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Veröffentlicht am 19.09.2024

Von Schrecken, Spuck und Geheimzimmern

Die Jagd nach dem magischen Detektivkoffer, Band 7 - Das verflixt verfluchte Geisterhaus
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Die Zwillinge Marie und Lukas bekommen von ihrer Oma einen Brief und einen seltsamen Koffer. Dieser enthält magische Gegenstände, hinter denen die Ganoven Theodor Topf und Doris Deckel her sind. Seit die ...

Die Zwillinge Marie und Lukas bekommen von ihrer Oma einen Brief und einen seltsamen Koffer. Dieser enthält magische Gegenstände, hinter denen die Ganoven Theodor Topf und Doris Deckel her sind. Seit die Zwillinge den Koffer besitzen tauchen die beiden immer wieder auf und versuchen diesen zu stehlen. Doch dieses mal gelingt es den beiden, Marie und Lukas müssen ihren Koffer wiederholen. Doch nicht genug, dass die fiesen Ganoven diesen gestohlen haben, die Spur der beiden führt ausgerechnet in das verflixt, verfluchte Geisterhaus. Mit schlotternden Knien und ohne ihre magischen Hilfsmittel machen sich die beiden gemeinsam mit ihren tierischen Begleitern auf die Verfolgungsjagd.

Der frisch erschienene, mittlerweile 7. Band der Reihe um die beiden Zwillinge und ihren magischen Detektivkoffer hält wieder stark mit den Vorgänger Bänden mit. Auf jeder Seite finden sich bunte, detailreiche Illustrationen der Zwillinge, ihrem Hund Sokrates, ihrer Katze Pfötchen und dem Wellensittich Brötchen. Auch die Ganoven lassen sich immer wieder neue Verkleidungen einfallen, in welchen man sie bestaunen kann. Zu Beginn wird noch mal kurz erläutert, wer die Zwillinge und die Ganoven sind und was es mit dem Koffer und den magischen Gegenständen auf sich hat. Nicht nur für Neulinge geeignet, da selbst wir einiges nicht mehr wussten. Der Text ist für Leseanfänger gut gestaltet in Form und Größe, die wenigen längeren Seiten ohne Bild habe ich noch vorgelesen, was es zu einem gemeinsamen Abenteuer machte. Eine schön Geschichte, die durch Rätsel in den Kapiteln aufgelockert wird. Der Umfang zum reinen Vorlesen hätte länger sein können aber meiner Meinung nach war es perfekt um den Übergang vom Vorlesen zum selber lesen zu bilden. Auch als Vorleseübung für Anfänger ist es gut geeignet, da der Wortschatz nicht zu komplex ist und die Sätze nicht zu lang sind. Die schön gestaltete Neuauflage ergibt am Buchrücken ein Muster, wenn man die Bücher zusammenstellt. Auf die Begeisterung folgte jedoch auch schnell die kleine Enttäuschung, das funktioniert nämlich nur mit den Neuauflagen. Der richtige Zeitpunkt, spätestens jetzt mit dieser bezaubernden Reihe zu starten.

Fazit: ein weiteres schönes Buch dieser Reihe, das im Buchregal von Leseanfängern nicht fehlen darf. Abenteuer und Illustration konnte, wie die Vorgänger, überzeugen.

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Veröffentlicht am 10.08.2024

Wir wollten nur Überleben

Der Untergang der "Wager"
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Mitte 1740 machen sich 6 Schiffe unter englischer Flagge auf, eine der gefährlichsten Fahrten dieser Zeit anzutreten. Der Krieg zwischen Spanien und England wurde nun auch zur See hinaus getragen. Für ...

Mitte 1740 machen sich 6 Schiffe unter englischer Flagge auf, eine der gefährlichsten Fahrten dieser Zeit anzutreten. Der Krieg zwischen Spanien und England wurde nun auch zur See hinaus getragen. Für Ruhm, Ehre und Gold machen sich diese sechs Schiffe auf das gefährliche Kap Hoorn zu passieren. Diese Welten aus Holz trotzen Ozeanen, doch im unwirtlichsten Gewässer der Südhalbkugel wird das Geschwader getrennt und die Wager segelt alleine weiter, nach einem Navigationsfehler strandet diese weit vor dem heutigen Chile. Ein erbitterter Überlebenskampf beginnt. Wo Hunger, Angst und Kälte an einem zehren geraten Moral, Ethik und Regeln schnell in Vergessenheit und das „Recht“ des stärkeren rückt an vorderste Stelle. Die restlichen Überlebenden der Manschaft zerfallen in verschiedene Gruppen. Januar 1742 schaffen es 30 Menschen in einem völlig derangierten Segelboot an die brasilianische Küste. Die letzten Überlebenden des einst königlichen Eroberungsschiffes Wager. 6 Monate später erreichen drei weitere Schiffbrüchige mehr Tod als lebendig Chile. Auch Ihre Geschichte handelt von Schiffbruch, jedoch enthält diese den Vorwurf der Meuterei und Mord.

