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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.06.2025

Schöne Verbindung von Kriminalroman und zeitgeschichtlichen Elementen

Die Kriminalistinnen. Acht Schüsse im Schnee
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"Die Kriminalistinnen – Acht Schüsse im Schnee" von Mathias Berg ist ein spannender Kriminalroman, der die Leserinnen und Leser ins Düsseldorf des Jahres 1970 entführt. Im Zentrum steht der Mord an dem ...

"Die Kriminalistinnen – Acht Schüsse im Schnee" von Mathias Berg ist ein spannender Kriminalroman, der die Leserinnen und Leser ins Düsseldorf des Jahres 1970 entführt. Im Zentrum steht der Mord an dem einflussreichen Millionär Theo Ellerbeck, der vor seiner Villa mit acht Schüssen getötet wird. Die Ermittlungen übernehmen Lucia Specht und ihre Kolleginnen vom Düsseldorfer Präsidium – ein interessantes Ermittlerinnenteam, das sich in einer von Männern dominierten Zeit behaupten muss.

Der Roman überzeugt durch seine dichte Atmosphäre und die authentische Schilderung der 1970er Jahre. Die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse jener Zeit werden lebendig und glaubwürdig eingefangen.

Mathias Berg gelingt es, einen klassischen Whodunit mit einer Zeitreise zu verbinden. Die Charaktere sind vielschichtig, insbesondere die Protagonistinnen, deren Teamgeist und Durchsetzungsvermögen im Mittelpunkt stehen. Die Handlung bleibt bis zum Schluss fesselnd, mit einigen überraschenden Wendungen und einem gelungenen Spannungsaufbau

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Veröffentlicht am 22.05.2025

Gefühlvoller, stellenweise humorvoller und mitreißender Roman

Preston Brothers, Band 1 - Loving Lucas
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Loving Lucas, der Auftakt der Preston-Brothers-Trilogie von Jay McLean, ist ein emotionaler New-Adult-Roman, der die Leser mitten ins Herz einer chaotischen, liebenswerten Großfamilie und in die bittersüße ...

Loving Lucas, der Auftakt der Preston-Brothers-Trilogie von Jay McLean, ist ein emotionaler New-Adult-Roman, der die Leser mitten ins Herz einer chaotischen, liebenswerten Großfamilie und in die bittersüße Liebesgeschichte zweier Jugendlicher entführt.

Im Mittelpunkt steht Lucas Preston, der nach dem Tod seiner Mutter Verantwortung für seine fünf jüngeren Brüder übernimmt. Trotz dieser familiären Verpflichtungen sucht er Nacht für Nacht Trost bei Laney Sanders, seiner besten Freundin – und vielleicht noch mehr. Laney, einst ein einsames Einzelkind, findet in der Preston-Familie ein neues Zuhause und ringt seit Jahren mit ihren Gefühlen für Lucas, weiß jedoch um seine familiären Pflichten.

Jay McLean gelingt es, die Dynamik zwischen Freundschaft und Liebe feinfühlig und authentisch zu zeichnen. Die Geschichte überzeugt durch eine gelungene Mischung aus Humor, Herzschmerz und ernsten Themen. Besonders hervorzuheben ist der starke Familienzusammenhalt, der immer wieder für berührende und auch komische Momente sorgt – vor allem die jüngeren Preston-Brüder bringen Leichtigkeit und Witz in die Handlung.

Die Liebesgeschichte zwischen Lucas und Laney entwickelt sich glaubwürdig und mit viel Gefühl. Beide Figuren sind vielschichtig: Lucas kämpft mit seiner Verantwortung und eigenen Unsicherheiten, während Laney durch Loyalität und innere Stärke besticht. Die Autorin spart dabei auch schwierige Themen nicht aus, was der Geschichte zusätzliche Tiefe verleiht.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Ein schöner Auftakt einer neuen Reihe

Auris
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Der Auftakt der spannungsgeladenen Thriller-Reihe rund um den forensischen Phonetiker Matthias Hegel und die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge lebt von einem rasanten Erzähltempo, überraschenden Wendungen ...

