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Veröffentlicht am 03.01.2020

Genial und saisonal

WW - Genial saisonal!
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In diesem großartigen Kochbuch der "weight watchers", die zu "WW" wurden und der Kernpunkt der leckeren Rezepte auf Gesundheit und Ausgewogenheit der Ernährung bei gewünschter Gewichtsreduzierung basiert, ...

In diesem großartigen Kochbuch der "weight watchers", die zu "WW" wurden und der Kernpunkt der leckeren Rezepte auf Gesundheit und Ausgewogenheit der Ernährung bei gewünschter Gewichtsreduzierung basiert, stellt der TV- und Sternekoch Andi Schweiger speziell den Jahreszeiten entsprechende Gerichte vor, die sehr gut nachzukochen sind und die Punktepläne von WW berücksichtigen.

Einsteiger bekommen hier auch wertvolle Infos zum WW-Programm, wobei die 3 Pläne, Smart- und ZeroPoints bei Lebensmitteln erklärt werden. Die Rezeptinfos berücksichtigen außerdem nuss-, gluten- und laktosefreie Zutaten, da es in der heutigen Zeit viele Menschen gibt, die aufgrund einer Allergie dies berücksichtigen müssen -ein weiterer Pluspunkt dieses genialen Kochbuchs!

"Genial saisonal" gibt Inspirationen zu gesunden, leichten und dennoch leckeren Gerichten; ist also ein ganzjähriger Küchenbegleiter mit dem gewissen Etwas für Gesundheitsbewusste. Es beinhaltet auch Kochbasics wie die kleine Frühlingskräuterkunde und ist auch optisch ein "Hingucker".



Uns schmeckten "Tagliatelle mit Lachs und Erbsenpesto" besonders gut; auch die Zucchininudeln mit Geflügel und Ei waren hervorragend; den Stachelbeergratin habe ich mir schon für die nächste Saison vorgemerkt und markiert. Auch "Kürbissuppe mit Buttermilch" war einen Versuch mehr als wert und der "Geflügelburger mit Spitzkohl und Ei" - überflügelt sozusagen in bestem Sinne alle gängigen Burger von Mac's und Konsorten - vor allem in Geschmack und Frische!

Auch Süßes kommt keinesfalls zu kurz und die "Haselnusscrepes mit Birnen" fanden wir äußerst lecker! Auf knapp 150 Seiten reiht sich ein"Gedicht von Gericht" an das andere; stets gut erklärt und mit tollen Fotos versehen, die den Appetit anregen (können) :).

"Genial saisonal" ist ein Kochbuch, das frische, ausgewogene Ernährungstipps und Rezepte für das ganze Jahr liefert - gesund, alltagstauglich und wohlschmeckend, dabei wirklich gut nachzukochen, das ich sehr gerne weiterempfehle!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2020

Ebbe, Blut und edle Austern - Luc Verlain's 3. Fall

Winteraustern
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In "Winteraustern" von Alexander Oetker löst Luc Verlain seinen dritten Fall, der dieses Mal mit der Austernfischerei im Bassin von Arcachon, der Acquitaine im Südwesten Frankreichs zu tun hat. Verlegt ...

In "Winteraustern" von Alexander Oetker löst Luc Verlain seinen dritten Fall, der dieses Mal mit der Austernfischerei im Bassin von Arcachon, der Acquitaine im Südwesten Frankreichs zu tun hat. Verlegt wurde der spannende Krimi aus dem benachbarten Frankreich bei Hoffmann und Campe (TB, broschiert, 2019).

Ich habe mich sehr auf den neuen Fall von Luc Verlain gefreut, da ich beide Vorgänger mit Interesse und oftmals einem Schmunzeln auf den Lippen gelesen habe - und wurde auch hier nicht enttäuscht:

In der Vorweihnachtszeit herrscht bei den Austernfischern in der Acquitaine Hochkonjunktur, da die Franzosen Weihnachten mit Austern essen gleichstellen (was ich auch nicht wusste). Der Verkauf zu dieser Zeit in ganz Frankreich ist maßgeblich für das Überleben der einzelnen Austernfischer, deren Existenz nur dann gesichert ist, wenn sie viele Austernbänke besitzen - wie Bertrand Chevalier - der unumstritten "der Hai unter den Fischen" ist und alle kleineren Bänke aufkauft, die für die Besitzer nicht mehr rentabel sind. Luc und sein alter, todkranker Vater wollen eine Tour durchs Bassin unternehmen, die damit endet, dass ein kleiner Austernfischer, Monsieur Lascasse, hinterrücks überfallen wird und gerade noch einen Notruf an die Küstenwache (die auch die Austern bewacht) abgeben kann, bevor die Flut ihm den Tod durch Ertrinken beschert. Doch es sollte noch schlimmer kommen; unweit der Stelle, an der Lascasse ins Boot gehievt wird, entdeckt Luc zwei Männer, die auf einer Sandbank wie an einem Totempfahl angebunden sind - und wie sich herausstellt, nicht mehr am Leben sind. Wer hat Pierre Lascasse überfallen und zwei junge Männer, die angesehenen Austernfischerfamilien angehören, getötet?