David Grann hat sich viel mit der Geschichte und allen Artefakten, die es aus dieser Zeit zu finden gibt beschäftigt. Seine Nachforschungen umfassen unzählige Dokumente, Logbücher, Tagebücher der Besatzung, Briefe, Berichte der Überlebenden und Werke, die weit nach dem Tod aller Beteiligten verfasst wurden. Diese umfassende Recherche spürt man auf jeder Seite des Buches. Auch was die Beschaffenheit, den Aufbau der Schiffe und Hierarchien der Besatzung anbelangt gibt er uns einen Einblick. Sicherlich entwirrt das Buch diese dramatische Geschichte über Schiffbruch, Mord und Meuterei oder lässt uns zumindest deren Wahrscheinlichkeit gegenüberstellen. Dennoch fiel mir das Lesen schwer an manchen Stellen, denn die Vielfalt der gebräuchlichen Begriffe in der Schifffahrt, die benutz wurden hat mich förmlich erschlagen. Auch sein Schreibstil ist stellenweise sehr unflüssig, da ein „wusste XY über diese Begebenheit zu schreiben“ unfassbar oft das dominierende Ende seiner Passagen war. Auch die Unterbringung von Texten und Gedichten, die ein Verwandter weit nach dem Unglück schrieb oder Auszüge aus Tagebüchern stört regelmäßig die Erzählung und lädt bei der Fülle zum ignorieren ein. Was schade ist, denn in diesem Werk steckt unfassbar viel Arbeit. Selbst Bilder von Gemälden, Fotografien des Logbuches vom Flaggschiff und verschiedenster Darstellungen, sowie Karten der Routen im Einband erweitern das Buch. Ein sehr umfassendes Werk über eine der umstrittensten Seefahrt Überlieferungen des 18. Jahrhunderts, welchem man mit dem nötigen Respekt und Interesse begegnen sollte. Wer sich also darauf einlässt sollte sich im klaren sein, dass dies keine reine historische Erzählung ist und der Autor hier keine Tatsachen der Geschichte zuliebe verbiegt. Vielmehr ist es eine, in Zusammenhang gebrachte Erzählung der historisch belegten Ereignisse, deren Inhalt über Treue, Verrat, Schuld und Unschuld Wertungsfrei wiedergegeben und auf die Wahrscheinlichkeit ihrer Wahrheit hingewiesen wird.

Fazit: Man sollte sich sehr für die Schifffahrt und historische Details interessieren. Wer rein eine flüssige Geschichte über ein Seeunglück lesen möchte sollte eher nicht anheuern.

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Veröffentlicht am 02.06.2024

Wie weit würdest du gehen für deine Träume und was bist du bereit zu opfern?

Der Vertraute
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Spanien steht am Anfang eines Goldnen Zeitalters als in einem kleinen Haus in Madrid die Magd Luzia Cotado sich mich etwas Magie die alltägliche Plackerei etwas erleichtert. Nichts überragendes doch etwas, ...

Spanien steht am Anfang eines Goldnen Zeitalters als in einem kleinen Haus in Madrid die Magd Luzia Cotado sich mich etwas Magie die alltägliche Plackerei etwas erleichtert. Nichts überragendes doch etwas, das man in Zeiten der Inquisition vielleicht lieber im verborgenen tun sollte. Als ihre verbitterte, gelangweilte Herrin jedoch hinter dieses kleine Geheimnis kommt wittert sie den lang ersehnten, unmöglich geglaubten Sozialen Aufstieg und präsentiert Luzia fortan ihren Gästen als kleine Darbietung nach dem Abendmahl. Der Wunsch nach mehr scheint sich zu erfüllen als der, in Ungnade gefallene Sekretär Antonio Pérez auf sie aufmerksam wird und sie dem König als heilige Kriegerin darbieten möchte. Luzia träumt von einem besseren Leben doch Pérez sind alle Mittel recht und plötzlich droht sie in den ihr unbekannten höfischen Ränken unter zu gehen.

