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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.02.2026

Nicht allein

Sternenkindermappe
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Als wir unsere Tochter verloren, hörte die Welt auf, sich weiterzudrehen. Alles, was eben noch selbstverständlich war, zerbrach in einem einzigen Moment. Wir wussten nicht mehr, wo oben und unten ist, ...

Als wir unsere Tochter verloren, hörte die Welt auf, sich weiterzudrehen. Alles, was eben noch selbstverständlich war, zerbrach in einem einzigen Moment. Wir wussten nicht mehr, wo oben und unten ist, wie man atmet, wie man den nächsten Tag übersteht. Die Zukunft, die eben noch voller Farben, Pläne und leiser Vorfreude gewesen war, wurde plötzlich still und grau. Und mit ihr wurden auch wir still.
Inmitten dieses unfassbaren Schmerzes hatten wir – so paradox es klingt – ein kleines Stück Glück: eine wunderbare Hebamme, die uns nicht allein ließ. Sie machte uns auf Hilfsstellen und Stiftungen aufmerksam. Erst in den Betreuungsstunden dort lernten wir langsam, unserer Trauer Raum zu geben. Wir lernten, dass wir nicht „funktionieren“ müssen. Dass Tränen nicht schwach sind. Dass Trauer kein Zustand ist, den man überwinden muss – sondern ein Ausdruck von Liebe ist. Und dass sie da sein darf.

Der Verlust eines Kindes, eines Sternenkindes, ist ein Thema, über das noch immer viel zu wenig gesprochen wird. Es ist ein Schmerz, für den es kaum Worte gibt – und doch wird oft geschwiegen. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern aus Unsicherheit. Viele Menschen in unserem Umfeld wollten helfen, wollten trösten, wollten da sein – und wussten nicht wie. Aus Angst, etwas Falsches zu sagen, sagten sie manchmal nichts. Und dieses Schweigen kann zusätzlich weh tun.

Genau hier setzt die Sternenkindermappe an – und genau deshalb hat sie mich so tief berührt. Sie richtet sich nicht nur an betroffene Eltern, sondern auch an Angehörige, Freund:innen und Wegbegleitende. Sie schenkt Worte, wo Sprachlosigkeit herrscht. Sie gibt Halt, wo der Boden unter den Füßen fehlt. Sie erklärt, sensibilisiert und ermutigt – einfühlsam und respektvoll.

Man spürt auf jeder einzelnen Seite, wie viel Herzblut, Mitgefühl und echte Erfahrung in dieser Mappe stecken. Sie ist nicht einfach ein Ratgeber. Sie ist eine Brücke – zwischen Trauernden und ihrem Umfeld. Sie ist ein leiser Begleiter durch dunkle Tage. Und sie trägt dazu bei, das Schweigen zu brechen, das so viele Eltern umgibt, die sich von ihrem Kind verabschieden mussten.

Für mich ist dieses Buch nicht nur hilfreich, sondern zutiefst wertvoll. Es schenkt Verständnis, Mut und ein Stück Verbundenheit in einer Zeit, in der man sich oft unendlich allein fühlt. Eine klare, von Herzen kommende Empfehlung – für alle, die selbst betroffen sind, und für alle, die lernen möchten, wie man Trauer liebevoll und achtsam begegnet.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Gartenliebe

Gemüsepower
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Ich kannte Lucia Schauerhammer bereits über Instagram unter dem Account @dorfgarten, dem ich schon länger folge. Ihre Tipps haben mich bisher immer überzeugt, weshalb ich besonders gespannt auf ihr Buch ...

Ich kannte Lucia Schauerhammer bereits über Instagram unter dem Account @dorfgarten, dem ich schon länger folge. Ihre Tipps haben mich bisher immer überzeugt, weshalb ich besonders gespannt auf ihr Buch war.
Das Buch beginnt mit einem sehr übersichtlichen Inhaltsverzeichnis, sodass man sofort erkennt, wie klar strukturiert es aufgebaut ist. Besonders gefällt mir, dass die Anzucht nach Monaten gegliedert ist und jeder Schritt nachvollziehbar erklärt wird. Man merkt deutlich, wie viel Mühe und Liebe zum Detail in diesem Buch steckt und mit welcher Leidenschaft die Autorin ihrem Handwerk nachgeht.
Allerdings ist mir aufgefallen, dass die sehr großen Bilder teilweise viel Platz einnehmen. Dadurch hätte ich mir an manchen Stellen mehr erklärenden Text gewünscht – vor allem für Einsteiger. Da ich selbst kaum Erfahrung mit dem Gemüseanbau habe, empfand ich die ersten Seiten stellenweise als etwas überfordernd. Außerdem hätten mir Vergleiche oder Alternativen für Balkone und Terrassen gut gefallen, da nicht jeder die Möglichkeit hat, ein ganzes Beet anzulegen.
Zusammengefasst ist es ein sehr ansprechend gestaltetes Buch, das mit viel Liebe und Sorgfalt einen wunderbaren Einblick in Natur und Landwirtschaft gibt – für absolute Einsteiger ist es jedoch nur bedingt geeignet.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Stärken statt Schwächen

Dein ADHS Buddy
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Das Cover des Buches hat sofort mein Interesse geweckt. Besonders gefällt mir, dass das Thema ADHS klar im Vordergrund steht, dabei aber durch die gemütliche und freundliche Gestaltung nicht abschreckend ...

