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Jule_liest

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2017

Schöner Sommerroman

Bea macht blau
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Rezension zu „Bea macht blau“ von Tessa Henning
Inhalt: Beas Tochter ist ausgezogen und ihr Mann hat eine Affäre. Bea reicht´s und fährt spontan nach San Sebastián, wo sie schon viele glückliche Wochen ...

Rezension zu „Bea macht blau“ von Tessa Henning
Inhalt: Beas Tochter ist ausgezogen und ihr Mann hat eine Affäre. Bea reicht´s und fährt spontan nach San Sebastián, wo sie schon viele glückliche Wochen verbracht hat. Außerdem lebt dort ja auch noch ihre Schwester. Ein gefährliches Unterfangen, denn Karin ist überzeugte Aussteigerin und gerät mit Kontrollfreak Bea sofort wieder aneinander. Aber in der Not müssen sich beide zusammenraufen. Bea findet zwischen Tapas, Strand und Vino wieder Spaß am Leben und gerät nebenbei an einen Mann, der sie zum Träumen bringt. Ganz so einfach lässt sich ihr altes Leben aber nicht abschütteln.

Meinung:
Der Erzählstil ist leicht und flüssig. Die Begeisterung der Autorin für das Baskenland ist spürbar und ansteckend. Ich hatte das Gefühl, mich selbst dort zu befinden und habe seitdem den Wunsch, nach San Sebastián und Bilbao zu fahren. Auch die Begeisterung für Kunst weiß Tessa Henning zu wecken.
Der Roman besticht vor allem durch seine vielseitigen, sympathischen Charaktere, die den Roman lebendig und unterhaltsam machen. Auch wenn mir zu Beginn die Identifikation mit Bea fehlte, so gefiel sie mir im Verlauf des Romans immer besser. Der Kontrast zwischen Bea und ihrer Schwester Karin ist gut gelungen. Kontrollfreak trifft auf Aussteiger. Die Spannung des Romans wird unter anderem durch den Konflikt der Schwestern aufrechterhalten. Mit Fortschreiten der Geschichte ergibt sich ein immer vollständigeres Bild der beiden, ihrer Wünsche und Sehnsüchte und natürlich auch des Grundes ihres jahrelangen Streits. Unbedingt erwähnen möchte ich auch Angel und Alba. Schon nach der ersten Szene, in der Angel auftaucht, haben ich den liebenswerten, fröhlichen Tapasbar-Besitzer ins Herz geschlossen. Er ist die gute Seele, die so ein Sommerroman braucht.
Bei Alba hat es etwas länger gedauert, bis ich sie ins Herz geschlossen hatte, aber vor allem zum Ende hin musste ich häufig schmunzeln. Worüber verrate ich nicht, dann würde ich zu viel der Handlung vorwegnehmen.
Insgesamt hat mir der Roman gut gefallen, auch wenn mir in ein, zwei Situationen die Handlung etwas zu schnell ging. Vor allem die Charaktere haben mich überzeugt. „Bea macht blau“ ist eine schöne, leichte Sommerlektüre, die ich weiterempfehlen kann.

Veröffentlicht am 28.06.2017

Romantisch, poetisch, berührend

Liebe findet uns
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Rezension zu „Liebe findet uns“ von J. P. Monninger
Inhalt: Heather reist nach ihrem Uniabschluss mit ihren zwei besten Freundinnen durch Europa. Im Zug nach Amsterdam trifft sie Jack. Er folgt Stationen ...

Rezension zu „Liebe findet uns“ von J. P. Monninger
Inhalt: Heather reist nach ihrem Uniabschluss mit ihren zwei besten Freundinnen durch Europa. Im Zug nach Amsterdam trifft sie Jack. Er folgt Stationen aus dem alten Reisetagebuch seines Großvaters. Die beiden besuchen die unglaublichsten Orte und verbringen die schönste Zeit ihres Lebens. Bis Jack völlig unerwartet verschwindet. Heather ist verzweifelt, wütend. Was ist sein Geheimnis? Sie weiß: Sie muss ihn wiederfinden.

