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Veröffentlicht am 20.02.2020

"Familie ist das, was zählte!"

Die Zeit der Weihnachtsschwestern
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Suzanne und Stewart McBride sind Eltern von 3 erwachsenen Töchtern. Während die beiden mit ihrer jüngsten Tochter Posy in den schottischen Highlands wohnen, leben die anderen beiden Töchter in Manhattan. ...

Suzanne und Stewart McBride sind Eltern von 3 erwachsenen Töchtern. Während die beiden mit ihrer jüngsten Tochter Posy in den schottischen Highlands wohnen, leben die anderen beiden Töchter in Manhattan. Suzanne wünscht sich daher ein Weihnachtsfest mit all ihren Liebsten zusammen im heimischen Wohnzimmer. Doch so leicht scheint es gar nicht zu sein, alle unter einen Tisch zu bekommen. Hannah, die Älteste der drei Schwestern, lebt ohne Mann und Kinder als Unternehmensberaterin. Sie ist durch und durch Karrierefrau und lässt kaum Gefühle an sich ran. Bis Adam in ihr Leben tritt. Anders sieht es dort bei Beth aus. Sie ist die mittlere Schwester und lebt das Leben als Vollzeitmama. Zusammen mit ihrem Mann Jason und ihren zwei Mädchen Melly und Ruby hat sie alles, was man sich wünschen kann - nur fehlt ihr die berufliche Herausforderung - sie möchte wieder kreativ sein - und das nicht nur beim Basteln mit ihren Kindern. Und dann gibt es da noch Posy, die Jüngste im Bunde, die als Bergführerin und Aushilfe im Café ihrer Mama arbeitet. Sie liebt ihr Leben - träumt aber von großen Bergen in der weiten Welt, die sie gerne erklimmen möchte. Und dann zieht auch noch Luke in die Ferienwohnung neben ihr ein - nicht nur Autor, sondern auch Kletterer. Das Interesse bei Posy ist geweckt. Schaffen es die 3 Frauen, die unterschiedlicher nicht sein können, ein gemeinsames Weihnachtsfest mit ihren Eltern zu feiern?

Ich habe dieses Buch noch vor Weihnachten begonnen - eine Weihnachtsgeschichte als Einstimmung auf das Fest der Liebe. Ein bisschen Literatur für's Herz. Was soll ich sagen, ich wurde von diesem Roman nicht enttäuscht. Jede der 3 Schwestern ist mir auf ihre Art sympathisch gewesen - man konnte sich selbst als Mama in die Lage von ihnen versetzen - zum einen Job, Haushalt und Kinder unter einen Hut zu kriegen. Aber auch noch neben dem Stress an seine Träume zu denken und wie man sie verwirklichen kann. Dadurch, dass die Geschichte aus Sicht der 4 Frauen (Suzanne, Beth, Hannah und Posy) erzählt wird, bleibt es mit jedem Kapitel spannend. Schön fand ich auch, dass der Schwerpunkt eher auf die Familientragödie lag und es sich nicht hauptsächlich um die Planung des perfekten Weihnachtsfest gedreht hat. Wer Lust auf eine Familiengeschichte mit viel Gefühl hat, ist mit diesem Buch an der richtigen Adresse.

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Veröffentlicht am 30.01.2020

Düster und schockierend - Stockholm im Jahre "1793"

1793
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Es ist Herbst 1793 in Stockholm.

Und eine stark zugerichtete Leiche wird in den Fäkalien Stockholms gesichtet. Kein geringerer als der Kriegsveteran Jean Michael Cardell, der seinen Alltag mit einem ...

Es ist Herbst 1793 in Stockholm.

Und eine stark zugerichtete Leiche wird in den Fäkalien Stockholms gesichtet. Kein geringerer als der Kriegsveteran Jean Michael Cardell, der seinen Alltag mit einem Holzarm bewerkstelligen muss, fischt den Torso aus dem Wasser. Sofort zur Stelle ist Cecil Winge, einst Jurist und im Dienste der Polizei für die besonderen Verbrechen zuständig. Dieser kämpft leider mit den Folgen von Tuberkulose. Gemeinsam bekommen die zwei Herren die Aufgabe, den Mordfall zu lösen - und merken schon nach kürzester Zeit, dass mit feinster Präzision und Hingabe das Opfer gefoltert und ermordet wurde. Wer steckt dahinter?

