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Veröffentlicht am 25.06.2026

Ein herrlich absurder Lese-Klamauk ohne jeden Realismus

00-Laschet
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Ganz anders als „Miss Merkel“ – aber herrlich verrückt! Ich muss zugeben, ich hatte mir von David Safiers neuem Roman über Armin Laschet, „00-Laschet“, etwas Ähnliches erhofft wie von seiner „Miss Merkel“-Reihe. ...

Ganz anders als „Miss Merkel“ – aber herrlich verrückt! Ich muss zugeben, ich hatte mir von David Safiers neuem Roman über Armin Laschet, „00-Laschet“, etwas Ähnliches erhofft wie von seiner „Miss Merkel“-Reihe. Aber ich habe mich geirrt, denn genau das ist hier absolut nicht der Fall. David Safier hat die Story stattdessen in einen wilden Mix aus Fantasy und Science-Fiction verwandelt. Beim Lesen hatte ich weniger das Gefühl, ein normales Buch vor mir zu haben, als vielmehr durch einen Comic zu blättern, der einfach nur in Worte gefasst wurde. Alles ist überspitzt und es wimmelt nur so von Technologien, die es in unserer Realität überhaupt nicht gibt.
Die Charaktere sind durch die Bank weg total überzeichnet. An manchen Stellen musste ich unwillkürlich an „Asterix und Obelix“ denken, weil die Tonalität so stark daran erinnert. Armin Laschet selbst kommt mit seiner gutmütigen, manchmal etwas tollpatschigen und leicht naiven Art aber eigentlich super weg. Seine Familie ist ihm das Wichtigste, er sehnt sich total nach seinem Aachener Reihenhaus zurück und hat im Grunde kein Interesse daran, in geheimer Mission unterwegs zu sein. Das krasse Gegenteil von ihm ist Kimmi, die von ihren Kollegen bloß „Nummer 12“ genannt wird. Sie ist eine echte Spionin: phasenweise eiskalt, athletisch und absolut jeder Herausforderung gewachsen. Und dann ist da noch der eher zurückhaltende Waffenmeister „Nummer 7“. Wenn man ihn so sieht, traut man ihm die genialen technischen Erfindungen, die er da zusammenbastelt, erst mal gar nicht zu. Man unterschätzt ihn als Leser total. Aber er hat einen guten Grund, warum er seine Kollegin so verbissen beschützt und dafür sorgt, dass sie aus jeder brenzligen Situation heil wieder rauskommt. Der Autor baut übrigens einige Promis ein, König Charles III. zum Beispiel, seine völlig wild gewordene Ehefrau Camilla oder auch Brad Pitt. Die tauchen alle als pointierte Karikaturen auf und sorgen für echten Slapstick-Humor.
Richtig gut gefallen haben mir die Schauplätze, die einen megastarken Kontrast bilden und wie visuelle Bühnenbilder für die völlig überdrehte Handlung wirken. Auf der einen Seite das politische Berlin, welches sich aufgeteilt in die verstaubte, bodenständige Fassade des Schlosses Bellevue oben und eine hypermoderne, sterile Science-Fiction-Zentrale tief unter der Erde befindet. Auf der anderen Seite das Schloss Windsor in England. Das glänzt unten in royalem Prunk, verwandelt sich im ersten Stock aber blitzschnell in ein absurdes, fast schon gruseliges Waffenarsenal. Diverse Veranstaltungen innerhalb Europas, aber auch in Grönland werden besucht, die auch meistens vor imposanten Kulissen spielen.
Nach einem recht gemütlichen Start zieht das Tempo beim Lesen rasant an. Safier schreibt sehr direkt und zugänglich, treibt das Ganze durch kurze, knackige Dialoge voran und verteilt am laufenden Band popkulturelle Seitenhiebe. Die Spannung kommt hier allerdings nicht durch einen logisch durchdachten Kriminalfall auf. Man fragt sich eher, welche absolute Eskalation kommt wohl als Nächstes? Immer wenn man denkt, dümmer oder krasser kann es nicht mehr werden, setzt die nächste turbulente Comic-Action-Sequenz noch einen drauf. Das Buch ist ohne Frage super unterhaltsam und echt lustig. Mein größter Kritikpunkt ist aber, dass die Story einfach extrem unrealistisch ist. David Safier driftet hier in einen total klamaukigen Extrem-Slapstick ab. Wenn aus einer Luxusuhr plötzlich ein integriertes Drahtseil herausschießt, oder ein Wahrheitsserum versteckt ist, bricht das für mich jeden Anspruch auf Glaubwürdigkeit. Und genauso ging es mir bei den Asterix-Sprüchen zwischendurch. Wer einen cleveren, realitätsnahen Spionagethriller sucht, wird von diesem permanenten „Over-the-Top“-Irrsinn definitiv enttäuscht sein. Das Ganze funktioniert wirklich nur, wenn man bereit ist, sich voll und ganz auf dieses kalkulierte, cartoonhafte Chaos einzulassen.