Dieser spannenden Frage widmet sich Luc mit seiner Partnerin Anouk wie auch dem Kollegen Etxeberria und der Leser lernt Licht und Schatten bei der Austernfischerei zu unterscheiden: Es ist sehr viel Arbeit und dauert einige Jahre, bis eine Austernzucht für den Verzehr geeignet ist - Umwelteinflüsse spielen eine Rolle, der Klimawandel, der Bakterien und Viren an den Muscheln fördert und ein Betrieb nur gut davon leben kann, Austern zu züchten, wenn er ein großeres Reservoir besitzt: Die kleinen, aber qualitativ sehr hochwertig arbeitenden Austernfischer sind ständig einer existenziellen Bedrohung ausgeliefert, worüber sich Bertrand Chevalier zumindest freuen kann, da er diesen dann ihre Austernbänke mit Freuden abkaufen kann, wie er es bei Lucs Vater ebenfalls getan hat. Dieser spielt hier eine sehr berührende Rolle, da er - schwerkrank - dennoch in die Ermittlungen einbezogen ist, die Toten identifizieren kann (er war einer der ältesten Austernzüchter im Bassin) und auch praktisch von Nutzen ist, in dem er nochmal in den Genuss kommt, ein Boot zu steuern. Hätte Chevalier ein Motiv gehabt?

Dies muss der Leser selbst in diesem stimmigen, spannenden, atmosphärischen Kriminalroman nachlesen, da ich natürlich an dieser Stelle nichts verrate: Der Schreibstil von Alexander Oetker gefällt mir sehr: In seinen Beschreibungen der Acquitaine, dem Südwesten Frankreichs, liegt eine gehörige Portion Liebe zu diesem Landstrich, "in der der Mond und die Gezeiten im Wechselspiel das Leben bestimmen", den Salzgeruch, die Algen riech- und spürbar machen. Auch Arcachon mit seinen Sehenswürdigkeiten sind mit Sicherheit eine Reise wert!



Besonders gefällt mir, dass hier auch ein Stück Zeitgeschichte aufgegriffen wurde, die Terroranschläge von Paris mit vielen unschuldigen Opfern sollten nicht vergessen werden (und haben folgerichtig Luc zeitweise in Paris polizeilich als Commissaire de Police Nationale arbeiten lassen, der, einer der besten Leute, erst nach dieser Zeit wieder ins Acquitaine zurückkehren konnte. Er hatte sich wegen der Erkrankung seines Vaters aus Paris ins Acquitaine versetzen lassen, um Zeit mit ihm zu haben). Dies macht den Kriminalroman auch sehr menschlich; abgesehen davon, dass es natürlich (so nebenbei) immer mal um die Beziehung zwischen Luc und Anouk geht. Ob Letztere den Karrieresprung machen wird und nach Paris geht? Mit Sicherheit wissen wir nur, dass es kurz vor Weihnachten von ihr "recht frohe Kunde" gibt...



Ich freue mich auf einen weiteren Fall von Luc Verlain und empfehle "Winteraustern" gerne KrimileserInnen weiter, die Spannung, Atmosphäre, "menscheln" und Frankreich mögen; es ist eine Ode an den wundervollen Südwesten Frankreichs und der wendungsreiche Fall endet anders als gedacht!

Von mir begeisterte 4,5* und 93° auf der "Krimi-Couch".

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.12.2019

Weihnachten in Amsterdam

Weihnachten in Amsterdam
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Die in den Niederlanden sehr bekannte TV-Köchin Yvette van Boven hat ein besonderes Koch- und Weihnachtsbuch vorgelegt, das zurecht den UT "Das Kochbuch für ein entspanntes Fest" trägt, da die (teils festlichen, ...

Die in den Niederlanden sehr bekannte TV-Köchin Yvette van Boven hat ein besonderes Koch- und Weihnachtsbuch vorgelegt, das zurecht den UT "Das Kochbuch für ein entspanntes Fest" trägt, da die (teils festlichen, exquisiten und aufwendigen Gerichte und Menüvorschläge) sich i.d.R. gut vorbereiten lassen, so dass an den Festtagen - oder einem schönen Wintertag mit Freunden - mehr Zeit für Unternehmungen, Freunde und Familie bleibt!