Meinung:
Romantisch, poetisch, berührend. Schon das wunderschöne Cover erweckt diese Assoziationen, mit denen sich dieser Roman beschreiben lässt.
Der Schreibstil des Autors ist toll. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Textstellen in einem Buch markiert. Er beschreibt poetisch und sanft die Geschichte um Heather und Jack.
Die Erlebnisse der beiden sind aufregend und nicht alltäglich. Reiseklischees bedienen sie nicht. Die Orte erkunden sie auf ihre eigenen Weise, was die Handlung besonders macht. Das Reisetagebuch von Jacks Großvater begleitet die Geschichte der beiden. Die Idee hat mir sehr gefallen und der Autor hat es so in den Roman eingearbeitet, dass es zu einem wichtigen Element wird. Die Handlung ist insgesamt gekennzeichnet von kleinen Gesten der Protagonisten, die die Geschichte herzlich werden lassen und aufgrund derer man die Liebe der beiden sehr gut spüren kann.

Die Charaktere sind charmant. Drei Freundinnen, die sich immer aufeinander verlassen können, finden ihren Weg. Die Art, wie sie miteinander umgehen und sich umeinander kümmern, macht ihre Freundschaft besonders und zu einem Vorbild für alle. Heather und Jack sind perfekte Gegenstücke. Sie, die durchorganisierte Karrierefrau, und er, der spontane, freie junge Mann. Er lässt sie die Freiheit spüren, sie lässt ihn erahnen, wie schön ein Leben mit ihr sein könnte. Die beiden finden die Liebe und die Liebe findet sie. Die Wendungen sind unvorhersehbar, traurig und trotzdem schön, was nicht zuletzt an der sanften Erzählweise des Autors liegt.


Dieses Buch ist definitiv ein Highlight und ein Muss für jeden, der gefühlvolle Geschichten mag.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Erschreckende Realität

Der Tag X
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Rezension zu „Der Tag X“ von Titus Müller

Inhalt:
Seit ihr Vater als Wissenschaftler zu einem Leben in Russland gezwungen wurde, passt Nelly sich ihrer Ostberliner Umgebung immer weniger an. Sie engagiert ...

Rezension zu „Der Tag X“ von Titus Müller

Inhalt:
Seit ihr Vater als Wissenschaftler zu einem Leben in Russland gezwungen wurde, passt Nelly sich ihrer Ostberliner Umgebung immer weniger an. Sie engagiert sich in einer kirchlichen Jugendorganisation und wird im Frühjahr 1953 kurz vor dem Abitur von der Schule geworfen. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis.
Nelly steht in einer undurchschaubaren Verbindung mit einem russischen Spion, der Kontakte im Kreml hat. Welches Geheimnis verbindet die beiden? Wie Wolf scheint auch der Fremde von einem Leben mit Nelly zu träumen.
In Berlin und Halle entlädt sich unterdessen die Unzufriedenheit der Menschen mit dem Regime in Massendemonstrationen.