Der Auftakt der spannungsgeladenen Thriller-Reihe rund um den forensischen Phonetiker Matthias Hegel und die True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge lebt von einem rasanten Erzähltempo, überraschenden Wendungen und dem außergewöhnlichen Ermittlerduo, das mit seinen konträren Persönlichkeiten für ein fesselndes Leseerlebnis sorgt. Besonders die akustische Forensik als zentrales Element verleiht dem Thriller eine ungewöhnliche Note und hebt ihn von anderen Werken des Genres ab.

Sehr schön finde ich die Spannung, die bis zur letzten Seite anhält, und die Tatsache, dass man als Leser nie sicher ist, was Wahrheit und was Lüge ist. Zu kritisieren habe ich trotzdem, dass einige Figuren leider etwas blass bleiben und manche Handlungsstränge konstruiert wirken.

Dennoch überzeugt „Auris“ vor allem durch seine innovative Grundidee und die packende Dynamik zwischen Hegel und Ansorge.

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Veröffentlicht am 16.05.2025

Spannender, nachdenklich stimmender Thriller

Schattenschwester
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Im Zentrum steht der mysteriöse Tod der siebzehnjährigen Elvira, die nach drei Jahren spurlosen Verschwindens aus einem Kinderheim bei einer Trauung vom Kirchturm in den Tod stürzt. Schnell stellt sich ...

Im Zentrum steht der mysteriöse Tod der siebzehnjährigen Elvira, die nach drei Jahren spurlosen Verschwindens aus einem Kinderheim bei einer Trauung vom Kirchturm in den Tod stürzt. Schnell stellt sich die Frage: War es Suizid oder Mord? Kommissarin Idun Lind und ihr Partner Calle Brand nehmen die Ermittlungen auf und stoßen dabei auf ein Netz aus Lügen, Missbrauch und dunklen Geheimnissen rund um das Kinderheim Bodengåden. Die Ermittlungen werden zusätzlich dadurch erschwert, dass kurz zuvor ein weiteres Mädchen aus dem Heim verschwunden ist.

Tina N. Martin gelingt es, mit authentischen Charakteren und einer vielschichtigen Erzählweise zu punkten. Besonders hervorzuheben ist die psychologische Ausarbeitung der Figuren, allen voran Elvira, deren Schicksal in Rückblenden und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet wird. Die Autorin versteht es, die Lesenden mit geschickt platzierten Wendungen und einer düsteren, beklemmenden Atmosphäre bis zum Schluss zu fesseln.

Obwohl "Schattenschwester" ein fiktiver Thriller ist, greift Martin ein reales und ernstes gesellschaftliches Problem auf: den Missbrauch und die Vernachlässigung von Kindern und Jugendlichen in Betreuungseinrichtungen. Die Autorin verweist im Nachwort darauf, dass sich auch die schwedische Regierung diesem Thema angenommen hat, was dem Roman zusätzliche Tiefe und Nachdenklichkeit verleiht.

Fazit:

"Schattenschwester" ist ein spannender, nachdenklich stimmender Thriller, der nicht nur durch einen packenden Plot, sondern auch durch gesellschaftliche Brisanz und psychologische Raffinesse überzeugt.

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Veröffentlicht am 15.05.2025

Bewegender Roman

Maikäferjahre
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"Maikäferjahre" von Sarah Höflich ist ein bewegender historischer Familienroman, der im Frühjahr 1945 einsetzt. Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Anni und Tristan, deren Lebenswege durch Krieg, Flucht ...

"Maikäferjahre" von Sarah Höflich ist ein bewegender historischer Familienroman, der im Frühjahr 1945 einsetzt. Im Mittelpunkt stehen die Zwillinge Anni und Tristan, deren Lebenswege durch Krieg, Flucht und gesellschaftliche Ausgrenzung geprägt sind. Anni flieht mit ihrer Tochter und dem halbjüdischen Geiger Adam aus dem zerstörten Dresden und muss sich in Tirol zwischen Liebe und Anpassung entscheiden. Ihr Bruder Tristan erlebt in englischer Kriegsgefangenschaft eine verbotene Liebe zur Krankenschwester Rosalie.Der Roman überzeugt durch einen flüssigen, mitreißenden Schreibstil und vielschichtige, authentische Charaktere. Die wechselnden Perspektiven und Rückblenden sorgen für Spannung und Tiefe. Besonders eindrucksvoll ist die Darstellung der emotionalen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Nachkriegszeit. 

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