Emotionale Achterbahnfahrt auf Summerset Island
Sieben Sommer ohne dichAnja Saskia Beyer hat mit „Sieben Sommer ohne dich“ einen Auftakt für ihre neue Reihe geschaffen, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Wohlfühlroman ...
Anja Saskia Beyer hat mit „Sieben Sommer ohne dich“ einen Auftakt für ihre neue Reihe geschaffen, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Was auf den ersten Blick wie ein klassischer Wohlfühlroman vor der malerischen Kulisse einer kanadischen Insel wirkt, entpuppt sich schnell als tiefgründiges Drama mit einer packenden geheimnisvollen Komponente. Die strahlenden Gelb- und Orangetöne des Covers versprühen sofort gute Laune und wecken die Sehnsucht nach einem Sommer am Meer. Das Design mit dem Meer und dem Paar am Strand wirkt so leicht und einladend, dass man gar nicht vermutet, welche dramatischen Abgründe sich hinter dieser Fassade verbergen.
Emery kehrt nach einer schmerzhaften Enttäuschung in Vancouver zurück in ihre Heimat Summerset Island. Doch die Idylle trügt. Über der Insel liegt der Schatten einer tragischen Nacht vor sieben Jahren, über die heute niemand mehr spricht. Während Emery versucht, ihr Leben neu zu ordnen, trifft sie auf ihre Jugendliebe Cole, der sich hingebungsvoll in der Seehundstation engagiert, und ihren Ex-Verlobten Travis, der plötzlich auftaucht, um sie mit aller Macht zurückzugewinnen. Und dann ist da noch ihre ehemals beste Freundin Wren, die nur noch wie ein Schatten ihrer Selbst wirkt.
Besonders fasziniert hat mich die mysteriöse Hintergrundgeschichte. Die Autorin streut geschickt Hinweise auf eine „schreckliche Wahrheit“ ein, die die Inselgemeinschaft seit Jahren spaltet. Als Emery beginnt, Fragen zu stellen, stößt sie auf Ungereimtheiten, die dem Roman eine fast krimiähnliche Spannung verleihen. Es geht um Schuld, unterdrückte Gefühle und die Frage, wie weit man geht, um geliebte Menschen oder das eigene Ansehen zu schützen. Dieser Mix aus Romantik und der Suche nach der Wahrheit macht das Buch zu einem echten Pageturner.
Die Figuren sind wunderbar vielschichtig gezeichnet. Emerys Zerrissenheit zwischen der Sehnsucht nach ihrem alten Leben und dem Schmerz der Vergangenheit ist absolut greifbar. Besonders berührt hat mich die Entwicklung ihrer besten Freundin Wren, die mit ihren ganz persönlichen Dämonen kämpft. Die Autorin behandelt hier schwierige Lebensthemen sehr sensibel und ungeschönt, was dem Roman eine enorme emotionale Tiefe und Authentizität verleiht. Die Freundschaft der beiden Frauen ist für mich das eigentliche Herzstück des Buches.
Anja Saskia Beyers Schreibstil ist wie gewohnt flüssig, bildhaft und voller Gefühl. Man riecht förmlich die salzige Meeresluft und bekommt direkt Lust auf die kulinarischen Spezialitäten der Insel. Die Szenen in der Seehundstation bieten einen wunderschönen, hoffnungsvollen Gegenpol zu den dramatischen Verwicklungen der Handlung.
Fazit: „Sieben Sommer ohne dich“ ist eine perfekte Mischung aus Second-Chance-Romance und fesselndem Insel-Drama. Es ist eine Geschichte über das Verzeihen, die Kraft der Freundschaft und den Mut, sich den dunklen Flecken der eigenen Vergangenheit zu stellen. Ein absolutes Highlight für alle, die emotionale Geschichten mit einer ordentlichen Portion Tiefgang und Spannung suchen!