lesenswert, mit kleinen Schwächen
Villa RivoltaRezension zu „Villa Rivolta“ von Daniel Speck
In Villa Rivolta entführt Daniel Speck uns, wie schon in seinem ersten Roman „Bella Germania“ nach Italien. Wer schon einmal einen Roman von Daniel Speck gelesen ...
Rezension zu „Villa Rivolta“ von Daniel Speck
In Villa Rivolta entführt Daniel Speck uns, wie schon in seinem ersten Roman „Bella Germania“ nach Italien. Wer schon einmal einen Roman von Daniel Speck gelesen hat weiß, dass er eine tolle Ausdrucksweise hat. Er schafft es immer wieder einen authentischen, atmosphärischen Rahmen für seine Geschichten zu schaffen.
Villa Rivolta wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen erfahren wir, wie die Protagonisten Piero und Valeria sich kennenlernen, als sie Kinder waren. Wir begleiten sie beim Erwachsenwerden, sehen wie sie sich immer wieder entfernen und wieder annähern, können beobachten, wie sich ihre Freundschaft immer wieder verändert. Zum anderen lernen wir beide als Erwachsene kennen und miteinander kommunizieren. Valeria fährt mit ihrem Sohn Tonino zu Piero, der helfen soll, Toninos Schulverweis abzuwenden. Diese Zeitebene ist vor allem deshalb interessant, weil der Grund für Toninos drohenden Schulverweis ist, dass er ein Waffe mit in die Schule gebracht hat und man über die Gespräche in dieser Zeitebene herausfindet, wo diese überhaupt herkommt. Außerdem ist die Interaktion zwischen Piero und Valeria als Erwachsene spannend zu beobachten. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der älteren Zeitebene, die das Erwachsenwerden der beiden begleitet.
Den Rahmen der Geschichte bildet die Historie der Familie Rivolta, die es tatsächlich gibt. Ihr gehört die Firma Iso, die vor allem für ihre Autos bekannt war. Die Geschichte der Familie ist interessant, konnte mich jedoch nicht so mitreißen, wie die Geschichten in den vorherigen Büchern des Autors.
Insgesamt ist „Villa Rivolta“ sprachlich wieder sehr gelungen. Die Freundschaft zwischen Piero und Valeria ist ebenfalls interessant. Allerdings haben die Figuren mich etwas weniger mitgerissen, als ich es von dem Autor kenne. Das kann auch an der Rahmenhandlung an sich liegen. Zudem hat mich Valerias Zeit mit Flavio, dem Vater ihres Sohnes teilweise etwas genervt, weil ich ihn weniger verstehen konnte und am Ende Fragen offen blieben. Dennoch bleibt der Roman lesenswert.