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Veröffentlicht am 19.08.2020

"Die Sonne prägt das Leben, nicht der Regen" (Zitat: Paul van Dyk)

Im Leben bleiben
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- INHALT -

Februar 2016: Paul van Dyk betritt die Bühne in Utrecht (Niederlande). Und ahnt dabei nicht, dass sich nach diesem Auftritt sein komplettes Leben verändern wird. Er will mit den Menschen feiern, ...

- INHALT -

Februar 2016: Paul van Dyk betritt die Bühne in Utrecht (Niederlande). Und ahnt dabei nicht, dass sich nach diesem Auftritt sein komplettes Leben verändern wird. Er will mit den Menschen feiern, den Rhythmus seiner Musik spüren - und macht einen entscheidenden Schritt ... in ein Loch in der Bühne. Es folgt ein metertiefer Sturz. Nicht nur die 1000 Menschen vor Ort sind Zeuge dieses Unfalls - auch seine Freundin Margarita ist live dabei - mit Hilfe eines Internetstreams. Sekunden werden zu Minuten. Wo ist Paul? Warum kommt er nicht wieder auf die Bühne? Was ist mit ihm passiert? Wieso meldet sich niemand bei ihr? Margarita ist verzweifelt und hilflos. Und setzt sich in den nächsten Flieger um zu Paul zu kommen. Was sie dort im Krankenhaus erwartet, ist nicht der Paul, den sie verabschiedet hat. Dort liegt laut den Ärzten ein Pflegefall, der nach diesem Unfall nicht mehr so sein wird wie früher. Kann Paul jemals wieder Laufen? Seine Liebsten erkennen - geschweige denn mit ihnen reden? Diese Geschichte erzählt den Leidensweg vom Star-DJ Paul van Dyk, der sich zurück ins Leben kämpft.

- MEINUNG -

Als Jugendliche habe ich viel von Paul van Dyk gehört und war umso überraschter, dass ich von seinem Unfall im Jahr 2016 nichts gehört bzw. gelesen habe. Erst durch eine Leserunde bei Lovelybooks und den Gewinn eines Leseexemplars bin ich darauf aufmerksam geworden. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch - war aber neugierig, was Paul passiert ist und wie er sich nach seinem Unfall erholt hat bzw. die einfachsten Dinge wie Laufen und Sprechen wieder erlernt hat.

Leider wurde ich etwas enttäuscht. Die Geschichte wird aus 2 Perspektiven erzählt. Einmal aus Pauls Sicht und von seiner Frau Margarita. Am Anfang leidet man noch mit ihr mit - diese Verzweiflung, als sie niemanden erreicht, um sie über den Unfall und Pauls Zustand zu informieren. Aber mit der Zeit spielt sie sich für mich zu sehr in den Vordergrund und entscheidet komplett über Paul. Sie versprüht zwar nur positive Energie und Kraft und Liebe, dass Paul so schnell wie möglich wieder gesund wird. Ich bewundere sie dafür, dass sie diese Stärke hat, um immer positiv zu denken. Und ich denke auch, dass Paul durch ihre Liebe so schnell wieder "genesen" ist und rasend Fortschritte gemacht hat. Auch die Ärzte waren überrascht - hatten sie ihn doch eigentlich schon aufgegeben.

Für mich ist dieses Buch eher eine Liebeserklärung und Danksagung von Paul an seine Frau Margarita, denn ohne sie wäre er nicht da, wo er jetzt ist. Viele Wiederholungen von Geschehnissen und diese Liebesbekundungen werden irgendwann nervig. Er liebt die Musik, aber auch hier ist mir die ein oder andere Äußerung echt zu viel.

Es war interessant, von Pauls Leidensgeschichte zu erfahren, jedoch hätte ich mich gefreut, mehr von den Therapieformen zu lesen.

Auch das Paul ein Kapitel über seine Jugend in der DDR veröffentlicht hat - seine Flucht und die Anfänge zur Musik haben die Geschichte noch gerettet und interessant gemacht.

Als eingefleischter Paul-van-Dyk-Fan liest man mit Sicherheit sein Buch - sonst muss ich sagen, nette Lektüre, aber man sollte nicht zu viel erwarten.

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Veröffentlicht am 19.08.2020

Männliche Vergewaltigungsopfer in Deutschland - sowas gibt es nicht, oder doch?!