Fazit:„00-Laschet“ ist lustig, kurzweilig, rasant und extrem bildhaft geschrieben. Die Maus, die auch auf dem Cover zu sehen ist und stets mit Armin im Bett liegt und sie sich den Käse teilen, ist sehr süß. Aber es bleibt eben Slapstick pur. Wegen der krass überzeichneten Effekte und dem bewussten Verzicht auf jeglichen Realismus ist das Buch am Ende absolute Geschmackssache. Für mich ist es ein humorvoller Comic in Textform für zwischendurch – besticht durch seine Absurdität, lässt aber in Sachen Tiefgang und Glaubwürdigkeit ordentlich Federn.

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Veröffentlicht am 24.06.2026

Strandkorbpommes mit Majo & Ketchup und eine tierische Umarmung

Der kleine Sanddornhof - Träume im Muschelstieg
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Als ich „Der kleine Sanddornhof – Träume im Muschelstieg“ von Julia Reymers aufgeschlagen habe, dachte ich erst, mich erwartet die klassische, ein bisschen seichte Ponyhof-Romantik. Aber weit gefehlt! ...

Als ich „Der kleine Sanddornhof – Träume im Muschelstieg“ von Julia Reymers aufgeschlagen habe, dachte ich erst, mich erwartet die klassische, ein bisschen seichte Ponyhof-Romantik. Aber weit gefehlt! Das Buch hat mich ab der ersten Seite gepackt und ist für mich ein absolutes Lese-Highlight des Sommers.
Die Story dreht sich um Svea, eine 35-jährige Marketing-Expertin aus Hamburg, die eigentlich voll im strukturierten Großstadtleben steckt. Als der Pächter des alten Gutshofs ihrer verstorbenen Eltern stirbt, fährt sie ins beschauliche Dorf Muschelstieg. Ihr Plan ist es, in drei Wochen Urlaub alles schnell neu zu verpachten und dann zurück in ihr Leben nach Hamburg zu fahren. Doch dann wird ein traumatisiertes Pferd namens Fiete auf dem Hof ausgesetzt, und Sveas perfekt durchgeplante Welt bricht komplett zusammen. Muschelstieg ist einfach ein Ort zum Verlieben, auch wenn er fiktiv ist und irgendwo bei Timmendorf an der Ostsee liegt.
Julia Reymers beschreibt die Kulisse so lebendig, dass ich beim Lesen fast den Salzgeruch in der Nase und das Meeresrauschen im Ohr hatte. Im Dorf kennt jeder jeden und genau das, hat beim Lesen etwas total Gemütliches und Warmes, bringt aber natürlich auch die typische soziale Kontrolle eines kleinen Nestes mit sich. Der Hof selbst ist anfangs völlig heruntergekommen und von wildem Sanddorn überwuchert. Es war wunderschön zu verfolgen, wie sich dieser Ort im Laufe der Story von einer schmerzhaften Erinnerung in eine lebendige Zuflucht für Tiere verwandelt. Wenn der Küstenwind draußen peitschte, habe ich mich mit den Dorfbewohnern in der „Muschelklaus“ oder am Kiosk gefühlt.
Svea als Hauptfigur war mir sofort sympathisch, weil sie eben nicht perfekt ist. Sie leidet seit einem schweren Jugendunfall unter heftigen Schuldgefühlen und Panikattacken. Ihre Entwicklung vom Kontrollfreak hin zum Loslassen ist der Autorin richtig gut gelungen. Sie schreibt feinfühlig, authentisch und ohne in den typischen Liebesroman-Kitsch abzudriften.
Und Jannes, der Meeresförster, ist mal kein glattgelackter Traumprinz, sondern ein bodenständiger, naturverbundener Typ mit dem Herz am rechten Fleck. Das Prickeln zwischen den beiden hat mich echt mitgerissen.
Mein heimliches Highlight waren aber die Tiere. Das sensible Pferd Fiete und das freche Shetlandpony Willi stehlen den menschlichen Charakteren zwischendurch glatt die Show! Was mir besonders gut gefallen hat, war die Spannung. Es gibt einige Geheimnisse im Buch, wie zum Beispiel, wer Fiete ausgesetzt hat oder was die quirlige Camperin Lina verbirgt, die mich bis zum Schluss zum Weiterblättern gezwungen haben.
Das Sommerfest im Buch ist dann der absolute Wendepunkt, an dem die Emotionen und das Drama rund um Sveas Trauma richtig hochkochen. Julia Reymers schreibt wunderbar flüssig, modern und baut tolle Bilder im Kopf auf. Sie schafft den Spagat, ernstere Themen anzusprechen, fängt das Ganze aber immer im richtigen Moment mit einer gehörigen Portion trockenem, norddeutschen Humor wieder auf. Die Dialoge klingen einfach echt und lebendig. Auch die Zeitsprünge in Sveas Vergangenheit passen perfekt und machen ihr Handeln absolut greifbar.