Das Cover des Buches hat sofort mein Interesse geweckt. Besonders gefällt mir, dass das Thema ADHS klar im Vordergrund steht, dabei aber durch die gemütliche und freundliche Gestaltung nicht abschreckend wirkt. Im Gegenteil: Es vermittelt direkt das Gefühl, sich gerne und offen mit dem Workbook beschäftigen zu wollen.
Doch nicht nur das Cover überzeugt – auch der Inhalt hat mich sehr angesprochen. Da ich in meinem Freundeskreis Menschen mit ADHS kenne, liegt mir dieses Thema besonders am Herzen. Das Buch hilft mir dabei, meine Freunde besser zu verstehen und gleichzeitig zu erkennen, welche Chancen darin liegen, die Besonderheiten eines neurodivergenten Gehirns gezielt zu nutzen.
Besonders hervorheben möchte ich, wie es dem Autorin gelingt, komplexe Themen verständlich und zugänglich zu erklären – angefangen bei der Definition von ADHS bis hin zu den Grundlagen des Nervensystems. Auch die Übungen finde ich großartig. Mit dem Thema Unterstimulation hatte ich mich zuvor noch kaum beschäftigt, und es war sehr spannend, meine eigenen Gefühle in Bezug auf Langeweile und Überforderung bewusst wahrzunehmen und aufzuschreiben.
Insgesamt kann ich dieses Buch allen empfehlen, die sich Schritt für Schritt auf eine verständliche und einfühlsame Weise mit ADHS auseinandersetzen möchten – ebenso wie jenen, die effektives Selbstmanagement erlernen wollen. Der Planer ist liebevoll gestaltet, und man spürt deutlich die Mühe und Sorgfalt, die in dieses Workbook geflossen sind.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Hör auf deinen Körper

Die Stimme unseres Körpers
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Prof. Dr. Ingo Froböse kannte ich bereits vom Hören und Sehen aus meiner Zeit als Studentin an der Sporthochschule Köln. Umso gespannter war ich auf sein Buch und darauf, ob es tatsächlich so gut geschrieben ...


Prof. Dr. Ingo Froböse kannte ich bereits vom Hören und Sehen aus meiner Zeit als Studentin an der Sporthochschule Köln. Umso gespannter war ich auf sein Buch und darauf, ob es tatsächlich so gut geschrieben ist, wie man es ihm oft nachsagt.
Umso überraschter war ich über den lockeren und zugleich sehr verständlichen Schreibstil. Nach der Inhaltsangabe hatte ich ein eher anspruchsvolles Buch erwartet, das höchste Konzentration beim Lesen erfordert. Das Gegenteil war jedoch der Fall. Die Inhalte sind klar, anschaulich und gut nachvollziehbar erklärt. Besonders gefallen haben mir die vielen leicht verständlichen Beispiele sowie die anschaulichen Gegenüberstellungen, die bereits im ersten Kapitel mit den Begriffen Homöostase und Allostase beginnen.
Doch nicht nur der Schreibstil hat mich überzeugt, sondern vor allem die zentrale Botschaft des Buches: Wir hören viel zu selten auf die Signale unseres Körpers. Würden wir diese bewusster wahrnehmen, könnten wir viele Krankheiten besser verstehen oder ihnen sogar vorbeugen. Der Körper trifft Entscheidungen, die nicht im Widerspruch zu seinen Bedürfnissen oder zu unseren tiefen inneren Überzeugungen stehen – genau das hält uns gesund. Die Erfüllung körperlicher Bedürfnisse und innerer Überzeugungen bildet die Grundlage für ein zufriedenes und vitales Leben. Und genau das ist es doch, was wir alle anstreben.
Ich kann dieses Buch von Herzen weiterempfehlen. Es war mir eine große Freude, es zu lesen.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Unbeschreiblich schön

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen
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Die Autorin Lisa Ridzén kannte ich bisher nicht. Aber der Titel und das Cover von „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ hat sofort mein Interesse geweckt. Auf dem Cover sieht man einen Mann mit einem ...



Die Autorin Lisa Ridzén kannte ich bisher nicht. Aber der Titel und das Cover von „Wenn die Kraniche nach Süden ziehen“ hat sofort mein Interesse geweckt. Auf dem Cover sieht man einen Mann mit einem Hund, der den Hauptprotagonisten Bo widerspiegeln soll. Meiner Meinung nach ist das Cover (vor allem wenn man das Buch durchgelesen hat) sehr passend und emotional ergreifend gestaltet worden.
Zur Handlung: Bo lebt mit seinem Hund Sixxten alleine in seinem Haus, nachdem seine demenzkranke Frau in ein Heim ziehen muss. Die Autorin zieht die Themen Familie, Freundschaft, Sehnsucht und das Älter werden in den Vordergrund. Dabei verwendet sie einen Schreibstil, der einen denken lässt die Geschichte selber zu erleben. Der Schreibstil regt zum nachdenken an und hallt nach. An vielen Stellen des Buches musste ich schlucken, weil sie so aufrichtig und emotional beschrieben wurden. Bo durchläuft eine Phase des Verlustes durch seine Frau und seinem Hund Sixxten, der an eine Familie abgegeben wurde, weil dies sein Sohn Hans aufgrund seiner körperlichen Verfassung so entschieden hat. Nach und nach lässt Bos Körper aufgrund seines Alters nach und er erkennt, dass er nicht mehr lange zu leben hat - und das Leben so auch nicht mehr leben möchte. Nicht nur seine Frau und sein Hund fehlen ihm, er verliert auch noch seinen besten und einzigen Freund Tude.
Ganz besonders emotional fand ich die Beschreibung des Sterbens - wann Bo sich seinen Zeitpunkt ausgesucht hat.
Ungerne möchte ich das Schönste am Buch verraten, aber: der letzte Satz auf Seite 379 ist bisher die schönste Pointe die ich je gelesen habe.
Wirklich ein tolles Buch, was ich nur empfehlen kann.

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