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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.02.2025

Frauenknast, Corona und der Gedanke an die Freiheit!

Sing mir vom Tod
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Wir starten im Frauenknast von Arizona, wo wir Kace, Dios und Florida kennenlernen. Die drei Frauen haben eine seltsame Beziehung zueinander, die sich mir bis zum Ende hin nicht wirklich erklärt hat. Kace ...

Wir starten im Frauenknast von Arizona, wo wir Kace, Dios und Florida kennenlernen. Die drei Frauen haben eine seltsame Beziehung zueinander, die sich mir bis zum Ende hin nicht wirklich erklärt hat. Kace ist mehr die Beobachtende an der Seite mit einer dermaßen cholerischen Art, das es schon unpassend wirkte. Dios und Florida verbindet eine Hassbeziehung, die ich von Anfang schon nicht begriffen habe. Auch als beide frühzeitig das Gefängnis verlassen dürfen und scheinbar getrennte Wege gehen, entsteht eine Co-Abhängigkeit, die ich nur noch nervig und toxisch empfand. Ich habe weder die Gründe noch die Motivation dahinter verstanden. Dios strahlt für mich von Beginn an eine ganz unangenehme Aggressivität aus und ihre Art Dinge zu regeln, finde ich mehr als bedenklich.

Wir schlüpfen in dem Buch in 4 verschiedene Perspektiven. Kace, Dios, Florida und Lobos erzählen uns in der Ich-Perspektive ihren Standpunkt und das ohne weitere Kapiteleinteilung darunter. Das bedeutet, dass es manchmal doch ein wenig zu lange Kapitel mit wenigen Absätzen sind und so etwas demotiviert mich immer beim Lesen. Dazu kommt noch ein sehr statischer Schreibstil mit kurzen und prägnanten Sätzen. Stellenweise von Vorteil, weil es die brutalen Handlungen auch stilistisch unterstreicht, aber meist hinderlich, weil ich keiner Person eine Bindung aufgebaut habe. Also nicht so richtig ein ausführlicher, ausschweifender Schreibstil, dafür umso ausführlicher in der Erzählung. Das wurde schnell eintönig und zog sich stellenweise wie Gummi, da viele dieser Informationen nicht zur Geschichte beigetragen haben. Auch diverse Logiklücken, was Essen oder Zusammenhänge betrifft, ließen mich stutzen oder innehalten. Ich habe viel mehr in die Sache hinein interpretiert und spekuliert, wie es schlussendlich gedacht war.
Die Geschichte würde sich sehr gut für eine Verfilmung eignen. Die Bilder, die das Buch im inneren Auge entstehen lässt, wäre ideal für das Kino mit Breitbild und Zeitlupe als ideale Stilmittel. Leider in der Buchform etwas zäh und stellenweise zu wenig Informationen, also ausreichend für den Film, zur Serie reicht es nicht. In Endeffekt wird viel erzählt, aber nichts passiert, was die Handlung vorantreibt. Für mich ist das auch kein Thriller, nur weil ein paar blutige und brutale Momente auftauchen. Es hat keine Elemente, die die Spannung hochtreiben und dahalten. Ab der Hälfte erscheint dann Lobos, wie eine Art Lückenfüller auf dem Schirm und da wird eine gewisse Grundspannung erzeugt, aber für mehr leider nicht ausreichend.
Mit dem Thema Corona komme ich immer noch nicht klar und bin nach wie vor genervt davon. Hier ist es recht passend, denn wer weiß, mit wie vielen Opfern die beiden sonst noch den Weg gepflastert hätten. Im Großen und Ganzen erscheint das Buch wie ein moderner Western, wo sich ein Duell dem anderen anknüpft. Auch das Cover ist mit dem Gelb-Orange und den Palmen in diesem Sinne gestaltet und strahlt schon eine gewisse Einsamkeit und Aggressivität aus. Der Spannungsbogen und auch der Inhalt haben mich wenig überzeugt, aber die Grundidee war nicht sc

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Veröffentlicht am 02.12.2024

Verteidigung einer jungen Frau, die des Kindsmords bezichtigt wurde!

Die Lungenschwimmprobe
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Hier haben wir meiner Meinung nach ein ganz besonderes Werk. Ich bin über das Portal "Vorablesen" darauf gestoßen und obwohl man, bevor man die Bewerbung für ein Buch einreicht, erst die Leseprobe lesen ...

Hier haben wir meiner Meinung nach ein ganz besonderes Werk. Ich bin über das Portal "Vorablesen" darauf gestoßen und obwohl man, bevor man die Bewerbung für ein Buch einreicht, erst die Leseprobe lesen muss, bestand sie hier nur aus 2 Seiten und dem Cover. Ich hatte also keine Ahnung auf was ich mich einlasse und was für ein Highlight hier auf mich wartet. Man muss aber auch dazu sagen, dass es kein Buch für jedermann ist. Aber dazu später!

Wir befinden uns im Jahre 1681 und damit mitten in der Zeit der Aufklärung und nach den zermürbenden Tagen des 30-jährigen Krieges. Die junge Anna Voigt wird dem Kindsmord angeklagt, behauptet aber fest, dass das Kind tot zur Welt kam und sie damit unschuldig ist. Jetzt kommt der strebsame Anwalt Christian Thomasius auf den Plan, der die Verteidigung Annas übernimmt. Er ist sehr zielstrebig und ehrgeizig und verbeißt sich so in den Fall, was für mich total faszinierend zu lesen ist. Auch der innovative Arzt Schreyer wird zur Autopsie beordert, um seine sehr belesene Meinung zum Fall kundzutun. Die Rivalitäten zwischen Annas Vater und den Landesherren gipfeln mit dem allgemeinen Geplauder des Volkes in einen spannungsgeladenen Prozess. Im Großen und Ganzen lernen wir nicht viele Personen kennen, aber dafür sehr intensiv.

Der Roman ist verfasst wie ein Gerichtsprotokoll. Das bedeutet sehr lange Kapitel, eine Sprache aus der Zeit und damit viele Schachtelsätze und altmodische Formulierungen. Wir erfahren nur das, was in Protokollen überliefert wurde und dazu ein paar fiktive Fakten, wo der Autor sich sogar direkt an den Leser wendet. Man bekommt ein gutes Gespür für den historischen Bewegungsraum der Figuren. Die Dialoge und Marotten der Charaktere sprühen demgegenüber vor Leben und Details. Nicht nur die herausragende Recherchearbeit glänzt hier im Vordergrund, sondern auch das Gespür für die Zeit, die Emotionen der Beteiligten und der zähe Verlauf der Verhandlung. Das ist auch mein einziger Kritikpinkt. Ab der Mitte zieht es sich doch etwas und es treten ein paar Wiederholungen auf, wo man Durchhaltevermögen zeigen muss. Es gibt immer mal wieder Momente für die sich die Geduld auszahlt, wie zum Beispiel Gedicht, Märchen oder Mythen, die spielerisch in die Handlung gewoben wurden.

Am Ende des Buches ist ein QR-Code bzw. ein Link, der zu einer Datei führt in der die verwendete Sekundärliteratur, ein Namensverzeichnis historischer Personen und Abbildungen zu finden sind. Angesichts der Länge des Buches ist verständlich, weshalb der Verlag dies nicht mit in den Roman aufgenommen hat und ich finde es hilfreich, dass ich so einen Blick auf die Quellen werfen konnte. Wobei eine Karte und ein Register noch Platz im Buch gefunden hätten.
Abschließend ist es ein einzigartiger Roman, der sehr sorgfältig und zeitaufwendig recherchiert wurde und mit Fingerspitzengefühl und Herzblut geschrieben. Sehr zu empfehlen allen die wirklich Interesse an der Zeit, dem Umschwung des Denkens und Gerichtsprozessen haben, sonst könnte das Buch etwas langatmig werden.

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Veröffentlicht am 28.11.2024

3 Schwestern, die sich durch die Hürden der NS-Zeit kämpfen!

Die Mitford Schwestern
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Für mich war das eine richtig emotionale und super geschriebene Geschichte. Von den Geschwistern war mir tatsächlich nur Unity Mitford ein Begriff im Zusammenhang mit Adolf Hitler, aber was genau passiert ...

Für mich war das eine richtig emotionale und super geschriebene Geschichte. Von den Geschwistern war mir tatsächlich nur Unity Mitford ein Begriff im Zusammenhang mit Adolf Hitler, aber was genau passiert ist und was für eine Rolle ihre Schwestern dabei gespielt haben, war für mich richtig interessant. Das Cover mit seiner schlichten Art, finde ich passend, hätte aber auch mehr geschmückt sein dürfen. So ist es leider kein Blickfang, aber der Inhalt umso besser.