WOW! Was für ein historischer Krimi. Zurecht mit dem schwedischen Krimipreis ausgezeichnet. Ich lese nicht oft historische Romane (wenn es hoch kommt, 1-2 im Jahr :) ... aber durch andere Rezensionen und Anzeigen bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Ein Glück.

Niklas Natt och Dag nimmt den Leser mit in ein Jahr voller Dreck, Armut, Hurerei und Gaunerei. Beim Lesen konnte ich förmlich den Geruch auf den Straßen Stockholms riechen. Der Schreibstil ist angepasst an die Redensart der damaligen Zeit und ich brauchte ein paar Seiten, um mich dort reinzufuchsen. Trotzdem ist die Sprache so bildlich geschildert, dass man sich wie auf einer Zeitreise befindet. Auch die brutalen Folterszenen lassen einem als Leser Gänsehaut wachsen und das Gesicht verziehen. Aber genauso stell ich es mir zur damaligen Zeit vor. Ab und an übertreibt es der Autor leider mit seinen Beschreibungen der einzelnen Straßen und Plätze (als Schwedentourist eventuell brauchbar, sonst lästig) und durch die Untergliederung des Buches in die 4 Jahreszeiten und 3 Erzählstränge, die am Ende zum Glück alle wieder zusammenführen, war ich zwischenzeitlich etwas verwirrt. Trotzdem von mir eine absolute Leseempfehlung für alle, die neben den herkömmlichen Thrillern gerne mal in die Vergangenheit reisen möchten.

"1794" - los geht's ...

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Veröffentlicht am 20.01.2020

DREI Frauen. DREI Schicksale. EIN Mann

Drei
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DREI Frauen. DREI Schicksale. EIN Mann.

3 Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, lernen ein und denselben Mann kennen, der gewisse Geheimnisse in sich birgt.
Orna, die erste Frau, ist ...

DREI Frauen. DREI Schicksale. EIN Mann.

3 Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, lernen ein und denselben Mann kennen, der gewisse Geheimnisse in sich birgt.
Orna, die erste Frau, ist geschieden und hat einen kleinen Sohn. Sie lernt Gil, einen Rechtsanwalt, über eine Datingplattform kennen.
Emilia, die zweite Frau, kommt ursprünglich aus Lettland und arbeitet als Pflegekraft. Sie lernt Gil über dessen Mutter kennen, da sie Gil's Vater 2 Jahre lang gepflegt hat.
* Ella, die Dritte im Bunde, trifft Gil zufällig in einem Café, während sie an ihrer Masterarbeit schreibt.

Da man nicht zu viel über dieses Buch schreiben darf, sei nur so viel gesagt:
Dror Mishani versteht es, durch seine feinfühlige Schreibweise uns Lesern die Protagonistinnen schnell ans Herz wachsen zu lassen. Jede der drei Frauen hat mich auf seine Art und Weise berührt - ich bin mit ihnen durch die Höhen und Tiefen ihrer Schicksale gegangen - war überrascht, was jede Frau ertragen muss und habe mitgefiebert, dass sich für jede alles zum Guten wendet.
Zwischenzeitlich zog sich die Geschichte etwas und zum Schluss war mir dann doch relativ schnell klar, wie die ganze Story endet.
Daher kann ich den Hype, den der Verlag um dieses Buch macht, auch nicht so ganz verstehen.
Es war für mich ein spannender Krimi mit vielen unvorhersehbaren Wendungen und ich bin froh, dass ich ein Rezensionsexemplar lesen durfte, jedoch ist es für mich leider kein Lesehighlight 2019.

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Veröffentlicht am 20.01.2020

Ein Sprung ins Ungewisse ...

Der Sprung
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Eine junge Frau steht auf dem Dach eines Wohnhauses. Sie ist außer sich und wirft Ziegelsteine nach der gaffenden Menschenmenge, die sich auf dem Platz davon versammelt hat. Warum steht Manu da oben? Möchte ...

Eine junge Frau steht auf dem Dach eines Wohnhauses. Sie ist außer sich und wirft Ziegelsteine nach der gaffenden Menschenmenge, die sich auf dem Platz davon versammelt hat. Warum steht Manu da oben? Möchte sie ihrem Leben ein Ende setzen? Dabei war sie doch noch am morgen so glücklich mit Finn, ihrem Freund und Fahrradkurier?



Nur dreht sich die Geschichte von Simone Lappert nicht nur um Manu. 10 weitere Personen sind Dreh- und Angelpunkt im Buch.

