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Veröffentlicht am 19.11.2017

Tolles Ermittlerduo

Dunkel Land
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Rezension zu „Dunkel Land“ von Roxann Hill
Meinung:
Roxann Hill hat einen schönen Schreibstil. Klasse ist, dass nicht lange die Situation beschrieben wird, sondern die Geschichte beginnt direkt und wird ...

Rezension zu „Dunkel Land“ von Roxann Hill
Meinung:
Roxann Hill hat einen schönen Schreibstil. Klasse ist, dass nicht lange die Situation beschrieben wird, sondern die Geschichte beginnt direkt und wird in einem Stil erzählt, der leicht zu lesen ist und die Situationen gut beschreibt. Ich hatte das Gut Wuthenow und seine Bewohner von Beginn an bildlich vor Augen.
Der Fall an sich ist schon spannend, aber der Roman hat mich aufgrund seiner tollen Charaktere gefesselt. Zunächst sind da Verena und ihre Nichte Amelie, die bei Verena lebt, seit ihre Eltern ums Leben gekommen sind. Amelie ist bezaubernd und hat mich so manches Mal zum Schmunzeln gebracht. Durch ihre fröhliche Art und kindliche Leichtigkeit hat sie die Situationen aufgelockert, was mir als Angsthase gut gefallen hat. Außerdem bezaubert sie auch die anderen Bewohner des Guts.
Die Protagonistin Verena ist sehr sympathisch und das von Beginn an, da sie sich toll um ihre Nichte kümmert. Außerdem ist von Beginn an deutlich, dass sie eine selbstbewusste junge Frau ist, die Amelie ein möglichst gutes Leben ermöglichen möchte. Außerdem ist sie intelligent und einfühlsam, was ihr im Verlauf des Krimis so manches Mal zugutekommt.
Der spannendste Charakter ist sicherlich der Protagonist Carl von Wuthenow. Nach einem Kopfschuss ist sein Kurzzeitgedächtnis beschädigt, weshalb er sich jeden Abend Notizen macht und diese am nächsten Morgen liest, um zu wissen, was er erlebt hat. Außerdem wirkt er recht eigenwillig und hat zunächst keine Lust, sich von Verena betreuen zu lassen. Mir gefällt vor allem, dass beide Charaktere ihre Macken haben und nicht dem perfekten Agenten-Klischee entsprechen.
Die zwei bilden ein tolles Team und auch die Entwicklung ihres Vertrauensverhältnisses fand ich klasse. Viele mögen private Verstrickungen und Infos in Krimis ja nicht so gerne, mit persönlich gefällt das aber sehr.
Insgesamt hat mir der Krimi sehr gefallen. Ich werde sicher den nächsten Krimi der Reihe lesen, auch wenn ich einen Punkt abziehe, da ich das Ende in groben Zügen doch vorausahnen konnte. Der Fall an sich ist jedoch spannend und gerade Carl und Verena als Ermittlerduo sind toll, da sie sich super ergänzen und nicht perfekt sind.

Veröffentlicht am 29.10.2017

Vielfältige Charaktere, interessante Handlungsstränge

Die Schlange von Essex
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Rezension zu „Die Schlange von Essex“ von Sarah Perry
Meinung:
Sarah Perry hat mit „Die Schlange von Essex“ ein interessantes Buch geschrieben, dass leider etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Der ...

