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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.02.2025

Wie die Liebe klingt

Für Polina
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Vorab schon mal... Das war sooo gut!
Der Roman 'Für Polina' von Takis Würger hat bei mir eine Menge unterschiedlicher Emotionen hervorgerufen und die meisten davon gingen mitten ins Herz.
So muss sie doch ...

Vorab schon mal... Das war sooo gut!
Der Roman 'Für Polina' von Takis Würger hat bei mir eine Menge unterschiedlicher Emotionen hervorgerufen und die meisten davon gingen mitten ins Herz.
So muss sie doch sein, die perfekte Unterhaltung.
Und darum gehts:
Hannes und Polina kennen sich schon ein Leben lang und wachsen quasi zusammen auf.
Trotz ihrer großen Gegensätze haben die zwei eine so innige Verbindung die wirklich schön mitzuerleben ist.
Polina ist die pfiffige, der Wirbelwind und Hans Dampf in allen Gassen. Aber es steckt auch eine gewisse Schwermut in ihr.
Hannes ist ein ruhiger, lieber Junge der gerne mit seinen Gedanken für sich ist. Manche halten ihn für nicht besonders helle, dabei ist er einfach nur anders.
Er findet heraus das Musik das Medium ist mit dem er sich mitteilen kann und das alte Klavier in der Moorvilla wird sein Sprachrohr.
Damit versucht er Polina von seinen Gefühlen für sie zu 'erzählen' und komponiert ihre ganz eigene Melodie.
Die schöne und unbeschwerte Zeit im Moor mit seiner Mama Fritzi, dem kauzigen und liebenswerten Heinrich, Polina und ihrer Mutter Günes nimmt ein jehes Ende und Hannes verliert seine Musik und damit auch ein Stück sich selbst.
Viele Jahre begleiten wir Hannes beim Erwachsenwerden und seiner ständigen Sehnsucht nach Polina.
Ob Hannes seine Musik und Polina wiederfinden wird, solltet Ihr selbst herausfinden.
Ein wirklich schöner Roman mit perfekten/unperfekten Figuren von denen ich fast alle in mein Herz geschlossen habe.
Die Charaktere sind allesamt recht überspitzt, aber das mochte ich.
Wer hätte zum Beispiel nicht gerne so einen Kumpel wie Bosch, den hünenhaften Klavierträger.
Ob ich den Roman empfehlen kann?
Hast du Tollkraut gegessen!
(🤫 Das heißt ja)

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Veröffentlicht am 23.02.2025

Träume haben

Achtzehnter Stock
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Ich reihe mich mal ein in die vielen schönen Rezensionen zu dem Debütroman von Sara Gmuer 'Achtzehnter Stock'.
Wir lernen Wanda und ihre Tochter Karlie kennen und begleiten sie beim Spagat zwischen dem ...

Ich reihe mich mal ein in die vielen schönen Rezensionen zu dem Debütroman von Sara Gmuer 'Achtzehnter Stock'.
Wir lernen Wanda und ihre Tochter Karlie kennen und begleiten sie beim Spagat zwischen dem rauen Leben im Plattenbau und dem nicht weniger rauen, aber dazu auch noch unehrlichen Leben am Filmset.
Wanda strebt nach mehr und möchte Filme drehen und berühmt werden, was anderes kommt nicht in Frage.
Schwierig wenn man in einer anderen Welt feststeckt und noch dazu eine kleine Tochter hat.
Das Buch zeigt uns die Probleme einer alleinerziehenden Mutter gefangen zwischen unbezahlter Care Arbeit und Geld verdienen müssen.
Entgegen vieler anderer Stimmen empfand ich Wanda nicht als unsympathisch. Klar, manche Aktionen waren nicht okay, aber welcher Mensch macht schon alles richtig.
Ist es nicht auch normal als Mutter mal ausbrechen zu wollen und sich ganz egoistisch für sich zu entscheiden?
Wobei ich glaube das Wanda das meiste auch im Hinblick darauf gemacht hat um Karlie ein besseren Leben bieten zu können.
Ich empfand sie als eine sehr liebende Mutter.
Es wurden einige Klischees bezüglich der Menschen die in der Platte wohnen bedient, aber das war recht erfrischend und realistisch. Ich konnte mir total gut vorstellen mit Wanda, Aylins Mutter, Ming und Esther im Hof zu sitzen und warmen Sekt aus klebrigen Pappbechern zu trinken.
Ein ehrlicher ungeschönter Roman den ich gerne gelesen habe.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Verdammt wütend

Wenn wir lächeln
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Das war intensiv muss ich sagen.
In Ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' hat Mascha Unterlehberg eine Menge an Herausforderungen die Mädchen beim Erwachsenwerden meistern müssen gepackt.
Jara und Anto sind ...