Fazit: „Der kleine Sanddornhof“ ist die perfekte Sommerlektüre, die aber auch ans Herz geht. Ein Buch über Mut, Vertrauen und den Mut zur Veränderung. Ich habe jetzt richtig Lust auf eine Fortsetzung! Und als kleines Schmankerl gibt es ganz hinten im Buch sogar noch Sveas Erdbeerkuchen-Rezept zum Nachbacken. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.06.2026

Rebellion, Tattoos und ein rockender „Hornochse“

Spätsommerglück
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Mit ihrem Roman "Spätsommerglück" hat Heike Abidi einen herzerwärmenden Wohlfühlroman im Stile von "Grumpy meets Sunshine" in Schweden erschaffen.
Hannah Berger ist Ende fünfzig, seit fünf Jahren verwitwet ...

Mit ihrem Roman "Spätsommerglück" hat Heike Abidi einen herzerwärmenden Wohlfühlroman im Stile von "Grumpy meets Sunshine" in Schweden erschaffen.
Hannah Berger ist Ende fünfzig, seit fünf Jahren verwitwet und steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben. Bereits auf den ersten Seiten wird eine tiefe emotionale Resonanz erzeugt, denn als sie beschließt, ihren Job als Übersetzerin von düsteren skandinavischen Krimis an den Nagel zu hängen, da sie immer mehr frustriert ist, erreicht sie eine erfreuliche Nachricht. Sie wird Oma und sieht es sofort als ihre neue Lebensaufgabe, sich um ihr Enkelkind zu kümmern. Doch sie wird bitter enttäuscht und entschließt sich zu einem radikalen Schritt: Sie bricht ihre Zelte in Frankfurt ab und reist als "Granny Au-pair" nach Schweden. Dort zieht sie bei der quirligen Familie Persson in der malerischen Küstenstadt Varberg ein und erfährt von den Gasteltern sowie deren Kindern absolute Wertschätzung. Aber es gibt eine Person, welche ihr ablehnend entgegensteht, und zwar ist das der Opa der Kinder. Aber Hannah beschließt, sich nicht unterkriegen zu lassen.
Die Story glänzt mit wunderschönen Metaphern. Das beginnt schon sehr früh, nämlich als Hannah Ihre lange Autofahrt nach Varberg antritt, wird diese zu einer regelrechten inneren Zeitreise. Sie startet morgens um vier Uhr in die stockfinstere Frankfurter Nacht. Als sie im Vogelsberg ankommt, erlebt sie wie sich der Himmel in ein magisches Gold verwandelt. Es ist ein schönes Bild davon, wie die Dunkelheit in ihrem Leben dem Licht weicht. Während ihrer Fahrt hört sie die alten Fleetwood-Mac- und Eagles-Songs, auf ihrem Weg überquert sie große Brücken, was sinnbildlich dafür steht, dass sie wieder die volle Kontrolle über ihren Weg erlangen möchte. Als sie schwedischen Boden betritt, spürt man als Leser eine unbändige Erleichterung, denn sie fährt nicht mehr vor etwas davon, sondern endlich auf etwas zu.
