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Veröffentlicht am 25.06.2017

Eine zu großen Teilen realitätsnahe, schöne Geschichte

Stell dir vor, dass ich dich liebe
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Prosopagnosie (oder 'Gesichtsblindheit') ist ein Thema, mit dem ich mich schon ausgiebig auseinander gesetzt, das ich jedoch noch in keinem Buch gesehen habe, Dementsprechend war ich begeistert, als ich ...

Prosopagnosie (oder 'Gesichtsblindheit') ist ein Thema, mit dem ich mich schon ausgiebig auseinander gesetzt, das ich jedoch noch in keinem Buch gesehen habe, Dementsprechend war ich begeistert, als ich gesehen habe, dass "Stell dir vor, dass ich dich liebe" sich damit befassen würde, und ich habe es mir direkt gekauft. Meiner Meinung nach ist die Autorin sehr gut damit umgegangen; in den Kapitel aus Jacks Sicht wird eindringlich dargestellt, wie es ist, niemanden zu erkennen und Gesichter nicht richtig wahrzunehmen, aber auch wie er sich damit fühlt, es vor anderen zu verbergen. Mir hat aber auch gefallen, dass es nicht als absolute Katastrophe dargestellt wurde - es ging einfach nur darum, dass Jack lernt, sich selbst zu akzeptieren und offen damit umzugehen, um sein Leben leben zu können. Das mochte ich sehr.

Auch Libbys Übergewicht wird nicht als etwas dargestellt, das sie ändern muss. Sie wird gemobbt und ihre Mitschüler akzeptieren sie nicht; es gibt ein paar erschreckende Szenen, die auch als furchtbar dargestellt und nicht herunter gespielt werden, aber obwohl es Libby nicht kalt lässt, ist sie auch nicht bereit, sich unterkriegen zu lassen. Sie gibt Kontra, sie ist ein starker, selbstbewusster Charakter, der langsam lernt, sich in ihrer Haut wohlzufühlen und erkennt, dass es nur darum geht, wie sie sich findet. Die Parallelen zwischen ihrer und Jacks Geschichte fand ich toll und ich finde auch die Botschaft, dass man sich selbst akzeptieren muss, wichtig.

Die Liebesbeziehung zwischen den beiden hat sich meiner Meinung nach realistisch entwickelt. Sie haben langsam Vertrauen aufgebaut, miteinander geredet und dann gemerkt, dass sie gerne Zeit miteinander verbringen und romantische Gefühle entwickeln. Es gab ein paar süße Momente, aber auch Szenen, in denen sie zusammen einfach Spaß haben und so konnte der Leser sehen, dass sie gut zusammen passen. Leider gab es dann noch ein paar Klischees, darunter Fehlkommunikationen und daraus resultierende Probleme, die mir weniger gefallen haben. Dafür war dann das Ende an sich schön und auch passend.

Insgesamt ist "Stell dir vor, dass ich dich liebe" trotz eines etwas schwächeren letzten Drittels ein schönes Buch. Mit den Themen 'Gesichtsblindheit' und 'Übergewicht' wurde toll umgegangen und die Charaktere sind alle gut ausgearbeitet. Gerade Libby ist unglaublich stark. Die Liebesgeschichte war ebenfalls gelungen, wobei ich auch den Fokus auf Selbstakzeptanz sehr mochte. Deshalb gibt es von mir 4 Sterne.

Veröffentlicht am 23.06.2017

Erneut packend und interessant

Arkadien-Reihe 3: Arkadien fällt
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In "Arkadien fällt" bekommt der Leser endlich Antworten auf all die Fragen, die der Autor in den ersten beiden Bänden aufgeworfen hat. Rosa und Alessandro kommen hinter einige Geheimnisse, müssen verstehen, ...

In "Arkadien fällt" bekommt der Leser endlich Antworten auf all die Fragen, die der Autor in den ersten beiden Bänden aufgeworfen hat. Rosa und Alessandro kommen hinter einige Geheimnisse, müssen verstehen, dass nicht alles so ist, wie sie gedacht haben und dass es Dinge gibt, die unmöglich zu sein scheinen.

Einen Großteil der Geschichte verbringen die beiden auf der Flucht, vor den eigenen Clans und auch der Polizei, da ihnen ein Verbrechen vorgeworfen wird. Zunächst war ich davon nicht unbedingt begeistert, da Verfolgungsjagden sehr eintönig werden können. Meyer ist es aber gelungen, die Spannung konstant aufrecht zu erhalten und auch andere Hindernisse für die Protagonisten einzubauen, sodass es nicht 'nur' ein Versteckspiel war. Außerdem ergab diese große Verschwörung durchaus Sinn, nicht nur, weil die Clans mit den jungen Anführern nicht einverstanden sind, sondern auch wegen der Rückkehr des Hungrigen Mannes, der einen ganz speziellen Plan verfolgt, in dem Rosa und Alessandro eine wichtige Rolle spielen.

