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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.08.2022

Inhaltlich gute Fortsetzung – leider oft zu konfus

Todesrauschen
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Nach den Enthüllungen im 2. Auris-Band nähert sich im 3. Band nun Jula Ansorges Suche nach ihrem Bruder dem Höhepunkt. Nach einem (meiner Meinung nach mehr als dämlichen) Heiratsantrag muss Julas Freund ...

Nach den Enthüllungen im 2. Auris-Band nähert sich im 3. Band nun Jula Ansorges Suche nach ihrem Bruder dem Höhepunkt. Nach einem (meiner Meinung nach mehr als dämlichen) Heiratsantrag muss Julas Freund Paul mit ansehen, wie Jula und Hegel auf offener Straße entführt werden. Die Entführer wollen Julas angeblich toten Bruder Moritz finden, und dazu ist ihnen jedes Mittel recht.
Der Hauptteil des Buches spielt in einer verlassenen Anlage, in der Jula und Hegel dazu gezwungen werden, mit einer Nachricht von Moritz dessen Aufenthaltsort herauszufinden. Parallel dazu versuchen Paul und Julas 14-jähriger Halbbruder Elyas, Jula und Hegel zu finden und stoßen dabei auf einen Auftragskiller.
Klieschs Schreibstil ist gewohnt frisch und einfach zu lesen, so dass man oft durch die Seiten fliegt. Leider fehlt der Handlung eine feste Struktur, so dass die Personen von einer Handlung zur nächsten springen, ohne dass sie dabei wirklich weiterkommen. So baut sich lange auch keine wirkliche Spannung auf. Gut gefallen haben mir Hegels phonetischen Analysen, doch wieder (wie auch in den ersten beiden Bänden) bleibt er als (Haupt-)Person sehr profillos. Das Potential dieser Figur wird nicht wirklich ausgeschöpft. Besser gelingt dies bei Jula Ansorge und ihrem Bruder Elyas, allein dessen Gangsta-Sprache wirkt oftmals zu gewollt (Digga, safe, Alter, …). Andere Personen dagegen tauchen auf, verschwinden wieder und werden dann nur noch mal kurz erwähnt.
Das Ende bietet einen durchaus überraschenden Twist, was die Geschichte dann rettet. Das letzte Kapitel bereitet noch Band 4 vor. Ok, lassen wir uns überraschen, was jetzt folgt.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Ein Thriller, der kaum Zeit zum Atmen lässt

Der Heimsucher – Jedem seine Strafe
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Nach seinem Überraschungserfolg „Der Behandler“ legt Thomas Herzsprung mit „Der Heimsucher“ den zweiten Band vor, in dem Falk Bachmann, Jan Hendrick und Juliane Klawitter einen Serienmörder jagen, der ...

Nach seinem Überraschungserfolg „Der Behandler“ legt Thomas Herzsprung mit „Der Heimsucher“ den zweiten Band vor, in dem Falk Bachmann, Jan Hendrick und Juliane Klawitter einen Serienmörder jagen, der Menschen für ihre Verfehlungen grausam büßen lässt, ihnen aber eine letzte Chance gibt, sich zu retten. Aber kennen Sie auswendig die Handynummer ihrer Liebsten?
Titel und Umschlaggestaltung schaffen einen sofortigen Wiedererkennungswert und schon nach dem ersten Kapitel ist man mitten in der Geschichte. Thomas Herzsprung legt ab der ersten Seite ein rasantes Tempo vor, mit kurzen Kapiteln und Cliffhangern, so dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte.
Die Jagd nach dem Serienmörder stürzt die Protagonisten von einer Gefahr in die nächste und führt von einem Twist zum nächsten. Bis zur letzten Seite kann man nicht sicher sein, ob nicht eine neue Gefahr oder eine neue Wendung auftaucht. Auch führen die Ermittlungen in viele Richtungen. Religiöse Motive und Russenmafia sind nur zwei von vielen Themen, die miteinander verwoben sind. Zudem spielen auch private Motive eine große Rolle. Vielleicht ist die eine oder andere Wendung nicht notwendig, aber erstaunlich ist es, wie diese zahlreichen Motive am Ende alle einen Sinn ergeben.
Auch die Charakterisierung der Hauptprotagonisten wird stark vorangetrieben, ihr Leben gerät mehr als einmal aus der Bahn und die Jagd fordert viele Opfer von allen. Besonders Juliane Klawitter bekommt hier einen größeren Raum als noch im ersten Band.
Auch hier gibt es wieder eine spannende Playlist, die das Buch perfekt ergänzt.
Eine klare Leseempfehlung auch für Band 2, gespannt sein darf man wohl auf Band 3.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Spannend bis zum Schluss - Top-Thriller eines ungewöhnlichen Autors

