Mordsmäßig gute Unterhaltung
Hunter B. Holmes - Mord in der besten GesellschaftMit seinem dritten cozy crime Roman dieser Reihe, die ihren Schauplatz in London hat "Hunter B. Holmes - Mord in der besten Gesellschaft" hat Wolf September einen wahren Pageturner erschaffen. Von Beginn ...
Mit seinem dritten cozy crime Roman dieser Reihe, die ihren Schauplatz in London hat "Hunter B. Holmes - Mord in der besten Gesellschaft" hat Wolf September einen wahren Pageturner erschaffen. Von Beginn an besticht die Geschichte mit Witz, Drama und Geheimnissen, sowie mit Liebe für Details. Besonders schön ausgearbeitet ist die tiefe Verbundenheit zwischen Hunter und Steven, deren Liebe in jeder Zeile spürbar ist. Auch für Leser, die nicht alle Vorbände kennen, bietet die Story wertvolle Hintergrundinformationen – etwa zu Hunters Herkunft –, die einen sofort in die Welt der Protagonisten eintauchen lassen.
Der Kriminalfall baut von Beginn an eine dichte Atmosphäre auf. Es sind die feinen Nuancen, die hier die Neugier wecken: eine ungewöhnliche Begegnung am Kino, die sterile Sauberkeit an einem Tatort oder das verdächtige Verhalten der neu eingeführten Charaktere. Unter den Verdächtigen findet sich eine Reihe faszinierender Charaktere – von äußerst exzentrisch bis charmant-geheimnisvoll. Dieses bunte Ensemble lässt einen ständig rätseln: Wer verbirgt hier was?
Die Dynamik innerhalb des Ermittlerteams ist wieder ein absolutes Highlight. Besonders die Interaktion zwischen Hunter und David sorgt für Erheiterung – sei es durch Davids berüchtigte Fahrkünste oder seine herrlich trockenen Sprüche über Hunters Anspannung, die den Nagel auf den Kopf treffen.
Für die nötige Würze und eine ordentliche Portion Aufregung sorgt Hunters Mutter Agatha. Ihr Verhalten ist eine Gratwanderung zwischen witzig und massiv grenzüberschreitend. Diese familiären Verstrickungen und die Einblicke in die arrogante Welt der „High Society“ geben der Geschichte eine wunderbare Tiefe. Auch die liebevoll gestalteten Nebenhandlungen, wie Davids erste Gehversuche beim Backprojekt „cookingforfools“, verleihen dem Buch eine menschliche und humorvolle Note.
In Sachen Ermittlung bleibt es bis zum Schluss spannend. Die Motive scheinen vielschichtig zu sein – von Habgier über Eifersucht bis hin zu Geheimnissen, die weit in die Vergangenheit oder sogar in ferne Länder zurückreichen könnten. Besonders skurrile Einfälle wie die „Operation Westminster Bridge“ beweisen den kreativen Witz der Geschichte.
Fazit: Ein fesselnder Cozy Crime, der durch seine starken Charaktere, schrägen Ideen und eine perfekte Mischung aus Spannung und Schmunzelmomenten überzeugt. Wenn es möglich wäre, würde ich hier mehr als 5 Sterne vergeben.