Rezension zu „Die Schlange von Essex“ von Sarah Perry
Meinung:
Sarah Perry hat mit „Die Schlange von Essex“ ein interessantes Buch geschrieben, dass leider etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Der Schreibstil ist außergewöhnlich. Die Autorin schreibt sehr bildhaft, leicht poetisch und mit Liebe zum Detail, was mir sehr gut gefallen hat. Dadurch ist der Roman zwar etwas anspruchsvoller zu lesen, aber gerade der Stil hat für mich bei dem Buch viel gerettet, einfach, weil er mal anders ist. Außerdem wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven erzählt, was viele Einblicke ermöglicht.
Die Geschichte hat mich nicht vollkommen enttäuscht, ich habe jedoch einen anderen Schwerpunkt erwartet. Aus dem Klappentext geht hervor, dass es um die Kontroverse zwischen Religion und Darwin bzw. der Naturwissenschaft gehen soll. Dieser Diskurs wird jedoch leider nur in geringem Maße deutlich. Religion und Aberglaube spielen schon eine zentrale Rolle in dem Roman, jedoch wird diese Diskussion vernachlässigt, was wirklich schade ist. Insgesamt spielt die Geschichte an mehreren Orten und so entstehen auch mehrere Handlungsstränge. Das fand ich sehr interessant und spannend, da man als Leser nicht nur mit der Haupthandlung um die Protagonistin Cora, sondern auch mit den Nebencharakteren mitfiebert.
Die Charaktere haben mir sehr gefallen. Sie sind vielseitig und interessant gestaltet. Die Protagonistin Cora ist schwer zu beschreiben. Sie fühlt sich nach dem Tod ihres Mannes geradezu befreit und widmet sich ihrer Leidenschaft, der Wissenschaft. Sie scheint aus ihrer Rolle als Dame ausbrechen zu wollen, was ihr nicht immer gelingt. Sie ist voller Widersprüche, was die Handlung bereichert. Dasselbe gilt für William, den Pastor den sie in Aldwinter trifft und mit dem sie viel Zeit verbringt. Die Beziehung zwischen den beiden wird zum Hauptstrang der Geschichte, der mir gut gefallen hat, auch wenn, wie schon erwähnt, die erwartete tiefgründige Diskussion um Religion und Wissenschaft ausbleibt. Nennenswert sind auch Luke der Arzt, der von Beginn an Coras Nähe sucht und sein Freund George Spencer. Beide begleiten die Geschichte und sorgen für interessante Nebenhandlungen. Vor allem Luke ist interessant, da schnell deutlich wird, dass er für die Medizin und die zugehörige Wissenschaft lebt und er damit heraussticht.
Insgesamt macht das Buch die verschiedenen Handlungsstränge, die teilweise etwas schrägen Charaktere und das Beziehungsnetz aus. Wem diese Dinge gefallen und wer zudem kein Problem mit Perspektivwechseln und einer blumigen Schreibweise hat, der sollte den Roman lesen, auch wenn der Klappentext etwas irreführend ist und falsche Erwartungen weckt.

Veröffentlicht am 07.10.2017

Grandios!

Mein Herz gehört dir
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Rezension zu „Mein Herz gehört dir“ von Marie Force
Meinung:
Wow, was für ein tolles Buch! Ich werde mit jedem Roman ein größerer Fan der Familie Abbott. Marie Force hat auch in dem dritten Band der Green-Mountain-Serie ...

Rezension zu „Mein Herz gehört dir“ von Marie Force
Meinung:
Wow, was für ein tolles Buch! Ich werde mit jedem Roman ein größerer Fan der Familie Abbott. Marie Force hat auch in dem dritten Band der Green-Mountain-Serie mit ihrem Stil eine tolle Atmosphäre geschaffen, die zum Lachen und Weinen einlädt. Ich war wieder einmal für eine Weile in Vermont.
Die Charaktere sind ja grob schon bekannt. Es ist toll, wie man in jedem Roman einige genauer kennenlernt und sie eine Weile begleitet. Sehr gut gefällt mir auch, dass die anderen Charaktere immer wieder auftauchen und man die Geschichte der anderen Paare weiterverfolgen kann. Häufig geschieht dies in Reihen ja gar nicht oder nur sehr marginal.
Jetzt aber zu Colton und Lucy, den Protagonisten in diesem Band.
Beide fand ich klasse. Sie sind für sich genommen schon besonders. Colton ist mit seiner Art zu leben überaus interessant. Seine Leidenschaft für den Ahornsirup ist bewundernswert und mindestens genauso bewundernswert ist die Leidenschaft, die er für Lucy empfindet. Lucy ist ebenso außergewöhnlich. Sie ist nicht so stark, wie sie zu sein scheint. Colton entlockt ihr so viel Vertrauen, dass sie von ihrer üblichen Routine abweicht. Sie schafft es ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, ohne alles Alte verlassen zu müssen. Diese Gradwanderung meistert sie gut und ihr Charakter zeigt, dass aufgeben zwar eine Option sein kann, aber im Endeffekt nicht glücklich machen wird. Ich hatte das Gefühl, dass Lucy ihr wahres Ich entdeckt.
Die zwei als Paar sind grandios. Ich musste während des gesamten Romans immer wieder lachen, weil die Zwei geniale Dialoge führen. Hier kommt natürlich auch der Stil der Autorin zum Tragen. Humorvolle und traurige Szenen lässt sie den Leser fühlen.
Die Geschichte ist inhaltlich wie einige Liebesgeschichte, aber durch den humorvollen Schreibstil und vor allem aufgrund der tollen Charaktere ist sie dann doch nicht wie jede andere. Was diese Reihe ausmacht, ist die Familie Abbott, die immer zusammenhält und bei denen die verschiedenen Charaktere harmonieren. Sie sind, wie man sich eine Großfamilie vorstellt. Es herrscht Trubel, es gibt Sticheleien, aber vor allem herrscht ganz viel Vertrauen und Liebe. Ich kann diese Reihe jedem wärmstens ans Herz legen, der gerne Liebesgeschichten liest. Kommt nach Vermont und taucht in das Leben der Familie ein. Ihr werdet eine Menge Spaß haben.