Da wäre zum einen Finn, Fahrradkurier und eigentlich nur auf der Durchreise.

Felix, Polizist von Beruf, der am Einsatzort zur Stelle ist, obwohl zu Hause seine schwangere Freundin Monique auf mehr Liebe und Aufmerksamkeit wartet.

Maren, Ende 30 und von Beruf Damenschneiderin, die sich von ihrem Mann nicht mehr geliebt fühlt, da dieser nach seinem 40.Geburtstag zum Sportfanatiker mutiert ist.

Oder Egon, der Vegetarier, der jetzt in einer Schlachterei arbeiten muss, obwohl er eigentlich gelernter Hutmacher ist, nur leider sein Geschäft aufgeben musste aus finanziellen Gründen.

Henry, der seit 5 Jahren auf der Straße lebt und das bisschen Geld durch Fragen, die er Passanten verkauft, verdient.

Die liebe Winnie, die in ihrer Comic-Fantasie-Welt lebt und von ihren Mitschülern aufgrund ihres leichten Übergewichts gehänselt wird.

Oder Theres und Werner, die einen kleinen Lebensmittelladen betreiben, der kurz vor der Insolvenz steht.

Roswitha, die gute Seele des Platzes und Betreiberin eines Cafés.



Alle Personen haben in gewisser Weise etwas miteinander zu tun - und aufgrund "eines Sprunges" treffen sie alle aufeinander.


Die Geschichte hat mich zutiefst berührt und ich muss sagen, für mich ist "Der Sprung" von Simone Lappert eines meiner Lesehighlights 2019.

Wie sie es schafft, mit einfachen feinfühligen Worten jede Person näher an den Leser anzubringen - einfach großartig.

Zunächst war ich etwas irritiert, als in jedem neuen Kapitel von einer anderen Person die Rede war, bzw. ihr Schicksal beschrieben wird - ich dachte eigentlich, die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Manu. Aber falsch gedacht, es gibt nicht nur eine Hauptfigur - eher würde ich sagen, es gibt einen Hauptschauplatz und alle Zuschauer drumherum spielen ihre eigene Rolle.

Von mir eine absolute Leseempfehlung und vielen Dank an Vorablesen und den Diogenes Verlag, dass ich dieses tolle Buch lesen durfte!

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Veröffentlicht am 20.01.2020

Nicht vergessen zu atmen!

ATME!
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Nile unternimmt mit ihrem Freund Ben eine Shoppingtour. Wie es bei Frauen so ist, entdeckt sie im Schaufenster einer Boutique ein wunderschönes Kleid. Schnell schlüpft sie in das Kleid, um es gleich darauf ...

Nile unternimmt mit ihrem Freund Ben eine Shoppingtour. Wie es bei Frauen so ist, entdeckt sie im Schaufenster einer Boutique ein wunderschönes Kleid. Schnell schlüpft sie in das Kleid, um es gleich darauf Ben präsentieren zu können - nur leider wartet dieser nicht wie erhofft vor der Umkleidekabine. Ben ist verschwunden! Nile rennt aus dem Laden - immer auf der Suche nach ihrem Liebsten. Nur er ist wie vom Erdboden verschwunden. Wo kann er nur sein? Über Handy ist er nicht erreichbar - oder hat Nile einen spontanen Termin von ihm vergessen? In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an Ben's Exfrau Flo - auch diese hat nichts von Ben gehört. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach ihm - und kommen Schritt für Schritt der Wahrheit entgegen.



Judith Merchant hat mich teils mit ihrem Thriller gefesselt - teils musste ich mich auch dazu zwingen, weiterzulesen, da ich ab der Hälfte schon geahnt habe, wie die Geschichte enden wird - auch wenn es zum Ende hin nochmal so spannend war, dass ich all meine Ideen verworfen habe. Durch die kurzgehaltenen Sätze und Kapitel kommen beim der Leser die Verzweiflung von Nile super rüber. Auch sagt man sich immer wieder "Ach komm, das nächste Kapitel will ich jetzt auch noch lesen!" Man sympathisiert sofort mit Nile und würde ihr so gerne bei der Suche helfen bzw. hab ich mich selbst dabei ertappt, wie ich ihr zugeflüstert hätte "Nile, atme!" Man selbst möchte diese Situation nicht miterleben - einfach so verschwindet der liebste Mensch. Leider hat mich das Ende etwas unzufrieden zurückgelassen - ich hätte mir noch etwas mehr Aufklärung gewünscht.

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