Das war intensiv muss ich sagen.
In Ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' hat Mascha Unterlehberg eine Menge an Herausforderungen die Mädchen beim Erwachsenwerden meistern müssen gepackt.
Jara und Anto sind Freundinnen.
Gemeinsam stehen sie auf einer Brücke und plötzlich ist Anto weg, ist gesprungen und die innerlich zerrissene Jara bleibt zurück.
Nach und nach erzählt uns der Roman die Geschichte der zwei, eine Geschichte wie sie einige aus ihrer Jugend sicherlich kennen. Über Freundschaft, bewundern und bewundert werden wollen, sich zeigen wollen und verstecken müssen, den Spagat schaffen zwischen dazugehörigen aber nicht um jeden Preis und viel Wut. Wut auf sich selbst, auf andere, auf den eigenen Körper, auf die fehlende Distanz anderer.
Und was passiert wenn diese Wut plötzlich überhand nimmt?!
Anfangs kam ich schwer rein in den Lesefluss und bis zum Ende haben mir die fehlenden Anführungszeichen der wörtlichen Rede und die Zeitsprünge es mir nicht leicht gemacht.
Man gewöhnt sich ein Stück weit daran, aber ich bin mir sicher das mir so einiges durch die Lappen gegangen ist.
Auch was uns das Buch vermitteln will erschloss sich mir erst nach und nach.
Allerdings hadere ich etwas mit dem Ende und Antos Verhalten, da bin ich mir nicht sicher ob ich es mir richtig zusammengereimt habe.
Die Autorin legt den Finger in die Wunde und berichtet wie es gerade in letzter Zeit sehr viele Autorinnen tun über die Wut der Frauen.
Finde ich gut, manchmal muss es weh tun um zu verdeutlichen was schief läuft.
Etwas mehr Struktur hätte mir besser gefallen, aber ansonsten ein guter Roman mit wichtiger Botschaft.

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Veröffentlicht am 07.02.2025

Stillstand

Für immer
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Ein interessantes Thema hat sich die Autorin Maja Lunde für ihren neusten Roman 'Für immer' ausgesucht.
Was wenn die Zeit plötzlich stehen bleibt oder besser gesagt die Lebenszeit der Menschen.
Ein Segen ...

Ein interessantes Thema hat sich die Autorin Maja Lunde für ihren neusten Roman 'Für immer' ausgesucht.
Was wenn die Zeit plötzlich stehen bleibt oder besser gesagt die Lebenszeit der Menschen.
Ein Segen das ewige Leben oder bei genaueren hinschauen doch eher ein Fluch?
Der Roman gibt uns Einblicke in viele unterschiedliche Schicksale und beleuchtet das Thema aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln.
Eine schwerkranke Mutter der mehr Zeit mit ihrer Familie geschenkt wird, einem sich entfremdenten älteren Ehepaar, Schwangeren die nicht wissen wann, wie und ob ihre Babys geboren werden, Kindern, alten Menschen die des Lebens müde sind etc.
Der Ansatz das es ohne den Tod auch kein neues Leben geben kann macht Sinn.
Ich fand die Erklärungen und Vermutungen zum Beginn und die Lösung zum beenden des Stillstandes etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen.
Für mich war es eine interessante Grundidee und bis etwas über die Hälfte des Buches war ich mit Eifer am lesen.
Dann allerdings hat die Euphorie bei mir nachgelassen und der Roman wird mir wohl nicht lange im Kopf bleiben.
Mich hat es jetzt nicht zu hundertprozent überzeugen können, aber wie wir ja alle wissen...
Die Vorlieben beim Lesen sind so vielfältig wie die Leser selbst.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Wohin uns das Leben führt

Dancing Queen
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Der Roman 'Dancing Queen' ist das Debüt der argentinischen Autorin Camila Fabbri und lässt mich zugegebenermaßen etwas ratlos zurück.
Der Titel sowie der Klappentext ließen mich eine witzige Geschichte ...

Der Roman 'Dancing Queen' ist das Debüt der argentinischen Autorin Camila Fabbri und lässt mich zugegebenermaßen etwas ratlos zurück.
Der Titel sowie der Klappentext ließen mich eine witzige Geschichte einer Frau beim Aufbruch in ein neues Leben erwarten.
Aber witzig fand ich doch ziemlich wenig.
Die Ich-Erzählerin Paulina Almada ist 35 und gerade an einem Scheideweg ihres Lebens angelangt.
Ihr Freund hat sie verlassen, der Job ist alles andere als befriedigend, keine sozialen Kontakte bis auf ihre Arbeitskollegin und Halbwegs-Freundin Maite und Paulina struggelt mit dem Thema Mutterschaft.
Ein schwerer Autounfall beginnt, begleitet und beendet das Buch und zwischendrin erfahren wir wie es dazu kam.
Dieses dünne Buch ist vollgepackt mit Themen die eine Frau Mitte 30 nach einer Trennung beschäftigen und noch mit einigen mehr.
Es lässt sich gut lesen und entwickelt eine absolute Sogwirkung weil wir ja wissen wollen was passieren ist und wie es zu dem Unfall kam.
Der Schreibstil ist in meinen Augen nicht ganz klar strukturierte. Der Ton im Buch ist oftmals recht derb und auf der anderen Seite sehr modern und fast schon poetisch.
Der Roman behandelt Themen wie Einsamkeit, Verlust, die Zerrissenheit bezüglich Mutterschaft und sexuellen Missbrauch.
Die Protagonistin ist zwar oft recht flapsig, aber ich denke eher aus Selbstschutz.
Auch der Unfall hat ein heftiges Gefühl bei mir ausgelöst, die Beschreibung aus Sicht der Betroffenen ist sehr ehrlich und anschaulich geschrieben.
Ich bin mir bei meinem Resümee unsicher.
Zwar flog ich quasi durch die Seiten und es hat was mit mir gemacht, mich berührt.
Allerdings bin ich nun trotzdem absolut ratlos.
Wer gerne wie ich strukturierte Handlungen mit Anfang und Ende bevorzugt, wird es hier schwer haben.
Wer experimentelle Literatur mag, den wird es begeistern.
Entscheidet selbst und aus dem Bauch heraus.

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