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Veröffentlicht am 24.06.2025

Schöne Sommergeschichte

Ein Sommer in Salerno
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Rezension zu „Ein Sommer in Salerno“ von Serena Giuliano
Serena Giuliano hat ihren Roman in einem lockeren, leicht lesbaren Erzählton verfasst, passend zu einem Sommerroman. Interessant ist die Struktur. ...

Rezension zu „Ein Sommer in Salerno“ von Serena Giuliano
Serena Giuliano hat ihren Roman in einem lockeren, leicht lesbaren Erzählton verfasst, passend zu einem Sommerroman. Interessant ist die Struktur. Eleonore, die Protagonistin, arbeitet an jedem Wochentag bei einem anderen Klienten. Daher sind die Kapitel den Wochentagen und Klienten zugeordnet. Durch die klare Struktur behält man trotz der wechselnden Charaktere den Überblick.
Eleonore ist eine tolle Protagonistin. Sie ist sehr sympathisch und vor allem empathisch. Etwas nervig ist, wie sehr sie an Marco hängt, vor allem aufgrund der Umstände, die ich hier nicht verraten möchte. Großartig sind ihre Kinder. Die hat sie so ungewöhnlich gut erzogen, dass es große Freude macht, von den beiden zu lesen. Eleonores Liebesgeschichte spielte für mich zu Beginn gar keine so große Rolle, was aber der Geschichte keinen Abbruch tat.
Abwechslungsreich wird der Roman durch die unterschiedlichen Klienten, die alle ihren Teil zu der auch immer wieder sehr humorvollen Geschichte beitragen. Es gibt so einige kuriose Situationen, über die zum Schmunzeln einladen.
Zum Ende hin entwickelte sich die Geschichte schon recht schnell. Ich hätte gerne weitere Seiten gelesen und wäre gerne noch etwas länger in Salerno bei Eleonore geblieben.
Insgesamt ein angenehmer Roman und tollen Charakteren und lustigen Situationen, der sich als Ferienlektüre eignet.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

schöne Geschichte mit stilistischen Schwächen

Great Big Beautiful Life
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Rezension zu „Great Big Beautiful Life“ von Emily Henry
Emily Henry schreibt in einem leicht lesbaren Erzählstil, der gut zum Roman passt. Stilistisch enthält er einige Schwächen. Neben häufigen Wiederholungen ...

Rezension zu „Great Big Beautiful Life“ von Emily Henry
Emily Henry schreibt in einem leicht lesbaren Erzählstil, der gut zum Roman passt. Stilistisch enthält er einige Schwächen. Neben häufigen Wiederholungen bestimmter Beschreibungen, sinddiese selbst merkwürdig (z.B. Beine passen nicht unter einen Tisch, Alice „biegt“ sich,…). Irritierend ist der Klappentext. Wider erwarten liegt ein viel größeres Augenmerk auf der Geschichte Margarets, als es zunächst den Anschein hat. Geht man ohne große Erwartung (und im Idealfall ohne den Klappentext zu lesen) an das Buch heran, bekommt man eine schöne Geschichte. Alice und Hyden treffen sich zu Beginn des Romans. Beide wollen die Biografie einer alten Dame schreiben, die einer sehr berühmten Familie entstammt und sich seit langem verborgen hält. Alice ist ein Sonnenschein. Fast immer gut gelaunt, sehr sympathisch und vor allem empathisch. Hayden dagegen ist eher grummelig, wobei er aber dennoch ebenfalls sympathisch wirkt. Die Geschichte der beiden ist insgesamt süß erzählt. Einige Stellen wirken jedoch zu konstruiert, als wäre der Autorin eingefallen, dass da ja noch eine Lovestory in der Gegenwart ist.
Beide treffen Margaret immer wieder um sie kennenzulernen. Dabei sind wir nur bei den Treffen mit Alice dabei. Stilistisch ist das schön gemacht, da Alice zunächst in ein bis zwei Sätzen zusammenfasst, wie die Öffentlichkeit Margarets beschriebene Ereignisse wahrgenommen hat und sie dann im Anschluss Margarets Version erzählt. So erfahren wir eine Menge über Margaret und ihre berühmte Familie. Ihre Geschichte ist sehr spannend gestaltet und voller Geheimnisse.
Insgesamt wird durch Margarets Geschichte die Spannung erhalten. Der Roman besticht außerdem durch seinen Aufbau und die sympathischen Charaktere. Stilistisch sind einige Beschreibungen merkwürdig und werden häufig wiederholt. Daher handelt es sich bei „Great Big Beautiful Life“ sicherlich nicht um Emily Henrys besten Roman. Lesenswert ist er dennoch.