Das Buch wird durch die authentischen Charaktere der Generation 50+ sehr besonders. Dabei stellt Heike Abidi unter Beweis, dass sie ein wunderbares Gespür für Protagonisten in der zweiten Lebenshälfte hat. Hannah ist keine „langweilige, alte Frau“, wie sie selbst zu glauben scheint, sondern eine dynamische Persönlichkeit, die Heldin in diesem Buch, die sich sogar traut, sich ein Tattoo stechen zu lassen, auf einem Festival zu singen und im Alter noch einmal beruflich ganz von vorn anzufangen.
Statt seichter Romantik sind es die tiefgründigen Themen, mit denen dieser Roman glänzt, denn er verweilt nicht nur bei romantischen Schweden-Klischees. In den Dialogen geht es um emotionale Hürden, wie Trauer, Angst und einem inneren Konflikt. Menschen, die die 50 bereits überschritten haben, können noch genauso gut ihre Ziele und Wünsche verwirklichen, wie die jüngere Generation. Unter anderem ist es diese Erkenntnis, welche das Buch zu einem Quell der Motivation macht.
Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz, was nicht zuletzt innerhalb der Freundschaft zwischen der taffen Verlegerin/Businessfrau Miriam und der feinfühligen Hannah bewiesen wird. Zudem fließt dadurch eine tolle Dynamik in die Geschichte ein. Besonders charmant sind die Neckereien – wie Anders' humorvolle Versuche, ein paar Brocken Deutsch zu sprechen („Ich bin ein Hornochse“), oder Miriams scherzhafter Alternativvorschlag für Hannahs Buchtitel.
Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und geht direkt ins Herz. Die Autorin schafft es mühelos, die skandinavische Gemütlichkeit, von idyllischen Terrassenabenden mit Apfelwein bis zu Ausflugstipps wie Fjällbacka, spür- und erlebbar zu machen. Ein besonders gutes Stilmittel sind die inneren Dialoge, welche Hannah mit ihrem verstorbenen Mann Fred führt. Der humorvolle und leichte Schluss rundet die Geschichte perfekt ab und bildet zugleich das literarische Äquivalent zu einer warmen Decke an einem kühlen Sommerabend – hochemotional, ein bisschen rebellisch und voller Herzenswärme.

Fazit: Heike Abidi ist es gelungen, einen sehr feinfühligen, psychologisch präzisen Roman über einen späten Neuanfang zu schreiben. Damit zeigt sie auf humorvolle und gleichzeitig tiefgründige Art, dass Selbstfindung und Rebellion in jedem Alter möglich sind. Das Buch bekommt eine absolute Leseempfehlung von mir, und ich denke, dass die Story noch ganz lange bei mir nachhallen wird!

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Veröffentlicht am 01.06.2026

Ein erfrischender Mix aus RomCom, beruflicher Emanzipation und modernem Dating-Chaos

Worst Date Ever (Knisternde RomCom von der erfolgreichen Autorin Kasie West)
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Kasie West ist bekannt für ihre herzerwärmenden Jugendbücher. Mit „Worst Date Ever“ hat sie für sich eine neue Herausforderung angenommen, die ihr brillant gelungen ist. Das Buch ist eine spritzige New-Adult-Romantic-Comedy, ...