Veröffentlicht am 06.10.2017

Guter Roman mit kleinen Schwächen

The Promise - Der goldene Hof
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Rezension zu „The Promise- Der goldene Hof“ von Richelle Mead
Meinung:
Der Roman lässt mich etwas zwiespältig zurück. Zunächst einmal was mir gefallen hat.
Dazu gehört der Schreibstil. Er ist flüssig und ...

Rezension zu „The Promise- Der goldene Hof“ von Richelle Mead
Meinung:
Der Roman lässt mich etwas zwiespältig zurück. Zunächst einmal was mir gefallen hat.
Dazu gehört der Schreibstil. Er ist flüssig und lässt sich leicht lesen, so wie es für ein Jugendbuch angebracht ist. Die Geschichte war angenehm erzählt und man konnte sich die Schauplätze gut vorstellen.
Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Bei der Ausbildung am goldenen Hof hat sich die Autorin auf wenige Mädchen konzentriert, was gut war, da diese so ins Zentrum rückten und ihre Geschichten sich wie ein roter Faden durch die Geschichte zogen, ohne das die Protagonistin verdrängt worden wäre. Adelaide bzw. Elisabeth ist eine gute Protagonistin. Eine starke junge Frau, die ein Ziel vor Augen hat, dass sie zielstrebig verfolgt. Sie ist klug und raffiniert. Ein sympathischer Charakter. Erwähnenswert sind auch ihre beiden Freundinnen Tamsin und Mira. Das Dreiergespann unterscheidet sich charakterlich sehr, was den Roman spannend macht. Jede der drei erlebt ihr eigenes Abenteuer und doch bleiben sie stets aufgrund ihrer Freundschaft verbunden. Sie haben außerdem ihre Zielstrebigkeit gemeinsam, die sich jedoch unterschiedlich ausdrückt. Während Tamsin unbedingt eine gute Partie machen möchte, bleiben Miras Absichten eher vage.
Spannend machen den Roman die Geheimnisse der Mädchen, sowie ungeahnte Vorkommnisse, über die ich nicht mehr verraten möchte. Auch die verschiedenen Männer, mit denen die Mädchen in Kontakt kommen, machen den Roman interessant, da einige von ihnen noch wichtige Rollen spielen werden.
Neben der eigentlichen Geschichte ist das Setting an sich ebenfalls sehr interessant. Es ist angelehnt an die Kolonisierung der USA. Beim Lesen muss man sich bewusst sein, dass andere Wertvorstellungen galten in Bezug auf Ehe und Heirat. Viel interessanter wird später jedoch die Vertreibung der Indianer, deren Probleme immer mal wieder angesprochen werden und die zum Nachdenken anregen.
Jetzt komme ich zur Kritik. Die Entwicklung der Geschichte und der Spannungsbogen sind nicht immer optimal. Im ersten Abschnitt ging mir die Geschichte zu langsam voran. Dann wird der Roman spannend, bis es dem Ende zugeht. Das Ende an sich hat mir zwar gut gefallen, vor allem, weil es ja noch Fortsetzungen geben wird und es so unperfekt perfekt ist, aber es hat sich zu schnell entwickelt. Es passiert alles auf einmal und für meinen Geschmack waren zu viele Zufälle im Spiel. Der Beginn war mir also zu lahm, das Ende zu übertrieben.
Dennoch würde ich den Roman insgesamt weiterempfehlen, weil die Geschichte an sich interessant ist und die Charakter einiges rausreißen. Ich selbst werde wahrscheinlich auch die Folgebände lesen, da einige Fragen offenbleiben.

Veröffentlicht am 29.09.2017

Tolle Erzählweise, spannender Fall

Kreuzschnitt
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Rezension zu „Kreuzschnitt“ von Oistein Borge
Inhalt:
Bogart Bull, eigentlich Kriminalpolizist in Oslo, wird zu Europol versetzt, nachdem er aufgrund des Verlustes seiner Frau und seiner Tochter eine schwere ...

Rezension zu „Kreuzschnitt“ von Oistein Borge
Inhalt:
Bogart Bull, eigentlich Kriminalpolizist in Oslo, wird zu Europol versetzt, nachdem er aufgrund des Verlustes seiner Frau und seiner Tochter eine schwere Zeit durchmacht. So gelangt er nach Frankreich, wo ein norwegischer Millionär ermordet wurde. Da alle Verdächtigen ein Alibi haben, ist Bulls einziger Anhaltspunkt ein Gemälde von Edvard Munch, das einen Dämonen zeigt. Die Ermittlungen führen Bogart Bull schnell zu einem grausamen Verbrechen in der Vergangenheit.

Meinung:
Der Schreibstil des Romans ist angenehm und sehr gut lesbar. Als Leser kann man sich gut in die Situationen des Buches hineindenken. Im Roman wechseln sich Abschnitte, die in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielen, ab. Die Verbindungen der Ereignisse aus den beiden Zeiten ist dem Autor gut gelungen. Der grobe Zusammenhang wird zügig deutlich, ohne jedoch alle Details zu verraten. So bleiben in beiden Handlungssträngen stets offene Fragen. Der genaue Zusammenhang, und damit auch die direkte Verbindung zum Mordfall in der Gegenwart, klärt sich erst am Ende.
Zu Beginn war ich etwas hin- und hergerissen. Die Geschichte nahm, meiner Meinung nach, nur langsam Fahrt auf und auf den ersten Seiten passierte weniger als ich erwartet hatte. (Vielleicht hatte ich als Krimi-Neuling auch zu hohe Erwartungen?) Nach den ersten Abschnitten wird der Krimi dann aber richtig spannend. Das Buch kann mit einigen unerwarteten Vorfällen aufwarten, sodass die Spannung immer weiter steigt und auch bis zum Ende erhalten bleibt. Der weitere Verlauf des Krimis hat den schwachen Start in jedem Fall wieder wettgemacht.
Der Autor hat mit Bogart Bull einen interessanten Hauptcharakter geschaffen. Der Ermittler ist einerseits sehr scharfsinnig, andererseits alles andere als perfekt. Gerade seine Ecken und Kanten machen ihn aber zu einem tollen Charakter. Die Klischees werden schon zu oft bedient. Er wird mit Sicherheit auch in weiteren Fällen erfolgreich ermitteln können.
Toll ist auch das letzte Kapitel, dass bereits die Neugierde auf den nächsten Band weckt.
Insgesamt handelt es sich bei dem Krimi um einen spannenden Fall, der mit seiner Erzählweise und einem interessanten Hauptcharakter besticht. Nach anfänglicher Schwäche kommt viel Spannung auf, die bis zum Schluss erhalten bleibt. Ein Krimi der unterhält. Ich empfehle ihn in jedem Fall weiter und würde Bogart Bull gerne bei weiteren Fällen begleiten.