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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2016

Ganz gut, aber nicht überwältigend

Die Brüder Löwenherz
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Ich gehöre zu den wenigen Lesern, die von "Die Brüder Löwenherz" nicht vollständig begeistert ist. Beim ersten Versuch habe ich es abgebrochen; jetzt, Jahre später, habe ich es zu Ende gelesen und obwohl ...

Ich gehöre zu den wenigen Lesern, die von "Die Brüder Löwenherz" nicht vollständig begeistert ist. Beim ersten Versuch habe ich es abgebrochen; jetzt, Jahre später, habe ich es zu Ende gelesen und obwohl ich das Buch ganz gut fand, bin ich leider doch nicht überwältigt.

Wie immer bei Astrid Lindgrens Büchern ist die Geschichte sehr schön und anschaulich geschrieben. Schon zu Beginn ist das Buch berührend und emotional, aber es gibt nicht nur nachdenklich machende, sondern schöne, friedliche und durchaus auch unterhaltsame Momente, sodass die Lektüre für mich sehr angenehm war, und auch die Illustrationen sind wirklich toll. Nangijala ist toll beschrieben und faszinierend, Krümel und Jonathan sind sympathische Charaktere und das Abenteuer, das sie erleben, ist interessant. Auch mit dem Thema Tod wurde meiner Meinung nach gut umgegangen und die Vorstellung eines Lebens danach, in dem alles friedlich ist, ist schön und wichtig. Es zeigt, dass es weiter gehen (kann) und ist so bestimmt gut für Kinder geeignet, da die Konfrontation mit dem Tod unvermeidlich ist und man so sieht, dass es ein friedliches Jenseits gibt und man sich nicht fürchten sollte, aber... mein Problem war, dass mir die Mutter der beiden Jungen von Anfang an so unglaublich leid getan hat. Selbst wenn die beiden nun in einer Art Paradies sind, sie hat ihre beiden Kinder so kurz nacheinander verloren und das hat mich die ganze Zeit belastet, auch wenn ich weiß, dass das den meisten Lesern nicht so geht und es auch nicht die Botschaft hinter der Geschichte ist.

Davon abgesehen hat mir das Buch aber gefallen und die Geschichte ist wirklich schön geschrieben und geht gut mit dem Thema um, sodass ich 4 Sterne vergeben wollte. Da mir aber auch das Ende nicht wirklich gefallen hat (obwohl ich Aspekte davon hatte kommen sehen), gibt es 'nur' 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 18.10.2016

Guter Krimi

Hengste, Henker, Herbstlaub
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"Hengste, Henker, Herbstlaub" ist der vierte Band der Steif und Kantig-Krimis, aber der erste der Reihe, den ich gelesen habe. Dennoch hatte ich keine Probleme, der Handlung zu folgen - die Familienverhältnisse ...

"Hengste, Henker, Herbstlaub" ist der vierte Band der Steif und Kantig-Krimis, aber der erste der Reihe, den ich gelesen habe. Dennoch hatte ich keine Probleme, der Handlung zu folgen - die Familienverhältnisse waren am Anfang ein bisschen undurchsichtig, aber die Geschichte an sich ist in sich geschlossen und lässt sich somit auch für Quereinsteiger gut lesen.

Die Handlung passt sehr gut zur Jahreszeit, denn sie spielt im Herbst und gerade am Anfang wird auch eine sehr herbstliche Stimmung aufgebaut, da die Charaktere dauernd über Pilze sprechen und sie sammeln und auch eine der Toten durch eine Pilzvergiftung ums Leben gekommen ist. Auch ansonsten ist die Atmosphäre gut - es ist eine stimmige Mischung aus Krimi und Humor, wobei letzteres vor allem durch die beiden 'Ermittlerinnen' (Schnüfflerinnen trifft es wohl eher) zustande kommt - Steif und Kantig sind etwas schrullige, aber (die meiste Zeit) sympathische Damen, die sich wie so viele Schwestern gerne kabbeln und die durch ihre Eigenarten und Macken sehr menschlich und greifbar wirken. Es gab ein paar Szenen, in denen mich die kleinen Streitereien genervt haben, aber es hat sich zum Glück auch immer schnell gelegt.
Gut gefallen hat mir, dass die beiden nicht alles alleine aufklären, sondern dass auch die Polizei eine Rolle spielt. Wie die beiden an ihre Informationen gekommen sind, fand ich ziemlich realistisch, auch wenn ihnen natürlich auch oft der Zufall zu Hilfe gekommen ist, aber kombiniert haben sie selbst und das ziemlich gut. Für mich war der Täter recht schnell offensichtlich, aber das genaue Motiv und die Tatumstände wurden erst spät aufgeklärt und dieser Teil der Auflösung war für mich doch überraschend, aber überzeugend und passend. Generell war der Fall gut aufgebaut und es war interessant zu überlegen, wie alles zusammenhängt und was die Verbindung zwischen den beiden Toten sein könnte, und ich fand gut, dass auch scheinbar belanglose Szenen später noch bedeutsam waren.

