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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.10.2025

Was auf der Bühne funktioniert, klappt im Geschriebenen leider nur teilweise

Aus! Die Wissenschaft vom Ende
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Ich kannte die Gruppe bisher nur von einem ihrer Auftritte, der mir einen durchaus informativen und lustigen Nachmittag beschert hatte. Nun wollte ich mich auch mal an ein Buch von ihnen wagen, in der ...

Ich kannte die Gruppe bisher nur von einem ihrer Auftritte, der mir einen durchaus informativen und lustigen Nachmittag beschert hatte. Nun wollte ich mich auch mal an ein Buch von ihnen wagen, in der Hoffnungen einen ähnliche Effekt zu erfahren.
Grundsätzlich spannt das Buch einen sehr weiten Bogen; vom Ende des Universums, des Lebens und der Menschheit zu aktuellen Themen wie dem Klimawandle und Long Covid. Es wird reflektiert, analysiert und zum Mitdenken angeregt, was insgesamt eine schöne Mischung ist.
Derjenigen, der es schafft sich auf den Kabarettstil und den manchmal wirklich sehr absurden Humor einzulassen, bekommt auch nicht nur ein sehr interessantes Buch, sondern auch diverse Denkanstöße, z.B. auch wie das "Aus" und ein Neuanfang manchmal näher aneinander liegen könnten, als gedacht. Für mich persönlich war es aber leider genau wegen dieses Schreibstils teilweise etwas anstrengend zu lesen. Mit dem Wissen, wie ein Programm von ihnen aufgebaut ist, las es sich einfach mehr wie ein Skript ihres Auftritts und manches ( gerade die humoristischen Elemente) funktionieren im Geschriebenen einfach nicht.

Alles in allem aber ein tolles Buch, das viele interessante Themen behandelt und auch schön aufbereitet, für mich aber leider von Schreibstil her teilweise etwas schwieriger zu lesen war, weil gerade humoristische Elemente versuchen aufzulockern ( und zu strecken), im Geschriebenen aber ihre Wirkung für mich leider an manchen Stellen verfehlen.

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Veröffentlicht am 06.10.2025

Ein eiskalter, brutaler, aber fesselnder Thriller.

Narbenkünstler #Thriller
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Narbenkünstler ist der dritte Band der Thriller-Reihe um die Frankfurter Ermittler Marc Davids und Zoé Martin.
Der Roman spielt in der kalten, düsteren Atmosphäre Frankfurts, wo enthauptete Leichen bei ...

Narbenkünstler ist der dritte Band der Thriller-Reihe um die Frankfurter Ermittler Marc Davids und Zoé Martin.
Der Roman spielt in der kalten, düsteren Atmosphäre Frankfurts, wo enthauptete Leichen bei lebendigem Leib eingefroren aufgefunden werden (nichts für schwache Nerven, wenn man die ersten Bänden nicht kennt, kann man durchaus ein bisschen überrumpelt sein vom beschriebenen Detailreichtum🫠) . Besonders makaber ist auch; jedes Opfer hinterlässt ein Buch mit persönlicher Widmung. Die Ermittlungen führen auf den Campus einer Eliteschule, an der jeder ein dunkles Geheimnis verbirgt. Zoé wird dabei mit ihrer eigenen verschütteten Vergangenheit konfrontiert, was die Geschichte zusätzlich emotional auflädt.
Der Thriller besticht für mich durch seine intensive und eiskalte Spannung, die sich von der ersten Seite an aufbaut und bis zum überraschenden Finale hält. Die grausame und detailreich beschriebene Mordmethode ist auch besonders eindrucksvoll und zeigt, dass der Autor sehr gut und umfangreich recherchiert hat, was für mich auch ein wenig den Reiz dieser Reihe ausmacht. Aber wenn man so eine Art von Thriller nicht mag oder vielleicht auch nicht lesen kann, bekommt man vielleicht das Gefühl ein bisschen ins kalte Wasser geworfen zu werden mit der beschriebenen Brutalität.
Die Erzählstruktur mit Perspektivwechseln in den Kopf des "Narbenkünstlers" verstärkt das beklemmende Gefühl, das einen konstant unterbewusst begleitet noch zusätzlich und lässt die Abgründe menschlicher Psyche erahnen.

Insgesamt überzeugt das Buch für mich durch seine düstere Atmosphäre, komplexe Charaktere und die unvorhersehbaren Wendungen, was es zu einer starken Fortsetzung der Reihe macht, die die Lust auf weitere Bände weckt

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Veröffentlicht am 26.09.2025

Leider kein gelungener Herbstroman

Sweeter Than Pumpkin Spice
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Es wirkt auf den ersten Blick wie ein leichter, herbstlicher, cozy Liebesroman, scheitert aber leider daran, seine Idee überzeugend umzusetzen und dem, was man sich unter dem Titel vorgestellt, gerecht zu ...

