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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.06.2025

Auf der Suche nach dem Matriarchat

Urlaub vom Patriarchat
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Der 'Urlaub vom Patriarchat' ist nun beendet und Friederike Oertel hat mich mit einer Menge wissenswerter Informationen rund ums Matriarchat und Patriarchat versorgt.
Die Autorin erzählt von ihrer Reise ...

Der 'Urlaub vom Patriarchat' ist nun beendet und Friederike Oertel hat mich mit einer Menge wissenswerter Informationen rund ums Matriarchat und Patriarchat versorgt.
Die Autorin erzählt von ihrer Reise nach Mexiko in die Stadt Juchitán. Sie hat die Nase voll vom Patriarchat und dort, in Juchitán, soll das Matriarchat die Vorherrschaft haben.
Die Autorin lernt Land, Leute, Sitten und Gebräuche kennen.
Interessant ist, dass das Matriarchat nicht das Gegenteil vom Patriarchat ist, wie ich eigentlich dachte. Es ist eher eine sozialere gesellschaftliche Form des Zusammenlebens, ohne Hierarchie, ohne Unterdrückung und ohne systematische Gewalt.
Vererbt wird von Mutter zu Tochter und die Frauen haben was die Familienfinanzen etc. angeht, den Hut auf.
Es hat mir gut gefallen, wie Friederike Oertel mit ihrer Recherche umgegangen ist. Sie hat viel bei den Menschen nachgefragt und sich einiges erklären lassen. Allerdings ohne zu bewerten oder zu verurteilen. Das fand ich schön und sehr respektvoll.
Tatsächlich hätte ich gerne viel mehr über ihre Reise und die damit verbundenen Erlebnisse gelesen.
Die vielen und gut recherchierten Fakten waren hin und wieder etwas langatmig und haben meinen Lesefluss unterbrochen.
Allerdings ist das Buch auch nicht als Roman deklariert und deshalb ist mein Empfinden bitte nicht negativ zu bewerten.
Von meinerseits geht eine Leseempfehlung für dieses informative Buch mit schönem knalligem Cover raus.

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Veröffentlicht am 22.06.2025

Vom sich neu finden

Halbinsel
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Endlich habe ich den preisgekrönten Roman 'Halbinsel' von Kristine Bilkau gelesen.
Lange habe ich damit geliebäugelt und mich aufs Lesen gefreut.
Das Buch ist in erster Linie ein schön geschriebener Mutter-Tochter-Roman, ...

Endlich habe ich den preisgekrönten Roman 'Halbinsel' von Kristine Bilkau gelesen.
Lange habe ich damit geliebäugelt und mich aufs Lesen gefreut.
Das Buch ist in erster Linie ein schön geschriebener Mutter-Tochter-Roman, der die komplexe Beziehung zwischen den beiden Frauen auf eine ruhige, aber ehrliche Weise im Wandel der Zeit beleuchtet.
Die Erzählung erfolgt aus Sicht von Annett, der Mutter, die sich in einer Phase ihres Lebens befindet, in der sie unsicher ist, wo sie steht und wohin ihr Weg führen soll.
Ihre Tochter Linn ist bereits seit einigen Jahren ausgezogen und hat ihren eigenen Weg gefunden. Nach dem Schulabschluss zog es sie ins Ausland und später nach Berlin.
Doch ein plötzlicher Zusammenbruch von Linn bringt Mutter und Tochter wieder zurück in alte Muster und in das gemeinsame Zuhause.
Die Situation, wieder unter einem Dach zu leben, ist zunächst ungewohnt. Trotz ihrer Verbundenheit müssen die beiden Frauen erst wieder zueinanderfinden und alte Rollen hinter sich lassen.
Besonders spannend fand ich die Art und Weise, wie Mutter und Tochter sich umkreisen und unausgesprochene Gefühle und Konflikte ans Tageslicht kommen.
Den großen Teil des Romans, der sich mit Annett und Linns Reflextionsprozess beschäftigt, habe ich sehr genossen.
Es hätte für mich absolut gereicht, die beiden auf ihrem Weg zu begleiten.
Der Abschnitt, der sich mit Linns Beruf als Umweltmanagerin und dem Klimawandel befasst, hat mich dagegen weniger angesprochen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass dieser Teil kürzer oder weniger präsent im Fokus steht.
Insgesamt ist 'Halbinsel' ein ruhiger, angenehmer Roman, der schöne Lesestunden verspricht.
Für mich gab es kleinen Abzügen zum Ende hin, aber insgesamt eine empfehlenswerte Lektüre.

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Veröffentlicht am 14.06.2025

Bis zu den Sternen und zurück

Atmosphere
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Mein potentielles Lesehighlight des Jahres! 🙂
Ich durfte wieder einmal wundervolle Lesestunden erleben.
In 'Atmosphere' von Taylor Jenkins Reid ist für jeden etwas dabei - Liebe, Drama, Spannung, Familie, ...

Mein potentielles Lesehighlight des Jahres! 🙂
Ich durfte wieder einmal wundervolle Lesestunden erleben.
In 'Atmosphere' von Taylor Jenkins Reid ist für jeden etwas dabei - Liebe, Drama, Spannung, Familie, Freundschaften, das Weltall und starke Frauenfiguren. Das Buch bietet Momente zum Lachen, und ich habe auch ein paar Tränen verdrückt.
Wir begleiten Joan Goodwin in den Jahren 1980 bis 1984 auf ihrem aufregenden Weg zur Astronautin.
Zusammen mit einigen weiteren Charaktere, die man schnell ins Herz schließt, kämpf sie sich durch die anspruchsvolle Ausbildung bei der NASA am Johnson Space Center in Houston.
Joan ist mit Leib und Seele Astrophysikerin, doch ihr größter Traum ist es, als erste Frau ins Weltall zu fliegen - ein Ziel das ihr einiges abverlangt.
Ihr Herz gehört dabei aber auch ihrer absoluten Lieblingsperson, Frances, ihrer Nichte.
Während es Frances' Mutter, Barbare, oft an Empathie und Herz fehlt, gleicht Joan dies auf eine so liebevolle Weise aus, die mich tief berührt hat.
Als Joan sich dann auch noch zum ersten Mal richtig verliebt, scheint ihr Glück perfekt - doch wie so oft im Leben fordert das Gute auch seine Opfer.
Ich möchte nicht zu viel verraten, sondern empfehle, das Buch lieber selbst zu entdecken.
Nachdem ich im Vorfeld des öfteren von ein paar Längen im Mittelteil gelesen habe, hatte ich so meine Vorbehalte.
Doch völlig zu Unrecht.
Das Buch hat mich total abgeholt und begeistert. Das Thema Weltall und der Weg dorthin haben mir besser gefallen als ich vermutet habe.
Alle Charaktere sind so gut ausgearbeitet, dass man sie sofort ins Herz schließt.
Joan ist jemand, die man sofort als Freundin haben möchte, und die gesamte Clique, inklusive ihrer eigenwilligen Persönlichkeiten, ist äußerst sympathisch. Ein bisschen Gegenwind gibt es natürlich auch - eine absolute Antiperson ist ebenfalls dabei, somit sind Aufreger-Momente garantiert.
Ich hatte eine äußerst unterhaltsame Lesezeit und freue mich schon sehr auf weitere Werke der Autorin, die noch vor mir liegen. 🥰

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Veröffentlicht am 08.06.2025

Zwiegespalten

Freizeit
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2,5
Ich habe gerade das fünfte Buch in diesem Jahr vom SuB befreit, doch leider konnte mich dieses Mal keine große Begeisterung erreichen.
Es ist eher eine zwiegespaltene Erfahrung.
In 'Freizeit' von ...