Kasie West ist bekannt für ihre herzerwärmenden Jugendbücher. Mit „Worst Date Ever“ hat sie für sich eine neue Herausforderung angenommen, die ihr brillant gelungen ist. Das Buch ist eine spritzige New-Adult-Romantic-Comedy, die nicht nur mit einer extremen Anziehungskraft zwischen den Protagonisten punktet, sondern auch wichtige Themen wie berufliche Ausbeutung und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben behandelt.
Die 27-jährige Margot arbeitet seit ein paar Jahren als Assistentin in einer Literaturagentur. Ihr Chef Rob setzt sie für die gesamte Drecksarbeit ein, hält sie emotional hin und verweigert ihr die versprochene Beförderung zur Junioragentin. Auch ihr Liebesleben ist eine Katastrophe, denn sie träumt von ihrem persönlichen "Meet-Cute", greift jedoch verzweifelt zu Dating-Apps, nachdem ihr der Erfolg versagt bleibt.
Oliver war vor drei Jahren ihr „Worst Date Ever“ im Restaurant. Als die beiden im Chat und am Telefon wieder aufeinandertreffen, sprühen sofort die Funken. Doch während sie sich digital immer näherkommen, muss Margot auch im echten Leben endlich lernen, für sich selbst einzustehen – sowohl gegenüber ihrem toxischen Chef als auch gegenüber ihrer scheinbar perfekten Schwester Audrey. Was ein wenig vorhersehbar klingt, bringt jedoch neben einer Menge Schmetterlingen im Bauch auch eine Achterbahnfahrt der Gefühle mit sich, wobei die Leserschaft im Verlauf des Buches immer wieder ins Zweifeln gerät, ob es ein Happy End geben wird.
Margot ist eine hoffnungslose Romantikerin, ihr Traum, zufällig den richtigen Mann zu treffen, nimmt ihr teilweise die Wahrnehmung für die Realität. Sie leidet unter dem Druck, mit ihrer perfekten Schwester Audrey mithalten zu müssen, und flüchtet sich bei Stress in das Lesen von Liebesromanen zur Beruhigung. Sie neigt zur Selbstsabotage und lässt sich anfangs zu oft von anderen kontrollieren.
Oliver, der männliche Hauptprotagonist, ist durch seine bodenständige, rationale Art der richtige Gegenpol zur verträumten Margot. Er ist 30 Jahre alt und wird mit seinen markanten, tiefen braunen Augen, dichten Wimpern und einer leicht gebogenen Nase als gutaussehend und sportlich beschrieben. Er kann bei Margots Neckereien mühelos mithalten, stellt eigene humorvolle „Chat-Regeln“ auf und es gelingt ihm, über sich selbst zu lachen. Er ist erfolgreicher Softwareentwickler, der selbstständig ist und im Homeoffice arbeitet.
Rob ist Margots älterer Chef, Mitinhaber der Literaturagentur und der klassische Antagonist der Geschichte. Mit ihm hat Margot über zwei Jahre hinweg immer wieder Liebschaften, die jedoch - genauso wenig wie sein Versprechen, sie zur Junioragentin zu machen - wenig vielversprechend sind. Als Meister der psychologischen Manipulation nutzt er Margot gegenüber seine Machtposition schamlos aus.