"Hengste, Henker, Herbstlaub" hat mir insgesamt gut gefallen und die anderen Bände der Reihe werde ich bei Gelegenheit auf jeden Fall lesen. Von mir gibt es 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 17.10.2016

Besser als Band 1

Dream Guardians - Begehren
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"Begehren" hat mir besser gefallen als der erste Band... hauptsächlich, weil viel mehr passierte und die übergreifende Handlung mit der Bedrohung durch die Ältesten eine größere Rolle spielte. Dadurch ...

"Begehren" hat mir besser gefallen als der erste Band... hauptsächlich, weil viel mehr passierte und die übergreifende Handlung mit der Bedrohung durch die Ältesten eine größere Rolle spielte. Dadurch gab es auch nicht, wie im ersten Band, ein Übermaß an Sex gab. Klar, Connor und Stacey schlafen oft miteinander, aber ich hatte den Eindruck, als sei es im Verhältnis zurückgeschraubt worden, sodass der Fokus auch mehr auf der Entwicklung der romantischen Gefühle liegt. Sie verlieben sich zwar immer noch sehr schnell ineinander, was in dieser Schnelligkeit auf jeden Fall unrealistisch ist, aber davon abgesehen war die Darstellung war für mich doch recht glaubwürdig. Bei Lyssa und Aidan schien mir die Beziehung stellenweise nur auf körperlichen Gelüsten zu basieren, da die Romanze an sich mich nicht überzeugen konnte; in diesem Buch war es anders und auch Lyssas und Aidans Liebe war für mich hier besser dargestellt (und mir hat sehr gut gefallen, dass sie noch eine wichtige Rolle spielten).
Besonders interessant war für mich aber die Geschichte um die Träumer, die Ältesten und die geheimnisvollen Pläne, die sie verfolgen. Wie gesagt passiert hier einiges und der Konflikt spielt auf jeden Fall eine große Rolle, was ich gut fand, vor allem, als es dramatisch(er) wurde. Dieser Band hat einiges enthüllt, aber viel ist immer noch unklar und es ist schade, dass die Reihe im Moment auf Eis liegt. Ich hätte gerne gewusst, wie es weiter geht und ob die Protagonisten die Bedrohung bezwingen können... aber vielleicht erscheint der nächste Teil irgendwann.
Dieser bekommt von mir 3,5/5 Sternen.

Veröffentlicht am 15.10.2016

Märchenhaft

Die silberne Königin
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Ich war schon sehr auf „Die silberne Königin“ gespannt; auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das wunderschöne Cover und die Inhaltsangabe hat mich auch neugierig gemacht. Deshalb habe ich mich ...

Ich war schon sehr auf „Die silberne Königin“ gespannt; auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das wunderschöne Cover und die Inhaltsangabe hat mich auch neugierig gemacht. Deshalb habe ich mich sehr über die Gelegenheit gefreut, das Buch vorab zu lesen - und es hat mir sehr gefallen.

Von Anfang an ist die Geschichte sehr fesselnd. Zwar ist es ein eher ruhiges Buch, aber die Autorin schafft es mühelos, den Leser in die Welt voll Eis und Schnee hineinzuziehen. Die Beschreibungen sind sehr gut und die ganze Atmosphäre ist beinahe greifbar. Dazu kommt noch, dass die Geschichte etwas Märchenhaftes an sich hat, das mir gut gefallen hat; gerade die Szenen, in denen tatsächlich Märchen erzählt werden, habe ich gemocht, da man sich leicht vorstellen konnte, vor einem Feuer zu sitzen und die Geschichte vorgelesen zu bekommen. Außerdem habe ich mich natürlich gefragt, wie das Märchen von der silbernen Königin mit Emmas Leben zusammenhängt und es hat Spaß gemacht, Theorien aufzustellen, auch wenn ich letztendlich danebenlag. Aber auch die eigentliche Handlung ist geheimnisvoll und märchenhaft, was das Buch zu einem schönen Leseerlebnis macht. Es gibt ein paar Parallelen zu bekannten Märchen und auch ein paar typische Motive, aber davon abgesehen war die Geschichte für mich neu und interessant. Ich konnte wirklich in die Welt eintauchen und mit den Figuren mitleben.
Es gab ein paar Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte und die Handlung hat sich auch in eine Richtung entwickelt, die mich überrascht hat. Es gab ein paar Enthüllungen und Ereignisse, die mir auf den ersten Blick nicht zugesagt haben und vom letzten Drittel war ich nicht mehr so sehr begeistert wie vom Anfang, aber am Ende ist alles schön zusammengelaufen und der Ausgang hat mir gefallen.