2,5
Ich habe gerade das fünfte Buch in diesem Jahr vom SuB befreit, doch leider konnte mich dieses Mal keine große Begeisterung erreichen.
Es ist eher eine zwiegespaltene Erfahrung.
In 'Freizeit' von Carla Kaspari begleiten wir die 27- jährige Franziska durch eine eher verlorene Phase nach ihrem Studium.
Sie hat zwei Jahre in Paris gelebt, geliebt und Affären gehabt.
Nachdem alles vorbei ist, lebt Franziska nun zurück in ihrer Heimatstadt und treibt so vor sich hin.
Sie schreibt Werbe- und Songtexte und arbeitet zwischendurch an ihrem ersten Roman.
Es passiert viel, aber irgendwie bleibt alles oberflächlich und ohne große Highlights.
Durch die Passagen, in denen sie ihre Gedanken zum Buch aufschreibt, entsteht ein Roman im Roman - allerdings auch hier ohne klare Zusammenhänge.
'Freizeit' greift viele Themen beiläufig auf, bleibt aber insgesamt eher oberflächlich und lässt vieles ungenutzt.
Der Schreibstil hat mir grundsätzlich gefallen, doch leider hat sich beim Lesen kein flüssiger Lesefluss eingestellt.
Ich habe das Buch lange gelesen, was für mich ein Zeichen dafür ist, dass es mich nicht richtig packen konnte.
Was ich an Franziskas ehrliche Art und ihren Gedanken schätze, ist, dass ich mich des Öfteren darin wiederfinden konnte.
Dennoch bleibt für mich die Frage offen, was die Autorin mit diesem Roman eigentlich vermitteln wollte - ich bin am Ende etwas ratlos.
Schade, aber wie so oft im Leben: Nicht jedes Buch passt für jeden. Manchmal stimmt einfach die Chemie nicht, und das ist völlig in Ordnung.

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Veröffentlicht am 30.05.2025

Vom Trauern und Heilen

Die Frau und der Fjord
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So, nun bin ich zurück von meiner Lesereise nach Norwegen zu den Lofoten, und was soll ich sagen - es war einfach wunderschön.
Auf den Roman 'Die Frau und der Fjord' von Anette Strohmeyer habe ich mich ...

So, nun bin ich zurück von meiner Lesereise nach Norwegen zu den Lofoten, und was soll ich sagen - es war einfach wunderschön.
Auf den Roman 'Die Frau und der Fjord' von Anette Strohmeyer habe ich mich schon im Vorfeld sehr gefreut. Das hübsche Cover, das traumhafte Setting und der vielversprechende Klappentext haben mich sofort angesprochen.
Wir begleiten Gro Kristjánsdóttir, die nach dem tragische Tod ihres Ehemanns einen Weg aus dem tiefen Tal der Trauer finden muss.
Während sich die einen ablenken, sucht Gro die Einsamkeit, um zu heilen.
Sehr authentisch wird beschrieben, wie schwer das Trauern um einen geliebten Menschen ist - doch noch viel schwerer ist der Heilungsprozess.
Obwohl Gro die Einsamkeit sucht und auch genießt, sind es die kleinen und großen Begegnungen mit Menschen und Tieren, die sie allmählich zurück ins Leben führen.
Neben den anschaulichen Naturbeschreibungen - der Flora und Fauna, den Jahreszeiten und Herausforderungen des Lebens in einem einsam gelegenen Fjord - fand ich auch die Rückblicke auf ihre Arbeit als Geologin auf einer Ölplattform äußerst spannend. Man kennt diese riesigen Bohrinseln oft nur aus der Ferne, und ich finde sie immer beeindruckend, aber auch etwas furchteinflößend.
Das Setting des rauen norwegischen Fjords auf den Lofoten ist absolut mein Ding, und ich habe die atmosphärischen Naturbeschreibungen so sehr genossen, dass das ganze Buch damit gefüllt sein dürfte.
Im letzten Drittel gibt es ein Zwischenspiel, das eher in einen Krimi passen würde. Diesen Abschnitt hätte ich nicht vermisst, da er für mich eher störend wirkte.
Das Ende wiederum hat mir sehr gefallen.
Gut fand ich auch die Einteilung in die vier Jahreszeiten. Beginnend mit dem Winter begleitet man Gro ein ganzes Jahr.
Die Sprache ist wunderschön und ich habe viele Stellen markiert, z.B.:
"Ihre Augen tranken das pastellfarbene Licht, das draußen schwerelos über den Fjord schwebte."
"Wäre sie irgendwann wieder in der Lage, diese Leichtigkeit zu spüren, die der Juni einem mit seinem warmen Atem unter die Flügel blies?"
Es ist ein ruhiger, teils trauriger, aber auch spannender und vor allem hoffnungsvoller Roman, der nachwirkt und mir sehr gut gefallen hat.
Eine ganz klare Leseempfehlung meinerseits. 🥰

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