Profilbild von Jule_liest

Jule_liest

Lesejury Star
offline

Jule_liest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Jule_liest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2025

mitreißend

Variation – Für immer oder nie
0

Rezension zu „Variation“ von Rebecca Yarros
Mit „Variation“ hat Rebecca Yarros erneut einen mitreißenden Liebesroman geschrieben.
In Cape Cod ist durch die Familie Rousseau Ballett ein großes Thema. Die ...

Rezension zu „Variation“ von Rebecca Yarros
Mit „Variation“ hat Rebecca Yarros erneut einen mitreißenden Liebesroman geschrieben.
In Cape Cod ist durch die Familie Rousseau Ballett ein großes Thema. Die Familie ist reich, die Mutter ehemalige Ballerina und nun Trainerin. Und vor allem ist sie eins: sehr ehrgeizig, weshalb sie von ihren vier Töchtern viel verlangt. Der Roman beginnt in der Jugend der Familie. Zwei der Töchter haben Kontakt zu den Ellis Brüdern, eine der beiden verstirbt bei einem Unfall. Dann folgt ein Zeitsprung. Allie ist mittlerweile eine sehr bekannte Ballerina. Aufgrund einer Verletzung muss sie pausieren. Um sich zu erholen verbringt sie den Sommer in Cape Cod und trifft, wie soll es anders sein, Hudson wieder. Die Chemie zwischen den beiden ist von Beginn an greifbar. Die Autorin beherrscht es, mit ihrem Schreibstil die perfekte Atmosphäre für einen Liebesroman zu schaffen. Die beiden Protagonisten sind starke Persönlichkeiten und sympathisch. Natürlich steht ihre Geschichte im Zentrum, aber nicht nur. Die Geschichte besticht durch die große Frage: Wie beeinflusst der Unfall der ältesten Rousseau-Schwester die Beziehung aller und wer schleppt welches Geheimnis mit sich herum.
Ebenfalls gelungen sind die weiteren Charaktere. Da wäre Allies Schwester Anne, die dem Ballett den Rücken gekehrt hat und sich nun um ihre Schwester kümmert. Sehr wütend macht die Mutter der Rousseaus. Von Ehrgeiz getrieben und später auch von Trauer, handelt sie egoistisch und stehts über den Kopf ihrer Töchter hinweg. Ein Sonnenschein ist dagegen Hudsons Nichte. Clever wie sie ist, mischt sie alle auf. Caroline, ihre Adoptivmutter und Hudsons Schwester hält dagegen den Laden zusammen, auch wenn sie, was ihre Tochter angeht, übervorsichtig ist.
Ein kleiner Makel sind die teilweise sehr expliziten Szenen, die es meiner Meinung nach, nicht gebraucht hätte. Die Chemie zwischen Allie und Hudson ist auch ohne diese Szenen sehr greifbar.
Insgesamt ist „Variation“ ein mitreißender Roman der eine tolle Mischung aus Liebe und Geheimnissen bereit hält.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.06.2025

Schöne Sommergeschichte

Ein Sommer in Salerno
0

Rezension zu „Ein Sommer in Salerno“ von Serena Giuliano
Serena Giuliano hat ihren Roman in einem lockeren, leicht lesbaren Erzählton verfasst, passend zu einem Sommerroman. Interessant ist die Struktur. ...