Meinung:
Als Hintergrund dient der 17.Juni 1953. Der Roman ist sehr gut recherchiert und es ist hilfreich, sich ein wenig in der Geschichte auszukennen, da viele Fachbegriffe und Abkürzungen auftauchen, die jedoch auch im Anhang erläutert werden. Trotz der Fachbegriffe lässt er sich leicht und flüssig lesen und man hat das Gefühl mitten im Geschehen zu sein. Die Atmosphäre und die Entwicklung des Aufstandes sind spürbar und werden beeindruckend deutlich.
Der Roman zeigt schon auf den ersten Seiten, was Ideologie bewirken kann. Geschichte sollte immer auch dazu da sein, um aus ihr zu lernen. Daher ist der Roman, obwohl er historisch ist, aktuell, da er anregt über Politik und seine Funktion und Auswirkungen nachzudenken, was ich gerade in unserer Gegenwart mit den politischen Brandherden wichtig finde.
Der Spannungsaufbau gefällt mir sehr gut. Lange bleibt unklar, welche Rolle der russische Spion spielt und wo Nellys Vater steckt. Auch die steigernde Anspannung in der Gesellschaft, die sich dann am Tag X entlädt, trägt dazu bei.
Auch die Charaktere sind toll beschrieben. Nelly gefällt mir sehr gut. Sie ist ein mutiger, beispielhafter Charakter, der all jene vertritt, die sich gegen das Regime aufgelehnt haben. Ihre Geschichte ist realistisch erzählt und vermittelt das Zeitgeschehen.
Wolf ist, zumindest auf politischer Ebene, der perfekte Gegenpart zu Nelly- ebenfalls jung, aber (zunächst) regimetreu. Gut gefällt mir, dass er einerseits regimetreu scheint, andererseits aber an vielen Dingen zweifelt, wie etwa dem Schulverweis. Er versteht nicht, wie Nelly an einen Gott glauben und sich derart negativ über den Staat äußern kann, ist aber andererseits nicht einverstanden mit einigen der vom Staat gegebenen Einschränkungen. An ihm sieht man in jedem Fall was eine ideologische Erziehung nach Vorstellung des Staates und der Angstapparat Stasi bewirkt haben. Der Charakter des russischen Spions ist gnadenlos und mordet, wenn es ihm aufgetragen wird. Er stellt jedoch auch einige Geschehnisse und Verhaltensweisen der Führungsriege Russlands in Frage, was ihn sehr interessant macht.

Fazit:
Der Roman regt zum Nachdenken an. Er macht bewusst, was Politik und Macht anrichten können und wie Komplex die Politik ist, dass alles verpackt in einer tollen Geschichte mit starken Charakteren. Gerade in unserer heutigen Zeit sollten wir daran denken und uns unserer Verantwortung bewusst sein, die wir bei jeder Wahl tragen.
Ein beeindruckender Roman, den ich jedem ans Herz legen kann, der sich für Geschichte und Politik interessiert.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Guter Krimi mit tollen Charakteren

Die unbekannte Schwester
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Rezension zu „Die unbekannte Schwester“ von Theresa Prammer

Inhalt:
Gleich am ersten Tag bei der Polizei wird Lotta Fiore zu einem Tatort gebeten, an dem sie einen Zettel mit ihrem eigenen Namen findet. ...

Rezension zu „Die unbekannte Schwester“ von Theresa Prammer

Inhalt:
Gleich am ersten Tag bei der Polizei wird Lotta Fiore zu einem Tatort gebeten, an dem sie einen Zettel mit ihrem eigenen Namen findet. Erschüttert sich sie Hilfe bei ihren Kollegen von der Mordkommission, aber dort schläft ihr nur Neid und Missgunst entgegen. Wieso Lotta ohne eine Ausbildung bei der Wiener Polizei eingestellt wurde, vermag niemand zu verstehen. Als Tochter einer weltberühmten Operndiva kennt sie diese Reaktionen nur zu genau. Was niemand weiß: die Operndiva ist nicht ihre richtige Mutter. Über die Entführung Lottas wissen nur sie und ihre „Schwester“ Henriette Bescheid. Als diese verschwindet, beginnt für Lotta ein Wettlauf mit der Zeit, denn das Geheimnis der Schwestern birgt eine tödliche Gefahr.

Meinung:
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Die Ereignisse werden spannend geschildert und die Verstrickungen bauen logisch aufeinander auf. Der Roman besticht durch tolle Charaktere und eine spannende Geschichte, in der am Ende alle Fäden zusammenlaufen.
Vor allem Lotta hat mir sehr gut gefallen. Sie scheint eine starke Frau zu sein. Hinter der Fassade werden jedoch Abgründe sichtbar, die man sich kaum vorzustellen vermag. Der Autorin ist es gelungen, den aktuellen Fall der Mordkommission mit der zunächst sehr rätselhaften Vergangenheit Lottas zu verbinden und die verschiedenen Erzählstränge langsam auf eine spannende Weise zusammenzuführen. Gut gefallen hat mir auch, dass es sich bei Lotta und Konrad nicht um ein aalglattes, perfektes und top ausgebildetes Ermittlerduo handelt. Beide schleppen schwere Steine mit sich herum, trotz derer sie Widerstände besiegen und ihre Ermittlungen durchführen. Der Polizeichef war mir sehr unsympathisch, was jedoch von der Autorin gewollt war. Ein unangenehmer Angeber, der sich stets profilieren will. Und dann ist da noch Hannes, Lottas Ehemann, der versucht alles richtig zu machen und dennoch falsch handelt. Die Charaktere sind vielschichtig und abwechslungsreich, was sich positiv auf den Roman auswirkt.
Von der ersten Seite an ist man mitten drin im Geschehen.
Ein spannender Krimi mit tollem Ende, den ich nur jedem ans Herz legen kann, der gern spannende Geschichten liest, bei denen sich die Geschichte aus vielen Puzzlestücken nach und nach ergibt.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Spannend- für Mittelalterfans ein Muss

Die fremde Königin
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Rezension zu „Die fremde Königin“ von Rebecca Gablé

Inhalt:
Der junge Gaidemar, ein Bastard unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, soll die italienische Königin Adelheid aus ...

Rezension zu „Die fremde Königin“ von Rebecca Gablé

Inhalt:
Der junge Gaidemar, ein Bastard unbekannter Herkunft und Panzerreiter in König Ottos Reiterlegion, soll die italienische Königin Adelheid aus der Gefangenschaft in Garda befreien. Auf ihrer Flucht verliebt er sich in sie, aber Adelheid heiratet König Otto. Gaidemar steigt zum Vertrauten der Königin auf und erringt mit Otto wichtige Siege auf dem Schlachtfeld. Er verlobt sich schließlich mit der Tochter eines mächtigen Slawenfürsten, und der Makel seiner Geburt scheint endgültig vertilgt. Doch Adelheid und Gaidemar ahnen nicht, dass ihr gefährlichster Feind noch lange nicht besiegt ist und als sie mit Otto zur Kaiserkrönung nach Rom aufbrechen, droht ihnen dies zum Verhängnis zu werden.

Meinung:
Rebecca Gablé hat den Roman in den Kontext der Geschichte der Ottonen gesetzt. Ihr Stil lässt sich flüssig lesen, was bei 750 Seiten von Vorteil ist. Sie schreibt interessant und fesselnd. Die historischen Fakten vermischt sie toll mit fiktiven Charakteren und Situationen. Obwohl es sich eigentlich um Teil zwei der Reihe zu den Ottonen handelt, lässt er sich problemlos und ohne Verständnisschwierigkeiten ohne Kenntnisse des ersten Bandes lesen.
Trotz der vielen Charaktere kommt man nicht durcheinander, da sie sowohl vor Beginn des Romans kurz erläutert, als auch nach und nach so in den Roman eingebunden werden, dass sie gut auseinander zuhalten sind.
Die Charaktere sind vielfältig und machen den Roman spannend. Außerdem sorgen für interessante Wendungen. Gerade Gaidemar und Adelheid verdienen Aufmerksamkeit, da Gaidemars Entwicklung bewundernswert ist und Adelheid eine besondere Stellung und nicht zu unterschätzenden Einfluss hatte. Für eine Frau im Mittelalter (auch im Adel) sicher bewundernswert.
Zwischendurch waren mir die Schlachtszenen etwas zu lang, hier hätte der Roman für einen Geschmack gern etwas kürzer sein können.
Insgesamt ist der Roman jedoch absolut empfehlenswert. Wer gern historische Romane liest, ist mit diesem Roman sicherlich gut beraten. Trotz der vielen Seiten ist der Roman spannend und gut erzählt.