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Veröffentlicht am 06.05.2025

typisch Suter

Wut und Liebe
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Rezension zu „Wut und Liebe“ von Martin Suter
Noah und Camilla stehen im Zentrum dieser Geschichte. Noah, ein eher erfolgsloser Künstler wird von Camilla aus genau diesem Grund verlassen. Beide pendeln ...

Rezension zu „Wut und Liebe“ von Martin Suter
Noah und Camilla stehen im Zentrum dieser Geschichte. Noah, ein eher erfolgsloser Künstler wird von Camilla aus genau diesem Grund verlassen. Beide pendeln daraufhin zwischen Wut und Liebe. Der Titel des Buches ist also Programm. Geschickt zeichnet Martin Suter das Bild eines erfolgslosen Künstlers auf der Suche nach Anerkennung und Liebe. Seine Verzweiflung wird immer wieder zur Wut – denn Camilla kann er einfach nicht vergessen. Er ist wütend auf seine Situation und wird die Liebe zu Camilla nicht los. Dann trifft er Betty, eine alte Dame, die ebenfalls voller Wut ist. Gemeinsam versuchen sie dem ehemaligen Geschäftspartner von Betty zu schaden.
Die Geschichte wird dabei fast schon komisch und kommt mit einem genialen Plottwist daher. Suter schreibt gewohnt ruhig und intelligent. Ein Muss für jeden Suter Fan und die, die es werden wollen.

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Veröffentlicht am 16.03.2025

authentisch, humorvoll, klug

No Hard Feelings
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Rezension zu „No hard feelings“ von Genevieve Novak
Genevieve Novak erzählt in leichtem, flüssig lesbarem Ton von Penny. Penny, die sich häufig mit anderen vergleicht und hart mit sich ins Gericht geht. ...

