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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2025

Augen auf

Das Beste sind die Augen
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Oha, 😅 was bitte war denn das für ein Leseerlebnis?!
Ja, Erlebnis passt gut. Bin ich mir doch nicht so sicher, wie ich es fand.
'Das Beste sind die Augen' von Monika Kim hat mich vom Cover, dem Titel und ...

Oha, 😅 was bitte war denn das für ein Leseerlebnis?!
Ja, Erlebnis passt gut. Bin ich mir doch nicht so sicher, wie ich es fand.
'Das Beste sind die Augen' von Monika Kim hat mich vom Cover, dem Titel und der Buchbeschreibung her sofort gehabt, und gleichzeitig war ich skeptisch, wie ich es wohl finden würde.
Erst dachte ich: Nee, das hab ich mir anders vorgestellt.
Dann aber ist mir aufgefallen, dass ich nicht aufhören kann zu lesen ...
Wir bekommen hier Folgendes aufgetischt (😉):
Umma ist von ihrem Mann verlassen worden und sie leidet. Ihre Töchter schauen hilflos zu. Erst wie die Mutter am zerbrechen ist und kurz darauf wie sie sich einem ziemlichen Ekelpaket an den Hals wirft.
George hat ein Faible für asiatische Frauen. Er bedient damit einige Klischees - weißer privilegierter Mann sucht unterwürfige und exotische Frau. Rassismus und Sexismus sind in dieser kleinen Familie nun so präsent wie nie. Ji-won, die ältere der zwei Schwestern, entwickelt eine obsessive Leidenschaft für blaue Augen und der wilde Ritt beginnt.
Ich würde diesen Roman nicht als feministischen Horror beschreiben.
Ji-wons Verhalten geht weit über Feminismus hinaus. Und plötzlich ist man in der Zwickmühle und weiß nicht, ob man mit Ji-won sympathisiert oder von ihr angewidert ist.
Das geschriebene entwickelt eine Sogwirkung und lässt einen nur so durch die Seiten fliegen.
Wer es sich zutrauen und etwas an Ekel wegstecken kann, sollte zugreifen.
Alleine schon, weil mich die verschiedenen Meinungen zu dem Buch wirklich interessieren. 👀

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Erschöpfung

Der Schlaf der Anderen
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Der Roman 'Der Schlaf der Anderen' von Tamar Noort hat mich auf seine ruhige und unaufgeregte Art total abholen können.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Janis, einer ehemaligen Krankenschwester, ...

Der Roman 'Der Schlaf der Anderen' von Tamar Noort hat mich auf seine ruhige und unaufgeregte Art total abholen können.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Janis, einer ehemaligen Krankenschwester, die der Überforderung im Krankenhaus entkommen ist. Nun überwacht sie den Schlaf anderer als Nachtwache in einem Schlaflabor.
Die zweite Protagonistin ist Sina, eine Kunstlehrerin, Ehefrau und Mutter von zwei Kinder und sie ist einfach unendlich müde...
Die beiden Frauen treffen aufeinander und sofort spürt man als Leser diese besondere Verbindung.
Es ist der Schlaf, den sie beide herbeisehnen, und um ihn zu finden, braucht es manchmal Mut und Veränderungen.
Die Handlung lässt sich schwer in Worte fassen und klingt vielleicht zunächst etwas wirr, ist aber tatsächlich sehr durchdacht.
Die beiden Frauen verbringen eine ungewöhnliche und augenöffnende Nacht miteinander.
Nach einem kleinen Fauxpas, seitens Janis, herrscht zunächst Funkstille, doch beide stellen sich indessen ihren Problemen und gehen unkonventionelle Wege, um sich selbst wiederzufinden.
Besonders haben mir die tieferen Botschaften gefallen: die Kritik an gesellschaftlichen Mustern und den Zwängen, die uns oft gefangen halten und uns den Schlaf rauben.
Es sind die feinen Zwischentöne, die diese Erzählung so interessant machen.
Mir hat das Buch sehr gefallen, und ich kann es euch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.


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Veröffentlicht am 30.06.2025

Auf der Suche nach dem Matriarchat

Urlaub vom Patriarchat
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Der 'Urlaub vom Patriarchat' ist nun beendet und Friederike Oertel hat mich mit einer Menge wissenswerter Informationen rund ums Matriarchat und Patriarchat versorgt.
Die Autorin erzählt von ihrer Reise ...

Der 'Urlaub vom Patriarchat' ist nun beendet und Friederike Oertel hat mich mit einer Menge wissenswerter Informationen rund ums Matriarchat und Patriarchat versorgt.
Die Autorin erzählt von ihrer Reise nach Mexiko in die Stadt Juchitán. Sie hat die Nase voll vom Patriarchat und dort, in Juchitán, soll das Matriarchat die Vorherrschaft haben.
Die Autorin lernt Land, Leute, Sitten und Gebräuche kennen.
Interessant ist, dass das Matriarchat nicht das Gegenteil vom Patriarchat ist, wie ich eigentlich dachte. Es ist eher eine sozialere gesellschaftliche Form des Zusammenlebens, ohne Hierarchie, ohne Unterdrückung und ohne systematische Gewalt.
Vererbt wird von Mutter zu Tochter und die Frauen haben was die Familienfinanzen etc. angeht, den Hut auf.
Es hat mir gut gefallen, wie Friederike Oertel mit ihrer Recherche umgegangen ist. Sie hat viel bei den Menschen nachgefragt und sich einiges erklären lassen. Allerdings ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Das fand ich schön und sehr respektvoll.
Tatsächlich hätte ich gerne viel mehr über ihre Reise und die damit verbundenen Erlebnisse gelesen.
Die vielen und gut recherchierten Fakten waren hin und wieder etwas langatmig und haben meinen Lesefluss unterbrochen.
Allerdings ist das Buch auch nicht als Roman deklariert und deshalb ist mein Empfinden bitte nicht negativ zu bewerten.
Von meinerseits geht eine Leseempfehlung für dieses informative Buch mit schönem knalligem Cover raus.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Vom sich neu finden

Halbinsel
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Endlich habe ich den preisgekrönten Roman 'Halbinsel' von Kristine Bilkau gelesen.
Lange habe ich damit geliebäugelt und mich aufs Lesen gefreut.
Das Buch ist in erster Linie ein schön geschriebener Mutter-Tochter-Roman, ...