Es wirkt auf den ersten Blick wie ein leichter, herbstlicher, cozy Liebesroman, scheitert aber leider daran, seine Idee überzeugend umzusetzen und dem, was man sich unter dem Titel vorgestellt, gerecht zu werden.
Die Handlung ist vorhersehbar, die Figuren bleiben, trotz dessen, dass gerade die Hauptprotagonistin Sadie im ersten Moment sehr interessant anmutet ( einfach mal ein anderer Charakter ist), eher flach und wirken kaum lebendig, sodass es schwerfällt, wirkliche Sympathie oder Spannung zu entwickeln.
Auch sprachlich bietet das Buch leider wenig  – die Dialoge klingen oft gekünstelt, während die Beschreibungen eher oberflächlich bleiben.
Und auch wenn ich bis zur Mitte des Buchs noch dachte, es würde sich vielleicht noch besseren wurde ich im zweiten Teil leider nicht von Verbesserungen sondern von zahlreichen, für mich eher unpassenden Sex-Szenen überrascht.

Insgesamt leider gar nicht das, was ich mir unter diesem Buch vorgestellt hatte und auch wenn es manchmal ja auch schön sein kann, überrascht zu werden, muss ich leider sagen, dass mich dieses Buch nicht wirklich überzeugen konnte

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Eine romantische, leichte Lektüre mit Happy-End-Garantie

Weihnachten in Applemore
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Tatsächlich hab ich dieses Buch gelesen ohne richtig im Kopf zu haben, dass es sich um eine Reihe handelt. Dementsprechend erschlagen war ich am Anfang von den ganzen Namen und Verbindungen, aber das wurde ...

Tatsächlich hab ich dieses Buch gelesen ohne richtig im Kopf zu haben, dass es sich um eine Reihe handelt. Dementsprechend erschlagen war ich am Anfang von den ganzen Namen und Verbindungen, aber das wurde mit der Zeit besser.

Die Handlung spielt in den schottischen Highlands, wo Hotelier Harry Robertson trotz der eigentlich, für die Nebensaison geplanten Renovierungen eine glamouröse Hochzeit für eine Influencerin vorbereiten soll. Unterstützt wird er dabei von seiner besten Freundin Polly, die schon lange heimlich Gefühle für ihn hegt.

Der Roman besticht durch seine stimmungsvolle Kulisse, die verschneiten Landschaften und die heimelige Atmosphäre, die perfekt in die Adventszeit passt. Das „Friends-to-Lovers“-Motiv gibt der Handlung ein wenig Spannung und emotionale Tiefe, auch wenn die Entwicklungen insgesamt vorhersehbar bleiben und einige Momente und Figuren leider sehr klischeehaft angelegt sind ( ich weiß das gehört ein bisschen auch dazu, aber ein wenig Neues würde glaub ich auch mal nicht schaden); die heimliche Liebe, die große, perfekte Hochzeit, die immer über alle Maßen hilfsbereite Freundin, der charmante Hotelier, die Influencerin, die ständig fordert ( auch wenn sie sich im Verlauf ja noch ein wenig bessert), etc.

Alles in allem aber ein klassischer Wohlfühlroman mit romantischem Setting, ein schönes Buch für die Vorweihnachtszeit. Wenn man bereit ist, Vorhersehbarkeit in Kauf zu nehmen und sich auf vertraute Tropen einzulassen, bekommt man eine warme Geschichte mit Herz und Charme

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Ein vielversprechender Auftakt einer neuen Krimireihe, der aber auch noch Ausbaupotential beinhaltet

Das erkaufte Glück
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Das erkaufte Glück ist der Auftakt einer neuen Krimireihe um Kommissarin Lea Nielsen. Nach ihrem Wechsel ins ostfriesische Wittmund muss sie sich nicht nur um ihren demenzkranken Vater kümmern, sondern ...

Das erkaufte Glück ist der Auftakt einer neuen Krimireihe um Kommissarin Lea Nielsen. Nach ihrem Wechsel ins ostfriesische Wittmund muss sie sich nicht nur um ihren demenzkranken Vater kümmern, sondern wird sofort in einen schwierigen Vermisstenfall verwickelt: Die 19-jährige Maya van Berg ist verschwunden, und die einflussreiche Mutter scheint mehr zu verbergen, als sie preisgibt.

Johannsen gelingt es, die Atmosphäre des norddeutschen Settings lebendig einzufangen und mit einem authentischen Gefühl für die Region zu verbinden. Besonders stark ist auch die Darstellung der Protagonistin, die zwischen beruflichen Herausforderungen und privaten Belastungen hin- und hergerissen ist und dadurch menschlich und nahbar wirkt. Der Kriminalfall entwickelt sich schrittweise, bleibt dabei spannend und eröffnet immer neue Verwicklungen.

Allerdings fällt auf, dass einige Elemente schon sehr klassische, bewährte Motive im Krimigenre sind. Es bleibt abzuwarten, wie stark Johannsen zukünftig vielleicht noch neue Akzente setzt, um sich von ähnlichen Krimis abzuheben. Außerdem muss ich auch sagen ( wobei das eine zutiefst persönliche Präferenz ist), dass für mich und wahrscheinlich auch für andere Leser, die schnelle Action und/oder sehr dichte Plots gewohnt sind, der langsame Aufbau und die Betonung der familiären und emotionalen Aspekte an manchen Stellen doch ein bisschen zu arg ausgeschmückt und damit teils leider auch etwas ablenkend sind.

Insgesamt aber ein gelungener Auftakt, wenn auch eher für Leser geeignet, die neben dem Kriminalfall auch noch viel über die persönliche Seite der Ermittelnden erfahren wollen.

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