Rezension zu „Ein Sommer in Salerno“ von Serena Giuliano
Serena Giuliano hat ihren Roman in einem lockeren, leicht lesbaren Erzählton verfasst, passend zu einem Sommerroman. Interessant ist die Struktur. Eleonore, die Protagonistin, arbeitet an jedem Wochentag bei einem anderen Klienten. Daher sind die Kapitel den Wochentagen und Klienten zugeordnet. Durch die klare Struktur behält man trotz der wechselnden Charaktere den Überblick.
Eleonore ist eine tolle Protagonistin. Sie ist sehr sympathisch und vor allem empathisch. Etwas nervig ist, wie sehr sie an Marco hängt, vor allem aufgrund der Umstände, die ich hier nicht verraten möchte. Großartig sind ihre Kinder. Die hat sie so ungewöhnlich gut erzogen, dass es große Freude macht, von den beiden zu lesen. Eleonores Liebesgeschichte spielte für mich zu Beginn gar keine so große Rolle, was aber der Geschichte keinen Abbruch tat.
Abwechslungsreich wird der Roman durch die unterschiedlichen Klienten, die alle ihren Teil zu der auch immer wieder sehr humorvollen Geschichte beitragen. Es gibt so einige kuriose Situationen, über die zum Schmunzeln einladen.
Zum Ende hin entwickelte sich die Geschichte schon recht schnell. Ich hätte gerne weitere Seiten gelesen und wäre gerne noch etwas länger in Salerno bei Eleonore geblieben.
Insgesamt ein angenehmer Roman und tollen Charakteren und lustigen Situationen, der sich als Ferienlektüre eignet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2025

schöne Geschichte mit stilistischen Schwächen

Great Big Beautiful Life
0

Rezension zu „Great Big Beautiful Life“ von Emily Henry
Emily Henry schreibt in einem leicht lesbaren Erzählstil, der gut zum Roman passt. Stilistisch enthält er einige Schwächen. Neben häufigen Wiederholungen ...

Rezension zu „Great Big Beautiful Life“ von Emily Henry
Emily Henry schreibt in einem leicht lesbaren Erzählstil, der gut zum Roman passt. Stilistisch enthält er einige Schwächen. Neben häufigen Wiederholungen bestimmter Beschreibungen, sinddiese selbst merkwürdig (z.B. Beine passen nicht unter einen Tisch, Alice „biegt“ sich,…). Irritierend ist der Klappentext. Wider erwarten liegt ein viel größeres Augenmerk auf der Geschichte Margarets, als es zunächst den Anschein hat. Geht man ohne große Erwartung (und im Idealfall ohne den Klappentext zu lesen) an das Buch heran, bekommt man eine schöne Geschichte. Alice und Hyden treffen sich zu Beginn des Romans. Beide wollen die Biografie einer alten Dame schreiben, die einer sehr berühmten Familie entstammt und sich seit langem verborgen hält. Alice ist ein Sonnenschein. Fast immer gut gelaunt, sehr sympathisch und vor allem empathisch. Hayden dagegen ist eher grummelig, wobei er aber dennoch ebenfalls sympathisch wirkt. Die Geschichte der beiden ist insgesamt süß erzählt. Einige Stellen wirken jedoch zu konstruiert, als wäre der Autorin eingefallen, dass da ja noch eine Lovestory in der Gegenwart ist.
Beide treffen Margaret immer wieder um sie kennenzulernen. Dabei sind wir nur bei den Treffen mit Alice dabei. Stilistisch ist das schön gemacht, da Alice zunächst in ein bis zwei Sätzen zusammenfasst, wie die Öffentlichkeit Margarets beschriebene Ereignisse wahrgenommen hat und sie dann im Anschluss Margarets Version erzählt. So erfahren wir eine Menge über Margaret und ihre berühmte Familie. Ihre Geschichte ist sehr spannend gestaltet und voller Geheimnisse.
Insgesamt wird durch Margarets Geschichte die Spannung erhalten. Der Roman besticht außerdem durch seinen Aufbau und die sympathischen Charaktere. Stilistisch sind einige Beschreibungen merkwürdig und werden häufig wiederholt. Daher handelt es sich bei „Great Big Beautiful Life“ sicherlich nicht um Emily Henrys besten Roman. Lesenswert ist er dennoch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2025

typisch Suter

Wut und Liebe
0

Rezension zu „Wut und Liebe“ von Martin Suter
Noah und Camilla stehen im Zentrum dieser Geschichte. Noah, ein eher erfolgsloser Künstler wird von Camilla aus genau diesem Grund verlassen. Beide pendeln ...