Die Charaktere selbst sind recht gut ausgearbeitet, vor allem Emma. Sie ist eine tolle Protagonistin - selbstlos, mutig, klug und mit einem großen Herzen, aber nicht auf den Mund gefallen und nicht so leicht klein zu kriegen. Es war interessant zu sehen, wie sie sich langsam verändert hat und wie sie an den Aufgaben reifte, die das Leben ihr gestellt hat. Die Nebenfiguren sind stellenweise ein wenig zu kurz gekommen, gerade später, als eine neue Person viel Raum in Emmas Leben einnimmt, aber sie waren liebenswert und sympathisch. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren.

FAZIT
„Die silberne Königin“ ist eine gute, wunderbar geschriebene Geschichte. Auch wenn es ein paar Entwicklungen gab, die mir nicht gefallen haben, und die Handlung letztlich anders war, als ich erwartet hatte, kann ich das Buch insgesamt doch empfehlen. Es hat mir ein paar schöne Lesestunden beschert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Atmosphäre
  • Figuren
  • Gefühl
  • Handlung
Veröffentlicht am 15.10.2016

Schwieriger Einstieg, danach aber gut

Die Herren der Grünen Insel
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Ich hatte zu Beginn einige Probleme mit dem Buch - nicht aufgrund der vielen Hauptfiguren mit eher ungewöhnlichen Namen (ich konnte sie recht schnell ganz gut zuordnen) oder den unterschiedlichen Schauplätzen ...

Ich hatte zu Beginn einige Probleme mit dem Buch - nicht aufgrund der vielen Hauptfiguren mit eher ungewöhnlichen Namen (ich konnte sie recht schnell ganz gut zuordnen) oder den unterschiedlichen Schauplätzen und Handlungssträngen, sondern weil die Geschichte mich nicht wirklich packen konnte. Mir kam alles sehr zäh und unnötig detailliert geschildert vor und außerdem war mir nur eine der Figuren wirklich sympathisch, was es schwer gemacht hat, mit den anderen mitzufühlen oder mich auch nur um ihr Schicksal zu kümmern. Ich habe, was für mich ungewöhnlich ist, ziemlich lange Lesepausen eingelegt, weil ich auch nicht wirklich Lust hatte, weiterzulesen. Nach ungefähr dem ersten Drittel aber hat das Buch mir doch gefallen, vielleicht, weil ich das Gefühl hatte, dass die Geschichte ab da mehr Fahrt aufnahm. Es gab zwar immer noch Kapitel, die mich weniger interessiert haben (gerade die von Aiofe und Pól, aber auch Caitlin fand ich nach einem gewissen Punkt eher uninteressant), aber im Großen und Ganzen waren die letzten beiden Drittel des Buches gut.

Die Autorin hat sehr gut recherchiert und das merkt man; die ganze Darstellung wirkt bis ins kleinste Detail authentisch und man erfährt sehr viel über das Leben zur damaligen Zeit und den Umständen. Im Nachwort schreibt sie, dass sie beleuchten wollte, wie große (politische) Ereignisse das Leben des 'kleinen Mannes' beeinflussen und das ist ihr auf jeden Fall gelungen - man bekommt viele Einblicke in das Leben verschiedenster Menschen und sieht, wie sie unter dem Krieg und den daraus resultierenden Umständen leiden. Das war sehr interessant und war letztlich auch, was das Buch nach dem schweren Einstieg für mich 'gerettet' hat.
Gut gefallen hat mir auch, dass eigentlich jeder Charakter irgendeine große, gravierende Schwäche hatte und dass sie auch egoistisch oder anderweitig schlecht handeln. Dadurch waren mir nur wenige von ihnen wirklich sympathisch, aber es ist realistisch und macht die Figuren greifbarer. Außerdem zeigt es wieder gut, was schwierige Umstände aus Menschen machen können.

Am Ende bleibt das Schicksal einiger Figuren ja doch recht offen, weshalb ich mir den geplanten zweiten Band vermutlich auch besorgen werde. Dieses Buch bekommt von mir 3,5/5 Sternen. Das erste Drittel war anstrengend zu lesen, aber das Durchhalten hat sich gelohnt, da der Rest mir gefallen hat und "Die Herren der Grünen Insel" einen interessanten Einblick in die irische Geschichte gibt.