Rasant und spannend - ein Fitzek nach bewährtem Rezept
Das GeschenkMilan Berg ist Analphabet und hat seine Methoden gefunden, dies vor seiner Umgebung zu verheimlichen. Als er eines Tages an einer Ampel steht, sieht er im Auto neben sich ein völlig veränstigtes Mädchen, ...
Milan Berg ist Analphabet und hat seine Methoden gefunden, dies vor seiner Umgebung zu verheimlichen. Als er eines Tages an einer Ampel steht, sieht er im Auto neben sich ein völlig veränstigtes Mädchen, das einen Zettel an die Scheibe hält. Auch wenn Milan den Zettel nicht lesen kann, spürt er, dass das Mädchen in großer Gefahr ist. Zusammen mit seiner Freundin Andra verfolgt er das Mädchen und ihre Entführer. Doch auf der Irrfahrt muss er feststellen, dass ihn mit dem Mädchen mehr verbindet als ihm lieb ist. Denn er muss sich seiner eigenen Vergangenheit stellen, doch manchmal ist Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden. Und die Grenze zwischen Gut und Böse ist oft nicht zu erkennen.
Der Titel "Das Geschenk" hat meiner Meinung nach nicht so viel mit der Handlung zu tun. Zwar spielt ein "Geschenk" an zwei Stellen eine Rolle, allerdings wirkt die Bezeichnung "Geschenk" in beiden Fällen eher aufgesetzt. Ich denke hier hatte eher der Werbeeffekt eine Rolle gespielt, denn die Präsentation des Buches als Geschenk wirkt schön (ähnlich wie ja schon bei "Das Paket"), andererseits hat Fitzek ja im Vorfeld damit geworben, eineigen Lesern das Buch persönlich als Geschenk zu überreichen. Netter Werbe-Gag, aber als Titel eher unpassend bzw. aufgesetzt.
Auch in seinem neuen Thriller hält sich Fitzek an sein bewährtes Konzept. In einer schnellen Abfolge jagt er seine Protagonisten von einem Ort zum anderen. Lässt sie viele Entdeckungen machen, nur um sofort wieder neue Fragen aufzuwerfen. Seine Figuren werden dabei ein ums andere Mal an die Grenzen der körperlichen und psychischen Belastbarkeit geführt. Die Kapitel werden abwechselnd aus der Sicht der verschiedenen Personen geschrieben, sind kurz und bieten fast immer einen Cliffhanger, so dass man oft schnell weiterlesen kann und will. Entstanden ist wieder mal ein rasanter Thriller, den man schnell wegliest und bei dem man sich gut unterhalten fühlen kann.
Natürlich muss man auch die für Fitzek typischen Abstriche machen, die man als Fitzek-Fan aber auch mal gerne in Kauf nimmt. Die Story ist zwar spannend und bietet viel, manchmal gar zu viel, denn das Thema Analphabetismus, das viele Möglichkeiten bietet, hätte mehr Möglichkeiten geboten. Einzelne Motive haben mich zuweilen auch an andere Fitzek-Thriller erinnert (Splitter, Abgeschnitten) Auch funktioniert die Handlung nur, weil ziemlich viele Zufälle die Handlung am Laufen halten. Auch strapazieren manche Handlungselemente die Glaubwürdigkeit. Doch dies ist man bei Fitzek ja durchaus gewöhnt und verzeiht es durchaus, wenn die Handlung einen mitreißen kann.
Insgesamt eine durch gelungene Fitzek-typische Unterhaltung. Nicht sein bestes Werk, aber mir hat es zwei Tage Spannung geboten.