Auch in diesem Band gibt es wieder einige Wendungen und man musste oft in Frage stellen, was nun die Wahrheit war und was nicht. Gut gefallen hat mir, dass die Protagonisten durch all die Probleme aneinander festhalten konnten und sie wirklich ein Team gebildet haben, das gemeinsam Prüfungen besteht. Ihre Beziehung wirkte so gefestigt und real. Die beiden mussten Entscheidungen treffen, mit denen viele überfordert wären und sie haben getan, was getan werden musste, ohne dabei gefühllos zu wirken.

Das Ende war passend (auch wenn es mir im ersten Moment ehrlich gesagt etwas zu abgedreht vorkam) und ich mochte, dass nicht jeder Punkt restlos aufgeklärt wurde, aber kein großer Handlungsstrang offen geblieben ist. Die Figuren blicken in die Zukunft, ihre Geschichte ist nicht beendet, aber für den Leser zufriedenstellend abgeschlossen. Es ist ein guter Abschluss für die Trilogie.

Veröffentlicht am 23.06.2017

Mehr als gelungene Fortsetzung

Arkadien-Reihe 2: Arkadien brennt
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Nachdem mich "Arkadien erwacht" trotz der Bewertung von 4 Sternen nicht hundertprozentig überzeugen konnte, war ich in Bezug auf den zweiten Band etwas skeptisch und nicht unbedingt motiviert, die Reihe ...

Nachdem mich "Arkadien erwacht" trotz der Bewertung von 4 Sternen nicht hundertprozentig überzeugen konnte, war ich in Bezug auf den zweiten Band etwas skeptisch und nicht unbedingt motiviert, die Reihe fortzusetzen. Nun habe ich "Arkadien brennt" aber gelesen - und es konnte mich von Anfang an fesseln und begeistern.

Die Geschichte ist spannend, durchgehend interessant und wendungsreich. Der Autor webt mehrere Handlungsstränge geschickt ineinander und liefert dabei einige Enthüllungen, die überr Nachdem mich "Arkadien erwacht" trotz der Bewertung von 4 Sternen nicht hundertprozentig überzeugen konnte, war ich in Bezug auf den zweiten Band etwas skeptisch und nicht unbedingt motiviert, die Reihe fortzusetzen. Nun habe ich "Arkadien brennt" aber gelesen - und es konnte mich von Anfang an fesseln und begeistern.

Die Geschichte ist spannend, durchgehend interessant und wendungsreich. Der Autor webt mehrere Handlungsstränge geschickt ineinander und liefert dabei einige Enthüllungen, die überraschend und absolut schockierend sind. Am Ende ist man nicht mehr sicher, wem Rosa wirklich vertrauen kann, was genau passiert und was die Motivationen der handelnden Personen sind. Dabei hat mir gefallen, dass die Charaktere wirklich so handeln, wie man es sich von Mafia-Angehörigen vorstellt. Sie sind skrupellos, haben andere moralische Vorstellungen und denken insgesamt vollkommen anders. Auch Rosa und Alessandro sind starke, durchaus berechnende und skrupellose Charaktere - und trotzdem sind sie sympathisch. Dem Autor ist die Balance gelungen. Die Liebesgeschichte der beiden war wieder schön dargestellt und ich mochte, dass sie miteinander geredet haben und es kein unnötiges konstruiertes Drama gab. Das kommt in Romanzen allgemein noch viel zu selten vor, gerade in Young Adult.

In diesem Band hat man einiges mehr über TABULA erfahren, aber alles ist immer noch ziemlich undurchschaubar. Sicher ist, dass es sehr ernstzunehmende Gegner sind, die Rosa und Alessandro gefährlich werden können. Die Bedrohung ist real und dazu gibt es noch andere potentielle Konfliktpunkte und offene Fragen, die mich sehr neugierig auf den letzten Band machen. Also werde ich ihn gleich lesen.

Veröffentlicht am 23.06.2017

Überraschend gut

Gut gegen Nordwind
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Ich war in Bezug auf "Gut gegen Nordwind" skeptisch. Nicht wegen des E-Mail-Formats ohne jegliche Narrative außerhalb der Korrespondenz (das hat problemlos funktioniert und ich habe zuvor schon verschiedene ...