Mich hat der Mix aus historischem Setting und Magie einfach magisch angezogen. Ich wurde nicht enttäuscht. Ein wirklich gelungenes Buch von dem ich selbst nicht richtig weiß, was ich erwartete aber es mit dem Gefühl beendete noch viel mehr bekommen zu haben. Luzia ist ein sehr tiefer Charakter, der nicht nur ein schweres Los gezogen, sondern auch noch eine leidvolle Vergangenheit hat, zudem muss sie ihre Herkunft verleugnen. Sie will diesen kleinen Hoffnungsfunken ergreifen, sich aus ihrem Leben in ein besseres kämpfen und ich bin ehrlich, ich habe so sehr mit gehofft. Zwischen Sehern, Alchemisten, Heiligen, Gaunern und höfischen Ränken wurde einer der meist gefürchtetsten Männer zu ihrem Vetrauten, doch kann sie ihm wirklich trauen? Verfolgt er seine eigenen Ziele und benutzt sie nur? Ich halte nie viel von Liebesgeschichten in Büchern, da es einfach nicht meins ist, doch ich war in diesem Buch kurz davor an Herzschmerz zu sterben und zu weinen. Die Beziehung ist so subtil, dennoch berührend und fesselnd, dass man nicht anders kann als das beste zu hoffen. Man fliegt förmlich durch die Geschichte weil man ahnt dass es nicht gut enden kann und trotzdem jeden Moment bangt, es möge ein Wunder geschehen. Wer sich mit kleinen magischen Wundern in das Spanien zu Zeiten König Philipp entführen lassen möchte sollte unbedingt dieses Buch lesen.

Fazit: ich weiß nicht genau, was ich von diesem Buch erwartet habe, doch die Geschichte war so einnehmend und mitreißend, dass ich das Gefühl habe, dass dieses wunderschön geschriebene Buch mir so viel mehr gegeben hat.

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Veröffentlicht am 19.02.2024

Das Verbrechen macht keinen Urlaub

Meisterdetektiv Sherlock Bones, Band 2 - Die verfluchte Maske
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Sherlock Bones und Jane Catson, die besten Detektive Londons wollen in Ägypten Urlaub machen. Bald hören sie vom Fluch der Maske des Pharaos Tutanchkatzmun, doch das hält die beiden nicht von der weiterreise ...

Sherlock Bones und Jane Catson, die besten Detektive Londons wollen in Ägypten Urlaub machen. Bald hören sie vom Fluch der Maske des Pharaos Tutanchkatzmun, doch das hält die beiden nicht von der weiterreise ab. Als sie ein vergessenes Labyrinth entdecken, gilt es gefährliche Rätsel zu lösen um ihr Fell zu retten. Doch zu allem übel ist auch noch die goldene Maske aus der Grabstätte gestohlen worden. Der Fall beginnt sich ganz nach Sherlocks Geschmack zu entwickeln.

In Sherlock Bones und Dr. Jane Catsons zweitem Abenteuer verschlägt es die beiden nach Ägypten. Ganz zur Freude des Detektivs ist von Erholung schnell keine rede mehr, denn bald wird sein scharfer Verstand benötigt. Ein gefährliches Labyrinth, ein gewitzter Dieb und eine wilde Verfolgungsjagd gilt es zu meistern. 15 Kapitel, mit jeweils circa 10 Seiten Länge, die dank Illustrationen in schwarz/weiß und 2 Rätsel pro Kapitel aufgelockert werden. Die Schrift hätten wir uns etwas größer gewünscht da sie, im vergleich mit anderen Büchern für diese Altersgruppe, schon recht klein ist. Von Spannung, Inhalt und Darstellung kam das Buch sehr gut an. Mich als erwachsenen haben nur die Wortdopplungen im Text etwas gestört. Die Rätsel sind passend zur Geschichte aufgebaut. Viele waren problemlos alleine zu lösen, einzelne bedurften Unterstützung und ein Fehler lies selbst uns erwachsene ratlos zurück. Da die Rätsel nicht zwingend während des Lesens gelöst werden müssen, kann man auch erst die Geschichte weiter lesen ( was bei uns oft der Fall war, weil es zum unterbrechen einfach zu spannend war). Am Ende des Buches befinden sich die Lösungen zum nachschauen. Wir waren sehr vom zweiten Teil begeistert, den wir Profis vor dem ersten gelesen haben, doch das war überhaupt kein Problem, da die Figuren an sich ja nicht unbekannt sind und die Fälle in sich abgeschlossen scheinen. Da, wie schon erwähnt, die Schriftgröße für die zweite Klasse noch etwas anstrengend war, wurde mehr vorgelesen als selbst gelesen. Für uns kein Problem, weil wir das Buch so zusammen genießen konnten.