Rezension zu „Wut und Liebe“ von Martin Suter
Noah und Camilla stehen im Zentrum dieser Geschichte. Noah, ein eher erfolgsloser Künstler wird von Camilla aus genau diesem Grund verlassen. Beide pendeln daraufhin zwischen Wut und Liebe. Der Titel des Buches ist also Programm. Geschickt zeichnet Martin Suter das Bild eines erfolgslosen Künstlers auf der Suche nach Anerkennung und Liebe. Seine Verzweiflung wird immer wieder zur Wut – denn Camilla kann er einfach nicht vergessen. Er ist wütend auf seine Situation und wird die Liebe zu Camilla nicht los. Dann trifft er Betty, eine alte Dame, die ebenfalls voller Wut ist. Gemeinsam versuchen sie dem ehemaligen Geschäftspartner von Betty zu schaden.
Die Geschichte wird dabei fast schon komisch und kommt mit einem genialen Plottwist daher. Suter schreibt gewohnt ruhig und intelligent. Ein Muss für jeden Suter Fan und die, die es werden wollen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.03.2025

authentisch, humorvoll, klug

No Hard Feelings
0

Rezension zu „No hard feelings“ von Genevieve Novak
Genevieve Novak erzählt in leichtem, flüssig lesbarem Ton von Penny. Penny, die sich häufig mit anderen vergleicht und hart mit sich ins Gericht geht. ...

Rezension zu „No hard feelings“ von Genevieve Novak
Genevieve Novak erzählt in leichtem, flüssig lesbarem Ton von Penny. Penny, die sich häufig mit anderen vergleicht und hart mit sich ins Gericht geht. Penny, die so verloren wirkt, obwohl sie eine junge, kluge Frau ist. Penny, die immer das Gefühl hat, allen anderen ginge es besser und sie habe kein Glück verdient. Mit Ende zwanzig hat sie einen Job, den sie nicht mag und einen On-Off-Freund, der sich ständig nicht meldet und von dem sie sich emotional abhängig macht. Wer jetzt denkt, „No hard feelings“ sei ein reiner Liebesroman, liegt falsch. Natürlich geht es um Liebe. Um schlechte Liebe mit emotionalen Abhängigkeiten, die nicht gut tun und um gute Liebe, die manchmal näher liegt als man denkt. Es geht aber auch um Freundschaft. Pennys Freundinnen Bec und Annie haben unterschiedliche Leben und nehmen dadurch unterschiedlich Einfluss auf sie. Bec ist in einer glücklichen Beziehung und möchte bald heiraten, Annie ist erfolgreich im Job. Der Roman zeigt verschiedene Facetten von Freundschaft. Es darf auch mal Krachen, aber ein Grundvertrauen bleibt dann eben doch. Um ihre Probleme zu überwinden, geht Penny immer wieder zur Therapie. Sie ist Teil einer Generation, in der die Therapie eher als Chance wahrgenommen wird und nicht mehr als Makel. Man fühlt beim Lesen, wie gut ihr das tut, auch wenn es erstmal hart ist.
Vor allem geht es aber um das Erwachsenwerden und sich finden. Pennys (Verlust-)Ängste und das Verloren-Sein kennen sicher viele. Die Charaktere sind unglaublich authentisch und aus dem Leben gegriffen. Der Roman bildet ab, wie es ist Ende zwanzig zu sein. Dabei schreibt die Autorin sehr humorvoll. Die Dialoge sind immer wieder sehr witzig.
Im Kopf geblieben ist mir vor allem ein Zitat: „Manchmal würde ich einfach gerne verschwinden können. Aber insgeheim berührt mich nichts so sehr, wie wenn ich bemerkt werden. […] Selbst wenn mit jemand ein Video von einer flauschigen Katze schickt, nur weil er es gesehen und an mich gedacht hat, freue ich mich. Das ist das ultimative Kompliment: gesehen und gehört werden.“
Das Zitat bildet sehr gut ab, was Penny sich wünscht und was sich die meisten Menschen wünschen: gesehen und gehört werden, trotz aller Unzulänglichkeiten.
Der Roman ist sehr empfehlenswert, vor allem, wenn man gerne Coming-of-Age liest oder einfach sehr authentische Geschichten mag, die humorvoll erzählt sind. Ein muss für alle in den Zwanzigern und Dreißigern.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere