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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.03.2026

Eine starke Frau zwischen Blumen und Baustelle

Schwebende Lasten
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Schon das Cover von Schwebende Lasten gefällt mir sehr gut. Es wirkt ruhig und gleichzeitig symbolisch und passt damit perfekt zur Geschichte – zu Hannas Leben zwischen der Zartheit der Blumen und den ...

Schon das Cover von Schwebende Lasten gefällt mir sehr gut. Es wirkt ruhig und gleichzeitig symbolisch und passt damit perfekt zur Geschichte – zu Hannas Leben zwischen der Zartheit der Blumen und den schweren Lasten, die sie im Laufe ihres Lebens tragen muss.
Für mich hat das Buch von Annett Gröschner ganz klar fünf Sterne verdient. Die Geschichte von Hanna Krause hat mich schnell gepackt und oft vergessen lassen, dass sie eine fiktive Figur ist. Ihr Leben – geprägt von Armut, Krieg, Verlust und harter Arbeit – steht stellvertretend für viele Frauen des 20. Jahrhunderts, die still unglaublich viel durchgehalten haben. Besonders beeindruckt hat mich Hannas Stärke und ihr Pragmatismus: Sie jammert nicht lange, sondern macht weiter – ob als Blumenbinderin oder später sogar als Kranführerin trotz Höhenangst.
Der Schreibstil ist klar, flüssig und ohne unnötigen Schnickschnack, wodurch sich das Buch sehr angenehm lesen lässt. Gleichzeitig erfährt man viel über die Zeit, in der Hanna lebt. Insgesamt ein sehr berührendes und absolut empfehlenswertes Buch, das ich gerne weiterempfehle. ⭐⭐⭐⭐⭐

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Veröffentlicht am 24.02.2026

wenn alles wankt

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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Als Scheidungskind habe ich oft nur von außen zugesehen – aber dieses Buch hat mir gezeigt, wie viel Schmerz, Verzweiflung und Wut in den Menschen wohnen können, die wir lieben. Es macht greifbar, wie ...

Als Scheidungskind habe ich oft nur von außen zugesehen – aber dieses Buch hat mir gezeigt, wie viel Schmerz, Verzweiflung und Wut in den Menschen wohnen können, die wir lieben. Es macht greifbar, wie ein einziger Satz das ganze Leben erschüttern kann.
Erika und Jan sind seit Jahrzehnten ein Paar: sie haben zusammen gelebt, gestritten, geliebt, einen Sohn großgezogen. Doch Nähe gibt es längst nicht mehr – zumindest nicht zwischen ihnen. Während eines Urlaubs in Triest sagt Jan diesen einen Satz: er gesteht Erika, dass er eine Affäre mit einer jüngeren Frau hat. Ihre jahrzehntelange Ehe gerät ins Wanken.
Beide sind über sechzig. Jan hat schon lange das Interesse an körperlicher Nähe verloren, während Erikas Begehren nie verschwunden ist. Was zunächst wie der späte Paukenschlag einer müde gewordenen Beziehung wirkt, entwickelt sich zu einer intensiven Reise in Erikas Inneres – durch Wut, Kränkung, Eifersucht und existenzielle Fragen.
Erika stürzt von einer Gedankenspirale in die nächste, entfacht Rachefantasien und Zweifel an sich selbst. Der Roman bleibt dicht an ihrer Perspektive: Man sitzt mit ihr im Restaurant, spürt ihre beklemmende Hilflosigkeit, ihre verzweifelten Gedanken und das brennende Bedürfnis, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.
Auf eindrucksvolle Weise thematisiert das Buch Sexualität, Begehren und Körperlichkeit im Alter sowie die Frage nach Selbstwert und Identität. Ein unbequemer, ehrlicher Roman über Liebe, Verletzlichkeit und das, was Menschen in Jahrzehnten einer Beziehung wirklich bewegt – ein Buch, das berührt und manchmal richtig wehtut.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Nicht allein

Sternenkindermappe
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Als wir unsere Tochter verloren, hörte die Welt auf, sich weiterzudrehen. Alles, was eben noch selbstverständlich war, zerbrach in einem einzigen Moment. Wir wussten nicht mehr, wo oben und unten ist, ...

Als wir unsere Tochter verloren, hörte die Welt auf, sich weiterzudrehen. Alles, was eben noch selbstverständlich war, zerbrach in einem einzigen Moment. Wir wussten nicht mehr, wo oben und unten ist, wie man atmet, wie man den nächsten Tag übersteht. Die Zukunft, die eben noch voller Farben, Pläne und leiser Vorfreude gewesen war, wurde plötzlich still und grau. Und mit ihr wurden auch wir still.
Inmitten dieses unfassbaren Schmerzes hatten wir – so paradox es klingt – ein kleines Stück Glück: eine wunderbare Hebamme, die uns nicht allein ließ. Sie machte uns auf Hilfsstellen und Stiftungen aufmerksam. Erst in den Betreuungsstunden dort lernten wir langsam, unserer Trauer Raum zu geben. Wir lernten, dass wir nicht „funktionieren“ müssen. Dass Tränen nicht schwach sind. Dass Trauer kein Zustand ist, den man überwinden muss – sondern ein Ausdruck von Liebe ist. Und dass sie da sein darf.