Fazit: schöne, spannende, wendungsreiche Geschichte mit interessanten Rätseln. Unterhaltsam für groß und klein, doch die Schrift hätte zum selber lesen etwas größer sein dürfen.

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Veröffentlicht am 14.01.2024

Auf ein Jahr ohne Morde…

Der Donnerstagsmordclub oder Ein Teufel stirbt immer zuletzt (Die Mordclub-Serie 4)
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lautet die Gravur auf Joyce Weihnachtsgeschenk. Doch entgegen den wünschen ihrer Tochter passiert der erste Mord als das Jahr noch nicht sehr alt ist. Wollte doch der Donnerstagsmordclub einen Gang zurück ...

lautet die Gravur auf Joyce Weihnachtsgeschenk. Doch entgegen den wünschen ihrer Tochter passiert der erste Mord als das Jahr noch nicht sehr alt ist. Wollte doch der Donnerstagsmordclub einen Gang zurück schalten und das Jahr in Ruhe angehen. Stephens Freund Kuldesh wurde an einem abgelegenen Waldweg, mit einem Schuss durch die Fensterscheibe seines Autos getötet. Was macht ein betagter, verwitweter Antiquitätenhändler an so einem Ort und aus welchem Grund sollte irgendjemand ihn ermorden? Klar ist, dass der Donnerstagsmordclub das Rätsel lösen muss, schließlich war er auch ihr Freund.
Es ist kein Donnerstag in Coopers Chase, denn bevor sich der Donnerstagsmordclub im Puzzelstübchen des Seniorenzentrums treffen und über Cold Cases grübeln kann, erschüttert die Nachricht vom Tod des freundlichen Antiquitätenhändlers die rüstige Rentner Runde. Nicht nur, dass er ein alter Freund von Stephen ist, ohne seine Hilfe wäre den vieren im letzten Fall wahrscheinlich kein Durchbruch geglückt. Zudem ist seine Ermordung mehr als rätselhaft. Als die beiden Ermittler Donna und Chris die Hilfe des Seniorenquartetts ausschlagen, schließlich sind sie hier die Polizisten und ihren Job werden sie wohl auch mal alleine schaffen, platzt das NCA in die Ermittlungen und entzieht den beiden den Fall. Der passende Zeitpunkt für die vier, um in gewohnt unschuldig wirkender Rentner Manier ein paar Nachforschungen anzustellen. Nicht lange, dann sind auch schon die ersten Schurken ausfindig gemacht, doch die Lösung rückt nicht näher und als einer der Verdächtigen mit einem Loch in der Stirn aufgefunden wird, wird der Fall immer mysteriöser und der Kreis der möglichen Täter immer größer. Zwischen Lovescam, Heroin, toten Böse- und vielleicht Bösewichten, einem Mittagessen mit Schurken und ganz privaten Dramen manövriert sich der Donnerstagsmordclub wieder seinen ganz eigenen Weg zur Lösung. Richard Osman hat es geschafft auch im vierten Teil der Reihe den Charme der Charaktere, deren verschmitztes Handeln und obskure Lösungswege nicht zu verlieren. Auch wenn das Buch zum Teil von privatem Glück und Unglück handelt, verblasst die Handlung an keiner Stelle, im Gegenteil gibt es dem Buch und den Charakteren eine ungeahnte Tiefe. Es mag sich um Cosy Crime mit Humor handeln, doch erneut hat ein Teil dieser Reihe mehr Spannung als so mancher Thriller aufzuweisen. Denn das rüstige Rentner Quartett aus einer Ex-Spionin, einer ehemaligen Krankenschwester, eines einstigen Gewerkschaftsfunktionärs und eines gelegentlich noch praktizierenden Psychiater legt die Schurken schon lange nicht mehr alleine aufs Kreuz. Zusammen mit zwei Polizeibeamten, einem russischen… naja, sagen wir mal Bauleiter und ihren Freunden begehen sie hier den unkonventionellen aber überaus charmanten Weg der Verbrechensbekämpfung. Ob Donnerstag oder nicht, begeben Sie sich nach Coopers Chase und erleben Sie ein mörderisches Abenteuer mit vier Senioren, die es Faustdick hinter den Ohren haben, es lohnt sich.

Fazit: wie immer spannend, charmant und gewitzt aber dieses mal auch herzzerreißend.

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