Endlich habe ich den preisgekrönten Roman 'Halbinsel' von Kristine Bilkau gelesen.
Lange habe ich damit geliebäugelt und mich aufs Lesen gefreut.
Das Buch ist in erster Linie ein schön geschriebener Mutter-Tochter-Roman, der die komplexe Beziehung zwischen den beiden Frauen auf eine ruhige, aber ehrliche Weise im Wandel der Zeit beleuchtet.
Die Erzählung erfolgt aus Sicht von Annett, der Mutter, die sich in einer Phase ihres Lebens befindet, in der sie unsicher ist, wo sie steht und wohin ihr Weg führen soll.
Ihre Tochter Linn ist bereits seit einigen Jahren ausgezogen und hat ihren eigenen Weg gefunden. Nach dem Schulabschluss zog es sie ins Ausland und später nach Berlin.
Doch ein plötzlicher Zusammenbruch von Linn bringt Mutter und Tochter wieder zurück in alte Muster und in das gemeinsame Zuhause.
Die Situation, wieder unter einem Dach zu leben, ist zunächst ungewohnt. Trotz ihrer Verbundenheit müssen die beiden Frauen erst wieder zueinanderfinden und alte Rollen hinter sich lassen.
Besonders spannend fand ich die Art und Weise, wie Mutter und Tochter sich umkreisen und unausgesprochene Gefühle und Konflikte ans Tageslicht kommen.
Den großen Teil des Romans, der sich mit Annett und Linns Reflextionsprozess beschäftigt, habe ich sehr genossen.
Es hätte für mich absolut gereicht, die beiden auf ihrem Weg zu begleiten.
Der Abschnitt, der sich mit Linns Beruf als Umweltmanagerin und dem Klimawandel befasst, hat mich dagegen weniger angesprochen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass dieser Teil kürzer oder weniger präsent im Fokus steht.
Insgesamt ist 'Halbinsel' ein ruhiger, angenehmer Roman, der schöne Lesestunden verspricht.
Für mich gab es kleinen Abzügen zum Ende hin, aber insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Bis zu den Sternen und zurück

Atmosphere
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Mein potentielles Lesehighlight des Jahres! 🙂
Ich durfte wieder einmal wundervolle Lesestunden erleben.
In 'Atmosphere' von Taylor Jenkins Reid ist für jeden etwas dabei - Liebe, Drama, Spannung, Familie, ...

Mein potentielles Lesehighlight des Jahres! 🙂
Ich durfte wieder einmal wundervolle Lesestunden erleben.
In 'Atmosphere' von Taylor Jenkins Reid ist für jeden etwas dabei - Liebe, Drama, Spannung, Familie, Freundschaften, das Weltall und starke Frauenfiguren. Das Buch bietet Momente zum Lachen, und ich habe auch ein paar Tränen verdrückt.
Wir begleiten Joan Goodwin in den Jahren 1980 bis 1984 auf ihrem aufregenden Weg zur Astronautin.
Zusammen mit einigen weiteren Charaktere, die man schnell ins Herz schließt, kämpf sie sich durch die anspruchsvolle Ausbildung bei der NASA am Johnson Space Center in Houston.
Joan ist mit Leib und Seele Astrophysikerin, doch ihr größter Traum ist es, als erste Frau ins Weltall zu fliegen - ein Ziel das ihr einiges abverlangt.
Ihr Herz gehört dabei aber auch ihrer absoluten Lieblingsperson, Frances, ihrer Nichte.
Während es Frances' Mutter, Barbare, oft an Empathie und Herz fehlt, gleicht Joan dies auf eine so liebevolle Weise aus, die mich tief berührt hat.
Als Joan sich dann auch noch zum ersten Mal richtig verliebt, scheint ihr Glück perfekt - doch wie so oft im Leben fordert das Gute auch seine Opfer.
Ich möchte nicht zu viel verraten, sondern empfehle, das Buch lieber selbst zu entdecken.
Nachdem ich im Vorfeld des öfteren von ein paar Längen im Mittelteil gelesen habe, hatte ich so meine Vorbehalte.
Doch völlig zu Unrecht.
Das Buch hat mich total abgeholt und begeistert. Das Thema Weltall und der Weg dorthin haben mir besser gefallen als ich vermutet habe.
Alle Charaktere sind so gut ausgearbeitet, dass man sie sofort ins Herz schließt.
Joan ist jemand, die man sofort als Freundin haben möchte, und die gesamte Clique, inklusive ihrer eigenwilligen Persönlichkeiten, ist äußerst sympathisch. Ein bisschen Gegenwind gibt es natürlich auch - eine absolute Antiperson ist ebenfalls dabei, somit sind Aufreger-Momente garantiert.
Ich hatte eine äußerst unterhaltsame Lesezeit und freue mich schon sehr auf weitere Werke der Autorin, die noch vor mir liegen. 🥰

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