Ich war in Bezug auf "Gut gegen Nordwind" skeptisch. Nicht wegen des E-Mail-Formats ohne jegliche Narrative außerhalb der Korrespondenz (das hat problemlos funktioniert und ich habe zuvor schon verschiedene gute Briefromane gelesen), sondern weil Emmi verheiratet ist und ich mir nicht vorstellen konnte, worauf die Geschichte hinauslaufen sollte. Würden die Mails im Sand verlaufen? Würden sie sich verlieben, einander treffen und eine Affäre beginnen? Eine ernsthafte Beziehung? Selbst während der Lektüre war ich mir nicht sicher, wie Glattauer das Buch beenden würde und mehr noch - ich war mir gar nicht sicher, was denn für mich das passende Ende wäre. Dass alles bleibt wie bisher oder dass Emmi ihren Mann verlässt und mit Leo ein neues Leben beginnt... beide Optionen schienen offen zu sein und ich war gespannt, welchen Weg der Autor gehen würde. Das Ende an sich war dann auch perfekt und ich bin mir gar nicht sicher, ob eine Fortsetzung für mich überhaupt nötig ist.

Das Buch an sich hat mir sehr gefallen. Das E-Mail-Format funktioniert und es war interessant, die Charaktere auf diese spezielle Art kennen zu lernen. Man bekommt nur verstreut Informationen, eben die, die sie ihrem Gesprächspartner übermitteln (wollen), und muss sich daraus ein eigenes Bild machen. Auch wie sich die Beziehung der beiden von einer Zufallsbekanntschaft hin zu mehr entwickelt war glaubwürdig dargestellt und die Gespräche zwischen ihnen waren unterhaltsam und überraschend tiefgründig - eine gute Mischung, die klar gezeigt hat, wie sich die Beziehung zwischen ihnen wandelt, ganz langsam und unmerklich. Der Autor konnte damit wirklich überzeugen.

Die Fortsetzung werde ich vermutlich der Vollständigkeit halber lesen, aber eigentlich ist "Gut gegen Nordwind" für mich so vollkommen in Ordnung und ich kann mir kein passenderes Ende vorstellen, obwohl es für die Charaktere alles andere als perfekt ist. Mal sehen, was Glattauer sich für die Zukunft ausgedacht hat.

Veröffentlicht am 23.06.2017

Spannendes, bewegendes Finale

Sternenstaub
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Mit "Sternenstaub" liefert die Autorin ein spannendes, bewegendes Finale ihrer "Sternen-Trilogie" ab. Nerezza ist zwar zu Beginn geschwächt, doch die Protagonisten müssen weiter auf der Hut sein und sie ...

Mit "Sternenstaub" liefert die Autorin ein spannendes, bewegendes Finale ihrer "Sternen-Trilogie" ab. Nerezza ist zwar zu Beginn geschwächt, doch die Protagonisten müssen weiter auf der Hut sein und sie bleibt eine ernst zu nehmende, gefährliche Gegnerin, die die sechs Charaktere - und vor allem Riley und Doyle, die in diesem Band die Hauptrolle spielen - in brenzlige Situationen bringen kann. Das hat mir gut gefallen; es gibt zwar viele ruhige Momente, in denen es um die verschiedenen Beziehungen geht, aber wenn es zu einer Konfrontation kam, war diese packend und gut geschrieben. Auch der Kampf am Ende war überzeugend, selbst wenn mir die Auflösung dann etwas zu schnell und fast schon zu leicht ging. Das wichtigste war ein zufriedenstellendes, passendes Ende und das hat die Autorin auf jeden Fall geschrieben. Man erfährt in diesem Band mehr über die Göttinnen und die Königin der Glasinsel, was ich sehr interessant fand.

Die Liebesgeschichte von Riley und Doyle steht, wie in den beiden Bänden zuvor, im Vergleich zu der Suche nach dem Stern und dem Kampf gegen Nerezza fast schon im Hintergrund. In diesem Buch hat es mich aber ein wenig gestört; Riley und Doyle sind beide sehr unabhängig und gerade er ist durch sein Leben als Unsterblicher in Bezug auf starke emotionale Bindungen vorsichtig, sodass ich mir mehr Szenen gewünscht hätten, in denen sie einander nahe kommen. Man sieht zwar gut, dass sie einander verstehen und sich vertrauen, die Chemie hat gestimmt und ich die Gefühle an sich waren überzeugend dargestellt, nur hätte ich gerne trotzdem etwas mehr gehabt. Davon abgesehen war die Entwicklung in diesem Buch überzeugend und ich mochte die beiden zusammen.

Das Ende war sehr befriedigend und obwohl man es als fast schon zu glatt bezeichnen könnte, hat es für mich gut zur Geschichte und zur Trilogie gepasst.