Der Verlust eines Kindes, eines Sternenkindes, ist ein Thema, über das noch immer viel zu wenig gesprochen wird. Es ist ein Schmerz, für den es kaum Worte gibt – und doch wird oft geschwiegen. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Unsicherheit. Viele Menschen in unserem Umfeld wollten helfen, wollten trösten, wollten da sein – und wussten nicht wie. Aus Angst, etwas Falsches zu sagen, sagten sie manchmal nichts. Und dieses Schweigen kann zusätzlich weh tun.

Genau hier setzt die Sternenkindermappe an – und genau deshalb hat sie mich so tief berührt. Sie richtet sich nicht nur an betroffene Eltern, sondern auch an Angehörige, Freund:innen und Wegbegleitende. Sie schenkt Worte, wo Sprachlosigkeit herrscht. Sie gibt Halt, wo der Boden unter den Füßen fehlt. Sie erklärt, sensibilisiert und ermutigt – einfühlsam und respektvoll.

Man spürt auf jeder einzelnen Seite, wie viel Herzblut, Mitgefühl und echte Erfahrung in dieser Mappe stecken. Sie ist nicht einfach ein Ratgeber. Sie ist eine Brücke – zwischen Trauernden und ihrem Umfeld. Sie ist ein leiser Begleiter durch dunkle Tage. Und sie trägt dazu bei, das Schweigen zu brechen, das so viele Eltern umgibt, die sich von ihrem Kind verabschieden mussten.

Für mich ist dieses Buch nicht nur hilfreich, sondern zutiefst wertvoll. Es schenkt Verständnis, Mut und ein Stück Verbundenheit in einer Zeit, in der man sich oft unendlich allein fühlt. Eine klare, von Herzen kommende Empfehlung – für alle, die selbst betroffen sind, und für alle, die lernen möchten, wie man Trauer liebevoll und achtsam begegnet.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Gartenliebe

Gemüsepower
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Ich kannte Lucia Schauerhammer bereits über Instagram unter dem Account @dorfgarten, dem ich schon länger folge. Ihre Tipps haben mich bisher immer überzeugt, weshalb ich besonders gespannt auf ihr Buch ...

Ich kannte Lucia Schauerhammer bereits über Instagram unter dem Account @dorfgarten, dem ich schon länger folge. Ihre Tipps haben mich bisher immer überzeugt, weshalb ich besonders gespannt auf ihr Buch war.
Das Buch beginnt mit einem sehr übersichtlichen Inhaltsverzeichnis, sodass man sofort erkennt, wie klar strukturiert es aufgebaut ist. Besonders gefällt mir, dass die Anzucht nach Monaten gegliedert ist und jeder Schritt nachvollziehbar erklärt wird. Man merkt deutlich, wie viel Mühe und Liebe zum Detail in diesem Buch steckt und mit welcher Leidenschaft die Autorin ihrem Handwerk nachgeht.
Allerdings ist mir aufgefallen, dass die sehr großen Bilder teilweise viel Platz einnehmen. Dadurch hätte ich mir an manchen Stellen mehr erklärenden Text gewünscht – vor allem für Einsteiger. Da ich selbst kaum Erfahrung mit dem Gemüseanbau habe, empfand ich die ersten Seiten stellenweise als etwas überfordernd. Außerdem hätten mir Vergleiche oder Alternativen für Balkone und Terrassen gut gefallen, da nicht jeder die Möglichkeit hat, ein ganzes Beet anzulegen.
Zusammengefasst ist es ein sehr ansprechend gestaltetes Buch, das mit viel Liebe und Sorgfalt einen wunderbaren Einblick in Natur und Landwirtschaft gibt – für absolute Einsteiger ist es jedoch nur bedingt geeignet.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Stärken statt Schwächen

Dein ADHS Buddy
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Das Cover des Buches hat sofort mein Interesse geweckt. Besonders gefällt mir, dass das Thema ADHS klar im Vordergrund steht, dabei aber durch die gemütliche und freundliche Gestaltung nicht abschreckend ...

Das Cover des Buches hat sofort mein Interesse geweckt. Besonders gefällt mir, dass das Thema ADHS klar im Vordergrund steht, dabei aber durch die gemütliche und freundliche Gestaltung nicht abschreckend wirkt. Im Gegenteil: Es vermittelt direkt das Gefühl, sich gerne und offen mit dem Workbook beschäftigen zu wollen.
Doch nicht nur das Cover überzeugt – auch der Inhalt hat mich sehr angesprochen. Da ich in meinem Freundeskreis Menschen mit ADHS kenne, liegt mir dieses Thema besonders am Herzen. Das Buch hilft mir dabei, meine Freunde besser zu verstehen und gleichzeitig zu erkennen, welche Chancen darin liegen, die Besonderheiten eines neurodivergenten Gehirns gezielt zu nutzen.
Besonders hervorheben möchte ich, wie es dem Autorin gelingt, komplexe Themen verständlich und zugänglich zu erklären – angefangen bei der Definition von ADHS bis hin zu den Grundlagen des Nervensystems. Auch die Übungen finde ich großartig. Mit dem Thema Unterstimulation hatte ich mich zuvor noch kaum beschäftigt, und es war sehr spannend, meine eigenen Gefühle in Bezug auf Langeweile und Überforderung bewusst wahrzunehmen und aufzuschreiben.
Insgesamt kann ich dieses Buch allen empfehlen, die sich Schritt für Schritt auf eine verständliche und einfühlsame Weise mit ADHS auseinandersetzen möchten – ebenso wie jenen, die effektives Selbstmanagement erlernen wollen. Der Planer ist liebevoll gestaltet, und man spürt deutlich die Mühe und Sorgfalt, die in dieses Workbook geflossen sind.

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