Der Schreibstil lässt sich super lesen und durch die 3 Perspektiven sind wir immer voll im Bild. Gerade auf emotionaler Ebene sind alle Drei zu gut zu verstehen, aber dass das zu familiären Reibereien führt war auch zu erwarten. Ich fand keine Ansicht langweilig oder dachte mir, "oh nein, nicht die schon wieder", sondern habe gespannt den Schwestern durch die Kriegszeiten gefolgt. Leider sind die anderen beiden Rebekka und Deborah etwas zu kurz gekommen, denn gerade Rebekka mit ihrer kommunistischen Haltung bringt noch einmal ordentlich Zunder in die Sache. Es ist also weniger ein Geschichtsbuch, sondern eher ein Familiendrama mit geschichtlichen Eckpunkten.

Auch das Ende war sehr rund und zum richtigen Abschluss beendet. Die wichtigsten Eckdaten sind genannt und auch was jede aus ihrer Situation gemacht hat, wurde ausreichend erläutert. Ich kann jedem dieses Werk empfehlen, den die Familie interessiert und wer auch mal die andere Seite hören möchte und warum man so blind gefolgt ist. Wohl bemerkt war es auch das erste Buch seit langem, was mich zum Googlen und Nachforschen angeregt hat.

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Sehr Schade!

Stalker – Er will dein Leben.
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Ja, was soll ich sagen... Ich war immer ein großer Strobel Fan und seine frühen Werke waren wirklich an Spannung und Einfallsreichtum grandios verfasst...Ich habe mich auch sehr auf das Hörbuch gefreut, ...

Ja, was soll ich sagen... Ich war immer ein großer Strobel Fan und seine frühen Werke waren wirklich an Spannung und Einfallsreichtum grandios verfasst...Ich habe mich auch sehr auf das Hörbuch gefreut, da ich die letzten Jahre schon immer Abstand von den Büchern genommen habe und mich lieber den Hörbüchern widmete. Vorgelesen war es wieder gut. Der Sprecher bekommt die verschiedenen Personen sehr gut unterschieden und wenn man so eine dramatische Stimmlage gerne folgt, ist es genau das Richtige.

Der Inhalt hat mich leider, wie schon bei den letzten Büchern, nicht überzeugt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass einfach Ideen aus den alten Geschichten in eine neue, sehr konstruierte Geschichte gebastelt wurden. Im Gegensatz zu den älteren Werken fand ich es nicht gruselig und auch nicht spannend. Es wirkt in vielerlei Hinsicht zu gewollt und auch etwas aufgesetzt. Inhaltlich geht viel Fokus verloren, weil es stellenweise sehr absurd wirkt und das hat es gar nicht nötig. Genauso wie die zwei Enden. Das Eine war mir zu vorhersehbar und das Andere so schnell abgehandelt, dass man sich das hätte sparen können. Als Einsteiger in das Genre ist das wirklich ein gutes Buch, aber ich habe wahrscheinlich schon zu viel davon gelesen und bin zu kritisch geworden!

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Veröffentlicht am 17.09.2024

Erneuter Versuch für mich, leider ohne Erfolg!

Letzte Lügen
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Nach Jahren habe ich es mal wieder mit Karin Slaughter probiert, weil es kein Reihenbuch war und die Thematik mich doch ganz gut angesprochen hat. Leider muss ich sagen, dass ich nicht mehr zu der Autorin ...

Nach Jahren habe ich es mal wieder mit Karin Slaughter probiert, weil es kein Reihenbuch war und die Thematik mich doch ganz gut angesprochen hat. Leider muss ich sagen, dass ich nicht mehr zu der Autorin finde. Parallel dazu habe ich die Auszeit gehört und musste ohne mein Wissen feststellen, dass die Thematik ähnlich ist, nur mit einem großen Unterschied. Die Auszeit hat mich von vorn bis hinten gefesselt und hier war mir alles zu fad, langweilig, vorhersehbar und nicht greifbar in so vielerlei Hinsicht.
Die Charaktere sind aus der Schublade, viele Gespräche und Interaktionen waren für mich unpassend oder sogar zu konstruiert. Auch die Reaktionen auf Vorkommnisse sind mir nicht wirklich schlüssig erschienen und deshalb habe ich ab der Mitte nur noch überflogen oder gar Teile schlicht überlesen.
Leider für mich ein Reinfall, aber es lag auch an der starken Konkurrenz, die mich eher gefangen hatte.

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