Der Behandler
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Thomas Herzsprung, der bisher als Tommy Herzsprung eher durch seine (Gay-)Romance Romane bekannt geworden ist, legt seinem „inneren Kompass folgend“ mit „Der Behandler“ seinen ersten Thriller vor. ...

Thomas Herzsprung, der bisher als Tommy Herzsprung eher durch seine (Gay-)Romance Romane bekannt geworden ist, legt seinem „inneren Kompass folgend“ mit „Der Behandler“ seinen ersten Thriller vor.
Hauptkommissar Falk Bachmann wird, als er bei seinem im Sterben liegenden Vater im Pflegeheim ist, zum Fundort einer Frauenleiche im Frankfurter Stadtwald gerufen. Der Anblick der Leiche setzt ihm und seiner Kollegin, der Polizeipsychologin Juliane Klawitter zu und weist auf einen psychopathischen Mörder hin. Und tatsächlich taucht schon bald eine zweite Leiche auf.
Thomas Herzsprung schafft es von der ersten Seite an, große Spannung und ein hohes Erzähltempo zu erzielen. Kurze Kapitel, Cliffhanger und mehr als ein überraschender Twist in der Handlung lassen es kaum zu, das Buch einmal aus der Hand zu legen. Überraschend ist es dabei, wie er es schafft, eine Vielzahl von Themen (Mobbing, Prostitution, Familiengeheimnisse, die Neue Rechte) zu einer vielschichtigen Handlung zu verweben, deren Fäden am Ende zusammenfinden. Zudem versteht er es, ohne lange Beschreibung den Charakteren (auch den Nebencharakteren) Tiefe und hohen Wiedererkennungswert zu geben. Natürlich ist gerade Falk Bachmann eine Person mit vielen Problemen, nicht immer sympathisch, was gerade sein neuer Partner Jan Hartwick zu spüren bekommt, aber auch dieser hat seine Geheimnisse.
Ein in den Grundzügen routinierter Thriller (erstaunlich bei einem Erstlingswerk), der es aber schafft, sich durch seine bildgewaltige und anschauliche Schreibweise von der Vielzahl der Thriller sich abzuheben. Ein gelungenes Cover sowie eine spannende, den Inhalt perfekt erweiternde Playlist machen das Buch zu einem Thriller-Highlight. Gespannt sein darf man auf den wohl Ende November erscheinenden zweiten Band.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Spannender 3. Teil des Augensammlers, oftmals zu sehr um die Playlist herumkonstruiert

Playlist
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Vor einem Monat wurde die 15-jährige Feline Jagow entführt. Ihrer Mutter beauftragt beauftragt Privatermittler Alexander Zorbach, der entdeckt, dass Feline vor wenigen Tagen ihre Playlist bei einem Streamingdienst ...