Das Tabu
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- INHALT -

Dominik, ein 21-jähriger angehender Journalist, absolviert zur Zeit sein Praktikum bei dem Nürnberger Regionalblatt "Der Kurier".
Dort fühlt er sich wohl - nicht nur, dass er sich mit den Kollegen ...

- INHALT -

Dominik, ein 21-jähriger angehender Journalist, absolviert zur Zeit sein Praktikum bei dem Nürnberger Regionalblatt "Der Kurier".
Dort fühlt er sich wohl - nicht nur, dass er sich mit den Kollegen gut versteht, sein Kumpel Jens arbeitet mit ihm Schreibtisch an Schreibtisch. Aber auch nach der Arbeit läuft es gut bei Dominik.
Eigene Wohnung, Feierabendbierchen im Pub um die Ecke mit seiner Jungs-Clique und ein Date mit Melissa. Was will man als junger Erwachsener mehr?
Überglücklich verlässt er eines Abends im Herbst 2007 nach einem Treffen mit seinem Freundeskreis die Bar, um sich schnell zu Hause für ein Treffen mit seiner hoffentlich neuen Freundin frisch zu machen. Doch da kommt er gar nicht erst an.
Dominik wird überfallen, verschleppt und wacht wenige Stunden danach in einer Waldhütte auf. Wäre das noch nicht das Schlimmste, wird er dort auf schlimmste Art misshandelt und vergewaltigt. Mit Striemen auf dem Rücken und einer verletzten Seele lässt der Täter Dominik laufen.
Nur was soll er jetzt tun? Zur Polizei gehen? Sich seinen Kumpels anvertrauen, die ihn dann womöglich noch für eine Schwuchtel handeln? Seine Schwester von der Tat berichten?
Dominik schweigt für's Erste - bis wenige Tage später eine Leiche auftaucht ... sie weißt die gleichen Spuren einer Vergewaltigungstat auf, die er durchleiden musste. Dominik ist sich sicher, dass es der gleiche Täter wie bei ihm war.
Aber anstatt Dominik an der Verarbeitung seiner Tat arbeiten darf, wird er von seinem Chef als Berichterstatter für den Mordfall ernannt ... und Dominik wird immer mehr klar ... der Täter hat ein persönliches Motiv!

- MEINUNG -

Durch eine Leserunde hier bei Lovelybooks bin ich auf den Debüt-Thriller von Nicole Schumacher aufmerksam geworden. Nachdem ich über den Klartext erfahren habe, um was es in dem Buch geht, musste ich mich einfach bewerben - eine Frau, die über die Vergewaltigung eines Mannes schreibt und seine Leidensgeschichte ... ich hatte Glück, dass ich ein Leseexemplar gewonnen habe.

Beim Einsteig in die Geschichte erfährt man zunächst etwas über Dominik, sein Leben und seine Freunde. Der Schreibstil ist flüssig geschrieben, ausreichend detailliert, so das man sich als Leser schnell hineinversetzen kann.
Die Nacht der Tat hat mich überrascht. Ich musste so mit Dominik mitleiden ... schlimmer war jedoch die Zeit danach. Wie gerne hätte ich ihn bei seiner Verzweiflung einer in Arm genommen oder ihm zugeschrien "Junge, vertrau dich bitte jemandem an - du machst dich sonst kaputt!"
Nicole Schumacher weiß, wie sie den Leser mit ihrer Sprache fesseln muss. Zwischendurch hatte ich mal eine Ahnung, wer der Täter sein könnte. Schließlich muss er sich im näheren Umfeld befinden.
Aber Pustekuchen - mit dem Ende hätte ich NIE gerechnet.
Über den Epilog hab ich mich sehr gefreut. Wieviele Thriller habe ich schon gelesen, bei der ich am Schluss einfach stehen gelassen wurde. Ohne Auflösung.
Ich wurde hier keineswegs enttäuscht und spreche eine absolute Leseempfehlung aus - es gab nicht eine Minute, wo ich mich gelangweilt fühlte. Vielen lieben Dank, liebe Nicole, dass ich deinen Thriller lesen durfte und hoffe, dass man in Zukunft noch mehr von dir liest.

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Veröffentlicht am 19.08.2020

Manege frei für Richard Schwarz

Die Maske der Gewalt
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- INHALT -

Richard Schwarz muss in jungen Jahren mit ansehen, wie seine Mutter von einem Freier getötet wird - und wird durch Verbrennungen und Narben, die er durch einen tragischen Unfall davonträgt, ...