Das Buch mit dem stimmungsvollen Cover lädt zum Nachkochen ein (das durch gute Erklärungen auch gut umsetzbar ist, wie wir selbst herausfinden konnten) und wurde (2019, HC) im Dumont-Verlag veröffentlicht. Wunderschöne, den Winter- und Weihnachtszauber in dieser tollen europäischen Großstadt einfangende, atmosphärische und festliche Fotos stammen von Oof Verschuren.

Die Autorin setzt die Priorität, ihre Rezepte und Gerichte in "Vorbereiten" und "Zubereiten" zu unterteilen, was sich bei anstehenden Festen planungstechnisch als sehr vorteilhaft erweist. Bei den Rezepten geht es ihr nicht nur um weihnachtliche Festessen, sondern auch um z.B. romantische Essen zu zweit oder einen Nachmittag in der Advents- und Winterzeit mit Freunden. So startet das außergewöhnlich schön gestaltete Kochbuch folgerichtig mit praktischen Tipps und auch welchen, die Stress vermeiden helfen. Weiter geht es - untermalt von atmosphärischen Winterbildern - mit einer Checkliste zur Einkaufsplanung.

Nun gilt es sich in den einzelnen Rubriken zu entscheiden: Seien es morgendliche Leckereien wie z.B. Apfel-Cranberry-Brötchen, Weihnachtsbrot, Schottische Eier u.a., die sich auch zum Brunch eignen, Appetithäppchen und Getränke. Den köstlichen Suppen folgen kleine Gerichte (z.B. Lachs- oder Wildkaninchenterrine) wie auch Kartoffelplätzchen mit Krebssalat oder Husarensalat, der optisch schon eine Augenweide ist - und sehr lecker schmeckt!

Sehr festlich warten die Hauptgerichte auf; z.B. eine Weihnachtspastete, und die Vorlieben der Autorin für gesundes Gemüse wie z.B. Rote Bete oder Kohlrabi und Blumenkohl deckt sich mit meinen eigenen; die tollen Rezepte und die Kombinationsmöglichkeiten überraschten mich wirklich sehr positiv!

Einiges war mir persönlich zu ausgefallen und exquisit; doch die Rezeptideen auch einfacherer und winterlicher köstlicher Gerichte konnten mich überzeugen.

Ein Register und Inhaltsverzeichnis am Buchende zum Nachschlagen in übersichtlicher Form "krönen" dieses wundervolle und außergewöhnliche Buch voller Rezeptideen, die mit stimmungsvollen und sehr atmosphärischen Fotos aus Amsterdam geschmacklich perfekt "abgerundet" wurden!
Die gut erklärten Rezepte und Menüs regen zum Nachkochen an - und die Fotos wecken die Lust, Amsterdam auch mal im Winter zu besuchen! 4 *

  • Cover
  • Gestaltung
  • Rezepte
Veröffentlicht am 01.12.2019

"Schnitzeljagd" auf Mitford Manor

Die Schwestern von Mitford Manor – Gefährliches Spiel
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Es handelt sich hier um Band 2 der Reihe der "Schwestern von Mitford Manor" - UT Gefährliches Spiel, das im Pendo-Verlag (broschiert, 2019) erschienen ist.



Mitford Manor und London, 1925:

Zur Feier ...

Es handelt sich hier um Band 2 der Reihe der "Schwestern von Mitford Manor" - UT Gefährliches Spiel, das im Pendo-Verlag (broschiert, 2019) erschienen ist.



Mitford Manor und London, 1925:

Zur Feier des 18jährigen Geburtstages von Pamela wird eine Party organisiert, die auch eine Schnitzeljagd beinhalten soll, da diese in London 'en vogue' sind: Was weder die Familie Resdesdale, der die 6 Schwestern von Mitford Manor entstammen, noch die Partygäste wissen: Ein Teilnehmer, der junge charismatische, wenn auch nicht sonderlich beliebte Adrian Curtis, wird von einer der zu bewältigenden Aufgaben nicht mehr zurückkehren:

Das junge Dienstmädchen Dulcie Long findet ihn unter dem Kirchturm mit verdrehten Gliedmaßen und mausetot: Der Verdacht des ermittelnden Inspectors in Hampshire fällt sofort auf sie und sie wird in Untersuchungshaft verbracht: Einzig Louisa Cannon, ebenfalls Dienstmädchen im Hause der Redesdales, glaubt an Lucies Unschuld und ist überzeugt, dass diese zwar vorhatte, Schmuck mitgehen zu lassen, aber nicht, Adrian vom Kirchturm gestoßen zu haben.