Sloane ist Margots beste Freundin und Mitbewohnerin. Sie ist in „Worst Date Ever“ absolut loyal ihrer Freundin gegenüber und bringt jede Menge Humor und dringend benötigte Bodenhaftung in Margots oft chaotisches Leben.
Margots Familie ist eine liebevolle, aber kontrastreiche und fordernde Einheit. Dadurch erlebt sie das klassische Dilemma zwischen bedingungsloser familiärer Unterstützung und dem permanenten Druck, den hohen Erwartungen zu entsprechen. Audrey ist Margots ältere Schwester und das absolute Musterbeispiel für Perfektion, wobei Margot das Gefühl hat, nie ihre Maßstäbe zu erreichen. Ihr Vater hingegen ist ein herzlicher Familienmensch, der sich einfach freut, wenn seine Lieblingstochter Margot mal wieder Zeit für ein gemeinsames Abendessen findet. Auch die Mutter wird als warmherzig und fürsorglich dargestellt, neigt jedoch stark zur typischen mütterlichen Besorgnis.
Das absolute Highlight des Buches sind die Chats, Telefonate und Gespräche zwischen Margot und Oliver. Die Dialoge sind schlagfertig, humorvoll und voller liebenswerter Insider-Witze. Die Dynamik der beiden ist von der ersten Seite an greifbar. Das sorgt für ein hohes Erzähltempo und lässt die Chemie zwischen Margot und Oliver sehr lebendig und echt wirken. Die Chat-Nachrichten lesen sich genauso, wie junge Erwachsene heute digital kommunizieren, so dass für mich ein großer Teil der Geschichte nicht nur durch die Dialoge getragen, sondern die Geschichte zu einem Highlight machen. Die Autorin nutzt hier kurze, pointierte Sätze und ein schnelles Hin und Her und es gelingt ihr auf diese Art, das Prickeln einer modernen App-Romanze einzufangen, bei der aus digitalem Zeitvertreib echte, tiefe Vertrautheit wird.
Die Geschichte wird aus Margots Perspektive erzählt. Der Schreibstil ermöglicht es, dass die Leserschaft einen ehrlichen Einblick in ihre Gedankenwelt erhält. Dabei wird auch Margots innere Zerrissenheit sehr gut eingefangen. Es entsteht ein Kontrast zwischen ihrem sarkastischen Humor nach außen und ihren tiefen Versagensängsten sowie auch der Scham über die Affäre mit ihrem Chef nach innen gerichtet. Man ertappt sich als Leser oft dabei, Margot gleichzeitig bemitleiden und anfeuern zu wollen.
Die Erzählweise der Autorin ist besonders bildhaft. Szenen wie zum Beispiel das Verstecken hinter dem Backsteingebäude im Restaurant oder das wütende Hin- und Her-Schwingen auf dem Bürostuhl sind so präzise beschrieben, dass man die Situationen sofort vor Augen hat. Dabei sind langatmige Naturbeschreibungen und ähnliches wenig zu finden, denn sie setzt den Fokus eher auf Mimik, Gestik und die Atmosphäre im Raum.