- INHALT -

Richard Schwarz muss in jungen Jahren mit ansehen, wie seine Mutter von einem Freier getötet wird - und wird durch Verbrennungen und Narben, die er durch einen tragischen Unfall davonträgt, immer wieder an diesen Abend erinnert. Er verspricht seiner Mama ihren Mörder zu finden und ihm die gerechte Strafe zukommen zu lassen.
Jahre später arbeitet er als Ermittler beim LKA in Wien. Zusammen mit seinem Kollegen Paul Marek wird er zu einem mysteriösen Mord gerufen. Das Opfer weist merkwürdige Stichverletzungen auf und hat einen Gegenstand im Mund. Was hat es damit auf sich? Als kurze Zeit später ein zweiter Mord geschieht und das Opfer die selben Merkmale am Körper trägt, wendet sich die Gerichtspsychologin Theres Lend an ihn. Sie erinnert sich, einen Patienten behandelt zu haben, der eventuell als Mörder in Fragen kommen könnte.
Während Richard fieberhaft in den Mordermittlungen steckt, wird seine "Schwester" Sarah entführt. Nach dem Tod seiner Mama ist Sarah, die ihn damals gefunden hat, wie eine Schwester und auch die anderen Artisten aus dem Zirkus seine neue Familie.
Sofort lässt er alles stehen und liegen und fährt von Wien nach München, um seine Schwester zu finden.
Wer verbirgt sich hinter der Erpressung? Und werden Richard und Paul den Mörder finden?

- MEINUNG -

Das Cover von "Die Maske der Gewalt" hatte mich zunächst auf das Buch aufmerksam gemacht. Nach Lesen des Klapptextes wollte ich dieses Buch unbedingt lesen und war auch sehr glücklich, dass ich mich zu den Gewinnern eines Rezensionsexemplars zählen durfte.
Die Geschichte beginnt mit Richards Vergangenheit und der Beschreibung der Mordnacht an seiner Mama. Durch die bildlichen Darstellungen fühlt man sich als Leser, als würde man versteckt hinter einem Vorhang sitzen, die ganze Situation beobachten und am Liebsten zu Hilfe eilen. Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Kapitel sind immer relativ kurz gehalten, so dass das man das Buch am Liebsten in einem Rutsch Weglesen würde (wäre da nicht noch Familie und Haushalt ;)
Die "Maske der Gewalt" beinhaltet eigentlich zwei Handlungsstränge. Zum einen die Serienmorde an den Frauen und zum anderen die Entführung von Sarah. Durch das ständige Wechseln der Geschichten nach den einzelnen Kapiteln wächst die Spannung von Seite zu Seite.
Die Personen waren mir von Anfang an sympathisch... ob es Richard oder Paul sind, die beiden Ermittler, der alte Poldi, der sich als Zeuge im ersten Mordfall meldet, oder Theres, die Psychologin, die zur Zeit mit der Verarbeitung einer schweren Diagnose zu kämpfen hat.
Bis zum Schluss rätselt man mit, wer hinter den Taten steckt, um dann mit einem Fragezeichen zurückgelassen zu werden. Zum Glück erscheint im Februar 2020 schon der nächste Band um Richard Schwarz.
Alles in allem ein sehr gelungener Auftakt in eine neue Ermittlungsreihe und eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 19.08.2020

Die Vergangenheit holt einen immer wieder ein!

Opfer
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Carl Edson, Hauptkommissar der schwedischen Reichsmordkommission, wird zu einer abgelegen Scheune Nähe Stockholms gerufen - was er dort mit seinem Team vorfindet, übersteigt jegliche Phantasie ... ein ...

Carl Edson, Hauptkommissar der schwedischen Reichsmordkommission, wird zu einer abgelegen Scheune Nähe Stockholms gerufen - was er dort mit seinem Team vorfindet, übersteigt jegliche Phantasie ... ein blutüberströmter Mann - gefoltert mit Nagelpistole und Messer ... und er atmet! Sofort wird er ins Krankenhaus eingeliefert, in der Hoffnung, der Polizei den Täter beschreiben zu können. Nur leider erliegt das Opfer seinen Verletzungen und für Carl und seine Kollegen beginnt die Suche ... der Tote war ein Krimineller, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde. Dann taucht die nächste Leiche auf - wieder handelt es sich um einen ehemaligen Straftäter. Was wird hier gespielt? Ein Rachefeldzug früherer Opfer? Oder steckt das Drogenkartell dahinter?
Und wären dieses Mordfälle nicht schon schlimm genug, taucht immer wieder die Journalistin Alexandra Bengtsson vom "Aftonbladet" mit pikanten Fragen auf, um brisante Details für ihre Artikel zu erfahren. Wird es ein Zusammenspiel von Polizei und Presse geben, um den Mörder zu finden?