Mit den Ermittlungen zum Fall ist Guy Sullivan, LeserInnen des ersten Bandes bereits bekannt, zwar nicht direkt betraut, steht dieser jedoch (aufgrund seines Ehrgeizes und Beförderungswillens, aber auch, weil er Louisa sehr zugetan ist), Louisa zur Seite und beide nehmen sich in diesem Roman des sprichwörtlichen Falles von Adrian Curtis an. Wer von den Partygästen könnte ein Motiv haben? Was ist an jenem Abend wirklich geschehen und wer hat Adrian zuletzt lebend gesehen?

Um diese Fragen geht es in "Gefährliches Spiel", das teils auf Mitford Manor, dem Landsitz der Redesdales in den Cotswolds spielt und auch in London, wo Alice Diamond und ihre 40 Diebinnen ihr Unwesen treiben. Die Autorin hat hier gekonnt historische Fakten mit fiktionalen Handlungen verknüpft, was auch aus dem Anmerkungen zu den historischen Fakten ersichtlich ist.

Die Sympathieträger und Hauptprotagonisten Louisa Cannon als auch Guy Sullivan, der nun nicht mehr bei der Bahn arbeitet, sondern bei der Londoner Polizei, ermitteln sozusagen im Verborgenen und versuchen, den wahren Mörder zu finden: Einige Spuren führen nach Soho und in den lasterhaften Club "43", in dem sich die berüchtigte "Königin der Diebinnen" gerne aufhält. Louisa, intelligent und mit scharfer Beobachtungsgabe, versucht Alice Diamond und ihren Diebinnen nahezukommen und begibt sich dabei in höchste Gefahr; doch sie möchte Dulcie helfen, die eine sehr ähnliche Biografie aufweist wie sie selbst und an deren Unschuld sie fest glaubt.

Neben der Krimihandlung geht es auch in Band 2 um den Einblick in das (teils recht mondäne) Leben der Redesdales; um Bälle, Empfänge und das Leben der Upperclass, das in diesen Jahren entscheidende Veränderungen erfährt: Viele Adelige können es sich nicht mehr leisten, unzählige Bedienstete zu haben und im gleichen Zeitraum der "Roaring 20ies" emanzipieren sich immer mehr Frauen, in dem sie arbeiten, Stenografie und Schreibmaschine erlernen und in Büros z.B. tätig sind, ihr eigenes Leben führen wollen und sich nicht mehr von einem Mann abhängig machen wollen. In London beeindrucken solche Frauen Louisa so sehr, dass sie die Abgeschiedenheit und ihre Aufgaben in Mitford Manor nunmehr mit anderen Augen sieht: Am liebsten würde sie es diesen Frauen gleichtun...

Während Louisa sehr kreativ und erfinderisch ist, wenn es um ihre Ziele geht, ist der akribische Guy Sullivan sehr darauf bedacht, befördert zu werden und in seinem Beruf die Karriereleiter zu erklimmen. So liest er sich im Zug von London nach Shipton auf dem Weg nach Mitford Manor sorgfältig seine Notizen durch und ist überzeugt, den wahren Mörder von Adrian Curtis zu stellen....

Ein unterhaltsamer Roman mit kriminalistischen Elementen, der zum Miträtseln anregt und durch die sich abwechselnden Kapitel, in denen entweder Louisa und die Mitfords oder Guy und Mary, seine Kollegin präsent sind, sich mehr und mehr Spannung aufbaut; der aber auch gesellschaftliche Verhältnisse in den 20er Jahren mit all ihren Umbrüchen in England (und auf dem Kontinent) zum Thema hat. Ich bin sehr gespannt, ob Louisa nach London ziehen wird und ihre Ziele ansteuert (was ich ihr durchaus zutraue) und freue mich auf Band 3! 4*

Veröffentlicht am 01.12.2019

Frauenfreundschaften

Freundinnen
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Wie der stimmige Titel schon besagt, geht es in "Freundinnen" von Corinne Luca um die Freundschaft - in diesem Fall zwischen Frauen. Die Idee zum Buch - Freundschaften, warum wir sie schließen, wie sie ...

Wie der stimmige Titel schon besagt, geht es in "Freundinnen" von Corinne Luca um die Freundschaft - in diesem Fall zwischen Frauen. Die Idee zum Buch - Freundschaften, warum wir sie schließen, wie sie sich entwickeln, was sie mit uns machen - schlummerte schon lange in der Autorin.

