Charakterliche Tiefe, spannende Geschichte
So kalt die NachtInhaltlich beginnt dieses Buch gleich super spannend. Eine Mordserie durchzieht Köln und die Presse verpasst dem Unbekannten gleich den (zunächst noch etwas überspitzt klingenden) Name "Der Unbarmherzige". ...
Inhaltlich beginnt dieses Buch gleich super spannend. Eine Mordserie durchzieht Köln und die Presse verpasst dem Unbekannten gleich den (zunächst noch etwas überspitzt klingenden) Name "Der Unbarmherzige". Mit der Bearbeitung dieses Fall wird die Kommissarin Anna Melcher betraut, die aktuell aber auch in ihrem persönlichen Umfeld mit einigen Themen, u.A. Panikattacken zu kämpfen hat. Neben dieser Tatsache erschweren auch die Dynamiken im Kommisariat ihre Arbeit, denn neben ihrem Kollegen Mann, der sich absolut nicht mit dem Gedanken eine Frau in einer tragenden Rolle anfreunden kann, bekommt sie auch noch einen neuen Kollegen Frieder Tann an die Seite gestellt, der von der Arbeitsmoral her und auch von seinem gesamten Wesen fast komplett ihr Gegenteil ist. Aber so schwer ich mich anfangs auch mit den Beiden getan habe, im Verlauf der Geschichte wurde ich immer wärmer mit ihnen.
Ohne zu viel über die schlussendliche Auflösung zu verraten, muss ich eindeutig sagen, dass sie mich etwas überrumpelt und auch betroffen gemacht hat. Ich mochte das stetige Miträtseln, wäre aber auf das was da kam nie so wirklich gekommen. Vielleicht lag das aber auch ein wenig daran, dass ich das Gefühl hatte, dass häufig einfach die Charakterentwicklungen, sowohl Haupt- als auch Nebenfiguren, mehr im Fokus standen als die tatsächlichen Ermittlungen. Diese Tatsache passt schon so grundsätzlich für einen Auftakt einer Reihe, wobei es mMn. auch etwas unterschwelliger gegangen wäre.