Bo Svernström hat mit seinem Debüt-Thriller meine Erwartungen mehr als übertroffen. Schon von der ersten Seite an herrscht Spannung - zunächst nimmt er den Leser zum blutigen Schauplatz in der Scheune mit. Die sehr detaillierten Beschreibungen der Morde und Folterungen haben Gänsehaut erzeugt.
Durch die Trennung des Buches in 3.Teile und dem dazugehörigen Perspektivwechsel, lernen wir die Personen besser kennen.
Ich muss gestehen, dass ich zwischendurch mehrmals schlucken musste, da ich mich durch den Schreibstil von Bo Svernström mit seiner klaren und einfachen Linie in jede Situation hineinversetzen konnte.
Immer wieder kam eine überraschende Wendung in der Geschichte um mit dem Ende habe ich definitiv nicht gerechnet.

Eine absolute Leseempfehlung für alle Fans der schwedischen Spannungsliteratur!

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Veröffentlicht am 19.08.2020

Einfühlsame Familiengeschichte mit Schauplatz KUBA!

Nächstes Jahr in Havanna
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Kuba 1958:

Elisa Perez, Tochter eines reichen Zuckerplantagen-Besitzers, genießt das Leben der oberen Gesellschaftsschicht in Havanna. Ihren Alltag verlebt sie mit ihren 3 Schwestern auf dem großen Anwesen ...

Kuba 1958:

Elisa Perez, Tochter eines reichen Zuckerplantagen-Besitzers, genießt das Leben der oberen Gesellschaftsschicht in Havanna. Ihren Alltag verlebt sie mit ihren 3 Schwestern auf dem großen Anwesen der Familie oder auf Feiern mit einflussreichen Leuten. Auf einer dieser lernt sie den Anwalt Pablo kennen und lieben. Leider entpuppt er sich als Revolutionär, der zusammen mit Fidel Castro für ein besseres Kuba kämpfen will. Elisa ist hin- und hergerissen - möchte sie doch ihre Familie nicht enttäuschen, die eine starke Beziehung zum jetzigen Staatsoberhaupt Fulgencio Batista führt.
Elisa hört auf ihr Herz und lässt sich auf Pablo ein - ohne zu ahnen, auf was sie sich dort seelisch eingelassen hat. Es kommt zum Sturz der Regierung und Elisa muss mit ihrer Familie nach Florida flüchten ... und hinterlässt nicht nur Kuba ...

Miami 2017:
Marisol reist nach Kuba - zurück in das Land, aus dem ihre Großmutter vor fast 60 Jahren flüchten musste. Mit der Asche ihrer Oma Elisa im Gepäck, macht sie sich auf die Suche nach dem richtigen Ort, um diese zu verstreuen. Dank Luis, Geschichtsprofessor und Enkel von Elias damaliger Freundin Ana, reist Marisol nicht nur in das heutige Havanna, auch die Vergangenheit ihrer Großmutter und die ein oder andere Überraschung stehen noch für sie parat.

"Nächstes Jahr in Havanna" von Chanel Cleeton ist ein wundervoller, einfühlsamer Roman über eine Familiengeschichte. Durch den Perspektivwechsel der zwei Frauen erfährt man nicht nur etwas über die Geschichte Kubas, auch die heutigen Verhältnisse in Kuba werden verdeutlicht. Das die Familie der Autorin selbst flüchten musste, mach die Geschichte noch authentischer bzw. merkt man schon anhand des Schreibstils, dass Chanel eine enge Verbindung zum Land hat.
Das es sich hierbei eher um einen Liebesroman, als um einen politischen Reiseführer durch Kuba handelt, stört mich keinesfalls, im Gegenteil - ich fand mich zwischenzeitlich selbst am Malecón und habe mit einem Mojito in der Hand aufs Meer geschaut.

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