Schön, dass sie die Idee zum vorliegenden tiefsinnigen, zuweilen humorvollen und einfach schönen Buch umsetzte, die jedes Herz einer wahren Freundin höher schlagen lässt: Findet man sich an vielen Stellen wieder in eigenen Freundschaften, in Erinnerungen, in Bildern, die einen erstaunen und auch oftmals schmunzeln lassen. Die aber allesamt eines besagen: (Fast) nichts geht über wahre Freundschaft!

Es geht um Kinderfreundschaften, Freundschaften in der Adoleszenz und später im Erwachsenenalter, die die Hauptthemen des Sachbuchs sind. Die Autorin lässt ihre eigenen Erfahrungen bildhaft einfließen und beschreibt eigene Freundschaften als Kind, als Heranwachsende - und später dann als Erwachsene. Hierbei wird klar, dass die Erfahrung, eine Freundin oder einen Freund zu haben, sehr positiv für die seelische Entwicklung eines Menschen ist. Bereits als Kind kann man die Erfahrung machen, verstanden und angenommen zu werden - ohne wenn und aber - gemeinsam zu lachen, Pläne zu schmieden, Unfug anzustellen, "Mutproben" zu bestehen wie auch Abenteuer zu erleben. Auch Gemeinsamkeiten verbinden.

Nicht alle Kinderfreundschaften überstehen das gesamte Leben, jedoch gehören sie für mich zum Kostbarsten, was es gibt: Trotz der Gefahr von Entfremdung späterer Lebensphasen (Ausbildung, Beruf, Studium) und Ortswechseln gelingt es mancher Freundschaft, aufrechterhalten werden zu können! Andere werden mit der Zeit nebensächlicher oder verlieren an der tiefen Bedeutung, die sie einmal hatten.

Zu alten Freundschaften aus der Kindheit oder Schule gesellen sich BerufskollegInnen oder Studienfreundinnen, die man nicht missen möchte und ohne die alles viel weniger Spaß machen würde. Zuweilen reicht diese Verbundenheit und gemeinsame Lebensphasen, um das ganze Leben über Freunde zu bleiben, was ich besonders schön finde (auch wenn es nicht immer möglich ist).

"Freundschaften brauchen Empathie, man muss die Perspektive der anderen einnehmen können", so die Autorin (Zitat S. 103). Dies ist vermutlich die Basis einer tiefen und ehrlichen Freundschaft, die auch Kritik vertragen kann und sich nicht beleidigt zurückzieht, sondern an der gemeinsamen freundschaftlichen Beziehung arbeitet. Denn Freundschaft, die auch eine Form von Liebe impliziert, bedeutet auch, stetig daran zu arbeiten; ohne Gegenleistung und bedingungslos für die andere einzutreten.

Die Studienergebnisse im Buch fand ich sehr interessant, zumal sie meine These bestätigen, dass "Freunde die Entschuldigung Gottes für (manche) Verwandten sind". Tiefgehende Gespräche erhöhen das Wohlgefühl und fördern die Gesundheit, stärken laut einer Studie unser Immunsystem.

Entscheidend ist auch, ob eine Freundschaft wandelbar ist - und in der Lage, sich der jeweiligen Lebensbedingungen, die verändernd bei den meisten Menschen eintreten, anpassen zu können. D.h. dass eine plötzliche Entfernung oder das Mutter werden einer der beiden Freundinnen nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Freundschaft hier ein Ende findet: Sogar Krisensituationen überstehen starke Freundschaften, da wahre Freundinnen offen über anstehende Probleme sprechen können und ein großes Verständnis für das Gegenüber vorhanden ist.

"Liebe ist ein Gefühl, das wir für diejenigen empfinden, die tief in unseren Herzen wohnen" (S. 184); einer der schönen Schlusssätze, die Corinne Luca diesem sehr lesenswerten Buch mitgibt. Es ist leicht autobiografisch und sehr gut zu lesen; inhaltlich wird sich jede Frau hier und da darin wiederfinden und eigene Erinnerungen zutage fördern. Am meisten zum Schmunzeln brachte mich persönlich (meine Freundin hat morgen Geburtstag und das Nachfolgende ist DER passende Spruch überhaupt ;)

""Kann man etwas Gutes daran finden, dass die Zeit verstreicht?

Mindestens dieses eine:

Es ist die einzige Möglichkeit, um alte Freundinnen zu werden".

Ich empfehle "Freundinnen" gerne weiter, um das Buch selbst zu lesen und es an die beste Freundin weiterzuschenken! 4*