Fazit: Für eine Liebeskomödie findet das Buch eine sehr gute Balance: Es gibt knisternde, erotische Momente, wobei die Story sich jedoch nie auf den reinen „Spice“ konzentriert. Der Schreibstil bleibt bodenständig genug, um auch die ernsten Themen, wie zum Beispiel die toxische Dynamik am Arbeitsplatz, die Suche nach einer beruflichen Alternative oder auch familiäre Erwartungen – mit dem nötigen Respekt und Feingefühl zu transportieren. Das Buch bekommt von mir eine absolute Leseempfehlung, die vom Alter her nach oben hin keine Grenzen kennt!

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Verbotene Blicke und einstürzende Mauern

Don't let me fall # 01
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In ihrer Eishockey-Romance „Don't let me fall“ gelingt es Kelsie Rae die klassischen Tropes Forced Proximity (Erzwungene Nähe) und Forbidden Love (Verbotene Liebe) zu einer einzigartigen Geschichte zusammenzufügen, ...

In ihrer Eishockey-Romance „Don't let me fall“ gelingt es Kelsie Rae die klassischen Tropes Forced Proximity (Erzwungene Nähe) und Forbidden Love (Verbotene Liebe) zu einer einzigartigen Geschichte zusammenzufügen, welche die Leserschaft durch ein Wechselbad der Gefühle jagt.
Auf den ersten Blick klingt die Story nach klassischer New-Adult-Romance. Kelsie Rae inszeniert jedoch meisterhaft das klassische „Forbidden Love“-Trope, würzt es mit einer ordentlichen Prise spice und lädt es durch den ständigen Wechsel der Perspektiven mit einer enormen, fast greifbaren Spannung auf.
Im Zentrum steht die Hauptprotagonistin, die zielstrebige Ashlyn, die in einer Beziehung mit Logan steckt – einem Mann, der es mit der Treue leider absolut nicht ernst nimmt. Als sie dann auf den unnahbaren Eishockeyspieler Colt trifft, ist diese unfassbar magnetische, knisternde Anziehung sofort spürbar. Das riesige Problem dabei ist jedoch, dass Colt bereits seit Jugendtagen ausgerechnet ein Kumpel von Ashlyns Partner ist. Der klassische „Bro-Code“ wird hier zu einem wahren emotionalen Minenfeld, was der Story zusätzliche Spannung verleiht.
Eine weitere Besonderheit ist die fantastische Mischung der Tropes. Die Tatsache, dass ein Fake-Dating-Trope aus der Perspektive einer Außenstehenden beleuchtet wird, ist einer der beeindruckenden Ansatzpunkte, mit denen die Geschichte etwas ganz Besonderes wird. Die gesamte Dynamik wurde dabei außerordentlich real und greifbar.
Der Sport ist mittlerweile für Colt zur Nebensache geworden, denn aus irgendeinem Grund hat er das Interesse daran völlig verloren, und die Gründe dafür bleiben lange im Dunkeln. Die Autorin streut anfangs nur winzige Hinweise auf seine tiefgründige Vergangenheit aus. Dieser Fakt lädt die Leserschaft zum Rätseln ein. Es stellt sich die Frage, ob es Ashlyn gelingt, im Laufe der Zeit Colts starke Schutzmauern einzureißen.

Kelsie Raes Schreibstil ist einfach modern, flüssig und lebt von herrlich schlagfertigen, humorvollen Dialogen. Das Knistern der Chemie zwischen Colt und Ashlyn ist in jeder einzelnen Zeile spürbar. Auch fängt die Autorin die typische College- und Bar-Atmosphäre perfekt ein – vom Duft nach frischem Kaffee am Morgen bis hin zur dröhnenden Live-Musik im SeaBird.

Was mich an diesem Buch psychologisch am meisten fasziniert hat, ist die messerscharfe Charakterzeichnung und die inneren Konflikte, die hier aufgebaut werden: Colt Thorne brillierte als der klassische Grumpy-Protagonist mit weichem Kern. Er weiß ganz genau um seinen schlechten Ruf, ist aber gleichzeitig der Einzige, der die Situation von Anfang an glasklar durchschaut. Seine inneren Monologe zeigen seinen moralischen Konflikt. Denn eigentlich will er den „Bro-Code“ nicht brechen, kann aber nicht tatenlos mitansehen, wie Logan ein loyales und liebenswertes Mädchen wie Ashlyn betrügt. Er ist absolut keine typische "Green Flag", zeigt jedoch im Laufe der Geschichte sein wahres Gesicht. Er drängt sich niemals auf, respektiert Ashlyns Grenzen und ist für sie da.
Ashlyn überzeugt als starke, fleißige Heldin, die sich von Colts provokanter Art nicht einschüchtern lässt. Ihr innerer Kampf zwischen der tiefen Loyalität zu ihrem langjährigen Freund Logan und der elektrisierenden Anziehungskraft, die Colt auf sie ausübt, ist psychologisch sehr nachvollziehbar beschrieben.
Logan verliert zunehmend die Sympathie der Leserschaft. Seine toxische Eifersucht wegen eines simplen T-Shirts steht im krassen Widerspruch zu seinem eigenen, rücksichtslosen Verhalten.
Was dieses Buch so richtig packend macht, ist die charakterliche Entwicklung der Figuren. Anstatt in Selbstmitleid zu versinken, gehen die Figuren in die schmerzhafte Konfrontation. Die Eishockey-Kulisse dient dabei nicht mehr nur als glitzernde Bühne, sondern wird zum perfekten Spiegelbild des inneren Kampfes: Harte Checks, Disziplin und der unbedingte Wille, für das zu kämpfen, was einem wichtig ist. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, dass wahre Stärke nicht darin liegt, niemals zu fallen, sondern den Mut aufzubringen, nach dem tiefsten Sturz wieder aufzustehen.

Fazit: Kelsie Rae liefert New-Adult-Drama auf höchstem Niveau und beweist ein großartiges Gespür für Slow-Burn-Romance. Wer emotionale Tiefe gepaart mit prickelnder Sports-Romance und einer Prise Drama sucht, wird von diesem Buch absolut begeistert sein.

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