Vor einem Monat wurde die 15-jährige Feline Jagow entführt. Ihrer Mutter beauftragt beauftragt Privatermittler Alexander Zorbach, der entdeckt, dass Feline vor wenigen Tagen ihre Playlist bei einem Streamingdienst verändert hat. Alexander Zorbach glaubt, dass Feline damit einen Hinweis auf ihr Versteck gibt. Auf der Suche nach Feline geraten Zorbach und die blinde Aliena Gregoriev immer tiefer in einen Albtraum, der ihr Leben verändern wird.
Sebastian Fitzek ist bekannt dafür, dass er sich für seine Thriller etwas besonderes einfallen lässt. Felines Playlist existiert und besteht aus 15 Songs, die namhafte deutsche aber auch internationale Künstler*innen (Johannes Oerding, Beth Ditto, Rea Garvey, Namika, …) für diesen Thriller geschrieben haben. Auf diese Songs wird im Buch immer wieder hingewiesen und die Lyrics scheinen den Weg zu Feline zu weisen.
Der Thriller hat alles Altbekannte, was man von einem Fitzek-Thriller erwartet: Hohes Tempo, kurze Kapitel, Cliffhanger, Menschen, die an ihre Grenzen gebracht werden, und immer wieder Twists, die die Handlung in eine andere Richtung treiben. Entstanden ist wieder ein Pageturner, den man schnell lesen kann. Natürlich muss man mit den Fitzeküblichen Übertreibungen rechnen, die das Maß der Glaubwürdigkeit sehr spannen, dafür erfreut einen das Wiedersehen mit alten Bekannten aus dem Augensammler bzw. Augenjäger. Ein Manko ist dann allerdings die Playlist, denn die Deutungen der Playlist sind oftmals schon sehr gewagt, wenn man bedenkt, dass die Hinweise von einem entführten 15-jährigen Mädchen stammen. Hier hat sich Fitzek oftmals sehr weit aus dem Fenster gelehnt.
Fazit: Ein routinierter Fitzek-Thriller für Fans mit dem Bonus einer interessanten Playlist zum Dazuhören.

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Veröffentlicht am 01.08.2022

Spannender Thriller zum Thema Gewalt

Der Heimweg
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Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon, ein Service für Frauen die nachts auf ihrem Heimweg Angst bekommen und eine beruhigende Stimme zur Sicherheit brauchen. Er telefoniert mit Klara, einer verstörten ...

Jules Tannberg sitzt am Begleittelefon, ein Service für Frauen die nachts auf ihrem Heimweg Angst bekommen und eine beruhigende Stimme zur Sicherheit brauchen. Er telefoniert mit Klara, einer verstörten jungen Frau, die auf der Flucht ist, vor ihrem brutalem Ehemann und einem psychotischen Killer, der sie vor einiger Zeit schon einmal überfallen und mit Blut ein Datum an ihre Schlafzimmerwand gemalt hat: Das Datum ihres Todestages, und dieser Tag hat gerade begonnen …
Sebastian Fitzek hat mit „Der Heimweg“ wieder einen spannenden Pageturner geschrieben, den man wegen seiner kurzen Kapitel und den vielen Cliffhangern nur schwer aus der Hand legen kann. Die vielen Wendungen in der Geschichte, bis man nicht mehr weiß, was Wahrheit und was Wahn ist, führen zwar (man möchte bei Fitzek fast sagen: natürlich) dazu, dass die Handlung oftmals sehr überzogen wirkt, aber wie sich am Ende die beim Lesen entstandenen Fragezeichen (meistens) auflösen, ist schon beeindruckend und ist sehr unterhaltsam.
Dieses Mal hat Fitzek sich des Themas „Gewalt“ angenommen, vornehmlich um die Gewalt gegenüber Frauen und in der Familie. Das ist zuweilen schon harte Kost, was Fitzek hier bietet, lässt einen aber auch vielleicht mal über die realen Hintergründe nachdenken. Zum Beispiel, was die Gewalt mit den Opfern macht (und auch mit den Tätern).
Recht nett liest sich auch, Fitzeks kurzes Nachwort zu diesem Roman, warum er immer über Gewalt schreibt

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