferen Jahren noch im plötzlichen Fallenlassen einer jahrzehntelangen Freundin und treuen Weggefährtin wegen einer persönlichen Verletzung, für die diese nichts konnte.

Es handelt sich bei Anni also um eine sehr selbstbezogene, unreflektierte und unreife Persönlichkeit, die mit ihrem Verhalten viele andere Menschen verletzt, dafür kaum Einsicht zeigt und keine Verantwortung für die emotionalen Auswirkungen ihres Handelns auf andere Menschen übernimmt - was sicher auch ihrer Sozialschicht und der Zeit geschuldet ist, in der Fleiß, harte physische Arbeit und materieller Aufstieg im Vordergrund stehen, und es noch wenig Bewusstsein für emotionale Bedürfnisse gab. Dass Anni keine große Sympathieträgerin ist (jedenfalls für mich), macht aber natürlich das Buch nicht schlecht, denn solche Menschen gibt es und psychologisch ist Anni stimmig und tiefgründig gezeichnet.

Was die Hintergrundkulisse der Auswanderung aus Rumänien betrifft, so gibt es genug historischen und geographischen Kontext, um das Buch stimmig in diesem Zusammenhang zu verorten, auch wenn klar Annis Psychogramm und die Beziehungen zwischen den Frauen im Vordergrund stehen und nicht eine umfangreiche Vermittlung der Atmosphäre dieser Region. Wer sich aber tiefgründig für diese Region und die Situation der Deutschsprachigen dort interessiert, dem seien eher andere Bücher (z.B. von Iris Wolff) angeraten.

Es handelt sich insgesamt um ein solides und diskussionswertes Buch. Noch etwas gewonnen hätte es vielleicht dadurch, wenn wir neben Anni auch über Helene und Christina noch mehr erfahren hätten. Sprachlich hat es mir sehr gut gefallen, es hat eine charakteristische, unverwechselbare Sprache und eindringliche Metaphern. Insgesamt kann ich es jenen, die gerne Bücher über schwierige Mutter-Tochter-Beziehungen lesen und mit unsympathischen Charakteren kein Problem haben, durchaus empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Schöne Geschichte

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Zum Inhalt:
Christina hat das Haus ihrer Oma geerbt. Die Oma, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien floh und dann ganz allein ihr Kind und auch ihr Enkelkind aufzog. Gearbeitet hatte sie beim Quelle-Versand. ...

Zum Inhalt:
Christina hat das Haus ihrer Oma geerbt. Die Oma, die Mitte der sechziger Jahre aus Rumänien floh und dann ganz allein ihr Kind und auch ihr Enkelkind aufzog. Gearbeitet hatte sie beim Quelle-Versand. Sie hatte zu kämpfen gegen das Fremdsein, die Armut, aber sie gab nie auf. Während sie Christina nun von Haus und Oma verabschiedet versinkt sie immer mehr in Erinnerungen.
Meine Meinung:
Das was so eine Geschichte, die irgendwie ans Herz ging. Man konnte sich die junge Anni mit ihren Schwierigkeiten und auch ihrem Job bei Quelle gut vorstellen. Interessant war auch die mit erzählte Geschichte um Grete Schickedanz. Besonders hat mir aber auch Christina gefallen, wie sie reflektiert, wie ihre Oma war, wie diese im Grunde ihren Weg mitgeprägt hat. Und das mit eben den vielen Einschränkungen mit denen sie zu kämpfen hatte mit Heimweh aber eben auch dem Willen ein besseres Leben zu führen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und der Schreibstil war sehr gut lesbar.
Fazit:
Schöne Geschichte

Veröffentlicht am 24.02.2026

Besondere Mutter-Tochter-Beziehungen und mehr!

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Das Cover zeigt eine Weinranke in Blautönen mittig mit dem Buchtitel farblich gut miteinander korrespondierend – künstlerisch sehr ansprechend entworfen. In diesem historischen Familienroman über vier ...

Das Cover zeigt eine Weinranke in Blautönen mittig mit dem Buchtitel farblich gut miteinander korrespondierend – künstlerisch sehr ansprechend entworfen. In diesem historischen Familienroman über vier Frauengenerationen erzählt Enkelin Christina anhand nicht chronologisch aufgeführter Erinnerungen hauptsächlich die Lebensgeschichte ihrer Großmutter Anni. Ihre Fluchtmöglichkeit aus dem ärmlichen, schmutzigen Rumänien, weg von Ceausescu und dem Sozialismus, verdankt sie ihrem Bruder Rudi. Bei ihm lebt sie unter beengten Wohnverhältnissen mit ihrer in Westdeutschland geborenen Tochter Helene, jedoch geplagt von Einsamkeit, Heimweh und Armut. Während der Sommeraufenthalte in Temeswar, Rumänien bei der allein lebenden Urgroßmutter und auch in Deutschland tauchen männliche Beteiligte nur als unwichtige Randfiguren auf. Die Ich-Erzählerin Christina, Helenes Tochter, wächst bei der Großmutter Anni auf, deren Arbeitswelt sich grössenteils in der Packabteilung vom Quelle-Versand abspielt. Nach 35-jähriger Firmenzugehörigkeit muss sie trotz großem Pflichtbewusstsein und Zähigkeit in vorzeitigen Ruhestand. Angerissen wird die wichtige Rolle von Grete Schickedanz im Quelle-Versandhandel der Wirtschaftswunderjahre in Deutschland, setzt sie doch auch z. B. diese fortschrittliche Altersruhegeldregelung durch. Der harte Weg zu dem ersehnten guten Leben führt hier aus dem Rumänien der 60-er Jahre über Wien nach Nürnberg, auch den Wunsch nach Zugehörigkeit und Sicherheit einbeziehend, sprachlich reizvoll in leisen Tönen umgesetzt.
Vier Frauen verschiedener Charaktere in unterschiedlichen politischen Lebenswelten und deren Hoffnungen auf das gute Leben, umgesetzt in einem sprachlich gelungenen Familienroman.

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