Rezension zu „No hard feelings“ von Genevieve Novak
Genevieve Novak erzählt in leichtem, flüssig lesbarem Ton von Penny. Penny, die sich häufig mit anderen vergleicht und hart mit sich ins Gericht geht. Penny, die so verloren wirkt, obwohl sie eine junge, kluge Frau ist. Penny, die immer das Gefühl hat, allen anderen ginge es besser und sie habe kein Glück verdient. Mit Ende zwanzig hat sie einen Job, den sie nicht mag und einen On-Off-Freund, der sich ständig nicht meldet und von dem sie sich emotional abhängig macht. Wer jetzt denkt, „No hard feelings“ sei ein reiner Liebesroman, liegt falsch. Natürlich geht es um Liebe. Um schlechte Liebe mit emotionalen Abhängigkeiten, die nicht gut tun und um gute Liebe, die manchmal näher liegt als man denkt. Es geht aber auch um Freundschaft. Pennys Freundinnen Bec und Annie haben unterschiedliche Leben und nehmen dadurch unterschiedlich Einfluss auf sie. Bec ist in einer glücklichen Beziehung und möchte bald heiraten, Annie ist erfolgreich im Job. Der Roman zeigt verschiedene Facetten von Freundschaft. Es darf auch mal Krachen, aber ein Grundvertrauen bleibt dann eben doch. Um ihre Probleme zu überwinden, geht Penny immer wieder zur Therapie. Sie ist Teil einer Generation, in der die Therapie eher als Chance wahrgenommen wird und nicht mehr als Makel. Man fühlt beim Lesen, wie gut ihr das tut, auch wenn es erstmal hart ist.
Vor allem geht es aber um das Erwachsenwerden und sich finden. Pennys (Verlust-)Ängste und das Verloren-Sein kennen sicher viele. Die Charaktere sind unglaublich authentisch und aus dem Leben gegriffen. Der Roman bildet ab, wie es ist Ende zwanzig zu sein. Dabei schreibt die Autorin sehr humorvoll. Die Dialoge sind immer wieder sehr witzig.
Im Kopf geblieben ist mir vor allem ein Zitat: „Manchmal würde ich einfach gerne verschwinden können. Aber insgeheim berührt mich nichts so sehr, wie wenn ich bemerkt werden. […] Selbst wenn mit jemand ein Video von einer flauschigen Katze schickt, nur weil er es gesehen und an mich gedacht hat, freue ich mich. Das ist das ultimative Kompliment: gesehen und gehört werden.“
Das Zitat bildet sehr gut ab, was Penny sich wünscht und was sich die meisten Menschen wünschen: gesehen und gehört werden, trotz aller Unzulänglichkeiten.
Der Roman ist sehr empfehlenswert, vor allem, wenn man gerne Coming-of-Age liest oder einfach sehr authentische Geschichten mag, die humorvoll erzählt sind. Ein muss für alle in den Zwanzigern und Dreißigern.

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Veröffentlicht am 14.02.2025

schöne Coming-of-age Geschichte; teilweise sehr pathetisch

Das Leben fing im Sommer an
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Rezension zu „Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer
Christoph Kramer kennt man als Fußballer und Kommentator. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben, in dem er seine Jugend beschreibt. ...

Rezension zu „Das Leben fing im Sommer an“ von Christoph Kramer
Christoph Kramer kennt man als Fußballer und Kommentator. Nun hat er seinen ersten Roman geschrieben, in dem er seine Jugend beschreibt. Für ihn begann das Leben im Sommer 2006. Das spürt man während des ganzes Romans. Flüssig lesbar beschreibt er das Erwachsenwerden. Schnell fühlt man sich in die eigene Jugend zurückversetzt. Heiße, gefühlt nie endende Sommerferien. Viel Zeit mit Freunden, Freibadbesuche, die erste Liebe, die ersten Partys. All das beschreibt er wunderbar. Zwar ist klar, dass der Roman stark autobiografisch geprägt ist, das fügt der Geschichte aber keinen Schaden zu. Die Jugend ist so liebevoll und nachvollziehbar beschrieben, dass es sich wie eine sehr authentische Romanidee liest und zwischendurch fast in Vergessenheit gerät, wie stark autobiografisch der Roman tatsächlich ist.
Der Autor selbst spielt die Hauptrolle. Seine Jugend ist typisch Aufwachsen auf dem Land. Seine Figur ist stehts umrahmt von gelungenen Nebencharakteren, die ebenfalls Teil seiner tatsächlichen Biografie sind. Eine Geschichte mitten aus dem Leben gegriffen und deshalb so schön zu lesen.
Allein der Schreibstil hat an einigen Stellen gestört. Christoph Kramer wird immer wieder stark pathetisch in seinen Formulierungen, vor allem, wenn es um tiefe Freundschaft oder Liebe geht. Da wäre der ein oder andere Satz weniger angenehmer gewesen.
Gelungen ist, dass der Schwerpunkt auf dem Sommer 2006 liegt, er aber auch einen Ausblick in den Sommer nach seinem Abi und das Jahr 2014 gibt.
Insgesamt gelungen, wenn auch sprachlich noch ausbaufähig. Eine Empfehlung geht an alle, die Coming-of-age Romane mögen.

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